Kalkia Avatara - Mantra For The End Of Times (2009)

Kalkia AvataraStil: Folk / Extreme Metal

Label: Shaytan Productions

Punkte: 9/13

Spielzeit: 20:57

Der Vorteil von EP’s? Man hat sie schnell durchgehört. Der Nachteil? Entweder man hat sie eben zu schnell durchgehört, oder aber man bekommt eigentlich gar keinen Eindruck von dem Schaffen der Band. Bei "Mantra For The End Of Times" trifft im Wesentlichen Punkt Eins zu. Eine schöne EP, schnell durchgehört, schnell rezensiert und doch recht beeindruckend, was da geboten wird.

Aus Italien stammt das Projekt von Paolo Pieri, der sich nur mit Sessionmusikern durchkloppte, das Anrecht auf Ideen und Inspirationen aber für sich behält. Durch die Medien stolpert momentan der gute Berlusconi und scheint Italien international zu vertreten; drängt sich in den medialen Mittelpunkt. Was ich daher am Metal so liebe, ist die Tatsache dass sich die Musik meist völlig fern von nationaler Politik oder unter Umständen auch kultureller Stereotypen bewegt. Kalki Avatara klingt somit auch sehr eigensinnig, hier wird kein Instrument mit Olivenöl versaut oder kaputtgestikuliert. Herr Pieri liefert ein sehr bodenständiges, orientalisch buddhistisch anmutendes Kurzwerk, eine apokalyptische Vorsehung in musikalischer Mönchskutte.
So gibt’s in "Mankind Collapses" oder "Awaiting The Golden Age" Männerchöre zu lauschen. Letzteres repräsentiert den Albumtitel massgebend, hier wird minimalistisch auf der Stelle getreten, die orientalischen Zupfklänge und der Chorgesang sind tatsächlich von einer mantrisch meditativen Wirkung! Entspannend, atmosphärisch!

Die Boshaftigkeit ist zumeist sehr dezent. In "Mankind Collapses" spiegelt sie sich beispielsweise in einer kurzen Doppelpass-Entgleisung wider, oder aber in den wütenden Kehlenfetzern von Paolo (der übrigens auch das Artwork allein entworfen hat, samt arabischen Schriftzügen im Inlay).
Den Auftakt zu "Ruins Of Kali-Yuga" kann ich da gar nicht deuten, es sind irgendwelche bölkenden Laute zu hören und stampfende Klostertrommeln. Ich weiss ohnehin nicht ganz, was das wahrhaftige Konzept der EP ist. Mythologisch, kabbalistisch, apokalyptisch. Es geht wohl um die unumkehrbare Gegebenheit eines nahen Endes, kein Herbeisehnen, sondern das resignierte Hinnehmen des unausweichlichen Unterganges.

Die Vertonung dieser Vision ist, wie gesagt, sehr gelungen! Langweilig wird einem bei den 20 Minuten Spielzeit kaum und es ist hier sehr angebracht sie so kurz zu halten um das Konzept passend zu füllen. Sehr "schöne", resigniert warmer Folk / Extreme Metal mit viel Atmosphäre und hervorragend aufeinander abgestimmten musikalischen Komponenten! Geeignet für jede Tageszeit und jede Stimmungslage, wenn auch nur zum Dahinsäuseln und nicht zum konzentrierten Hören.




Tracklist:


01. Mankind Collapses
02. Ruins Of Kali-Yuga
03. Purification
04. Awaiting The Golden Age


Bandkontakt:


kalkiaavatara@katamail.com
http://www.myspace.com/kalkiaavatara


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