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hört ihr christlichen metal?

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klage
Kardinal
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Beitrag von klage » 11.02.2006, 17:32

@ark : stell dir mal vor ein christ hört metal, nicht um jemanden zu bekehren sondern aus ähnlichen gründen wie du, er fühlt sich hingezogen. was ist dann daran noch falsch ? klar die grösste scheisse ist wenn ein christ jemanden versucht zu bekehren und nur desswegen metal macht.
aber guck dir mal die neue antestor an. "As I die" :

Tod ist mein Ziel,Tod,mach mich frei
In meiner lebendigen Hölle
kann ich nicht länger sein
Bitte bring mich nach Hause
wo ich frei sein kann.

wenn einer solche gefühle hat passen die meiner Meinung genau in den Metal, und wenn er dann noch an einen Gott glaubt dann lass ihm den doch, kann doch jeder glauben was er will. Du glaubst dafür vielleicht, dass dein Velo dir morgen guten Tag sagt.

Und warum hat der Glaube da nichts zu suchen? Bitte, es ist nur ein Glaube, ich begreife euch bis zu dem Punkt Bekehrung, doch danach finde ich es einfach einen Scheiss. Man schliesst doch nicht jemanden aus weil er an irgendwas glaubt. Wenn er dich Tag und nacht bestürmt, begreiff ichs ja noch, aber das macht auch nicht jede christliche Metal-Band. Und zudem hasse ich den begriff "christliche Metalband". Es gibt Metalbands, auch BlackMetal-Bands die haben ihren eigenen Glauben, einige glauben an Geister andere an jesus, na und lasst sie doch wenn sie euch lassen, hört ihre Musik solange sie nicht Halleluja singen und nennt sie nicht christliche Metalbands solange sie nicht mit "Jesus loves you"-shirts auf der Bühne stehen und Jesusfreaks heissen. Ich cheke diese Abneigung nicht

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trollhorna
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Beitrag von trollhorna » 11.02.2006, 17:40

das einzig unsinnig ist christlicher bm der ja "white metal" genannt wird...einfach lächerlich!

ark
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Beitrag von ark » 11.02.2006, 18:28

Tod ist mein Ziel,Tod,mach mich frei
In meiner lebendigen Hölle
kann ich nicht länger sein
Bitte bring mich nach Hause
wo ich frei sein kann.
also, zu wem spricht er wohl ... zu jesus. wohin will er nach hause ... in den himmel. siehst du das nicht? du musst nur zwischen den zeilen lesen.
das einzig unsinnig ist christlicher bm der ja "white metal" genannt wird...einfach lächerlich!
falsch. christlicher black metal (welche schande) wird unblack metal genannt. white metal ist christlicher heavy metal. wenn es schon genug bands gibt dass sie sogar eine stilbezeichnung bekommen ist die infiltration sehr weit fortgeschritten!

christlicher glaube geht gegen die grundsätze des metals! anno 1992 hätten die alle morddrohungen bekommen!

jeder christ wäre zufriedener wenn er wüsste dass die leute die ihn umgeben auch christen wären. so ist es nun mal. die gläubigen der meisten anderen religionen geben sich zufrieden wenn sie selber dran glauben und versuchen nicht andere zu bekehren. wenn jemand ihrer religion beitreten will, ist es seine entscheidnung und er muss auch genügend überzeugung zeigen. christen haben aber mitleid mit ihren mitmenschen und denken dass sie den leuten einen gefallen tun wenn sie sie bekehren. das ist der unterschied. darum sind bekehrende religionen im metal nicht akzeptabel.

BlackFrost
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Beitrag von BlackFrost » 12.02.2006, 12:45

Oh man,was hast du ein Bild von Christen?
Längst nicht alle Christen haben das Ziel alle oder jemanden zu bekehren!

und diejenigen die es machen,sollten vom Metal verbannt werden ;)

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GoatMolestor
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Beitrag von GoatMolestor » 12.02.2006, 13:57

ark hat geschrieben:
HAHAHA! Und Johnny Cash macht keinen Metal, ihr PUSSIES!
ach wirklich? :D

wer hat das denn behauptet?
Damit wollte ich mich von jeglicher "Schuld" absprechen. Ihr PUSSIES! HAHAHA!

