Der Grosse Bruder sieht alles! - Schwermetall

Der Grosse Bruder sieht alles!

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jumal
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Der Grosse Bruder sieht alles!

Beitrag von jumal » 03.10.2005, 20:46

Heute bin ich zum ersten mal in diesen aufgerüsteten S-Bahnen gefahren. Neu fahren jetzt ja einige mit Videoüberwachung rum.
Dann hab ich mich einfach mal gefragt: Wieso?
Werden sie dadurch sicherer? Wird der Zug angehalten wenn eine Schlägerei ausbricht oder was?
Es sind zwar abends Zugbeleiter an Bord doch so gross ist der Zug auch nicht, dass man Kameras braucht um das Ganze zu überblicken...

Ich frage mich, ob dies die Zukunft ist. Eine Orwell'sche Welt voll von Überwachungskameras und ohne Privatspähre?

Was meint ihr?

Halunke
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Beitrag von Halunke » 03.10.2005, 20:53

Kameras dienen wohl zum verhindern von sachschäden und zur abschreckung. Wenn diese in öffentlichen gebäuden, verkehrsmitteln stehen stört es mich nicht gross aber wenn sie dann anfangen die strasse usw zu überwachen naja dann...

jumal
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Beitrag von jumal » 03.10.2005, 20:58

Eben ich meine, es hat mich nicht gestört, dass da Kameras waren (ebensowenig stört es mich z.B. in Kaufhäusern, dort ist es ja beinahe schon "normal")
Was ich eben beängstigend/beunruhigend finde ist, ob es irgendwann einfach generell normal ist... Also eben auch auf Strassen etc.
Frei nach dem Motto: "Ach die kleine Kamera stört doch nicht... Und die doch auch nicht... und die... und die... und die... und die..."

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Skadi
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Beitrag von Skadi » 03.10.2005, 21:01

Ich befürchte mehr der "Orwellsche" Gedanke findet Anklang.

Der Staatsfeind Nummer 1

und am Ende steht uns Soylent Green bevor!

Okey ganz so dramatisch wirds wohl in unserem Lebensabschnitt nicht werden. Aber ich denke doch, dass es einer der ersten Schritte der totalen Überwachung ist.

In diese Kategorie kann man auch diesen Wahnsinn mit den Hundechips stellen. Ist es nötig dem Hund einen Mikrochip einzusetzen?
Bald schon laufen die Menschen auch mit solchen herum...


Das bringt mich auf ein Erlebnis mit einer Kundin in der Buchhandlung. Sie wollte ein Buch bestellen, von dem sie sicher war, dass es verboten wurde, weil da Dinge zu diesem Thema drinnen stehen würden.
Sie wollte nicht, dass man das Buch auf ihren Namen bestellt. Wegen der totalen Überwachung über den PC.
Sie hat auch keine Kreditkareten keine Bankkonten. Bestellt nichts.
Hat nciht mal mehr einen PC. Briefe schreibt sie auch nicht mehr.
Sie hatte mal so ein Erlebnis: Ihr Vater habe ihr einen Brief geschrieben, in dem solche Sachen drinnen gestanden haben sollen. Kurz darauf war er verschwunden. Man hat ihn seit da nie mehr wieder gesehen...
Sie hatte regelrechte Panik davor, ihren Namen anzugeben. Hat sie nicht getan...

Einige Dinge, die sie sagte, erschienen plausibel.
Die Chefin meinte allerdings, sie komme wohl von Königsfelden links... (Psychiatrie für Nichtwissende) Sie machte jedoch einen ganz klaren Eindruck. Nicht verrückt...

Halunke
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Beitrag von Halunke » 03.10.2005, 21:09

Skadi hat geschrieben:In diese Kategorie kann man auch diesen Wahnsinn mit den Hundechips stellen. Ist es nötig dem Hund einen Mikrochip einzusetzen?
Bald schon laufen die Menschen auch mit solchen herum...
Gibt es schon für Kinder damit die eltern wissen wo sie rumlaufen

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Beitrag von GoatMolestor » 03.10.2005, 21:48

Falls irgendjemandem was zustößen sollte in einer S-Bahn, weiß man, wen man zur Rechenschaft ziehen muss. Ich halte das für eine sehr gute Idee!

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Bandog
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Beitrag von Bandog » 03.10.2005, 21:52

Der ehemalige Datenschutzbeauftragte der Stadt Zürich, wollte den Überwachungskamerawildwuchs der Privaten eindämmen. Es sei ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, dass Leute von privaten Kameras, die teilweise auf öffentlichen Grund gerichtet seien, aufgenommen würden. Bis dann herauskam, dass der nette Herr auf eine Art und Weise mit Kindern verkehrte, bei der es ihm nicht daran gelegen sein konnte, dass Aufnahmen von ihnen in seiner Begleitung existierten.

In derselben Stadt installierte die Seepolizei eine Überwachungskamera an ihrem Hauptquartier, die sich übers Internet bedienen liess. Die Kamera zeigte auf den anliegenden Strand. Voyeurfotos konnten somit praktischerweise aus dem Internet und mithilfe der Polizei geschossen werden.

Mit anderen Worten: Wer sich fanatisch gegen jede Überwachung wehrt, hat sehr vermutlich etwas zu verbergen. Wer dagegen aber überall Kameras anbringt, fördet den Missbrauch der Daten. Aber in der Zürcher S-Bahn machts für mich Sinn. Zuviel Kriminalität in diesen Zügen.

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nesges
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Beitrag von nesges » 05.10.2005, 13:13

Leviathan666 hat geschrieben:Falls irgendjemandem was zustößen sollte in einer S-Bahn, weiß man, wen man zur Rechenschaft ziehen muss. Ich halte das für eine sehr gute Idee!
Abschreckung funktioniert nicht und über Rache sind wir hinaus. Was hat man also davon?

Insomnivs

Beitrag von Insomnivs » 11.01.2006, 22:21

Was haben wir uns über die ersten Kameras in Regensburg aufgeregt.
Mittlerweile sind sie nicht mehr gekennzeichnet und man stört sich nicht mal dran...

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Christian Hate
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Beitrag von Christian Hate » 11.01.2006, 22:35

Bei uns in Leipzig sind die Straßenbahnen schon einige Jahre mit Kameras ausgestattet. Finde ich ganz gut, da die Bahnen nicht mehr von irgendwelchen Idioten zerstört werden.
Ansonsten sind die großeren Plätze auch schon überwacht. Sind relativ hochauflösende Kameras. Die können die damit noch aus 200m Entfernung in deinen Geldbeutel oder auf dein Handy schauen und alles sehen. Privatssphäre ade

paul van helvete
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Beitrag von paul van helvete » 05.04.2006, 11:43

ich find die vorstellung einer orwell´schen welt auch äußert beunruhigend.
dass ist was, wo ich intensiven widerstand mithilfe von petitionen, diskussionen oder was auch immer auf jeden fall gutheißen kann, ja, es sogar wünschenswert finde.

echt katastrophale vorstellung...

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