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The Hobbit

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Kaiserstuhl
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Beitrag von Kaiserstuhl » 10.01.2013, 22:56

Wie schon erwähnt, sollte man es beim Hobbit beim Buch belassen. Ich habe schon bei Lord of the Rings nur einen Teil zur Hälfte gesehen. Ich werde mir The Hobbit nicht antun. Peter Jackson ist für mich vorallem ein Name wegen Bad Taste und Braindead.

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Nargash
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Beitrag von Nargash » 11.01.2013, 04:21

Oh man... Das sind schon wieder solche Wischi-Waschi-Aussagen!

Erklär mir doch bitte mal, was Bad Taste und Braindead mit Der Hobbit zu tun haben? Das sind doch völlig verschiedene paar Schuhe.

Du redest hier von "antun", hast aber Der Hobbit noch gar nicht und von HdR nur 1/6 gesehen.
Du sagst, man sollte es besser bei den Büchern belassen.
Ok, dann nenn mir doch bitte mal ein paar Szenen, welche im Film hinzugefügt/weggelassen/aufgemotzt/abgespeckt wurden und was genau die Unterschiede gegenüber den Büchern sind?!

Ich z.B. kann sagen, dass ich die Bücher nicht gelesen habe und dass ich diesbezüglich keine Unterschiede nennen kann. Das stört mich nicht weiter und ich breche ich mir keinen Zacken aus der Krone, dies HdR- & Hobbitfans zu sagen.
Ich werde mir die Bücher bei Gelegenheit schon noch zu Gemüte führen, da mich die Filme neugierig gemacht haben, wie es nun tatsächlich um die Bücher bestellt ist.
Jedenfalls würde mir nicht einfallen über etwas zu urteilen, was ich selbst nicht kenne bzw. über was ich mich nicht informiert habe.

Kurz: Erst sehen/erleben/informieren, dann verarbeiten, evtl. vergleichen und dann erst seine Meinung darüber kundtun! Alles andere kann man sich sparen.

Shub-Niggurath
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Beitrag von Shub-Niggurath » 11.01.2013, 09:02

Genau. Da bin ich voll und ganz Nargashs Meinung. Es ist ja wohl klar dass Buchverfilmungen nie ganz genau gleich sind wie die Bücher selbst.
Jeder HdR Fan (der die Bücher gelesen hat) weiss, dass Peter Jackson einen grossartigen Job gemacht hat. Der Rest ist halt Geschmacksache

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Beitrag von Kaiserstuhl » 11.01.2013, 10:59

Die Erwähnung von Bad Taste und Braindead wurde nur gemacht wegen des Regisseurs. Dass diese Filme sehr wenig gemeinsam mit den neueren Werken jacksons haben ist keiner Erwähnung wert. Das mit den "bei den Bücher belassen" hat bei Hobbit und auch bei Lord of the Rings damit zu tun, dass deren Umfang zu mächtig ist um verfilmt werden zu können. Natürlich gilt dies für einige andere Verfilmungen bekannter Bücher genauso. Und besonders bei "Phantasie" Bücherverfilmungen kann man sich gerne die ganze Bilderwelt, die man durch das Lesen eines Buchs geschaffen hat, zerstören. Das erste für mich selber bekannte Beispiel war die herbe Enttäuschung, als ich als Goof die Unendliche Geschichte im Kino sah. Die ganze selbst ausgemalte Bilderwelt wurde angekratzt, wenn nicht zerstört.

Natürlich ist das was anderes, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Die Kritik gegenüber einen Zeriss von Filmen, die ich gar nicht (ganz) gesehen habe, ist schon zulässig. Dass ich der erste Teil von Herr der Ringe nicht fertig sah lag daran, dass ich nach nicht langem Schauen schon gesättigt war und nicht mehr davon brauchte - die Stop Taste war die Erlösung. Und bei The Hobbit gibt es eine gewisse Erwartung, die Abneigung gegen über overhypte Filme, die jeder sehen muss (mich graut es schon wieder vor dem nächsten Tarantino Hype bei Django), 3D .... dass ich mir sicher bin, es nicht sehen zu müssen.

