Thrash Metal: Klassiker-Kanon - Schwermetall

Thrash Metal: Klassiker-Kanon

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Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Der Theurg » 10.08.2020, 17:13

Bereits vor Jahren bin ich mit einer kanonischen Liste der wichtigsten Black Metal-Alben aller Zeiten so manchen Leuten auf die Füsse getreten, vor allem, weil die BM-Liste bei mir im Jahre 1997 endgültig endet.

(In jenem Thread habe ich die BM-Liste auf Seite 1 noch einmal wiederbelebt:
http://www.schwermetall.ch/forums/30/16933 )


Thrash Metal ist wahrscheinlich jenes Metal-Subgenre, welches sich am ehesten für eine in sich abgeschlossene Liste anbietet, da die Metal-Szene der 80er Jahre allgemein einiges übersichtlicher als heute war und da das GEDRESCHMETALL im Jahre 1991 mit einigen allerletzten grossen Klassikern relativ abrupt endete (abgesehen von ein paar Nachzüglern im Underground, die noch in den nachfolgenden zwei, drei Jahren am alten Stil unbeirrt festhielten).

Dem Untergang des alten Thrash Metals scheinen mir drei Faktoren zugrunde zu liegen, nämlich 1.) die Verdrängung durch den Death Metal-Boom, 2.) die Anbiederung einiger der grössten Bands an den MTV-Kommerz-Pop (METALLICA) sowie 3.) ab 1993 die Verdrängung durch den Neo-Thrash Hardcore à la PANTERA (ab deren 92er Album "Vulgar Display of Power"), den ich bis heute niemals ausstehen konnte. (U.a. SEPULTURA und SLAYER schwenkten dann in jene Richtung um.)


Die Thrash-Alben, die allgemein als die wichtigsten gelten, habe ich fett hervorgehoben. Diese Liste sollte möglichst objektiv sein und widerspiegelt nicht bei allen Bands meine persönliche Meinung. SLAYER lege ich zwar seit eh und je hin und wieder auf, halte ich persönlich kompositorisch insgesamt dennoch für überbewertet. Wenn ich "Reign in Blood" jedoch nicht fett hervorheben würde, würden manche alten Thrasher mich lynchen wollen.

Die Frühwerke von SODOM und SEPULTURA würde ich eher dem Proto-Black Metal zuordnen und lasse diese hier aussen vor; ebenso die Frühwerke von CELTIC FROST, die mit ihrem thrashigen Proto-Black/Proto-Death Metal zwar weltweit Massstäbe setzten, im Rückblick jedoch stilistisch zwischen allen Stühlen sassen.

Der eine oder andere Dresch-Veteran wird hier vielleicht die ersten Alben von ANTHRAX vermissen, welche ich jedoch nicht kenne. Auf ihren späteren Werken haben sich ANTHRAX Image-mässig zu stark vom Metal entfernt, um hier Erwähnung zu finden. Von KREATOR mag ich zwar einige Alben, aber NICHT "Extreme Aggression" (sondern lieber "Coma of Souls"), wo ich ebenfalls über meinen Schatten springen muss. Und das Debüt besitze ich gar nicht, doch auch das muss hier rein.

Bei einigen Bands bin ich nicht ganz sattelfest. Und mit NUCLEAR ASSAULT sowie HOLY MOSES kenne ich mich leider überhaupt nicht aus. Altershalber stieg ich damals erst in der Endphase des Thrash Metals ein und habe da noch ein paar weitere Bands erlebt (z.B. SACRED REICH), die im Rückblick jedoch leider eher wenig Relevanz aufweisen.

Sämtliche Veteranen und Musikhistoriker dürften sich jedoch darin einig sein, dass der Kanon des Dreschmetalls von den ersten drei Alben von METALLICA dominiert wird! Da kommt man in Sachen Thrash nicht dran vorbei!


Bands in alphabetischer Reihenfolge (mit Herkunftsangabe, teilweise auch die Herkunftsregion, da diese aufschlussreich sein kann; so war eine der wichtigsten Thrash-Hochburgen die Bay Area um San Francisco); viel Spass:

