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Islamische Sufi-Mystik und Derwische

Satanismus, Christentum, keltische und nordische Religionen sowie die zugehörigen Mythologien!

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TodesnachT
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Beitrag von TodesnachT » 24.08.2010, 16:48

Barnstock hat geschrieben:(liegt dahinter, mit offenem Mund)
hätte mich auch verwundert wenn das nicht gekommen wäre....

*verlangt den Bann von Isidor Meinhard (weil er schmutzige Bildli postet!!)*

"pfuiii!"
:D

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Sirius
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Beitrag von Sirius » 25.08.2010, 11:49

mir ist nicht klar wieso du dich aus dem fenster lehnst und gerade gegen juhu über religion zu argumentieren beginnst aber du wirst auf den popo fallen.

falls du nicht nachkommst mit lesen: rational heisst einfach gedacht, mit dem kopf (antithese herz). wenn was nicht rational ist, dann ist es nicht mit dem kopf gedacht. und wieso du drauf kommst, dass gedachtes mit wissenschaft gleichgesetzt wird - was der wurm in der sache ist - dann solltest du auf deinem lebensweg stehen bleiben und dir überlegen, ob du auf diesem erkenntnisstand hängen bleiben solltest.
Ich habe es aufgegeben Ihre herablassende Schreibweise als Bledigungen zu sehen...
Sie vertreten mit der Aussage, dass sowohl mit dem Herzen, als auch mit dem Kopf wissenschaftlich gedacht werden kann einen für mich nicht nachvollziehbaren Standpunkt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das gehen sollte. Sie sagen ja selbst, dass ich aus Ihrem Standpunkt gedachtes mit Wissenschaft gleich setze. Das ist aber gar nicht der Fall. Ich bin lediglich der Meinung, dass Rationialität unabdingbar ist für die Wissenschaft und wissenschaftliche Erkenntnisse, und der Atheismus bewegt sich in diesen Dunstkreis, weil er sagt, dass man es nicht beweise kann und somit es überflüssig ist. So zumindest einer der Ansätze des Atheismus. Und hier hat das Denken mit dem Herzen, die Irrationalität keinen Platz.

Und wenn Sie das als verstaubt und zurückgeblieben abstempeln, dann würde ich mir an ihrer Stelle mal gedanken machen, wer mir die absolute Sicherheit gibt, dass es nicht so ist, mein Standpunkt unfehlbar ist. Und wieso sollte ich nicht mit Ju-Hu diskutieren wollen? Lassen Sie das mal mein Problem sein, und warten wir erst mal ab, ob er dazu etwas sagt. Ich wüsste nichts von einer heiligen Ader Ihrerseits, die bemüht wäre mich vor einem Klapps auf dem Hintern bewahren zu wollen...

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Ge
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Beitrag von Ge » 25.08.2010, 12:22

Ich habe es aufgegeben Ihre herablassende Schreibweise als Bledigungen zu sehen...
Das war nicht herablassend, sondern eine Tatsache, da Juhu in dieser Diskussion Welten über dich steht - also eigentlich ein Kompliment an ihn, aber getarnt, der soll sich blos nicht dran gewöhnen, zumindest nicht aus meinem Munde.
Sie vertreten mit der Aussage, dass sowohl mit dem Herzen, als auch mit dem Kopf wissenschaftlich gedacht werden kann einen für mich nicht nachvollziehbaren Standpunkt.


Was bitte!? Das stimmt in keinster Weise...

Du kannst weder mit Juhu, noch mit einem sattelfesten Menschen drüber reden, weil du dich auf einzelne, hohle Begriffe versteifst und sie wörtlich nimmst, mit nur einer Bedeutung. Das machst du beispielsweise bei "Rationalität" aber auch bei "Atheismus".

Jegliche Theorie (über Gott) ist ebenfalls rational. Das was man heutzutags unter Wissenschaft versteht, ist grösstenteils mit Empirie verbunden. Das ist der von dir genannte Nachweis, der Schwanz der Wissenschaft. Wenn man forscht und damit sein Wissenshorizont erweitert, dann betreibt man Wissenschaft. Die Begriffe, die du wahllos einsetzt, schliessen aber einander aus: Rationalismus und Empirie (dein "Nachweis") sind antithetisch - das meinte ich. Kant, Popper und andere haben versucht, die zwei ineinanderzubeeten, ohne Erfolg. Ergo, du wirst es auch nicht schaffen.