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Beitrag von Permafrost » 11.01.2013, 12:19

Etwas spät, der Infotext unter dem Song :)
"BUY A SHIRT and be a cool halfling! http://theonering.bigcartel.com"

Der Film selbst ist definitiv sehenswert, aber 3D nervt, wie schon mehrfach erwähnt. Was ich allerdings gut fand, war die "High Frame Rate", bei der 48 statt der herkömmlichen 24 Bilder pro Sekunde über die Leinwand flimmern. Es erzeugt einen realeren, lebensnäheren Effekt - sofern das bei einem Film wie "Der Hobbit" von Nöten ist. An das Buch kommt er aber dennoch nicht heran.

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Beitrag von marinetti » 11.01.2013, 13:42

Mir gefällts. Aber keine Ahnung warum es ein 3-Teiler geben wird. Jetzt ist doch schon mehr als die Hälfte des Stoffes im ersten Teil vorbei.

Das 3D störte mich diesmal irgendwie nicht obwohl ich gar kein Fan von 3D bin. Wahrscheinlich weil meine Augen immer noch etwas "trümmlig" waren vom Alkoholabsturz am Abend davor, konnte ich das 3D ausnahmsweise mal besser sehen als sonst. Aber ich hasse diese Brillen!

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Beitrag von Bernard Gui » 11.01.2013, 17:53

Wie nimmt man 3D denn ungefähr wahr, wenn man in einem Auge noch ein Monokel trägt? :)

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Beitrag von marinetti » 11.01.2013, 17:57

Ah das stellt kein Problem dar, die Brillen sind zwar unbequem und schwer aber darunter passt ein Monokel problemlos.

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Beitrag von Nargash » 11.01.2013, 20:41

Kaiserstuhl hat geschrieben: Dass diese Filme sehr wenig gemeinsam mit den neueren Werken jacksons haben ist keiner Erwähnung wert.
Dann frage ich mich, warum du sie dann im Hobbitfaden aufführst.
Mir ist ja auch egal, wenn mir jemand sagt, er esse keine Salami gern, obwohl gerade über den Geschmack von Erdnüssen diskutiert wird.
Kaiserstuhl hat geschrieben:Und besonders bei "Phantasie" Bücherverfilmungen kann man sich gerne die ganze Bilderwelt, die man durch das Lesen eines Buchs geschaffen hat, zerstören.
Das stimmt allerdings. Wenn man das von der Seite der Gestaltung dieser Welt in der eigenen Phantasie und die Zerstörung dieser Welt durch drastische Veränderungen im Film her sieht, dann leuchtet es nun ein, warum du dir Der Hobbit nicht gerne anschauen möchtest und das Anschauen von HdR abgebrochen hast.
Kaiserstuhl hat geschrieben:... gegen über overhypte Filme, die jeder sehen muss ...
Prinzipiell gebe ich dir da recht. Bei mir gibt es aber keine Filme "die jeder sehen muss". Entweder mir gefällt er schon bei der Vorschau und ich möchte ihn mir gerne sehen, weils in meine Filmesparte passt oder nicht. Ein Muss gibts da nicht.

Und DJANGO... Pfff... Ich bitte dich! Warum muss man denn sowas sehen?
Natürlich nervt dieses Gehype aber die Aufmerksamkeit richtet sich nunmal als erstes kurz auf das, was am häufigsten und lautesten angepriesen wird. Was aber noch lange nicht heißen soll, dass einem das auch interessiert.
Mich z.B. interessieren keine Filme, wo Sklaven aufmüpfig werden und sich den Weg in die Freiheit freiballern.

PS: Den Hobbitfilm gibts auch in einer nicht-3D-Version zu sehen! Nur so am Rande, falls es jemanden interessiert.

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Beitrag von marinetti » 12.01.2013, 11:32

Bei mir gibt es aber keine Filme "die jeder sehen muss".
Doch, STAR WARS muss jeder gesehen haben und geil finden!

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Beitrag von Nargash » 12.01.2013, 15:18

Gut, dass du das sagst. Jetzt wird mir auch klar, wie man es schafft, sich solch einen goldenen Helm zu verdienen! :)

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Beitrag von Kaiserstuhl » 12.01.2013, 20:52

marinetti hat geschrieben:
Bei mir gibt es aber keine Filme "die jeder sehen muss".
Doch, STAR WARS muss jeder gesehen haben und geil finden!
Der Bau des Todessterns wurde "leider" abgelehnt: https://petitions.whitehouse.gov/respon ... re-looking

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Beitrag von Furor » 12.01.2013, 21:36

Das ist eine Sauerei ersten Ranges!

