Nihilismus - Seite 2 - Schwermetall

Nihilismus

Emotionen, Geistesblitze und Gedichte, die ihr nicht für euch behalten wollt!

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ark
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Beitrag von ark » 20.09.2006, 10:24

gladhon hat geschrieben:An sich selbst braucht man nicht zu glauben ( an seine Fähigkeiten schon eher), man weiss dass man lebt, man kann auch ohne Antrieb leben.
wenn du alles was dich ausmacht als "fähigkeit" anschaust, dann hast du recht. ist allerdings eine recht armseelige definition.

woher weisst du dass alles was du wahrnimmst nicht eine erscheinung wie bei matrix ist? daher "glaubst" du auch an deine physische existenz, da es in matrix ja bewiesen wird wie leicht man einen menschen täuschen kann.

wissen ist nur eine stärkere form von glauben. wir "wissen" auch nicht ob unsere naturgesetze wirklich stimmen. oder gar unsere "wissenschaft" hat enorm viele lücken und erweist sich recht oft als fehlerhaft!

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Graf von Hindenloch
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Beitrag von Graf von Hindenloch » 20.09.2006, 14:06

Schlage vor, die Nihilisten unter euch sehen sich meinen so recht formidablen Beitrag zum Thema in der redlichen Diskussion über Atheismus und den schwarzen Orden von Luzifer an.

Und an alle, die Glauben als überflüssig betrachten möchte ich noch das Zitat aus dem ansonsten recht doofen BRAVEHEART weitergeben: "Ich möchte fähig sein zu glauben, so wie er!"

gelal
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Beitrag von gelal » 21.09.2006, 10:05

gut gebrüllt löwe :wink:

gladhon
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Beitrag von gladhon » 22.09.2006, 10:09

Was mich ausmacht sind meine Gedanken und eben jene beweisen (nur mir selbst natürlich) dass ich existiere, alles andere ist glaube.



[quote]woher weisst du dass alles was du wahrnimmst nicht eine erscheinung wie bei matrix ist? daher "glaubst" du auch an deine physische existenz, da es in matrix ja bewiesen wird wie leicht man einen menschen täuschen kann. [/quote]
Weiss ich nicht, wahrnehmungen jeglicher Art bedürfen des Glaubens daran.
[quote]
wissen ist nur eine stärkere form von glauben. wir "wissen" auch nicht ob unsere naturgesetze wirklich stimmen. oder gar unsere "wissenschaft" hat enorm viele lücken und erweist sich recht oft als fehlerhaft[/quote]
Der glaube an die Wissenschaft ist ziemlich weit verbreitet, ich denke zu Recht

Den Beitrag werd ich mir ansehen sofern ich ihn sehe

Aphriasis

Re: Nihilismus

Beitrag von Aphriasis » 03.03.2007, 19:41

Grimmschlag hat geschrieben:Was ist für euch Nihilismus? Seit ihr ein Nihilist oder halbwegs? Was haltet ihr von Nihilisten?

Nihilismus
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Begriff Nihilismus (lat.: nihil: "nichts") bezeichnet

a) eine Weltanschauung, die den Glauben an eine vorfindbare Sinnhaftigkeit der Welt aufgrund entgegengesetzter Erfahrungen ablehnt sowie

b) den massivsten denkbaren Vorwurf der Konservativen und Kirchentreuen gegen ihre weltanschaulichen Gegner, in etwa der Inbegriff des "Bösen".

Wobei wohlgemerkt letzteres ein politischer Kampfbegriff ist, historisch nicht ganz selten eine Verleumdung und Beschimpfung der Andersdenkenden, denn eine eingehende, faire Untersuchung wurde "Abtrünnigen" wie Galileo Galilei und "Ketzern" kaum gewährt. Der Begriff wurde insbesondere durch das Werk des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche geprägt. Nietzsche formuliert den Nihilismus insbesondere mit diesen Argumenten:

* Es ist nichts mit der Moral: moralische Werte haben keine unbedingte Geltung, sondern sind nur in einer bestimmten Situation nützlich oder nutzlos.
* Es ist nichts mit der Wahrheit: Unbezweifelbare, objektive und ewige Wahrheiten sind nicht erkennbar. Wahrheit ist stets subjektiv.
* Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurück geworfen.
* Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel.

