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Nihilismus

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Grimmschlag
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Nihilismus

Beitrag von Grimmschlag » 11.11.2004, 17:42

Was ist für euch Nihilismus? Seit ihr ein Nihilist oder halbwegs? Was haltet ihr von Nihilisten?

Nihilismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Begriff Nihilismus (lat.: nihil: "nichts") bezeichnet

a) eine Weltanschauung, die den Glauben an eine vorfindbare Sinnhaftigkeit der Welt aufgrund entgegengesetzter Erfahrungen ablehnt sowie

b) den massivsten denkbaren Vorwurf der Konservativen und Kirchentreuen gegen ihre weltanschaulichen Gegner, in etwa der Inbegriff des "Bösen".

Wobei wohlgemerkt letzteres ein politischer Kampfbegriff ist, historisch nicht ganz selten eine Verleumdung und Beschimpfung der Andersdenkenden, denn eine eingehende, faire Untersuchung wurde "Abtrünnigen" wie Galileo Galilei und "Ketzern" kaum gewährt. Der Begriff wurde insbesondere durch das Werk des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche geprägt. Nietzsche formuliert den Nihilismus insbesondere mit diesen Argumenten:

* Es ist nichts mit der Moral: moralische Werte haben keine unbedingte Geltung, sondern sind nur in einer bestimmten Situation nützlich oder nutzlos.
* Es ist nichts mit der Wahrheit: Unbezweifelbare, objektive und ewige Wahrheiten sind nicht erkennbar. Wahrheit ist stets subjektiv.
* Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurück geworfen.
* Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel.

Einer von Nietzsches Wegen zur Überwindung des Nihilismus ist der Übermensch aus "Also sprach Zarathustra".

Seine Verwendung des Nihilismus-Begriffs wird allerdings oft zu Unrecht in Anspruch genommen. Gerade der heutige Hedonismus der modernen Konsumgesellschaft wird oft damit gleichgesetzt, ist aber etwas wesentlich anderes.

Auch die Bibel bzw. Heilige Schrift enthält ein nihilistisches Werk, in dem alles für nichtig angesehen wird: Das Buch Der Prediger Salomon bzw. Das Buch Kohelet.

Auch der Buddhismus musste sich oft den Vorwurf gefallen lassen, er sei eine nihilistische Lehre. Der religiöse Begriff des Nirwana hat jedoch mit dem philosophischen Nihilismus nichts gemeinsam.

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Beitrag von Kain » 11.11.2004, 22:02

Für mich ist der Nihilismus vor Allem der von dir schon zitierte Punkt Nietzsches, dass es keine Objektive Wahrheit gibt. Und wenn es eine gäbe wäre der Mensch der letzte, der die erfahren könnte.

Mit dieser Theorie kann man wunderbar jegliche Art von philosophischer Diskussion kaputtmachen...

Frei nach Sokrates: Ich glaube zu wissen, dass ich nichts weiß.

Des weiteren Stimme ich dem 1. und dem 4. Punkt Nietzsches ebenfalls zu.
Seine Aussage über Gott kann ich jedoch nicht wirklich nachvollziehen...

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Beitrag von Brunwar » 12.11.2004, 13:30

* Es ist nichts mit der Moral: moralische Werte haben keine unbedingte Geltung, sondern sind nur in einer bestimmten Situation nützlich oder nutzlos.

Ja klar wenn man mal betrachtet in welchem Ausmass sich die Moralvorstellungen der Menschen von Zeitalter zu Zeitalter verändert haben.

Es ist nichts mit der Wahrheit: Unbezweifelbare, objektive und ewige Wahrheiten sind nicht erkennbar. Wahrheit ist stets subjektiv.

Such dir deine eigene Wahrheit.

Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurück geworfen.

"Gott" ist definitiv UNTOT denn er wird nur durch Glauben am "Leben" erhalten.

Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel.

Blödsinn,wir alle sind Teil der Natur und somit der Evolution und der Entropie usw.

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Beitrag von DerBuckligeJaucher » 12.11.2004, 14:26

Nihilismus ist in meinen Augen einfach nur pure Selbstverleugnung !

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Beitrag von Morgenstern » 12.11.2004, 14:42

DerBuckligeJaucher hat geschrieben:Nihilismus ist in meinen Augen einfach nur pure Selbstverleugnung !
Erläuterung!

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Beitrag von DerBuckligeJaucher » 12.11.2004, 14:45

Nihilismus begreife ich persönlich als den "Glauben" an nichts ausser das reale und greifbare.

Wenn es ein Mensch schafft an nichts metaphysisches zu glauben, was nur in der Theorie möglich ist da wir ja alle ein Menschliches Gehirn haben, dann glaubt er folgerichtig auch nicht an sich selbst und seine Innere Kraft, an den Gott in ihm selbst und damit verleugnet er sich effektiv selbst, wie gesagt, ist meine persönliche Meinung und beruht auch meines Wissens nicht auf irgendeinen annerkannten grie. Sandalenträger oder änliches...

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Beitrag von Kain » 12.11.2004, 17:31

Nihilismus begreife ich persönlich als den "Glauben" an nichts ausser das reale und greifbare.
Also das würde ich Materialismus nennen...