Auguste Compte, Begründer des Positivismus, sagte Mitte Achtzehnhundert: "Jeder Versuch, mathematische Methoden zur Untersuchung chemischer Fragen zu benutzen, muss als völlig irrational und gegen den Geist der Chemie angesehen werden. Falls die Mathematik jemals einen prominenten Platz in der Chemie einnehmen sollte – eine Verirrung, die glücklicherweise fast unmöglich ist – würde dies zum schnellen Niedergang dieser Wissenschaft führen."

Fazit: Man kann sich sehr wohl wissenschaftlich an Gott rantrauen und wissenschaftliche, rationale Erkenntnisse über ihn bieten, das machen Kreationisten und co. Und nur weil sie keinen empirischen Sattel haben, heisst es nicht, dass sie keine Wissenschaftler sind - bei ihnen fällts nur jedem Mongo auf, dass sie Scheisse verzapfen.

:wink:

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Beitrag von Dr. Acula » 25.08.2010, 14:52

Jetzt fehlt nur noch Shadowthrone...

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Beitrag von Isidor Meinhard » 25.08.2010, 15:09

Kein Problem:

"Ich bin entsetzt. So ein Unsinn... Sufismus... Es scheint sich hierbei mal wieder um Indoktrination von Kindesbeinen an zu handeln, die gerade in Ju-Hus Fall hervorragend gewirkt hat. Ich denke nicht, dass sich die Diskussion mit euch verbohrt Gottesgläubigen lohnt, zudem liegt es mir fern, mit der Wissenschaft missionieren zu wollen. Ich schüttle nur ungläubig meinen Kopf ob der Tatsache, dass es im Black Metal doch nicht so viele Freigeister gibt, wie ich erwartet hatte."

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Ge
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Beitrag von Ge » 25.08.2010, 15:10

:lol:

ps: herr bums, sie arsch.

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Beitrag von Sirius » 26.08.2010, 16:55

Mir fehlt die Fülle an Literatur und Kenntnis der Fachtermini.

Es ist dennoch herablassend, wie sie mit mir reden, in meinen Augen. Desweiteren ist es für mich nicht nachvollziehbar die Vielschichtigkeit der Begrifflichkeiten vermitteln zu wollen, dann aber sich auf die eine absolute Aussage eines ganzen Satzes zu versteifen. Sie können doch Ju-Hu ein Kompliment machen und dabei mir gegenüber geringschätzig sein. Das ist kein Ding der Unmöglichkeit.

Ich denke das deswegen von ihnen, weil Sie mir eindeutig vermitteln wollen, dass ich, obwohl mit Unkenntis manches, zugegebener Maßen für diese Thematik notwendigen, Wissens gestraft, nicht mindestens in der Lage wäre mich über Theorien und allgemein über das Urprinzip Gott/Götter/Transzendenz Gedanken zu machen. Kurz: Sie sprechen mir aufgrund mangelnder Bildung in diesem Bereich komplett die Kompetenzen ab und obendrein haben Sie wenig Vertrauen in die Lernbereitschaft des jungen Menschen...

Aber gut, ich sehe ein. Etwas vom Zaun brechen wollen, ohne wirklich Ahnung von der Tragweite der eigenen Argumentation zu haben ist nicht klug. Hiermit katapultiere ich mich aus diesem Faden.



:arrow:
Zuletzt geändert von Sirius am 26.08.2010, 17:11, insgesamt 1-mal geändert.

Isidor Meinhard
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Beitrag von Isidor Meinhard » 26.08.2010, 17:05

(hat Kenntnis über die Fachtermini, weiss alles über Transzendenz und Gott, diskutiert aus purer Erhabenheit nicht mit)

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Der Theurg
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Beitrag von Der Theurg » 28.08.2010, 07:48

Kaum dreht man sich hier um, schon ist hier die Hölle los... Sehr schön! :)

*genehmigt sich erst einmal ebenfalls einen kräftigen Schluck vom squirting juice*


Also, *wischt sich gestärkt sein Maul ab*, Atheismus ist immer ein ideologisches Glaubenssystem, auch wenn die Betreffenden selbst sich dessen nicht bewusst sind - und diese Tatsache wohl entrüstet abstreiten würden.

