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Rassismus und Black Metal

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Totgeburt
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Beitrag von Totgeburt » 27.06.2008, 08:44

Stimmt. Und Yoda-Imitationen.

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Beitrag von marinetti » 27.06.2008, 08:50

Tarias: Mit Ihnen hab ich gar nicht gesprochen aber interessant, dass Sie sich angesprochen fühlen...

Mr. X

Beitrag von Mr. X » 27.06.2008, 08:52

Meintest du etwa mich?

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Beitrag von marinetti » 27.06.2008, 08:56

NEIN!

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Beitrag von Hagel » 27.06.2008, 08:57

Oder etwa mich?

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Beitrag von marinetti » 27.06.2008, 08:59

Jetzt reichts aber meine Herren!

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Beitrag von Hagel » 27.06.2008, 09:01

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Beitrag von marinetti » 27.06.2008, 09:03

Wiedermal ein Bild welches hier im Büro im Filter hängen geblieben ist. Bitte um Kurzbeschreibung für Blinde...

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Beitrag von turgon » 22.04.2009, 10:57

Hier eine Meinung von aussenstehende Leuts aus dem "ärger=frieden" Sektor, schon etwas älter aber lustig zu lesen.


Am 18. Dezember fand mit einem Konzert in der Musikkneipe/ „Beinhart“ in Reiskirchen-Lindenstruth ein musikalisches Highlight der lokalen Black Metal- Szene an, auf dem neben drei Metal- Bands aus Niedersachsen und dem Saarland auch die lokalen Szenehelden „Irmingot“ zu den Instrumenten greifen wollen. ihrer rechten Exponenten zu werfen. Am Donnerstag den 17. März findet nun eine Neuauflage des Dezember- Konzerts statt bei dem wieder Irmingot eine Hauptrolle übernehmen sollen. Ankündigungen in einschlägigen Internetforen lassen die überregionale Bedeutung dieses Events erahnen. Ein Grund mehr für uns wieder einmal einen genaueren Blick auf die lokale Metal- Szene sowie auf das Treiben ihrer Protagonisten zu werfen.



Zum besseren Verständnis wird im folgenden Text zunächst die Entwicklung des Black Metal von seinen Anfängen in den Achtzigern über sein Revival in den neunziger Jahren bis hin zur Entstehung des sogenannten „N(ational) S(ocialist) Black Metal“ nachgezeichnet, um die lokale Entwicklung besser in den Gesamtkontext einordnen zu können. Im Anschluss möchten wir die vielschichtigen Verbindungen der hiesigen (Black) Metal- Szene zur NS- Black Metal- Szene als auch zur organisierten Rechten aufzeigen.



Dabei geht es uns nicht darum die mittelhessische Metal- Szene pauschal als faschistisch abzustempeln. Vielmehr soll dieser Text zur Sensibilisierung gegenüber rechtem Gedankengut beitragen und eine inhaltliche Auseinandersetzung fördern.



„In the sign of evil“



Black Metal entstand Anfang der achtziger Jahre als eine Spielart des Heavy Metal. Die führenden Bands der ersten Stunde rekrutierten sich aus den Mitgliedern der britischen Band „Venom“ und „Bathory“ aus Schweden. Spielten jene Gruppen noch ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit satanistischer und germanisch- heidnischer Ästhetik so sollte das sich mit der Renaissance der Bewegung zu Beginn der neunziger Jahre schlagartig ändern. Das Zentrum der zweiten Black Metal - Welle war Norwegen.



Um die bis heute aktive Band „Mayhem“ und der mit ihr eng verbundene sogenannte „Black Circle“ entwickelte sich eine Szene, die „angetrieben von der Suche nach musikalischen Extremen und der Faszination an einem satanistischen bzw. „evil“ („bösen“) Image“ durch die Brandstiftung von Kirchen, Vergewaltigung und Mord traurige Berühmtheit erlangen sollte.



