Belenos - Errances Oniriques (2009)
Stil: Pagan Black MetalLabel: Northern Silence Productions
Punkte: 10/13
Spielzeit: 47:44


Loic Cellier, seines Zeichens Multiinstrumentalist und Kopf, beziehungsweise alleiniger Aktivist,
der französischen Celtic Pagan Black Metal-Kapelle Belenos, fristet seit vielen Jahren sein
musikalisches Dasein im Schatten des Erfolges und in Diensten diverser obskurer und unbekannter
Bands wie Asyndess, Excavation, Despair's Tiny Things, Beer Vomit, Artesia und Nydvind.
Lediglich sein Projekt Belenos hielt er über lange Zeit hinweg auf Kurs und konnte im Jahre 2006
einen ersten ernstzunehmenden Vertragspartner gewinnen:
Adipocere Records nahmen sich seinem Drittwerk "Chants De Bataille" an - der Durchbruch war
geschafft.
2007 folgte dann der Wechsel zum deutschen Label Northern Silence Productions und die
Veröffentlichung des Viertlings "Chemins De Souffrance", womit Cellier seinen Bekanntsheitsgrad
vergrössern und seine Fangemeinde ausbauen konnte.
Grund genug für Northern Silence, sich dieser Tage nochmals dem 2001er Debut-Album "Errances
Oniriques" anzunehmen und dieses Prachtstück erweitert um die beiden Bonustracks "Seigneur De
L'Obscurité" und "Serment De Vengeance" einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu
machen.
Mir persönlich ist die Originalfassung von "Errances Oniriques" nicht bekannt, daher kann ich nur
vermuten, dass die ausbaufähige Tonqualität Grund dafür war, sämtliche Stücke neu einzuspielen.
Und die Mühen haben sich gelohnt:
Wuchtig und doch glasklar schallen die neun Kompositionen aus den Boxen, die trotz ihrer
ideellen Ausrichtung hin zum Celtic Pagan stilistisch extrem dem Black Metal anhängen und gut und
gerne als nordische Variante des schwarzen Stahls hätten durchgehen können, zumindest während
der treibenden Passagen.
Traditionelle Instrumentalbauten - man höre "Voyage Subliminal" - schlagen letztlich doch den
Bogen hin zu heidnischen Klanginhalten, nicht aber ohne postwendend von ihrer ruppigen
Grundstruktur wieder in Richtung Black Metal gerissen zu werden; der rote Faden spinnt nach und
nach einen dichten Teppich und hinterlässt deutliche Muster.
Das Schlagzeug scheppert im Double-Bass-Revier, dazu schrammeln die Gitarren griffige Riffs,
melodische Soli und Interludien, vokal verlegt man sich auf puristisches Gekreische und dezente
Hintergrundchöre.
Es ist ein bisschen schade, dass Cellier sich nicht zu einem reinen, getragenen Instrumental hat
durchringen können, denn auch Tracks wie "En Quete D'Immortalité", die das Zeug dazu gehabt hätten
und anfangs auch dorthin tendieren, werden über kurz oder lang aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen
und ins garstige Bad aus Raserei und Aggression gestürzt.
Letztlich fällt es mir leicht, eine Empfehlung für "Errances Oniriques" auszusprechen, obwohl ich
ansonsten kein Freund von Wiederveröffentlichungen dieser Form bin.
Da es aber jedem Anhänger des handwerklich einwandfreien, melodischen Schwarzmetalls möglich sein
sollte, sich gewisse Eckpfeiler des Genres in die Sammlung zu holen, war es notwendig, das Album
ein zweites Mal aufzulegen.
Auch ohne angekündigten Überhang ins pagane Lager entlockt mir Belenos einen eindeutigen Daumen nach
oben!
Und wenn man mit dem nächsten Output noch eine Schippe drauflegen kann, dann stehen alle Türen und
Tore offen...
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Tracklist:
01. Le Domaine Des Songes Acte II
02. Errances Oniriques
03. Suppot Du Néant
04. Voyage Subliminal
05. Morfondu
06. En Quete D'Immortalité
07. Le Dernier Pas
08. Seigneur De L'Obscurité
09. Serment De Vengeance
Bandkontakt:
http://www.belenos.biz
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