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Beitrag von Krulos » 13.01.2013, 19:31

Das wird dem Imperator nicht gefallen....

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 13.01.2013, 22:10

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 12.12.2013, 15:08

Da Teil 2 nun anläuft darf weiter diskutiert werden....

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Beitrag von Imperial Warcry » 16.12.2013, 13:50

Das Böse der Banalität: "Der Hobbit: Smaugs Einöde" von Peter Jackson handelt nicht nur von einem Zwergenaufstand, es ist auch ein gernegroßer Film

Peter Jackson hat ein, zwei Gänge hochgeschaltet. So lahmarschig sein erster "Hobbit"-Teil vor einem Jahr begonnen hatte (Mittelerde in den Grenzen von 1937), so sehr zieht Jackson jetzt spürbar das Tempo an und garniert seinen neuesten Tolkien-Film mit Actionelementen und hinzuerfundenen Figuren, die insgesamt vor allem den Zweck haben, dass ihm diesmal keiner wie im letzten Jahr nachsagen kann, dem Film fehle die Handlung und überhaupt trete alles auf der Stelle. Tut es natürlich doch. Es ist nur besser versteckt. Dafür sind die Schwäche und die Flachheit von Tolkiens Vorlage noch deutlicher erkennbar. Und wenn man über Handlung und Stil nachdenkt, ist alles nur noch ein abstoßender Schwachsinn.

Am Ende sind alle Fragen offen: "What have we done?", fragt leider nur Bilbo, nicht Peter Jackson, der besser im Auenland geblieben wäre. So aber muss er wie die Helden des Films offenbar den vagen Väterauftrag erfüllen: "Take back your homeland". Gut, dass wenigstens nicht jeder sich sowas zu Herzen nimmt.

Ein Hobbit ist ein Hobbit ist ein Hobbit. Und Peter Jackson ist Peter Jackson ist Peter Jackson - klar. Wäre auch zuviel verlangt, dass sich alles ändert. Trotzdem ertappt man sich auch im Fall von "Der Hobbit: Smaugs Einöde" mehr als einmal bei dem Gedanken, was wohl der Mexikaner Guillermo del Toro aus der Vorlage gemacht hätte.

Bekanntlich war del Toro ursprünglich als Regisseur für "Der Hobbit" vorgesehen. Dann wurde er von Jackson und der MGM rausgeschmissen, zum Teil, weil Jackson nach nur kurzem Tolkien-Burnout wieder Lust auf einen zweiten Trip nach Mittelerde bekam, vor allem aber, weil del Toro sich der Strategie des Hollywood-Studios verweigerte die schmale Vorlage auf drei Monumentalfilme zu strecken, allenfalls zwei Teile gebe das her.

Womit del Toro unbedingt Recht hatte, wie die ersten beiden Teile belegen. Aber Jackson und MGM haben in Tolkien längst eine perfekte Gelddruckquelle entdeckt, pressen den Stoff daher aus bis zum Geht-nicht-mehr und setzen zu Recht auf den nie versiegenden Appetit der Tolkinisten auf Neues aus Mittelerde, auf die Blindheit und zum Teil Dummheit der Fans dafür, wie ihre Begeisterung ausgenutzt und vor den Karren einer Gelddruckmaschine gespannt wird.

Sie lassen sich von Jackson einfach alles gefallen. Und gerade die in diesem Fall offenkundig werdende Hybris, Tolkien willkürlich zu verändern und bestimmt eines Tages auch weiterschreiben zu wollen. Wetten, dass Jackson das tut, wenn auch die letzte authentische Tolkien-Zeile ausgepresst und verwertet ist?

Wobei das Authentische ja kein Wert an sich ist. Und "Der Hobbit" war eben eigentlich mal ein Kinderbuch, kein Roman für Erwachsene, auch wenn er mit einem Kinderstoff nichts mehr gemein hat.

Über "Smugs Einöde" kann man feststellen, dass der Film seinem Titel alle Ehre macht, dass auch dieser Film wieder wie alle Tolkien-Filme Jacksons mäandert, sich für zu vieles zu viel Zeit nimmt, diverse Erzählstränge anfängt und dann deren lose Enden mitschleppt. Es ist ein einziger in die Länge gezogener und breit gequetschter Brei aus Bildern und Kitsch und schlechter Musik und noch schlechteren Ideen.