Zum engeren Kreis um den „Black Circle“ gehörte auch Christian „Varg“ Vikernes alias „Count Grishnackh“ alleiniges Mitglied der heutigen NS – Black Metal- Kultband „Burzum“. Vikernes wurde 1994 als Hauptangeklagter in einer Reihe gerichtlicher Prozesse gegen die norwegische Black Metal- Szene wegen der Brandstiftung an drei Kirchen und dem brutalen Mord an der führenden Szenegröße und „Mayhem“- Frontmann Oystein „Euronymus“ Aarseth zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis entwickelte sich Vikernes´ diffuses Weltbild aus satanistischen, irgendwie „evil“ und nordischen Versatzstücken zu einem gefestigten neonazistischen Weltbild. Mit der Unterstützung von neonazistischen Organisationen gründete der „Burzum“- Frontmann die „Norwegian Heathen Front“ („Norwegische Heidnische Front“), später „Allgemanisch Heidnische Front“, die mittlerweile über Sektionen in ganz Europa und Nordamerika verfügt. Im Zuge dieser Entwicklung entstand der Begriff des NS (National-Socialist)- Black Metal.



Heidentum und Faschismus



Ideologische verbindende Elemente zwischen Black Metal und Neonazismus bestehen in der Ablehnung des Christentums, dass bei den Akteuren des NS- Black Metal oft auch als „judeo-christlich“ bezeichnet wird. Demnach wird das Christentum zur Marionette einer imaginierten jüdischen Weltverschwörung erklärt. „Es handelt sich hierbei um eine antisemitische Weltverschwörung, wie sie bereits im Dritten Reich propagiert wurde. “. Im Gegensatz zu anderen neonazistischen Gruppen wird der Holocaust nicht geleugnet, sondern als „notwendiger Schicksalskampf des arischen Volkes“ gegen die Juden gerechtfertigt. Aus der Ablehnung des Christentums resultiert ebenfalls die Negation aller demokratischen und humanistischen Werte, die für die NSBM´ler sowie auch für die extreme Rechte im Allgemeinen ein Produkt der säkularisierten Form der christlichen Nächstenliebe, der Aufklärung, darstellen. Somit gilt die Aufklärung in rechtsextremen Kreisen als das Grundübel der heutigen modernen Gesellschaften. Als Gegenpunkt wird dem christlich- monotheistischen Glauben die heidnisch- germanische Götterwelt „als religiöses Ersatzsystem“ gegenübergestellt, in der vermeintliche natürliche Ausleseprinzipien z. B. das „Überleben des Stärkeren“ propagiert werden. Die christliche „Nächstenliebe“ bzw. deren säkularisierte Form -das universelle Recht der Gleichheit aller Menschen- wird von ihnen als Symbol der Schwäche abgelehnt.



„Ayran race wake up! The new era of paganism and darkness is coming. Graveland will show you the way. Start Holocaust again, kill jews and christians...“ Statements, wie jenes von Rob Darken, Sänger der polnischen NSBM- Band „Graveland“ sind in dieser Szene keine Seltenheit, sondern vielmehr die Regel.



Als deutsches Pendant zu „Burzum“ gilt die Band „Absurd“ aus dem thüringischen Sondershausen. Großes mediales Aufsehen erregte die Band 1993 durch den sogenannten „Satansmord von Sonderhausen“ bei dem die Mitglieder von Absurd einen Mitschüler erdrosselten. Ähnlich Varg Vikernes´ mutierte „Absurd“-Chef Hendrik Möbus während seiner Haftzeit zum bekennenden Neonazi. Seine Aussage zum Mord an seinem Mitschüler im Szene Almanach 1998 veranschaulicht, das von ihm vertretene extrem rechte und menschenfeindliche Weltbild sehr deutlich: „Nun am 29.4.93 entschlossen wir uns, dem Leben eines lebensunwerten Geschöpfes ein Ende zu setzen. So ist es geschehen“.



