Heathen Foray - The Passage (2009)
Stil: Pagan MetalLabel: Black Bards Entertainment
Punkte: 9/13
Spielzeit: 44:00
Glaubt man dem beiliegenden Infozettel, so hat man es bei Heathen Foray mit der besten Band der
Welt zu tun - oder zumindest die höchsten Erwartungen an den Erstling "The Passage", der dieser
Tage in die Plattenläden kommt.
Die Tatsache, dass die Österreicher bei Black Bards Entertainment unter Vertrag gegangen sind,
kündigt die eingeschlagene Stilrichtung an: Pagan beziehungsweise Viking Metal.
Anders als die Labelkollegen von Adorned Brood beschreiten Heathen Foray jedoch rabiatere
Pfade und hantieren weder mit Flöten noch mit Keyboards, sondern bemächtigen sich der
trampelnden Gangart, die sich in punkto Songwriting zwischen Running Wild und Wolfchant
einpendelt.
So erinnert das Zusammenwirken der beiden Gitarren nicht selten an Rolf Kasparek und Thilo
Herrmann zu seligen "Black Hand Inn"-Zeiten und bietet neben standesgemäss knackigem Riffing
auch einige Soli auf, wie sie ein Yngwie Malmsteen nicht besser aus den Saiten hätte locken
können.
Gesanglich greift man in die Grauzone Black Death Metal und tönt sowohl grunzend als auch
hell röchelnd, wohl im Ansinnen, seinem Tonmaterial eine definitve Prise Kaltschnäuzigkeit
zu verpassen und sich nicht auf die glattpolierte Instrumentierung festnageln zu lassen.
Dieses nette Spiel der Gegensätze tut "The Passage" letztlich tatsächlich recht gut und
überbrückt die Abschnitte, in denen das Songwriting eher wenig kreativ ausgefallen ist - und
solche Abschnitte finden sich leider mehr als ausreichend, was den bösen Eindruck weckt,
man hätte es geschafft, wenige Ideen lange genug auszukauen, um die Albumspielzeit von einer knappen
dreiviertel Stunde vollzumachen.
Ich konzentriere mich daher lieber auf die Instrumente, denn was die beiden Gitarreros Bernd Zahn
und Jürgen Brüder da ein ums andere Mal von sich geben, ist einsame Spitzenklasse.
Das Fazit ist einfach:
Wer auf Pagan Viking Metal abfährt, der ebenso als Heavy Speed Power Metal-Gemisch hätte zur Welt
kommen können, der ist bei Heathen Foray und "The Passage" bestens aufgehoben.
Runde Kompositionen ohne Starallüren und geniale Musikanten.
Wer hingegen keinen Appetit auf das zehntausendste klischeetriefende Pagan-Album verspürt, der
verpasst keine Sternstunde.
Ein zweischneidiges Schwert also, dieser Überfall der Heiden...
Tracklist:
01. Fading Tree
02. Northstar
03. Winterking
04. Fortress Of Faith
05. Chants
06. Dragon's Eyes
07. Ancient Secrets
08. Wolkenbruch
09. Theatre Of Battle
10. Wilderness Lore
Bandkontakt:
http://www.heathenforay.com
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