ANNIHILATOR - "Alice in Hell" (Vancouver, Kanada, 1989)
CORONER - "R.I.P." (Zürich, Schweiz, 1987)
CORONER - "Punishment for Decadence" (Zürich, Schweiz, 1988)
CORONER - "No More Color" (Zürich, Schweiz, 1989)
DESTRUCTION - "Sentence of Death"/"Infernal Overkill" (zusammen auf einer CD) (Deutschland, 1984/85)
EXODUS - "Bonded by Blood" (Bay Area, USA, 1985)
FLOTSAM AND JETSAM - "Doomsday for the Deceiver" (Bay Area, USA, 1986)
FORBIDDEN - "Forbidden Evil" (Bay Area, USA, 1988)
KREATOR - "Endless Pain" (Ruhrpott, Deutschland, 1985)
KREATOR - "Pleasure to Kill" (Ruhrpott, Deutschland, 1986)
KREATOR - "Terrible Certainty" (Ruhrpott, Deutschland, 1987)
KREATOR - "Extreme Aggression" (Ruhrpott, Deutschland, 1989)
KREATOR - "Coma of Souls" (Ruhrpott, Deutschland, 1990)
MEGADETH - "Peace sells... But who's buying?" (Los Angeles, USA, 1986)
MEGADETH - "So far, so good... So what!" (Los Angeles, USA, 1988)
MEGADETH - "Rust in Peace" (Los Angeles, USA, 1990)
METALLICA - "Kill 'em all" (Bay Area, USA, 1983)
METALLICA - "Ride the Lightning" (Bay Area, USA, 1984)
METALLICA - "Master of Puppets" (Bay Area, USA, 1986)
METALLICA - "...And Justice for All" (Bay Area, USA, 1988)
OVERKILL - "Taking Over" (New York, USA, 1987)
OVERKILL - "Under the Influence" (New York, USA, 1988)
OVERKILL - "The Years of Decay" (New York, USA, 1989)
PANTERA - "Cowboys from Hell" (Texas, USA, 1990)
SEPULTURA - "Schizophrenia" (Belo Horizonte/São Paulo, Brasilien, 1987)
SEPULTURA - "Beneath the Remains" (Belo Horizonte/São Paulo, Brasilien, 1989)
SEPULTURA - "Arise" (Belo Horizonte/São Paulo, Brasilien, 1991)
SLAYER - "Show No Mercy" (Kalifornien, USA, 1983)
SLAYER - "Hell Awaits" (Kalifornien, USA, 1985)
SLAYER - "Reign in Blood" (Kalifornien, USA, 1986)
SLAYER - "South of Heaven" (Kalifornien, USA, 1988)
SLAYER - "Seasons in the Abyss" (Kalifornien, USA, 1990)
S.O.D. - "Speak English Or Die" (New York, USA, 1985)
SODOM - "Persecution Mania" (Ruhrpott, Deutschland, 1987)
SODOM - "Agent Orange" (Ruhrpott, Deutschland, 1989)
SODOM - "Better Off Dead" (Ruhrpott, Deutschland, 1990)
TANKARD - "The Meaning of Life" (Deutschland, 1990)
TESTAMENT - "The Legacy" (Bay Area, USA, 1987)

Irgendwelche Anmerkungen? Ergänzungen? Kritik?


Krachmucker TV hat unlängst ein gelungenes grosses Thrash Metal-Special (im Gespräch mit einem Experten) produziert:




Ebenso der dunkle Parabelritter, dessen 12-minütiges Thrash Metal-Special zwar an sich informativ und gut gemacht ist. Allerdings gesellt sich zu diesem Typen stets der bittere Beigeschmack, dass er sein Halbwissen über die Thrash-Epoche (die lange vor seiner Geburt zu Ende ging) wieder einmal nur für seine Produktion kurzfristig aus dem Internet zusammengetragen und rasch einstudiert / abgelesen haben dürfte, um sogleich alles wieder zu vergessen:


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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Graf von Hindenloch » 11.08.2020, 07:38

Der Theurg hat geschrieben:
10.08.2020, 17:13

Krachmucker TV hat unlängst ein gelungenes grosses Thrash Metal-Special (im Gespräch mit einem Experten) produziert:

Links (sic): Der Theurg...

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Der Theurg » 11.08.2020, 08:31

Schon wieder ich...

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Graf von Hindenloch » 11.08.2020, 10:43

Ja, mit einem gewissen Hendrik-Einschlag, diesmal...

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Dr.Gonzo » 11.08.2020, 11:25

Obschon ich eigentlich kein grosser Thrash-Fan bin, kann ich hier mal sagen, dass ich hier zumindest alle WICHTIGEN Alben mal gehört habe.. (zumindest die fetten)

*Wichtiger Beitrag*

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Graf von Hindenloch » 11.08.2020, 11:27

Gut gemacht, Gonzo... Ich bin gerade am überlegen, ob ich noch so Bay Area-Thrash auflisten soll, den ich als Goof geil fand...

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Der Theurg » 11.08.2020, 13:09

Das solltest Du tun.