Nihilismus verneint meiner Meinung nach eben nicht die existenz eines übernatürlichen Wesens sondern nur dessen absolutheit und erfahrbarkeit.
Und wenn es ein solches Wesen gibt, ist der Mensch aufgrund seiner stark beschränkten und verfälschten Wahrnehmung trotzem nicht in der Lage es auf irgend eine Weise zu erfahren...
Glauben kann man ja, aber man sollte sich dessen bewusst sein, dass das an was man Glaubt ganz bestimmt nicht in der Form existiert. Ausser in den Kopf des gläubigen.

Des weiteren ist der Nihilismus ein Gegensatz zu den eben erwähnten Materialismus, der die Materie als absolut hinstellt, denn er (N.) besagt, dass auch die Wahrnehmung der Materie nur verfälscht ist.
Deshalb sind auch z.B. die Naturwissenschaften subjektiv und somit, genau wie die Moral, nicht allgemeingültig.

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Beitrag von MissDawn » 11.09.2006, 10:25

Nihilismus kann man als die "Die Abwesenheit von Sinn und Ziel" bezeichnen.
Es die Relativität aller ethischen Werte.

Nietzsches Weg zur Überwindung des Nihilismus ist der Übermensch.Da jener fähig ist sich selbst einen Sinn zu geben und sich eigene moralisch ethische Richtlinien aufstellt.

auch sehr interessant :

http://www.gegenwartsphilosophie.de/ess ... ismus.html

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Beitrag von morgaine » 11.09.2006, 12:23

ich würde mich als halben nihilist bezeichnen,da ich die sinnlosigkeit des universums bejahe.aber dass naturwissenschaften subjektiv sind finde ich nicht.Sie sind nur ebenso sinnlos wie der Rest des Universums^^

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Beitrag von Schattengestalt » 12.09.2006, 06:42

morgaine hat geschrieben:... "halben nihilist" ...
Toll...

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Beitrag von fox » 12.09.2006, 07:49

Sofies Welt goes Schwermetall :wink:

Hab's ja früher schon mal geschrieben: Macht immer wieder Spass und ist wirklich erfrischend, was für Themen in dieser Szene diskutiert werden, wo's doch andernorts nur noch um Party und Drogen geht und wirklich faszinierende oder wichtige Dinge in die Vorlesungssäle und Seminarräume der akademischen Elfenbeinburgen verbannt werden.

Weiter so!

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Beitrag von morgaine » 12.09.2006, 12:01

ja,halber nihilist weil ich nicht mit allen Grundsätzen des Nihilismus übereinstimme,wenn auch mit vielen.

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Beitrag von gladhon » 12.09.2006, 14:08

Ich würde sogar soweit gehen zu sagen dass der Nihilist jemand ist der jegliche Art von Glauben ablehnt. Also ein Nihilist in meinem Sinne glaubt lediglich an seine eigene Existenz, alles andere glaubt er nicht.

Ich denke der Nihilismus ist ein notwendiger Übergang zu neuen Werten.

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Beitrag von Schattengestalt » 12.09.2006, 15:55

morgaine hat geschrieben:ja,halber nihilist weil ich nicht mit allen Grundsätzen des Nihilismus übereinstimme,wenn auch mit vielen.
Erstens war meine Bemerkung eine Anspielung auf den wunderschönen, prächtigen Grammatikfehler und zweitens: Ein halber Nihilist? Ein vollständiger Nihilist müsste sich logischerweise selbst vernichten, von daher ist es ziemlich inkonsequent als Lebender von Nihilismus in dieser Weise zu reden und eine halbe Einstellung? Halb Nihilist, halb Kommunist mit sozialdemokratisch-neofaschistischer Gesinnung und übernommenen Ideen der Antike?

Sorry, aber das zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. :wink:

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Beitrag von gelal » 12.09.2006, 18:50

wenn ich ein nihilist wäre dann wäre ich schon tot. denn wenn ich an nichts mehr glauben kann dann auch nicht an mich selbst. dann kann ich mich ja auch gleich umbringen. :Brutal 8:

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Beitrag von Eldain » 19.09.2006, 23:10

Man muss also glauben können, um zu leben?

Insomnivs

Beitrag von Insomnivs » 20.09.2006, 08:59

@ Eldain: Ja, es ist egal an was, aber sonst geht der Antrieb verloren.

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Beitrag von ark » 20.09.2006, 10:01

* Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel.
ich glaube eher an den rückschritt des menschen :evil:

ich finde ein mensch lebt entweder in der realität und glaubt an diese oder er ist ein träumer und glaubt an seine träume. also entweder sieht er den sinn im materiellen oder im geistigen. wer in keine dieser rollen passt und weder an die realität noch an die geistige ebene glaubt hat gar kein platz und sinn auf der erde...

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Beitrag von gelal » 20.09.2006, 10:03

ark hat geschrieben: ich glaube eher an den rückschritt des menschen :evil:
dann glaubst du ja wenigstens an etwas :wink:

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Beitrag von gladhon » 20.09.2006, 10:11

An sich selbst braucht man nicht zu glauben ( an seine Fähigkeiten schon eher), man weiss dass man lebt, man kann auch ohne Antrieb leben.

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