Nach Verbüßung einer sechsjährigen Jugendstrafe wurde Möbus auf Bewährung entlassen, kam aber sogleich wieder durch das Tragen von verfassungsfeindlichen Symbolen mit dem Gesetz in Konflikt. Der drohenden Verhaftung entzog er sich durch Flucht in die USA, wo er Unterschlupf bei William Pearce, dem Führer der neonazistischen „National Alliance“ und Inhaber des Rechts-Rock- Labels „Resistance- Records“ fand. Nach dem sein Gesuch auf politisches Asyl abgelehnt wurde, nahmen die US- Behörden Möbus fest und schoben ihn im Sommer 2001 nach Deutschland ab.



In den letzten Jahren verzeichnete sowohl die Black Metal Szene im Allgemeinen als auch die NSBM- Szene im Speziellen einen Boom. Die Kommerzialisierung des Musikstils Black Metal setzte einen Entradikalisierungsprozess in Gang, so dass der ursprünglich ausschließlich für einen kleinen elitären Kreis konzipierte Musikstil, auch für ein breiteres (Mainstream-) Publikum rezipierbar wurde. Beste Beispiele diese Entwicklung sind die norwegische Band „Dimmu Borgir“ oder aber auch „Cradle of Filth“ aus Großbritanien, die mit einer „soften“ Variante dieses extremen Musikstils sogar kommerzielle Erfolge feiern konnten. Ebenfalls brachen die Grenzen zu anderen Subkulturen auf. Black MetalerInnen sind inzwischen unter anderem zum einem festen Bestandteil auf Tanzabenden der Dark Wave/ Gothic- Szene geworden.



Die andere Szenefraktion- bezeichnen wir ihn als kommerziell nicht erfolgreichen Part- pflegt weiterhin eine elitären Gestus im Sinne des „Black Circle“ oder der norwegischen Black Metal- Szene zu Beginn der Neunziger. Aus der elitären Haltung entwickelte sich auch die Ablehnung von jeglichem kommerziellen Erfolg. Dieser Fraktion ist auch die NSBM- Szene zuzurechnen, die in Deutschland, wie bereits erwähnt um die Band „Absurd“ und deren Label „Darker Than Black“ entstand und in den letzten Jahren immer stärker in die Erlebniswelt der organisierten Rechtesextremismus integriert wurde. Die Übergänge sind dabei fließend, wie das oben geschilderte Untertauchen von Hendrik Möbus gezeigt haben dürfte. Aber auch die Übergänge zwischen der vermeintlich unpolitischen Black Metal- Szene und dem NS- Black Metal sind fließend- wie die nun folgende Betrachtung der lokalen Szene zeigen wird:



In den vergangenen Jahren propagierten Angehörige der lokalen (Black-) Metal- Szene auf Konzerten, bei Discobesuchen und in Interviews immer wieder ihre, mal diffuse, mal gefestigte rechte Gesinnung. Im Rahmen von zwei Metal- Konzerten der „Kulturinitiative Metalhessen“ (KIM) im Jahr 2002 zeigten mehrere Konzertbesucher den „Hitler- Gruߓ, verteilten Flyer für einen „Rudolf- Hess- Gedenkmarsch und übten sich im Singen des „Horst-Wessel-Lieds“, „dass im Nationalsozialismus als zweite Nationalhymne galt.“



Auf den genannten Konzerten wurde Merchandise (T- Shirts, Tonträger etc.) von expliziten NSBM- Bands wie beispielsweise „Burzum“ verkauft. In den letzten Wochen kam es bei einem Metal- Konzert im Giessener Kulturzentrum „Jokus“ nach Aussagen einer Konzertbesucherin nach Beendigung des musikalischen Rahmenprogramms zu verbalen Auseinandersetzung zwischen NSBMlern um die Band „Irmingot“ und einem farbigen Crew- Mitglied der Band „Dismember“ aus Schweden, das mit rassistischen Parolen beschimpft wurde.



