Angantyr / Nasheim - Split (2007)
Stil: Black MetalLabel: Northern Silence
Punkte: 11/13
Spielzeit: 52:35
Ring frei für zwei meiner absoluten Favoritenbands: Angantyr gegen Nasheim. Mit Ynleborgaz in der rechten Ecke tritt nicht gerade ein Neuling an. Seine Bilanz: drei Volllängeveröffentlichungen und zwei Demonstrationskassetten. Insgesamt ergaben alle fünf Kämpfe einen glorreichen K.O.-Sieg: Räudiger Schwarzstahl mit einem Hang zur schleifenden Melodie mit einer steten Portion an Melancholie tritt an gegen die zwei Herren aus Schweden in der linken Ecke. Die Kampfbilanz von Erik Grahn (ex-Lethal) und Mikael Markström (Lethal) zeugt noch von etwas weniger Kampferfahrung, dafür umso eindrücklicheren Erstrundsiegen. Die beiden Demos schlugen unter dem Namen "Ewighet/Undergång" als CD verpackt wie eine Bombe ein.
Einerseits treffen hier zwei etwas ungleiche Gegner aufeinander: Angantyr war schnell und hat die drei beigesteuerten Stücke bereits vor drei Jahren fertig gestellt. Zudem zählt Ynleborgaz mit seinen zahlreichen Projekten Make A Change... Kill Yourself, Holmgang und Zahrim zu den fleissigsten Schwarzstahlkämpfern. Zwei der enthaltenen Stücke sind exklusiv für die Split aufgenommen worden. Das letzte Stück verewigt einen der wenigen Liveauftritte von Angantyr in rauem Klangewand.
Insbesondere das schleppend depressive "Edsvoren" überzeugt dank Tiefgang und fiestraurigen Raffeleien. Eine tiefschwarze Stimmung, wie man sie von Burzum kennt, sorgt für Melancholie, währenddem das geschwinde "Arngrims Hævn" für die nötige Durchschlagskraft zuständig ist. Die beiden Stücke kommen ohne jegliche Schnörkel aus, enthalten also weder Geigen noch Keyboards, wie man es sonst von anderen Angantyr-Stücken kennt. Dennoch werden die Angantyr-typischen Melodien immer wieder in die Kompositionen eingewoben.
Andererseits passen die beiden Truppen stilistisch zusammen wie die Faust aufs Auge: Beides depressiver Schwarzstahl mit viel Melodie. Doch um Nasheim war es in letzter Zeit ruhig geworden. Ausser einem Samplerbeitrag ist dies das erste Werk, das man von Nasheim seit den beiden Demos zu hören bekommt. Dafür ist das Stück mit 25 Minuten ein wahrhaftiges Opus, das unverfälscht an den Lobreden meinerseits für die "Ewighet/Underång"-CD anknüpfen kann. Der Zweier aus Umeå fabriziert ein zerrüttendes Werk, welches sich in abwechslungsreicher Manier etlichen Gefühlsbädern hingibt und immer wieder in fantastischen Melodiebögen ejakuliert. Das Monsterstück vertont vorzüglich den Text eines Gedichts von Gustav Fröding, das zwischen 1898 und 1905 entstand und in "Efterlämnade skrifter" 1914 erstmals veröffentlicht wurde. Ein Meisterwerk.
Insgesamt resultiert ein Sieg nach Punkten für Nasheim. Beim Werk der Schweden würde ich wie bei "Ewighet/Underång" satte zwölf Punkte vergeben. Für Angantyr gibt’s sehr gute zehn. Adam Riese summiert und dividiert durch zwei - elf Punkte für die Split.
Tracklist:
Angantyr:
01. Arngrims Hævn
02. Edsvoren
03. I Der Knæler I Ynk
Nasheim:
04. Sövande Mjöd Vill Jag Tömma
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bisherige Kommentare:
Kommentar von Bombenhagel:
Wo kriegt man die her? *auch grosser Angantyr-Anhänger ist*
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