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mätel-schorsch
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Beitrag von mätel-schorsch » 14.02.2006, 02:10

Magt ihr SLAYER? der Frontman ist überzeugter Christ, obwohl Lieder wie "God hates us all" unsere Ohren erreichten, ist dieser ehrenwerte alte Mann ein Christ. Und ist Slayer kein "richtiger" Metal. Ich verstehe es ist natürlich keine Christen Band, aber er ist ein Christ und glaubt an den Allerheiligen. Das beweist doch das das Christentum auch im positiven Sinn den Metal hat entstehen lassen.

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Beitrag von Mjölnir » 14.02.2006, 11:50

mätel-schorsch hat geschrieben:Magt ihr SLAYER? der Frontman ist überzeugter Christ, obwohl Lieder wie "God hates us all" unsere Ohren erreichten, ist dieser ehrenwerte alte Mann ein Christ. Und ist Slayer kein "richtiger" Metal. Ich verstehe es ist natürlich keine Christen Band, aber er ist ein Christ und glaubt an den Allerheiligen. Das beweist doch das das Christentum auch im positiven Sinn den Metal hat entstehen lassen.
lies mal das alte testament, dann wirst du erkennen das die aussage "god hates us all" nicht unbedingt im konflikt mit dem christlichen dasein bzw. deren ethik steht. auf jeden fall hat diese aussage überhaupt nichts mit satanismus zu tun, und antichristlich ist es schon gar nicht... ganz nebenbei wurde das lied übrigens von herrn kerry könig geschrieben... ach ja und slayer sei kein richtiger metal? wie würdest du es dann beschreiben? auch ozzy trug immer ein kreutz um den hals...

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Beitrag von mätel-schorsch » 14.02.2006, 23:55

Du hast mich falsch verstanden,ich stehe voll hinter slayer.aber Leute die behaupten Christen hätten im Metal keinen Platz sollten sich doch mal Slayer hören. und ich erwähnte zu keinem Zeitpunkt, dass God hates us all einen Satanistischen Hintergrund haben soll. Nur dass auch Christen Metall machen können. Obwohl christlicher black metal schon schwieriger ist zu praktizieren. Und würdest du als Frontman einen Text singen den du nicht vertrittst?

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Beitrag von Mjölnir » 15.02.2006, 10:27

mätel-schorsch hat geschrieben:...Und würdest du als Frontman einen Text singen den du nicht vertrittst?


mjölnir hat geschrieben:lies mal das alte testament, dann wirst du erkennen das die aussage "god hates us all" nicht unbedingt im konflikt mit dem christlichen dasein bzw. deren ethik steht.
und ausserdem: ich glaube rhapsody & co. glauben ja auch nicht an drachen, dunkle herrscher und einhörner, oder?[/quote]

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Beitrag von GoatMolestor » 15.02.2006, 13:18

immortal-gravedigger hat geschrieben: Tod ist mein Ziel,Tod,mach mich frei
In meiner lebendigen Hölle
kann ich nicht länger sein
Bitte bring mich nach Hause
wo ich frei sein kann.

wenn einer solche gefühle hat passen die meiner Meinung genau in den Metal, und wenn er dann noch an einen Gott glaubt dann lass ihm den doch, kann doch jeder glauben was er will.
Was erzählst du hier eigentlich für einen Bockmist??? Warum soll das in den Metal passen, hä? Das ist gothisches Gejammer, mehr nicht. Und wenn er unbedingt "nach Hause" will, kann ich ihm gerne schnell weiterhelfen :roll:

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Beitrag von mätel-schorsch » 15.02.2006, 14:18

und ausserdem: ich glaube rhapsody & co. glauben ja auch nicht an drachen, dunkle herrscher und einhörner, oder?


wie willst du drachen mit einer Religon vergleich, erwarten wir bald die holy bibel von lord of the rings? Die Religion ist nur eine altmodische Art um Naturgegebenheiten zu erklären und den Menschen eine Sicherheit zu geben und um die Schuld auf eine Höhere Macht abzuschieben.
Aber was das genau mit Rhapsody & co zu tun die ihre Ideen im alten Kulturgut suchen?