Thrash-Weihnachten 1990

Ungefähr in der Weihnachtszeit des Jahres 1990 (vor exakt 30 Jahren!) wurde eine Sendung von Headbangers Ball ausgestrahlt, welche eine der medialen Sternstunden des Thrash Metals in seiner Spätphase markiert haben dürfte. Ein damaliger Kollege von mir aus der Nachbarschaft nahm die ganze Sendung auf Video auf. Mir kommt es so vor, als ob wir uns dieses Video in der Folge dann Dutzende Male angeschaut hätten, einige Male noch zusammen mit einigen weiteren thrashenden Kollegen aus unserem Metal-besessenen Quartier.

Ich erinnere mich ganz exakt, welche Bands mit welchen Video-Clips vorkamen, allerdings nicht mehr an die Reihenfolge. Daher rekonstruiere ich hier diese Sendung in alphabetischer Reihenfolge:


ANTHRAX - "Got the time" (Album: "Persistence of time", 1990)
Dieses Lied gefällt mir heute überhaupt nicht mehr.




CORONER - "Last entertainment" (Album: "No More Color", 1989)
Ein völlig untypisches, experimentelles Stück für CORONER-Verhältnisse, aber geil!




MEGADETH - "Holy wars... the punishment due" (Album: "Rust in Peace", 1990)
Eine Offenbarung! Der heilige Gral des Thrash Metals!




OVERKILL - "Elimination" (Album: "The Years of Decay", 1989)
SO muss Thrash Metal gemacht sein! Ich liebe es bis heute, auch wenn damals einige andere am genialen Gesang herumnörgelten.




PANTERA - "Cowboys from hell" (Album: "Cowboys from hell", 1990)
Dieses eine Lied fanden wir damals erfrischend anders und irgendwie geil!




SEPULTURA - "Inner self" (Album: "Beneath the Remains", 1989)
Meine erste Begegnung mit der brasilianischen Thrash-Sensation (Die CD "Beneath the Remains" kaufte ich mir rund drei Wochen später), wenige Monate vor dem Erscheinen von "Arise"!




SLAYER - "War ensemble" (Album: "Seasons in the Abyss", 1990)
Auch die Thrash-Päpste waren mit einem neuen guten Album am Start (das ich zu jenem Zeitpunkt bereits besass)! Der live-artige Anfang täuscht, es handelt sich selbstverständlich um die Studio-Version.




TESTAMENT - "Souls of black" (Album: "Souls of Black", 1990)
Dieses Lied gefiel mir damals überhaupt nicht. Dadurch waren TESTAMENT für mich lange Zeit (ungerechtfertigterweise) unten durch.




Hmm... Möglicherweise dürfte das nun alles aus jener Sendung gewesen sein...

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Graf von Hindenloch » 11.08.2020, 15:51

Direkt aus meinem alten Kassetten-Archiv sozusagen. Das hörte ich bevor ich DM entdeckte (den ich hörte bevor ich BM entdeckte).


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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Der Theurg » 11.08.2020, 16:33

Das waren vermutlich dieselben HEATHEN, die ich am 20. Juni 1991 im Volkshaus als eine von zwei Vorgruppen zu SEPULTURA live erleben durfte.

Gegen Ende des Jahres 1990 geisterten bei uns an der Schule Kassetten von weiteren, noch nicht genannten Thrash Metal-Bands herum, u.a. DEATHROW (Deutschland) oder EXHORDER (USA). Sie haben's leider nicht in den Klassiker-Kanon geschafft.


Und dann gab es ja an den Kiosken noch das Thrash-Magazin, welches vom Metal Hammer herausgebracht wurde und halbjährlich erschien. Im Frühling 1991 handelte es sich (gefühlt) bei der Hälfte der darin besprochenen oder interviewten Bands bereits um Death Metal-Bands. Eine der letzten Ausgaben, die ich jemals davon gesehen habe (ca. Frühling 1992) enthielt bereits das allererste Black Metal-Interview, nämlich mit BEHERIT.

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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Graf von Hindenloch » 11.08.2020, 17:23

Das hier gehört zwar ganz sicher nicht zum Klassiker-Kanon, ist aber mE enorm geil, und wird daher auch immer wieder von mir angeschleppt:


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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Torque » 13.08.2020, 12:07

ich muss gestehen, ich bin besessen von nicht einvernehmlichen schwulem sex.
achja, von den alben, die der theurg aufgelistet hat, habe ich natürlich keins gehört. und das einzig wirklich relevante, was anthrax gemacht haben:


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Re: Thrash Metal: Klassiker-Kanon

Beitrag von Graf von Hindenloch » 13.08.2020, 14:06

Nah dran... aber nicht ganz, Sohn (also, was den schwulen Sex betrifft:Gratulation zu deiner R. Kenntnis):


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