Thorngoth - Rauhnacht (2008)
Stil: Black MetalLabel: Folter Records
Punkte: 9/13
Spielzeit: 46:12


Rauhnächte (auch Raunacht oder Rauchnacht) sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im Brauchtum
vor allem des alten Stammesherzogtums Bayern (im wesentlichen Bayern, Österreich, Südtirol) besondere
Bedeutung zugemessen wird.
Die zwölf Nächte (auch Zwölfte oder Glöckelnächte) sind die zwölf Nächte, in verschiedenen Gegenden
zwischen dem Heiligen Abend (24. Dezember) und dem Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar), aber auch
andere Zeiträume, beispielsweise zwischen dem Thomastag und Neujahr.
Soviel Wikipedia-Fachwissen mal vorweg.
Auch die Südbayern von Thorngoth haben die Rauhnächte in tiefster Seele und der uralten Tradition folgend
natürlich fest verinnerlicht - und ihr neuestes Album danach benannt.
"Rauhnacht" ist nach "Thelema Of Destruction" das zweite Werk der vier Bullen von Tölz, die mit ihrem
Zweitling zwar nicht der Weisheit letzten Schluss aus dem Zylinder zaubern, dennoch aber ein ansprechendes
und mitreissendes Klangerlebnis darbringen.
Störend ist im Endeffekt vorrangig die Sensationsarmut der Kompositionen, die sich als inhaltlich dünnes,
bereits zigmal aufgekochtes Süppchen erweisen und in ihrem Aufbau nicht wirklich zu Lobeshymnen verführen.
Glücklicherweise verwandeln Thorngoth durch bedächtiges Nachwürzen auch dieses dünne Süppchen in ein
geniessbares Endprodukt, welches besonders durch seine stoische Souveränität zum Abschmecken einläd.
Geduldig spult man die Klangfolgen herunter, als wäre Dienst nach Vorschrift das höchste der Gefühle - und
zieht damit den Hörer auf seine Seite.
Unaufhaltsam prasseln drückende Gitarrenriffs aus den Boxen, die in ihrer Machart selbst altes Eisen taufrisch
wirken lassen, ihren eigenen Charme aber zu keiner Sekunde verlieren und sich mitunter sogar recht zügig in
den Gehörgängen verhaken.
Diese Gitarrenriffs sind es auch, die mitsamt ihrem schmückenden Beiwerk die kalte, lebensfeindliche
Atmosphäre der "Rauhnacht" präsentieren und den inzwischen aufmerksamen Hörer auf eine beschwerliche
Wanderschaft schicken.
Die Produktion erscheint schwarzmetall-typisch simpel und grundsolide.
Beim besten Willen keine leichte Aufgabe, eine bleibende Meinung zum aktuellen Thorngoth-Album zu erhalten.
Ich ordne "Rauhnacht" zum momentanen Zeitpunkt ins sehr gute, obere Mittelfeld ein, da mir das Tonmaterial
an sich ganz gut in den Kram passt, auf der anderen Seite aber in so mancher Beziehung noch einigen Raum
für Verbesserungen oder Veränderungen lässt.
Wollen doch mal sehen, wie es mit den Bayern weitergeht...
Netzwerke
Tracklist:
01. Curse Them
02. Kill For Paradise
03. Schiachperchten
04. Der Wanderer
05. Nihilistic Visions
06. Salvation In Silence
07. Abgrund
08. Still, von Ewigkeit
Bandkontakt:
http://www.thorngoth.de
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