Sun Of The Sleepless & Cavernous Gate
Veröffentlichung Dezember 2019
Format CD
Hinzugefügt am Montag, 07. September 2020
Genre Black Metal
Jahr Dezember 2019
Land Germany
Label Prophecy Productions
Nummer WOLF112
Tags Atmospheric Black Metal Doom Death Naturmystik

Sun Of The Sleepless & Cavernous Gate

Review

Split-Alben sind ja immer sowas wie eine Wundertüte: wer hat sich drin versteckt? Und: warum haben sich gerade diese zwei Interpreten zusammengetan? Das Klischee, eine Split werde meist von einer namhafteren Band als gönnerhafte Plattform einem noch gänzlich unbekannten Künstler geboten, scheint hier insofern zuzutreffen, als dass die B-Seite das Debut von Cavernous Gate wiedergibt.

Dennoch sind beide Künstler kein unbeschriebenes Blatt – hinter Cavernous Gate steckt Helrunar-Instrumentalist SK, Sun of the Sleepless (SotS) ist das Soloprojekt von Markus ‘Schwadorf’ Stock (Empyrium, The Vision Bleak). Die beiden haben bereits 2005 für die Nachtmahr-/Helrunar-Split eine überaus erfolgreiche Zusammenarbeit hingelegt. Nun, etliche Jahre später, stellt sich insbesondere für Cavernous Gate die Frage, wie viel Unabhängigkeit vom Mutterschiff im Soloprojekt zu finden ist.

SotS: Im Vordergrund stehen empyriumeske, akustische Klanggewebe mit viel Leere (zweifelsohne eine Spezialität von Stock). Diese Pausen bieten den kristallinen Obertönen Platz zur Entfaltung eines ganz eigenen Zaubers (weshalb diese Produktion unbedingt auf Vinyl oder zumindest über eine anständige Anlage gehört werden sollte). Die atmosphärischen Gitarrenwände, die auf dieser Split spärlicher als auf der 2017-Full-Length «To the Elements» zum Einsatz kommen, hätten mehr Wucht erzeugt, wären sie im Mix noch mehr in den Vordergrund gestellt worden. Mit den ersten fünf Songs schafft SotS gesamthaft aber ein herrlich melancholisches Mondschein-Feeling, das Cavernous Gate mit Spannung erwarten lässt.

Cavernous Gate: Auch hier hört man zunächst klar heraus, dass SK in instrumentaler Hinsicht ansonsten für Helrunar verantwortlich ist. Dennoch findet sich zum Beispiel mit Klargesängen eine gänzlich andere Grundstimmung eingewoben und gerade Stellen in «Amongst Decayed Grass» erinnern stark an My Dying Bride, was der zuvor durch SotS aufgebauten Melancholie alle Ehre erweist. Zuletzt greift «A Pale Shimmer In The Dark» das ätherische Soundgewebe von SotS-Schlusssong «Kristall» wieder auf.

Diese perfekte Abrundung zeigt, dass diese Split keine blosse ‘Veröffentlichungshilfe’ darstellt, sondern als holistisches Kunstwerk zweier begnadeter Komponisten zu verstehen ist. Der eingangs gestellten Frage ‘why that now?’, die sich bei Splits immer aufdrängt, hält ein genial gewebter roter Faden entgegen: Diese Zusammenarbeit ergibt nicht nur Sinn, sondern kreiert ein atmosphärisches, melancholisch-zaubererfülltes Kunstwerk mit vielen Überraschungen, das definitiv auf mehr hoffen lässt – von SotS und Cavernous Gate einzeln, aber gerne auch von beiden gemeinsam.

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