Nun könnte der/die außenstehende BetrachterIn womöglich meinen hier handle es sich sicher nur um pubertierende Pickelgesichter, die mit schauriger Kriegsbemalung, umgedrehten Kreuzen und rechten Parolen ihre im örtlichen Kirchenchor aktiven Eltern erschrecken wollen. Betrachtet man die Protagonisten der Szene allerdings näher, stellt man fest, dass dort nicht irgendwelche jugendlichen Spinner am Werk sind, sondern erwachsene Menschen, die offensichtlich keine Abgrenzungsschwierigkeiten, sowohl gegenüber rechtem Gedankengut als auch dem organisierten Neonazismus haben.



Von Wotan, Warfront, Irmingot und Teufel



Die Protagonisten der mittelhessischen Black Szene rekrutieren sich aus den Mitgliedern der Wetzlarer Band „Irmingot“. Die Formation um Adrian „Astanoth“ Marquardt (Niederwetz) und Thomas Hochmuth (Aßlar-Werdorf) wurde 1998 unter dem Namen „Waldschrat“ gegründet. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden diverse Tapes und Singles, teilweise in Co- Produktion mir anderen Bands, veröffentlicht. So sind die Wetzlarer Black Metaler unter anderem auf einem Sampler mit dem Namen „Support The Underground“ vertreten auf dem sie das Lied „War“ der NSBM- Kultband „Burzum“ zum Besten geben. In Texten und Interviews propagiert die Band immer wieder den Kampf gegen das vermeintliche Grundübel der Menschheit, das Christentum. In dieser Auseinandersetzung geben „Irmingot“ wohl den Grundtenor der hiesigen Black Metal- Szene wieder.



Als Ausdruck ihres elitären Gestus könnte man die vor einiger Zeit entstandene „Black Metal Bruderschaft Hessen“ bewerten, der neben „Irmingot“ noch weitere Bands des Genres angehören. Nach Aussagen „Astanoths“ im Fanzine, „Blutvergießen“ einem Heft, das eindeutig der NSBM- Szene zuzuordnen ist , besteht der Zweck dieser Vereinigung „in einem Zusammenschluß von Bands und Leuten in Hessen, das gleiche denken und sich gegenseitig unterstützen. In unserer Gegend gibt eine Menge von Pseudo Black Metaler...und so eine Bruderschaft auch eine Abgrenzung von diesen Personen.“



Wie das „Blutvergießen“- Interview zeigt, hat die Gruppe um Frontmann „Astanoth“ offensichtlich keine Berührungsängste mit der NSBM- Szene. Auch schrecken Marquardt und Co. nicht davor zurück mit Bands aus dem rechten Spektrum auf einer Bühne zu stehen.



Im August/September 2001 war ein Auftritt auf dem „Berzerk Festival“ im sächsischen Pirna geplant bei dem neben „Irmingot“ auch die NSBM- Bands „Magog“ und „Totenburg“ ihren Beitrag zum musikalischen Rahmenprogramm leisten wollten. Beide Bands stellen feste Größen der NSBM- Szene dar. Bei „Magog“ existieren zudem personelle Überschneidungen zur militanten Kameradschaftszene der mittlerweile verbotenen Organisation „Skinheads Sächsische Schweiz“ und zur Rechts- Rock- Band „14 Nothelfer“. Aufgrund der Verbindungen zur organisierten Rechten wurde das Konzert von den örtlichen Behörden verboten.



Die regionale Szene hat offenbar keine Probleme mit den Ausflügen „Irmingots“ in die NS- Szene. Diese toleriert die Rechtslastigkeit nicht nur. Nein. Die Wetzlarer Schwarz Metaller sind ein fester Bestandteil der lokalen Metal- Szene. So traten sie in den vergangenen Jahren immer wieder auf Metal- Konzerten im Raum Giessen/Wetzlar auf, wie beispielsweise am 18. Oktober 2002 in der Disco „Einhaus“ bei Aßlar- Werdorf. Obendrein bedient ein Mitglied der Band unter dem Pseudonym DJ „Absu“ in regelmäßigen Abständen dort die Plattenteller. Das „Einhaus“- Konzert entpuppte sich als großes Szeneevent mit regionalem Charakter auf dem sich Metaler aus dem Raum Giessen, Marburg, Wetterau und Siegen ein Stelldichein gaben. Das Treiben ihrer Kunden scheint die Betreiber der Lokalität indes nicht zu stören solange die Kasse wohl stimmt.