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Beitrag von Mjölnir » 17.02.2006, 19:00

mätel-schorsch hat geschrieben:
und ausserdem: ich glaube rhapsody & co. glauben ja auch nicht an drachen, dunkle herrscher und einhörner, oder?


wie willst du drachen mit einer Religon vergleich, erwarten wir bald die holy bibel von lord of the rings? Die Religion ist nur eine altmodische Art um Naturgegebenheiten zu erklären und den Menschen eine Sicherheit zu geben und um die Schuld auf eine Höhere Macht abzuschieben.
Aber was das genau mit Rhapsody & co zu tun die ihre Ideen im alten Kulturgut suchen?
meine güte... ich sage nur dass mindestens 80% der lyrics im metal von der band oder vom sänger persönlich nicht vertreten werden!
religion hin oder her!

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Beitrag von GoatMolestor » 18.02.2006, 19:49

Mjölnir hat geschrieben:
mätel-schorsch hat geschrieben:
und ausserdem: ich glaube rhapsody & co. glauben ja auch nicht an drachen, dunkle herrscher und einhörner, oder?


wie willst du drachen mit einer Religon vergleich, erwarten wir bald die holy bibel von lord of the rings? Die Religion ist nur eine altmodische Art um Naturgegebenheiten zu erklären und den Menschen eine Sicherheit zu geben und um die Schuld auf eine Höhere Macht abzuschieben.
Aber was das genau mit Rhapsody & co zu tun die ihre Ideen im alten Kulturgut suchen?
meine güte... ich sage nur dass mindestens 80% der lyrics im metal von der band oder vom sänger persönlich nicht vertreten werden!
religion hin oder her!
Also ICH darf die texte immer beliebig abändern :D

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Beitrag von vomit » 20.02.2006, 19:38

naja, kann sein dass mir "fischli-metal" eventuell rein musikalisch gefallen würde aber mit den "jesus love you" texten habe ich all zu grosse mühe...

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Beitrag von paul van helvete » 30.03.2006, 14:16

also ich hör becoming the archetype (bekanntlich christlicher death metal) und die haben ganz schön was drauf find ich. bei den texten sickert zwar der glauben durch, aber so extrem find ich das nicht und ausserdem bin ich halbwegs tolerant. jedem das seine, sie machen verdammt geile mucke, aber bin ich dem christlichen metal nicht ganz abgeneigt.

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Oktofalz
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Beitrag von Oktofalz » 30.03.2006, 14:33

also die mortification finde ich nicht übel, mehr kenne ich nicht... es wollten mich schon viele überzeugen, aber sobald das "hey wir sind christen und können auch rocken" zeugs kommt interessierts mich schon gar nicht. sowas währe doch sowieso zweitrangig..

ausserdem gibts da wo ich arbeite genug teeniechristengruppen, und die rocken überhaupt nicht...

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Beitrag von Totgeburt » 30.03.2006, 14:35

kogokg hat geschrieben:also die mortification finde ich nicht übel, mehr kenne ich nicht... es wollten mich schon viele überzeugen, aber sobald das "hey wir sind christen und können auch rocken" zeugs kommt interessierts mich schon gar nicht. sowas währe doch sowieso zweitrangig..

ausserdem gibts da wo ich arbeite genug teeniechristengruppen, und die rocken überhaupt nicht...
Bei Mortification fällt mir immer wieder folgender Spruch des Sängers ein:

"Do you want some metal??? Do you want some Jesus Christ Metal???!!?!!??!!?!?"


:Brutal 4:

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Beitrag von Oktofalz » 30.03.2006, 14:41

Totgeburt hat geschrieben:
kogokg hat geschrieben:also die mortification finde ich nicht übel, mehr kenne ich nicht... es wollten mich schon viele überzeugen, aber sobald das "hey wir sind christen und können auch rocken" zeugs kommt interessierts mich schon gar nicht. sowas währe doch sowieso zweitrangig..

ausserdem gibts da wo ich arbeite genug teeniechristengruppen, und die rocken überhaupt nicht...
Bei Mortification fällt mir immer wieder folgender Spruch des Sängers ein:

"Do you want some metal??? Do you want some Jesus Christ Metal???!!?!!??!!?!?"

hat er das gesagt?

klingt schon etwas idiotisch.. dachte die währen noch etwas neutral. hab sowieso nur 2-3 songs auf samplers und ein video wo si aufnem berg stehen. wobei das drum schon ziemlich mäht. sind ja angeblich erst später zu jesusanbetergeworden, weil er den krebs besiegt hat oder so..
:Brutal 4:

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Beitrag von Totgeburt » 30.03.2006, 14:47

Habs mal auf nem Live-Track gehört. Kenne den restlichen Sound nicht und will es auch nicht.

