Harakiri for the Sky - Arson (2018)

Harakiri for the SkyStil: Post Black Metal / Metalcore

Label: AOP Records

Punkte: 9/13



Die einzige Trendentwicklung im Black Metal, die nach der Jahrtausendwende nachhaltig erspriesslich war, ist die Anreicherung des Stils mit Post Rock, Shoegaze und die Verschmelzung von Metalcorelinien mit traditionellem depressiven Schwarzstahl, dessen Wegweiser sich mit Alcest, Deafhaven sowie Ghost Bath gebildet haben. Mittlerweile hat sich diese stilistische Entwicklung dergestalt viralisiert, dass allein die Bezeichnung von Blackgaze weder als Indikator für eine innovative Schwarzstahltruppe gilt, noch irgendwelche Qualitätsmerkmale wiedergibt, sind doch die meisten Formationen nun leidige Kopien der Genreinitianten oder noch schlimmer ihrer selbst.

Längst verschrien als Hipster Black Metal scheint die Schaffenskraft in der Tat mehrheitlich erschlafft. Einige wenige Gruppen bleiben treibende Kräfte des Genres. Harakiri for the Sky durften sich bis zum letzten Album zumindest in den Dunstkreis dieser Truppen zählen. Mit Ihrem Viertwerk, welches im Februar der Menschen Ohren erreichen wird, hat sich daran zwar nichts geändert, beim einen oder anderen Hörer dürften sich dennoch erste Ermüdungserscheinungen abzeichnen.

Die Gründe dafür liegen nicht etwa in der Qualität der Stücke. Denn inklusive Bonusstück rattern die Acht Sequenzen von "Arson" schmerzlos durch die Boxen. Mit Pianoklängen, Frauengesang und einem Früchtekorb voller Melodien bleiben diese auch nicht völlig spannungsbefreit. Allerdings ist die Stimmung derart stark in eine fröhliche Metalcore-Ecke abgedriftet, dass von düsterer Melancholie nicht mehr viel übriggeblieben ist. Von Black Metal ist entsprechend auch nichts mehr hörbar, so dass sich fast schon In Flames und Dark Tranquillity die Klinke in die Hand geben, statt dass Alcest und Der Weg Einer Freiheit zum Handschlag kommen.

Möglicherweise waren meine Erwartungen zu hoch, möglicherweise ist der Überdruss an Blackgaze jedoch auch schon derart ermüdend, dass sich eine Formation mittlerweile etwas mehr einfallen lassen muss, statt einfach nur gut zu sein und zu begeistern.




Tracklist:


1. Fire, walk with Me
2. The Graves we've Dug
3. You are the Scars
4. Heroin Waltz
5. Tomb Omnia
6. Stillborn
7. Voidgazer
8. Manifesto

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