Einer von Nietzsches Wegen zur Überwindung des Nihilismus ist der Übermensch aus "Also sprach Zarathustra".

Seine Verwendung des Nihilismus-Begriffs wird allerdings oft zu Unrecht in Anspruch genommen. Gerade der heutige Hedonismus der modernen Konsumgesellschaft wird oft damit gleichgesetzt, ist aber etwas wesentlich anderes.

Auch die Bibel bzw. Heilige Schrift enthält ein nihilistisches Werk, in dem alles für nichtig angesehen wird: Das Buch Der Prediger Salomon bzw. Das Buch Kohelet.

Auch der Buddhismus musste sich oft den Vorwurf gefallen lassen, er sei eine nihilistische Lehre. Der religiöse Begriff des Nirwana hat jedoch mit dem philosophischen Nihilismus nichts gemeinsam.
nicht viel.:
a) Rein logisch: wenn laut dem Nihilismus nichts wahr ist, ist auch er selbst unwahr. --> Es ist also etwas wahr.
b) Politisch/soziologisch:
- da Moral verneint/nur zu einem Mindestmaß akzeptiert wird und Nihilismus meist aus Hass, Wut, Enttäuschung usw. (also aus sehr negativen, destruktiven und irrationalen Emotionen) entsteht, weicht er die Gesellschaftsmoral/-struktur auf à er ist politisch sinnlos, da er sich negativ auf den Staat auswirkt.
- Egoismus und Morallosigkeit zeichnen eher einen Diktator als einen Demokraten aus. à Auch wenn von Nietzsche nicht zwangsläufig so gedacht, liegen politische Extreme und gefährliche Ideologien nahe.

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Beitrag von Zarathustra. » 20.05.2007, 13:09

Brunwar hat geschrieben:*
"Gott" ist definitiv UNTOT denn er wird nur durch Glauben am "Leben" erhalten.
In der Metapher stimmt das. Aber das tolle daran ist, er stirbt immer weiter.

zum Thema: s.u.
Zuletzt geändert von Zarathustra. am 25.06.2007, 09:18, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Nihilismus

Beitrag von Zarathustra. » 25.06.2007, 09:16

Ich profiliere mich jetzt und gebe meinen Senf ab.
Nietzsche hat geschrieben:Es ist nichts mit der Moral: moralische Werte haben keine unbedingte Geltung, sondern sind nur in einer bestimmten Situation nützlich oder nutzlos.
Ja, z.B. "Du sollst nicht stehlen" gilt nicht, wenn man selbst arm ist und anders nicht überleben könnte. Wird man allerdinngs selbst bestohlen, ist nicht mit Toleranz zu rechnen?

Nietzsche hat geschrieben:Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurück geworfen.
Metaphorisch vom Himmel "auf sich selbst [seinen Körper] zurückgeworfen". Das ist vermutlich das, was Nietzsche in der Zeit, in der er die obigen Zeilen verfasst hat, gefühlt hat. Ein Christ würde sagen: "Von Gott verlassen", was laut Nietzsche alle Menschen sind. Heißt, alle Menschen sind nur ihre Körper, ihr Fleisch und ihr Hirn.
Meiner Meinung nach eine viel bessere Motivation, um sich sozial und politisch zu engagieren. Und das ist das, was Nietzsche als den Übermenschen beschreibt.
Die Leere des Nihilismus wird überwunden.

Nietzsche hat geschrieben:Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel.
Denkt mal darüber nach, was die Menschen in 1000 Jahren (gehen wir hier mal davon aus, dass es sie dann noch gibt) über uns sagen würden. Technik-Zeitalter, komische Pc-Teile, wo man vorhockt und rumtippt, für die alles total überholt. Und 1000 Jahre später wird dasselbe über die gedacht.
Es ging immer so und es wird immer so weiter gehen. Das betrifft nicht nur die Menschen, sondern alles. Trotzdem müssen wir einfach weiter machen, selbst wenn wir kein Ziel haben. Man ist ja schon genug damit geschäftigt, den momenanen Zustand zu verbessern, da sollte es eigentlich nicht so leicht fallen, sich aufzuraffen.

http://andreoli.altervista.org/gall_cg2 ... tzsche.jpg

:!:

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Beitrag von feldschlösschen » 27.06.2007, 16:37

morgaine hat geschrieben:ich würde mich als halben nihilist bezeichnen,da ich die sinnlosigkeit des universums bejahe.aber dass naturwissenschaften subjektiv sind finde ich nicht.Sie sind nur ebenso sinnlos wie der Rest des Universums^^

Klar, "halber Nihilist" klingt schon ziemlich scheisse. Ich selbst würde mich weder als halben noch als ganzen Nihilisten bezeichnen, doch stimme ich mit oben genannter Meinung überein.