Im Juli vergangenen Jahres gaben „Irmingot“ neben Auftritten in der Schweiz und Frankreich einige Lieder auf dem Jahresfest des Heavy Metal Fan Club „Hellspawn“ in Laufdorf zum Besten. Auch die anwesenden Gäste störte das rechte Treiben der Band wenig sei es aus Unkenntnis oder aber auch dem in der Metal- Szene vorherrschenden allgemeinen politischen Desinteresse. Möglicherweise begründet sich die Akzeptanz der Band durch die BesucherInnen aber auch in der gemeinsamen politischen Rechtslastigkeit. Auf denen im Verlauf der mehrtägige Feier geknipsten Fotos sind mehrere Personen zu erkennen, die explizit faschistische Symbole an ihren Kutten zur Schau stellen. So zeigt eine Fotografie auf der „Hellspawn“- Homepage unter anderen einen Besucher mit dem Symbol der „Schwarzen Sonne“ in Form eines Aufnähers. Nach Informationen der Broschüre „Versteckspiel- Lifestyle, Symbole und Codes von neonazistischen und extrem rechten Gruppen“ symbolisiert die „Schwarze Sonne“ eine „Verbundenheit mit der eigenen Art und mit den arteigenen Wertvorstellungen“ Desweitern symbolisiert die „Schwarze Sonne“ einen „mythischen“ Germanenkult in dem sich SS als „rassische Elite der NS- Bewegung“ betrachtet und existiert in der Form eines Bodenmosaiks in der „SS- Ordensburg“ Wewelsburg bei Paderborn.

In Kooperation mit dem Inhaber des Metal- Ladens „Silvergate“ in Gladenbach- Weidenhausen, Alexander Müller, organisierten „Irmingot“ im Sommer vergangenen Jahres ebenfalls eine mehrtägige Party mit Livemusik in einem Steinbruch bei Schöffengrund- Niederquembach. Der mittlerweile ins österreichische Graz abgewanderte Alexander Müller ist kein Unbekannter in der lokalen Szene. In seinem mittlerweile geschlossenen Laden in Weidenhausen bot er neben diversem Silberschmuck, Tonträger und weiteres Merchandise aus dem Spektrum des NSBM an. Er pflegt jedoch noch immer Kontakt zur hiesigen Szene und eröffnete just einen Shop in seiner neuen Heimat.



„Irmingot“ beteuern in Interviews immer wieder sie seien keine rechte Band. Doch wie passen da die obengenannten Kontakte zum extrem rechten Teil der Black Metal- Szene ins Bild. Immer wieder wird speziell der angehende Sozialarbeiter „Astanoth“ beim Hitler- Gruß zeigen und beim Verteilen von Flyern für „Rudolf- Heß Gedenkmärsche“ beobachtet. In einem Interview des Black Metal Fanzines „Misantrophic“ soll der Frontmann sich sogar zu den sogenannten „14 words“ des Neonazi- Terroristen David Lane bekannt haben. Zudem betrieb der Sänger ebenfalls Ende der neunziger Jahre ein Fanzine mit dem Namen „Gejjon“ an das mit „Vargulf Prod.“ ein eigener Vertrieb angeschlossen war.



Aufgrund ihrer Statements, ihres Auftretens und der bestehenden Kontakte zur NSBM- Szene können „Irmingot“ wohl eindeutig als rechte Band bezeichnet werden.



