Falaise - My Endless Immensity (2017)

FalaiseStil: Atmospheric Post-Black Metal

Label: A Sad Sadness Song

Punkte: 9/13

Spielzeit: 52:07

Der Markt für Post Black Metall ist seit Jahren reichlich bestückt; zahlreich die Kapellen, die das Genre beherrschen, reichlich vertreten allerdings auch die Combos, die sich mühsam abrackern und mit nur schmalem Applaus belohnt werden. Zu Letzteren gehörten Falaise aus Italien nach ihrem Debüt "As Times Goes By" für mich nicht, weshalb ich dem Nachfolger erwartungsfroh entgegensah. Doch nun, da er auf dem Tisch liegt, will er mich nicht annähernd so begeistern wie sein Vorgänger. Woran das liegt? Am Schlagzeug nicht, dessen hohles Klopfen mich auf dem Vorgänger stellenweise irritiert hat. Was bei "My Endless Immensity" für Zurückhaltung sorgt, ist, dass Falaise anfangs zu viel Zeit mit austauschbarem, kraftlos vor sich hinmäandernden Post verdösen und die nötige Portion atmosphäregetränkten Black Metal unnötig lange schuldig bleiben. Vier Songs ohne bemerkenswerte Stärken ziehen vorbei, bis "My Endless Immensity" spürbar Profil gewinnt. Doch erst beim mit einem Gänsehautriff gesegneten "The Abyss" sind die Italiener ganz bei sich und zeigen, was sie draufhaben: euphorisierende Melancholie im Breitwandformat, wo packende Melodik mit glücksselig machender Gemütsschwere einen Bund eingeht, der so zeitlos ergreifend wie unkaputtbar ist. Und da sich so viel Seelengeschüttel nicht toppen lässt, machen Falaise das einzige, was in so einer Situation angebracht ist: eine Stimmungskehre um hundertachtzig Grad. "Sweltering City" streift die Melancholie ab, setzt auf fast schon heiteren Überschwang, der aufjauchzen und tanzen lässt. Ein Stein, wer hier nicht zuckt. "Pristine Universe" greift mit ätherischer Keyboard-Ästhetik nach den Sternen und "My Endless Immensity" hat damit seinen Gipfel überschritten, denn das mit stattlichen zehn Minuten bedachte "A Veil of Stars" verheddert sich in der seichten Gefälligkeit, die schon die ersten vier Lieder prägte. Statt in funkelnder Pracht dramatisch aufzuleuchten, bleibt der längste Track des Albums erschreckend fahl. Prädikat: schwach. Beim Cover von "Les ruches malades" (Amesoeur) halten sich die Italiener nah und brav am Original, versehen es mit Kreischgesang, treiben ihm jedoch mit ihren Sound die kühle Eleganz aus und reduzieren es auf Tanzbarkeit.

Fazit: "My Endless Immensity" ist eine ungleiche Mischung aus wenigen, sehr starken und vielen durchschnittlichen Augenblicken.




Tracklist:


01. Nightgaze
02. The Embrace of Water
03. You Towards Me
04. Crimson Clouds
05. Dreariness
06. The Abyss
07. Sweltering City
08. Pristine Universe
09. A Veil of Stars
10. Les Ruches malades (Amesoeurs cover)


Bandkontakt:


https://www.facebook.com/falaiseband/

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