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Beitrag von misanthropic_slayer » 08.11.2007, 13:19

also ich kann da nur sagen, dass ich ein nietzsche anhänger bin. einer der wirklich wenigen menschen die ich achte.

DarkDrow

Beitrag von DarkDrow » 08.11.2007, 18:02

Wer übernimmt den Eintrag in den Witze-Faden?

Eines vorweg:
ramsteinj@msn. com

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 08.11.2007, 18:23

(röhrt) Nietzsche und "Anhänger"... wie passt das bitte zusammen...?

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Beitrag von Ragnar » 09.11.2007, 11:18

misanthropic_slayer wird nicht lange überleben in diesem forum.

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Beitrag von marinetti » 09.11.2007, 11:39

Nietzsche Anhänger. Also so n Bild von Nietzsche um den Hals oder als Schlüsselanhänger?
Du siehst also Ricardo. Dat passt :-)

Wer von den hier schreibenden hat nicht selbst schonmal Nietzsche gelesen und dann gemerkt das es noch viel mehr tollere Philosophen gegeben hat.
Aber Grundsätzlich um bestehende, bürgerliche Werte und Ansichten ab zu streifen ist Nietzsche ganz gut.

Leute die Sachen schreiben wie: "wenn ich Nihilist wäre dann wär ich Tot" haben das Prinzip des Nihilismus sowieso nicht verstanden und befinden sich noch auf einer sehr ausgeprägten bürgerlichen Schine. Zu viel Logik und Vernunft und zu wenig Vorstellungskraft!

Übrigens, zwei Gegensätze zu vereien geht wunderbar. Ich könnte z.B. sagen Traditionalismus und Futurismus lassen sich wunderbar vereinigen wenn z.B. der Nihilismus die Brücke dazwischen ist.

Oder wie Walter Flex meinte als an der Front von einem Kameraden gefrag wurde warum er folgende 3 Bücher mit sich trage:
- Das neue Testament
- Nietzsches Zarathustra
- Göthe - Gedichtband
Er antwortete das jedes dieser Bücher zwar gegensätzlich erscheinen aber jedes sich selbst behaupten könne. Nietzsches Philosophie, das Neue Testament als Glaube und die Poesie von Göthe als Brücke dazwischen die daraus ein spannendes Ganzes macht.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 09.11.2007, 19:27

(gähnt)

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Beitrag von Lundamyrstrollet » 09.11.2007, 23:09

(stopft Ricardo Clement rektalen Ausschuss in sein weitgeöffnetes Mundwerk)

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Hécatombe
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Beitrag von Hécatombe » 10.11.2007, 00:16

Ricardo Clement hat geschrieben:(gähnt)
*Ist ansteckend*

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Beitrag von great_maex » 10.11.2007, 12:44

marinetti hat geschrieben:Nietzsche Anhänger. Also so n Bild von Nietzsche um den Hals oder als Schlüsselanhänger?
Du siehst also Ricardo. Dat passt :-)
Deine Anbiederungsversuche an den alten Mann werden immer ekelhafter.

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Beitrag von Ge » 10.11.2007, 16:40

Ricardo Clement hat geschrieben:(gähnt)
*macht mit*

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Beitrag von Ragnar » 11.11.2007, 23:01

also ich fand das lustig. zum thema werde ich nochmals erwähnen, dass ohnehin kaum wer alles versteht, was er liest. sei das nun nietzsche, evola, marinetti oder marx. im endeffekt konnte nur der autor wissen, was er genau damit meinte.

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Beitrag von Tuhka » 12.11.2007, 00:14

Ich behaupte immer noch das es Menschen gibt die es besser wissen als der Autor... :o

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