22.11.11

Offener Brief an Nuclear Blast

Sehr geehrtes Marketing Team von Nuclear Blast,

es ist leider eine unumstössliche Tatsache, dass wieder einmal das Geburtstagsfest des Christlichen Heilands bevorsteht. Und da man diesem aus verständlichen Gründen nichts schenken kann, beschenken wir stattdessen Menschen, die uns nahe stehen. Da diese Prozedur jedes Jahr stattfindet und sich der Schenkende oft fragt, was er denn am besten verschenkt, helft ihr uns mit guten Ideen und Produkten.

Was bei Major Labeln schon immer Unsitte war und worüber sich zu Recht jeder echte Künstler aufgeregt hat, sind lieblose Best-Of Alben gewesen, die pünktlich zu Weihnachten in den Regalen standen, um dem Nicht-Fan einen Überblick über das grandiose Schaffen von XYZ zu geben. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie dem Fan, der ja bereits alle Alben besitzt, ebenfalls das Geld aus der Tasche zieht, da dieser ja alle Veröffentlichungen seines Idols besitzen möchte.

Mag sein, dass Best Ofs genau dann gerechtfertigt sind, wenn eine Band bereits mehr als 10 Alben veröffentlicht und auch wirklich eine Handvoll Hits gemacht hat. Aber um diese geht es hier nicht.

Es geht um Die Apokalyptischen Reiter und die Deathstars. Beide Bands verfolge ich, seit diese Alben machen, im Falle der Die Apokalyptischen Reiter also schon eine ganze Weile. Von beiden Bands besitze ich als bekennender Fan alle Alben. Und als ich heute nichtsahnend durch den Mediamarkt schlenderte und mir die neue Machine Head CD genemigte, fiel mein Blick auf CDs von den beiden oben genannten Bands, die ich noch nicht kannte. Schnell war klar, warum nicht:

Das sind ja wohl die beschissensten Best Ofs, die ich jemals gesehen habe. Was soll die Schweinerei, von den Die Apokalyptischen Reitern eine CD ohne ein einzigen Bonustrack, ohne einen einzigen Remix, eine Neueinspielung, eine Liveversion oder sonstiges heraus zu bringen? Dazu noch im Digibook Format, schön edel aufgemacht. Und nebendran die Deathstars. Eine Band mit 3 (in Worten: DREI) Alben in gefühlten 15 Jahren. Wer braucht ein Best Of, wenn daneben drei Alben zum Midprice der gleichen Band stehen. Ach ja, ich vergass: Hier sollen immerhin zwei “Previously Unreleased” Stücke für den Kaufanreiz sorgen.

Ich bin kein Marketing-Mensch, aber hat euch schonmal jemand gesteckt, dass es inzwischen MP3s und einen grossen Online Store sowie Streaming Dienste gibt? Die Kundschaft für eure Geldmacherei ist dort zu finden. Man kann wirklich zu Amazon oder iTunes gehen und sich einzelne Lieder zu einer Best Of zusammenkaufen. Noch nicht gewusst?

Ach ja, ich erinnere mich, man muss ja auch Anwälte bezahlen, weil die Kunden die CDs, die ihr da teuer in die Läden stellt, gar nicht kaufen. Bei so einem Schrott kann ich es auch niemandem verdenken, der sich die beiden Extrasongs aus dem Internet lädt.

Es ist doch ganz einfach: Lasst den Scheiss und konzentriert euch darauf, mit euren Bands vernünftige Alben zu machen. Und denkt daran: Metalfans sind die letzten, die sich noch Tonträger kaufen werden. Verarscht sie also nicht.


Gespeichert unter: Meinung — shadowthrone, 20:36:04 Kommentar schreiben


Pingbacks

Bisher keine Pingbacks für diesen Eintrag...