»Jeder Charakter, der keine Schuhe trägt, ist mir zutiefst sympathisch. (Peter Jackson)«

Und es macht alles nicht wirklich besser, dass sich dieser Film an Eingeweihte richtet, an Fans, dass er eine Gemeinde formen will. Denn dass das mit Tolkien und in Jacksons Händen so gut funktioniert, finanziell sowieso, das sollte uns eher zu denken geben, so wie wir uns über andere Dinge ja auch mit guten Gründen aufregen, ob Bunga-Bunga in Italien, das ungarische Mediengesetz oder die große Koalition.

Jacksons Tolkien-Filme könnte man nun sagen, sind Bunga-Bunga für Kinder, aber eine solche Feststellung führt auch nicht weiter. Man möchte sich amüsieren, und das funktioniert heute über Konsum, und natürlich ist es besser Tolkienist zu sein, als manches andere zu machen.

"Der Hobbit: Smugs Einöde" ist bekanntlich der Mittelteil der Trilogie, ein Film ohne Anfang und Ende also, mit einem recht abrupten Cliffhanger. Auch dessen unvorbereitete Plötzlichkeit weist jenen Zuschauern, die ihren Verstand hier nicht sowieso gleich ausschalten, darauf hin, wie miserabel das dramaturgische Talent Jacksons ist - wenn man es überhaupt so nennen will.

Dieser Regisseur versteht es nicht, Spannungsbögen aufzubauen, Ellipsen zu konstruieren, zusammenzuführen, er reiht einfach aneinander. Seine Filme ähneln einer Fernsehserie, und sie sehen auch so aus. Und auch das Prinzip der Wiederholung hat er von ihnen geborgt.

Ästhetik des Aufschubs

Man wandert und wandert durch immer gleich aussehende Bergkämme, durch irgendwelche Wälder, über eine Wiese, die kaum überraschend so saftig grün ist wie früher in der Werbung für "Irischer Frühling"; mal ist Gandalf dabei, mal sind die Zwerge unter sich.

Dann passiert irgendwas angeblich wahnsinnig Gefährliches, aber wir wissen, dass alle das heil überstehen, also kann man weiterdösen, wenn der Sound nicht zu laut wird, weil sowieso alles gähnend langsam vorangeht. Auf 90 Minuten wäre der Film immer noch nicht wirklich schnell, auf 160 ist er eine Qual. Wahnsinn, was Leute sich selbst zumuten, weil sie glauben, es sei Kult.

Eigentlich geht es hier um permanente Verzögerung, Herauszögerung des Endes, das doch von Anfang an bekannt ist. Und weil wir ja alle wissen, dass J.R.R. Tolkien, der Autor der Vorlage, ein fundamentalistischer, reaktionärer Katholik war und ein Intellektueller, könnte man bei dieser Ästhetik des Aufschubs auch an die frühchristliche Idee des "Kathechon" denken, des "Aufhalters des Endes", was für einen Christen, da das Ende ja die Apokalypse ist, mehr Sinn ergibt als für einen Filmemacher, der sein Publikum nicht unnötig aufhalten sollte.

Damit die Zeit vergeht, gibt es viel Lärm, es wird alles hysterisch beschleunigt und aufgeladen, zugespitzt bis ins Lächerliche. Ästhetisch ist es eine Materialschlacht, inhaltlich ist sie völlig sinnlos.

Das Rezept für die zentralen Vorgänge in solchen Geschichten ist schließlich, wenn man nur die Zusammenfassungen vergleicht, ebenso "schlicht" wie das der Volksmärchen. Jedenfalls, Helden gibt es viele; gute Drachen sind rar.

J.R.R.Tolkien

Außerdem wird im Film viel geschwafelt. Vor allem der angeblich so furchterregende Drache Smug verblüfft durch seine Harmlosigkeit, die Selbstgefälligkeit seines Geredes und die Leichtigkeit, mit der er sich von Bilbo in der vorletzten Szene in ein halbstündiges scholastisches Wortgefecht verwickeln und völlig ablenken lässt. Irgendwann fällt ihm dann aber wieder ein: "I am fire, I am death" - aber da wissen wir im Kinosessel es schon besser: Dieser Drache ist vor allem Geschwätz und Dummheit.

