Excruciation - Angels to Some, Demons to Others (2006)

ExcruciationStil: Doom Death Thrash Metal

Label: Non Stop Music

Punkte: 10/13

Spielzeit: 47:00

Stein um Stein, Mauer um Mauer, Gebäude um Gebäude und Monument um Monument bauen sich Excruciation ihr altes Reich, in dem sie einst die delikatesten Ecken bewohnten, wieder auf. Vor einem fünftel Jahrhundert, als ihr schleppender Aufstieg zum ersten Mal begonnen hat, haben sie auf die ziemlich gleiche Marschstrategie gesetzt, doch damals hat man sich noch Band um Band hocharbeiten müssen. Nach der Reunion klappt der Aufstand von fast Null via Picture 12" auf Grossmacht schlagartig.

Schleppend, kontrolliert, aber stets mit voller Wucht rollen Excruciation ihre Steine an ihren Bestimmungsplatz. Mit einem Crowbar-lastigen Stimmorgan schreit Eugenio die Bauarbeiter herbei, besänftigt sie bisweilen mit sauberem Gesang und lässt sich gar von einer sprechenden Lady unter die Arme greifen. Schon die Baupläne zeigen es: Mannigfaltig soll das Kunstwerk werden. Ständig auf einen Höhepunkt getrimmt wuchten die Stücke zwar durchschaubar, jedoch alles andere als öde einen Stein auf den anderen. Erinnern saubere Gitarrenriffs bei "Arise" noch an Kreators Ausnahmealbum "Endorama", so stemmen anderswo klassische Doom Kapellen die Balken. Ständig präsent bleibt allerdings Baumeister Groove, er kontrolliert das Geschehen und sorgt für Beruhigung, wenn eine seltsam melancholische Hysterie zu sehr in den Vordergrund rücken will. Sogar wer wie ich sonst nichts mit scheuen Core-Anleihen anfangen kann, dürfte sich bei Excruciation wohl fühlen, ist doch das Melodietodesdoomgedräsche primär aktiv. Für eine weitere sehr zum morbiden Klima der Scheibe passende Säule sorgt zum Schluss ein aramäisches Gebet. Sehr ungewöhnlich.

Fein geschliffen wurden Excruciation’s Bausteine in Modena. Im Blu Velvet Studio, wo sonst eher mit Andrea Bocelli, Zucchero und Laura Pausini zusammen arbeitet wird, hat man überraschend druckvoll produziert - die genannten drei Nasen haben absolut gar nicht abgefärbt.

Damit ist "Angels to Some, Demons to Others" definitiv eines der eindrücklichsten Schwerstahlcomebacks - nicht nur in der Schweiz. Die ersten Gebäude stehen. Die Grossmacht kommt!




Tracklist:


01. Angels to some... (intro)
02. Golgotha
03. Is God diabolical?
04. Like Hyde in Jeckyll
05. Smashed
06. Solitude pt. II
07. Mo(u)rning again
08. Devotion
09. Black
10. My Darkest Hour
11. I am
12. One step further
13. ...Demons to others (outro)


Bandkontakt:


info@excruciation.net
http://www.excruciation.net

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bisherige Kommentare:

Kommentar von Zimmer:
Nachdem ich die Promo jetzt auch kenne stimme ich dem Review voll zu. Auf CD gefällt mir die "alte Garde" noch besser als Live - aber jetzt bitte nicht sagen, dass der Zimmer ihre ausgezeichneten Livequalitäten in Frage gestellt hat... Grosses Kino, zumindest für CH-Verhältnisse!
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Kommentar von Scum:
"Nach 14 Jahren Pause trafen sich die Jungs von Excruciation zu Pizza und Wein und beschlossen wiedermal richtig zu rocken." Das ist der erste Satz der Bandbiographie von Excruciation. Da frage ich mich, nach dem Genuss des Albums ‚Angels To Some, Demons To Others’, doch wirklich was der Autor unter rocken versteht. Schlafmütze auf und ab in die Poofe? Oder Valium schlucken und stundenlang in ein Aquarium mit Seetank starren? Meine Fresse, so ein Album kann doch nicht rocken. AC/DC rockt. Judas Priest tut das auch. Da hüpft das Bein auf und ab und der Körper bewegt sich im Rhythmus. Das einzige was sich bei diesem Excruciation-Silberling bewegt sind meine Augenlieder....und zwar ganz stark nach unten. Ich hätte echt nicht gedacht das ich das wach überstehe. Ich habe selten eine so langweilige Scheibe gehört. Ein Song ist wie der andere und der danach ist genauso eintönig wie der davor und der danach. Ich denke mal es soll Doom sein was die Herren da versuchen zu verzapfen. Aber mal unter uns... Doom kann auch gut sein. Vielleicht einfach mal ein paar Unterrichtsstunden bei Leif Edling nehmen. Aber das hier erinnert an eine schlechte Version der "Icon" von Paradise Lost. Der Sänger klingt erschreckend furchtbar und könnte von der Stimme her der uneheliche Schwippschwager von Tom G. (Warrior) Fischer auf Koks sein. Ich will auch gar nicht noch mehr hier vom Stapel lassen, denn diese Scheibe hat nix positives an sich. Doom zum pennen der langweiligsten Sorte. Warum braucht man dazu 3 Gitarristen ?? Naja, vielleicht kitzelt einer der Gitarren-Heroes die anderen Bandmitglieder dauernd auf der Bühne damit die selber während des Gigs nicht einknacken. Aber OK!!! Ich denke jetzt reichts wirklich. Ach ja.....die Produktion ist gut...aber das rettet jetzt auch nix mehr.
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Morgenstern

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