Vom Fetisch der Unbeirrtheit - Psychohygiene (2011)

Vom Fetisch der UnbeirrtheitStil: Black Metal

Label: Temple Of Torturous

Punkte: 12/13

Spielzeit: 110:00

Wenn es in den letzten Jahren einer Band gelungen ist, mich alleine mittels der äusseren Aufmachung ihrer Veröffentlichung nicht nur zu beeindrucken, sondern förmlich an die Wand zu nageln, dann ohne Zweifel der deutschen Zwei-Mann-Formation Vom Fetisch der Unbeirrtheit, die ihr Debut zu einem grässlichen Augenschmaus, einem Monument des Bösen, des Wahnsinns, des ewigen Abgrunds geformt haben.
"Psychohygiene" nennt sich das gute Stück, das als Doppel-CD in einem massiven Digibook daherkommt, begleitet von einem gleichermassen fetten wie abgöttisch-perversen Booklet und feinstem Design - ohne auch nur eine Sekunde vom Inhalt der Scheiben zu Ohren genommen zu haben, hätte ich als Konsument blind zugeschlagen...

..und ich hätte einen Volltreffer gelandet, denn auch die Musik der zwei Wirrköpfe P. und R. bewegt sich in einer ganz eigenen Liga, weit weg vom üblichen Black-Metal-Einerlei und pseudo-depressiven, völlig unauthentischen Chaoskreuzlern, die uns noch vor Jahren akustische Irrenhäuser unter die Trommelfelle gehalten haben.
Vom Fetisch der Unbeirrtheit agieren anders, auf der ganzen Linie.
Hier wird schizophrener Schwarzmetall nicht nur dargeboten, er wird praktiziert, gedacht, geatmet, gelebt - exzessiv und extrem, extravagant und exklusiv.
Irgendwo zwischen den selten zitierten Belmez, den noch seltener zitierten Spektr und dem allzu häufig an den Haaren herbeigezogenen Depressive Noise schneiden sich die Mannen einen neuen Weg in die Hirne der Hörerschaft, ultimativ krank sind Texte und Gesang, zentnerschwer die Melodiebögen - sogar seichte und sphärische Passagen wecken die blanke Verzweiflung - perphide genial das Songwriting, das die Erwartungen des Konsumenten ein ums andere Mal zerschlagen und durch noch intensivere Tiefgänge ersetzen kann.
Man muss sich lange Zeit nehmen, um das gesamte Spektrum von "Psychohygiene" auch nur ansatzweise erfassen zu können, weswegen ich diese Rezension nicht als der Weisheit letzten Schluss verstanden haben möchte; vielmehr nehme ich an, dass vorliegendes Werk tagesformabhängig immer wieder neue Facetten preiszugeben vermag und auch nur in Extremfällen am Stück genossen werden sollte.

So unverhofft "Psychohygiene" bei mir eingeschlagen ist, so nachhaltig bleibt seine Wirkung hängen.
Vom Fetisch der Unbeirrtheit liefern gleich mit ihrem Erstling nicht nur eine der grössten Untergrund-Sensationen überhaupt, sondern auch gleich ein echtes Meisterwerk ab, bei dem alle Komponenten stimmen und das jeder Black-Metal-Anhänger haben muss - und dafür auch gerne ein paar Euronen mehr hinlegen darf.
Einsame Spitzenklasse!




Tracklist:


Disc 1:
01. Filterlose Trunkenheit
02. Anschliessendes Verstummen
03. In erigierter Abgründigkeit
04. Non-Narkotikum
05. Infantile Sinnesfrüchte
06. Zerrissenes Stück Hirn-Masse
07. Geistesinfarkt

Disc 2:
01. Annäherung: Wechselwirkung - Bipolar
02. Schändungszyklus
03. Infantilismus II
04. Psychogramm
05. Ein toter Wurf
06. Epitaph
07. Imperativ: Kategorische Zerstörung, XIIIx Losgelöst
08. Du magst solche Szenen
09. Die Kybernetik-Funktion der Psychohygiene


Bandkontakt:


http://www.voldsom.net/VFDU/vfdu.html

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