Auch sonst gilt: Was man sich bei Tokien immer alles für unnütze Dinge merken muss: Diese Namen, diese Orte, diese Regionen. Und auch Tolkien ist irgendwann nicht Besseres eingefallen, als "the arcane stone". Geht's noch? "Der geheimnisvolle Stein" in einer Welt, die Fantasy zu sein vorgibt, in der also doch alles Mögliche irgendwie geheimnisvoll sein muss. Da ist die Bezeichnung "Der geheimnisvolle Stein" die so ziemlich geheimnisloseste, die Einem überhaupt einfallen kann.

"Einen derart großen Film wie ,Herr der Ringe' werde ich gewiss nicht wieder machen. Ich werde auch nie mehr drei Filme hintereinander drehen." Peter Jackson

Der Film sei düster, behaupten manche jetzt. Schön wär's. Ist aber glatt gelogen. Ok, es wird ab und an dunkel, und einmal scheint der Mond sehr voll. Gefahren aber lauern keineswegs an allen Ecken und Enden, denn dazu müsste den Figuren ja etwas passieren können. Geht aber nicht. Sterben tun nur die bösen Orcs, aber die sind sowieso gesichts- und persönlichkeitslos.

Aber ganz ehrlich liebe Tolkinisten: Was ist denn von Bösewichtern zu halten, die zwar ihrem Gegner zehnfach überlegen sind, und die CGI-copy-paste-Funktion auch noch auf ihrer Seite haben, aber trotzdem nicht mal dazu in der Lage sind, auch nur einem von 13 doofen Zwergen den Schädel zu spalten oder wenigstens einen Arm abzuhacken?

Ein wenig Maniküre und ein guter Friseur würde diesen Zwergen übrigens nicht schaden, so freut man sich immer, wenn die Elben mal wieder randürfen, die wenigstens ansatzweise so aussehen, wie Kinohelden aussehen müssen. Aber die eigentlich entscheidende Frage, die sich einem ja immer wieder stellt, ist:

»Warum soll man sich eigentlich überhaupt für Zwerge interessieren?«

Zumal wenn man sie eh nicht unterscheiden kann, da Film und Regisseur ihnen kein bisschen Zeit geben. Oder für diese Hobbits genannten Quasi-Zwerge? Weil wir selber so klein sind und unser Herz so rein und unser Leben so unscheinbar wie sie? Das heißt es ja immer wieder.

Wir haben ja auch Merkel als Kanzlerin, Gabriel bald als Vizekanzler und sind noch stolz darauf, das Heroische aus allen Feldern unseres Lebens zu vertreiben. Vielleicht ist Tolkien ein Autor für die Zukurzgekommenen, die ihre dann doch eher limitierten Größenphantasien in "Abenteuern" wie diesen ausleben können und sich dann noch irgendwie poetisch vorkommen.

Der Zusammenhang von Faschismus und Fantasy liegt schon deshalb klar auf der Hand, weil der Faschismus eines der größten politischen Fantasy-Unternehmen des vorigen Jahrhunderts gewesen ist. Weniger eindeutig zu beantworten ist die Frage, ob diese Gleichung auch in umgekehrter Richtung gilt. Nicht immer natürlich.

Offenkundig aber sind einige faschistische Fantasien in den Märchen, Horrorstoffen und Science-Fiction-Filmen des Kinos der Weimarer Republik. Ob Hans Werckmeisters "Algol" oder "Metropolis" von Fritz Lang, ob "Das Cabinett des Doktor Caligari" oder die ersten drei "Mabuse"-Filme, ob Henrik Galleens "Alraune" oder "Faust" und "Nosferatu" von Murnau - sie alle sind wie viele andere Filme der Epoche in ihrer Verbindung aus Allmachtstraum und Mordphantasie trunken von Ahnungen des zukünftigen Unheils und als solche Seismographen der "things to come" (H.G.Wells).

Was wird man im ähnlichen Rückblick nach ein paar Jahrzehnten wohl in Peter Jacksons Tolkien-Verfilmungen erkennen?

Die Hobbitmaschine

In jedem Fall Todestrieb und Todesnähe, das Spiel mit Phantasien von Selbstmord und Massensterben. Überhaupt Gewaltphantasie. Wie oft werden hier Köpfe abgehackt, wie oft wird getötet? Und zwar namenlos. Dazu ein schreckliches Massengrab, für Frauen und Kinder. Schwerer wiegt der Satz eines der vielen Sub-Helden kurz vor Schluß: "If this is to end in fire, we will burn together."