Mitverantwortlich für die Tonträger- und Merchandise- Versorgung der mittelhessischen (Black) Metal Szene zeichnet sich das Label „Undercover- Records“ von Andreas Tiebel mit Sitz in Leun (Lahn- Dill- Kreis). Neben dem Vertrieb von CD´s, LP´s und Tapes sowie Shirts aus dem Bereich des Death-, NS-Black-( u.a. „Burzum“ und „Graveland“) und Thrash Metal veröffentlicht er ebenfalls Tonträger diverser Bands. Für Aufsehen sorgte die Veröffentlichung des Albums „Planet ZOG“ der französischen NS- Black Metal Band „Ad Hominem“. (ZOG ist eine Abkürzung für „Zionistic Occupied Government“; zu dt. Zionistische Besatzungsregierung; in dieser von neonazistischen Rechten gebräuchlicher Code eine halluzinierte jüdische Weltverschwörung und eines hasserfüllten Antisemitismus)



Auch bei Andreas Tiebel und Undercover Rec. stellen sich die Übergänge zwischen vermeintlich unpolitischer und explizit rechter (Black-) Metal Szene als fließend dar. So sind der Leuner und seine Crew in den vergangenen Jahren immer wieder bundesweit auf Open- Air- Festivals mit mehreren tausend BesucherInnen anzutreffen, um an einem Verkaufsstand seinen Kram unters Metal- Volk zu bringen. Dabei bedient der Labelmacher die komplette Bandbreite des Black Metal. Zu seinem Warenangebot gehört unter anderem ein Shirt von „Burzum“ „auf dessen Frontseite eine Odalsrune und der SS- Totenkopf gedruckt ist“.



Ebenso wie „Irmingot“ scheint Tiebel fest in die lokale Szene integriert zu sein. Auch bei ihm wird die Veröffentlichung von extrem rechten Bands scheinbar ohne Widerspruch toleriert.



Als Veranstalter der Konzerte in Reiskirchen- Lindenstruth am 18. Dezember 2004 und am 17. März 2005 trat und tritt der Betreiber des Labels „Warfront Productions“ auf, der eindeutig der NS- Black Metal- Szene zuzuordnen ist. Seit Mitte letzten Jahres betreibt Jens Schomber aus Reiskirchen bei Giessen das Label und den Vetrieb „Warfront Productions“ sowie ein Aufnahme- Studio, in dem u.a. das Demo von „Hati“, einem Sideproject der lokalen Szenehelden „Irmingot“ produziert wurde. Über die Homepage des Labels vertreibt Schomber fast ausschließlich Tonträger und Merchandise von NSBM- Bands aber auch. Diese tragen so illustre Namen wie „Ayran Blood“, „Ad Hominem“ oder die schon bereits erwähnten „Totenburg“. Neben den oben genannten Artikeln gehören aber auch „Reichskriegs- und „Schwarze Sonne“ – Fahnen zu seinem Verkaufsrepertoire.



Der Labelname wird auf der dazugehörigen Homepage ästhetisch durch Bilder aus beiden Weltkriegen sowie Lebens- und Totenrune und einer überdimensionierten „Schwarzen Sonne“ (siehe oben) untermauert. „Runen sind germanische Zeichen ...Heute werden zumeist Deutungen aus der Zeit der Jahundertwende (18./ 19. Jahrhundert ohne historischen Bezug und mit völkischer Interpretation verwendet.... Die Lebensrune ist ein universelles Symbol der völkischen Bewegung, das die „lebendigen Kräfte des Volkes“ ausdrückt....“