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turgon
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Beitrag von turgon » 22.04.2009, 11:01

Hier noch was passendes zum Thema :

Häh? Du bist Christ und hörst Metal? Das geht doch gar nicht!“. Sehr oft darf ich mir diesen Satz anhören. Ich glaube zwar nicht, dass jene meist alkoholisierten Menschen, die mir diese Frage auf einschlägigen Konzerten stellen, die folgenden Zeilen lesen werden; für alle anderen folgt nun aber ein knackiger Überblick über die Geschichte des Christlichen Metals.
The Yellow Attack

To Hell With the DevilWährend in den 70ern Rock und Hardrock die Hitparade dominierten, war Anfang der 80er der große kommerzielle Durchbruch des Metals. Christliche Hardrocker gab es vereinzelt, kommerziell erfolgreich war keiner. Die Geschichte des christlichen Metal beginnt jedoch gleich mit einem Paukenschlag: Die 1981 gegründete Band Stryper spielte als einzige christliche Metalband aller Zeiten eine bedeutende Rolle im sekulären Geschäft. Ihr Glam-Metal-Stil, der Verzicht auf brachiale Härte und nicht zuletzt die Verwurzelung in der evangelikalen Szene verschaffte Stryper Gold- und Platin-Status. Aus heutiger Sicht sind Auftreten und Stilistik altbacken bis peinlich – damals war das so Mode. Legendär sind Szenen, in denen Stryper bergeweise Bibeln ins Publikum werfen, umstritten sind ihre radikalen Positionen zum Gebrauch von Schusswaffen und gegenüber Homosexualität. Ihre Musik war und ist jedoch zu 100% einem gelebten christlichen Glauben verschrieben, wenngleich oftmals etwas platt und zwangsoptimistisch. Die Bezeichnung „White Metal“ für Musik im Stil von Stryper wurde erst Jahre später nachträglich erfunden. Stryper hätten anno 1986 damit sicher nichts anfangen können. Dazu musste erst die erste Welle des satanischen „Black Metal“ ausbrechen.
Der australische Untergrund

Während kommerzielle Bands ein Weichspühlprogramm in Sachen musikalischer Härte und Aggression durchzogen, war die Revolution aus dem Untergrund nicht mehr aufzuhalten. Der sekuläre Metal wurde – ausgehend vom Thrash (für ganz Unterinfomierte: to thrash für dreschen, nicht Trash wie Müll) in Amerika – stetig härter und aggressiver. Auch in Australien gab es diese Entwicklung. An vorderster Front spielte dort 1990 eine Band namens „Mortification“ einen neuen Stil des Metals. Steve Rowe war Basser und Sänger, Jason Sherlock der Drummer. Sherlock wird später noch herausragende Bedeutung erlangen. Mortification war zweifelsohne die erste wirklich harte Underground-Band der christlichen Szene. Und nebenbei waren sie auch in Vorreiter in Sachen Death Metal. Ihr Album „Scrolls of the Megilloth“ wurde zum Klassiker.

Später erkrankt Sänger Steve Rowe an Leukämie und schien zeitweise den Kampf verloren zu haben. „Triumph of Mercy“ bezeugt eindrucksvoll seine Heilung.
Brennende Kirchen und mordende Satanisten

Stabkriche Fantoft, nach Brandstiftung vollständig niedergebrannt

Auf der anderen Seite der Erde lief die Metalszene derweil Amok. Eine Gruppe norwegischer Jugendlicher – nichts anderes war dieser legendäre „Inner Cirlce“ – entwickelter eine auf Satanismus, Rassismus und Misanthropie aufbauende Ideologie und verband dies mit einer neuen, äußerst rauen und brachialen Stilistik des Metals. Der „Black Metal“ war geboren. Verbindendes Merkmal aller Bands war ein ausgeprägter Hass auf das Christentum, der sich bis heute in Form absonderlicher Liedtexte auszeichnet. Mitte der 1990er Jahre waren Hasstiraden und lustige Gesichtsbemalung aber nicht genug: Eine Gruppe um Varg (geb. Kristian) Vikernes setzte in Norwegen die letzten verbliebenen Stabkirchen in Brand, darunter die berühmte Stabkirche Fantoft. Der Sänger der Band “Mayhem” mit bezeichnendem Pseudonym “Dead” begeht Selbstmord [Warnung: fotografisch explizite Darstellung], ein Jahr später wird sein Bandkollege “Euronymous” von Vikernes erstochen. Auch in Deutschland schaut es nicht besser aus: Mitglieder der Band Absurd ermorden in Gemeinschaftstat einen «Homosexuellen», den 15jährigen Sandro Beyer.