Als ob das gemeinsame Sterben ein Trost wäre - aber der Antimoderist Jackson meint es offenbar genau so. Masada ist überall. Auch der Abspann-Song dröhnt in die gleiche Hirnkerbe:

»And if we shall die tonight, we shall die together.«

Das Leben der Bösen ist gegenüber dem der Helden... nun ja, äh: lebensunwert. Anders kann man es nicht ausdrücken, denn hier wird gemordet und massakriert, was das Zeug hält. Auch die Gigantomanie dieses Films hat etwas Abstoßendes. Technische Perfektion und das Berechnende von all dem verstärken das noch. Ein Film ohne Herz, eine Story ohne Herz, eiskalt, zynisch.

Tolkiens Hobbitmaschine ist in jeder Hinsicht eine rückwärtsgewandte Phantasie; nicht nur darin, dass der Film und seine Story natürlich eine reaktionäre Idylle feiern, sondern es ist auch der Versuch, den Zauber zu konservieren, den die ersten Tolkien-Verfilmungen bei den Fans auslösten.

Natürlich ist der ganze Tolkien-Komplex, Kulturindustrie par excellance. Und man kann diese Pseudo-Märchengeschichten auch nicht durch den Gedanken retten, dass ihnen womöglich ein verstecktes utopisches Potential innewohnt. Oder die reaktionären Phantasien damit entschuldigen, dass sie den Technik-Fetischismus der Moderne und deren verborgene Ängste zum Thema machen.

Das Gegenteil ist der Fall: Tolkiens Geschichten sind Instant-Mythen, Mythen aus zweiter Hand und in ihrem Industriecharakter das Gegenteil subversiver Ursprünglichkeit.

Sie sind glatt, ohne Sperrigkeit, ohne Reibungsflächen, eben Industrieprodukt. Und wer das nach Lektüre der Bücher noch nicht glauben wollte, der könnte es an der Tatsache ablesen, dass nichts sich für Industrieverfilmungen und Industriemerchandisingkampagnen als besser geeignet erwiesen hat. Warum wohl?

Tolkiens Instant-Mythen verraten den anarchistischen Charakter manch alter Mythologie. Sie sind, erst recht in 3-D, Bestätigung, nicht Kritik an der instrumentellen Vernunft, die in Hollywood einen ihrer eifrigsten Gegenwarts-Agenten gefunden hat.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 16.12.2013, 16:54

Eine eigene Hasstirade hätte sich besser gemacht, Impen...

So bleibt nur ein CopyPaste-Manifest übrig, dessen möglicher oder unmöglicher Wahrheitsgehalt nicht nur an mir als Zuschauer mit anderer Meinung, sondern auch an sich selber als ein schäbiger Versuch scheitert, etwas in den Dreck reden zu wollen, dass eben allerhöchstens aus der eigenen Warte heraus als solcher wahrgenommen werden kann. Zitieren ist nichts für intelligente Menschen. Erst recht dann nicht wenn sich deren Abneigungen und Zuneigungen nur allzuoft darauf beziehen, bzw. darauf abzielen, halt KURSIV und "speziell" sein zu wollen.

In diesem Sinne finde ich AUCH den zweiten Teil schon jetzt - wo ich ihn noch gar nicht gesehen habe - geil.

In eigener Ausdrucksweise, in eigener Sache und vor allem aus mir selbst heraus...

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Beitrag von Imperial Warcry » 16.12.2013, 17:07

Da ich den Film NYCHT gesehen habe (und es auch nicht vorhabe, zu tun), kann ich schlecht eine eigene Hasstirade verfassen. Wieso du wegen einem kommentarlosen Quote von irgendeinem Journie auf mich hässig wirst, verstehe ich zwar nicht, aber ich fetze mich ja auch nicht wegen "Involution" und dergleichen.

(erschiesst beiläufig ein paar Hobbitze mit der Walther PPK, kläffendes Geräusch)
Zuletzt geändert von Imperial Warcry am 16.12.2013, 17:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 16.12.2013, 17:09

Ich bin nicht hässig auf dich, ich bezweifle nur die Rechtschaffenheit deiner Intention.

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