Von der Homepage des Reiskirchner NS- Black Metalers bestehen Links zu eindeutig rechtsextremen Seiten wie dem Fanzine „Der Förderturm“, einem Projekt aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“. Diese verfolgen mit ihrem Magazin das Ziel eine Schnittstelle zwischen allen extrem rechten Subkulturen von Rechts- Rock über die rechte Dark Wave- Szene bis hin zum NS- Black Metal herzustellen. Auf der genannten Seite wurde unter anderem zur Demonstration des neonazistischen „Aktionsbündnis Mittelhessen“ in Gladenbach am 17. Juli diesen Jahres aufgerufen. Ein weiterer Link führt auf die Internetpräsenz von „footballfans- hessen.de“ auf „dieser der gemeine Neonazi alles findet- von Rechts- Rock- Tonträgern über Buttons und Fahnen bis zur Nazi- Modetrendmarke Thor Steinar- was das rechtsextreme Herz begehrt.“



Ein weiterer Mitorganisator des Konzerts am 18. Dezember findet sich in Heiko Hubert aus Aßlar- Werdorf. Der Betreiber von „Excesor- Christianorum-Records“ organisiert bereits seit einigen Jahren Metal- Konzerte im Raum Wetzlar.



Zwischen 1999 und 2001 veranstaltete er mehrere Konzerte im Wetzlarer Kulturzentrum „Franzis“. Auch „Irmingot“ von denen im gaben dort ihre musikalischen Ergüsse zum Besten. Zur gleichen Zeit brachte Hubert mit einigen Mitstreitern das Fanzine „Warmonger“ heraus, dass allerdings keine rechten Bands featurte. Abgrenzungsprobleme zur NSBM- Szene hat der Werdorfer Metalhead jedoch keine, wie die Kooperation mit „Warfront Prod.“ bei der Organisierung des Konzerts am 18.12.04 sehr deutlich zeigt. Bestätigt wird diese Einschätzung durch einen Blick auf die von Hubert vertriebenen Tonträger. „Excesor- Christianorum Records“reihen sich wie Undercover- Records in die Black Metal- Vertriebe ein, die völlig unreflektiert Produkte von NSBM- Bands verkaufen.



Black Metal Victory?- NO!!!



In den vergangenen Jahren hat in der lokalen Metal- Szene keine kritische Auseinandersetzung mit rechtem Gedankengut sowie ihren rechten Exponenten stattgefunden. Vielmehr wurde die Infrastruktur um die Band „Irmingot“ ausgebaut. Mittlerweile verfügt die Szene, wie bereits erwähnt, über ein eigenes Tonstudio, durch das die Möglichkeit besteht eigene Aufnahmen zu machen. Mit „Warfront Prod.“ und „Execesor- Christianorum“ sind zwei weitere Anbieter mit zumindest einem Teilprogramm an rechten Bands in Erscheinung getreten.



Als bedenklich schätzen wir die Entwicklung bezüglich des Umgangs der Metal- Szene mit dem rechten Teil ihrer Szene ein. An dieser Stelle muss eine kritische Auseinandersetzung in Gang gesetzt werden, wie wir sie bereits im ersten Teil von „Schwarz- Braun- Metallic“ gefordert hatten. Dieses Unterfangen stellt sich jedoch als schwierig dar, wenn bereits ein Teil der sich als unpolitisch verstehenden Mehrheits- Szene völlig unreflektiert mit rechten Gedankengut und Symboliken hantiert. An diesem Punkt scheint intensive Aufklärungsarbeit angebracht bzw. unbedingt notwendig. Wesentlich kritischer sind jedoch die Kontakte der rechten Black Metal- Szene zum organisierten Neonazismus zu bewerten. Am 3. Juli 2004 fand im mittlerweile geschlossenen Nazi- Zentrum in Kirtorf mit „Garde 18“ und „Ayran Rebels“ ein Konzert mit zwei klassischen Rechts- Rock Bands statt, (Spiegel- TV berichtete) deren Auftritt von den bereits erwähnten NSBM´lern „Absurd“. abgerundet wurde.