In diesem ganz und gar antichristlichen Kontext wurde 1994 dezent und unauffällig ein Album veröffentlicht. Die Band nannte sich “Horde”, das Album “Hellig Usvart”. Nuclear Blast, damals noch völliger Underground, brachte die Scheibe auf den Markt. Der Aufschrei in der Szene war recht groß, fühlten sich die satanischen Eliten doch reichlich provoziert: “Hellig Usvart” offenbarte sich als Album mit durch und durch anti-satanischen, christlichen Texten. Mit den Mitteln der Blasphemie, die der Black Metal gegen das Christentum verwandte, wendet sich “Hellig Usvart” nun gegen den Satanismus. Titel wie «Invert The Inverted Cross» oder «Blasphemous Abnomination Of The Satanic Pentagram» invertierten die komplette Ideologie des Black Metal. Die Seitenhiebe auf die satanische Szene waren offensichtlich: „Hellig Usvart“ ist norwegisch für „Heilig Unschwarz“, eine Anspielung auf den „Unholy Black Metal“ von Darkthrone. Das einzige Mitglied der Band nannte sich “Anonymous”, eine direkte Anspielung auf den kurz zuvor erschossenen Euronymous von “Mayhem”. Bis heute halten sich Gerüchte, dass Markus Staiger, Chef von Nuclear Blast, Morddrohungen aus der satanistischen Szene erhalten habe.

Erst Jahre später wurde das Geheimnis um Horde gelüftet: Kein Norweger war der Autor, sondern der Australier Jason Sherlock. Er war einst Schlagzeuger von Mortification und spielt heute bei Paramæcum.

Kurz darauf traten einige Bands Hordes Erbe an. Manche davon sind gut, viele sind grottenschlecht. Besonders in den vom Christentum dominierten Teilen Südamerikas gibt es eine ausgeprägte und vielseitige christliche Black-Metal-Szene, die seit 10 Jahren auf einem recht niedrigen musikalischen Niveau hängen geblieben ist. Eine Vielzahl an Bands publiziert im Stundentakt Alben und MySpace-Seiten. Dieser Teil der Szene wird in Europa nahezu ignoriert.

Großes Ansehen genießen jedoch jene skandinavischen Bands, die ebenso wie die säkulären Kollegen den Black-Metal kreativ ausbauten und in der so genannten „zweiten Welle“ mit atmosphärischen und progressiven Elementen verbanden. Zu nennen sind Antestor, damit verbunden Vaakevandring, Crimson Moonlight, Vardøger und Admonish. Insbesondere Antestor belegt eine Schlüsselposition. Als christliche Doom-Metal-Band ist ihre Geschichte älter als die von Horde. Noch unter dem Namen Crush Evil sagte Euronymous über sie:

"When it comes to bands like Crush Evil, we must take serious action. It`s bad enough to have a couple of society bands, but a CHRISTIAN band is too much. But don’t worry, we have plans. They will not continue for a very long time." Euronymous

Seine Drohungen verliefen im Sande, ein halbes Jahr nach dieser Aussage wurde er von Varg Vikernes erschossen. 2004 spielte sein Bandkollege „Hellhammer“ als Session-Musiker Schlagzeug bei Antestor.

Quellen: Wikipedia; Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus; „Black Metal Primer Redux“, Heaven’s Metal #67 2-3/07

Nachtrag: Erasmus von Son-of-Man-Records führte einst mal ein recht untergrundiges Interview mit Anonymous von Horde. Da SoM derzeit nicht mehr aktiv ist und keine Internetseite mehr betreibt (soweit ich weiß ist der alleinige Labelchef als Soldat im Irak), biete ich ganz frech eine Sicherungskopie des Interviews an. Anonymous äußert sich dort noch über eine weitere Anspielung: Der Produzent mit den Pseudonym «Unblack Mark» ist nicht existent, sondern eine Referenz auf das Label «Black Mark» von Bathory. Damit bekommt auch noch die letzte wichtige Band der Szene eine Anspielung gewidmet. Anonymous behauptet aber immer noch, dass Horde niemals ein Parodie oder gar ein Spaßprojekt war. Horde ist todernster Unblack Metal.

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