Dieses Konzert wurde zwar zum größten Teil von Mitgliedern aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ bzw. dem neonazistischen Teil der Skinheadszene besucht., weist aber doch auf den Trend der extremen Rechten hin, durch Integration anderer Musikstile in die sogenannte rechte Erlebniswelt, Jugendlichen ein breiteres Kulturangebot anbieten zu können. Dass der „Kulturkampf von rechts“ vereinzelt Früchte trägt, zeigt die Teilnahme von einigen wenigen AnhängerInnen der Black Metal- Szene an Naziaufmärschen in den letzten Jahren in Frankfurt und Gladenbach. Aufgrund des undifferenzierten Verhältnisses zwischen vermeintlich „unpolitischer“ und explizit rechter Black Metal- Szene existiert jedoch eine große Gefahr das erhebliche Szeneteile durch rechtes Gedankengut infiltriert werden, zumal diese schon in Ansätzen vorhanden sind.



Wir hoffen mit diesem Text eine kritische Auseinandersetzung mit rechten und reaktionären Tendenzen in der lokalen Metal- Szene anstoßen zu können und eine differenzierte Diskussion bezüglich dieses Themas mit der Szene führen zu können.



Wer jedoch faschistisches Gedankengut verbreitet, kann sich unseres entschiedenen Widerspruchs gewiss sein.



Weg mit dem rechten Sound- Dreck!!!

Nie wieder Faschismus!!!

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Beitrag von Borris » 22.04.2009, 11:19

Das ist mir ein bisschen zu lange.

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Beitrag von turgon » 22.04.2009, 11:35

Tja nich schlimm :)

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 22.04.2009, 11:46

Alt... Aber lustig...

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Beitrag von turgon » 22.04.2009, 11:55

Neues findet man wenn man will auf sämtlichen Antifa Seiten.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 22.04.2009, 12:16

Nein, echt??

Topic:

Rasismus!

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Beitrag von turgon » 22.04.2009, 12:30

..der ist nicht echt !

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Beitrag von VikingBlood » 28.07.2009, 12:18

Die Welt würde viel mehr über Black Metal wissen, wenn es mal irgendwann gelänge, das ganze Spektrum in eine ordentliche Promotion zu verpacken. Hinlänglich ist der Black Metaller ein Hippie, den man von Wacken kennt.... Ich habe schon viele Magazine und online Magazine getestet, nur leider fand ich keine genaue Beschreibung für die Thematik die du in deinem Statement aufgegriffen hast. Soweit man von KISS abstammt, ist das ok, Celtic Frost können schminketechnisch da auch noch mitmischen, ansonsten wird die Luft rund um das Thema enger. Manche Black Metalla könnte man für Schießbudenfiguren vom Wrestling halten, hahahaha! Der Thor möchte doch was ganz anderes, nicht nur Wortspiele um seine satanische Neigung zu übertünchen, Thor braucht Kampf und Schlacht, damit er bei einem Horn Bier laut bölken kann, DAS IST MIR DOCH EGAL börps! Die Mythologie erstreckt da weiter, und da es keine Zeitmaschinen gibt, die einem eine Rückreise eventuell ermöglicht, bleibt außer ein paar heroischen Bildern kampferfahrener Wikinger nichts über. Was eigendlich schade für dieses hoch interessante Thema ist. Wenn die früher schon Orden hätten, dann täten die "Weiber" alle Trinkhörner haben.

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Beitrag von Von Horffburg » 29.07.2009, 21:38

VikingBlood hat geschrieben:Zeitmaschinen
Hätte ich eine zur Verfügung, würde ich Sie in die Zeit kurz vor dem Kältetod des Universums schicken...

:idea:

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Beitrag von satanarchrist » 29.07.2009, 23:45

Ich würde die Registration Clements in diesem Forum verhindern.. das ist weitaus Folgenreicher

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Graf von Hindenloch
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Beitrag von Graf von Hindenloch » 30.07.2009, 14:39

:lol: :lol: :lol:

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Von Horffburg
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Beitrag von Von Horffburg » 30.07.2009, 18:30

satanarchrist hat geschrieben:Ich würde die Registration Clements in diesem Forum verhindern.. das ist weitaus Folgenreicher
Ja...

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