Doch Atheisten berufen sich in der Regel zumeist auf einen ideologischen Materialismus und/oder auf Darwins Evolutionstheorie. Dazu im Folgenden.

Auf der untersten Stufe stehen jene Atheisten, welche sagen, sie würden nur an das glauben, was sie sähen. Das sind doch wirklich ganz bedauernswerte Geschöpfe, welche nicht einmal an die Liebe glauben, welche ja unsichtbar ist...
Auch alle Formen von Gedanken scheinen jenen untersten Atheisten fremd zu sein, da Gedanken an sich ebenfalls unsichtbar sind.

Alle Atheisten geraten aber zumeist tatsächlich rasch in Erklärungsnot, wenn sie das metaphysische Mysterium der Liebe erklären sollen. Meistens weichen sie dahingehend aus, dass die ganze Liebe auf rein biologischer Ebene einzig unserer Fortpflanzung dienen würde.
Es ist eben wirklich bedauerlich, wenn man in seinem ganzen Leben noch nie verliebt war - oder dies einfach aus einer "höheren" intellektuellen Ideologie heraus leugnet.
Solche Atheisten werden wohl auch kaum etwas mit Richard Wagners avantgardistischem fünfstündigen Mysteriendrama "Tristan und Isolde" anzufangen wissen...

Na, dann viel Spass, bei der herzlosen, lieblosen, eiskalten, intellektuellen Fortpflanzungszucht mit der Geschlechtspartnerin!

*gönnt sich noch einmal ein Schlückchen vom squirting juice*

Materialismus ist eine Ideologie, welche sich auf den Glauben an die alleinige Existenz der physikalischen Materie stützt.
Diese Ideologie hat leider einen ziemlich peinlichen Fehler:
Wie mir schon mehrere Physiker persönlich bestätigt haben, weiss man gegenwärtig in der modernsten Physik noch immer NICHT, was Materie eigentlich überhaupt ist. Man weiss in der Physik auch nicht, woher Materie kommt, bzw. was ihr Ursprung ist, auch wenn es verschiedene theoretische und spekulative Erklärungsmodelle gibt.

(Die Quantenphysik lasse ich hier sowieso mal aussen vor, um die armen Materialisten nicht noch mehr zu verunsichern.)

Die traditionale Metaphysik liefert hingegen eine plausible Erklärung:
Materie selbst ist lediglich eine Form von spiritueller Energie auf der untersten Hypostasenstufe!

Doch weiter:

Zuerst muss ich vorausschicken, um allfälligen Missverständnissen vorzubeugen, dass ich noch NIE ein Anhänger des sogenannten Kreationismus' oder des "Intelligent Design" war.
Es gibt nämlich noch andere Theorien als diese beiden sich feindlich egenüber stehende Seiten, auch wenn man in den Zeitungen nie von irgendeiner weiteren Theorie etwas zu lesen bekommt.

Manche Atheisten berufen sich nun auf Darwins Evolutionstheorie, - welche an sich gar schon mal gar keinen Gottesglauben ausschliesst! Charles Darwin selbst war gottgläubig!
Nur ist seine Theorie, die sich auf dem ersten Blick plausibel anhört, und mit der seit über hundert Jahren schon die kleinen Kinder auf der ganzen Welt indoktriniert werden, voller Fehler und Unschlüssigkeiten, welche selbst aus streng wissenschaftlicher Perspektive gerade zu absurd scheinen müssten.

Das beginnt schon mit dieser legendären "Ursuppe", in welcher "irgendwie" in grauester Vorzeit durch einen Quantensprung das erste Leben entstanden sein soll. Es gibt nicht einmal ein wissenschaftliches Modell, welches auch ansatzweise rein theoretisch erklären würde, wie das "irgendwie" möglich gewesen sein soll!
Oder gibt es irgendein theoretisches Modell für die angebliche "Selbstorganisation der Materie"? Fehlanzeige!
Die evolutionsgläubigen Wissenschaftler gehen schon mal ganz frech von einem in der Theorie konstruierten "Irgendwie" aus, - welches sich in ihren ideologisierten Ohren sich eben irgendwie "plausibel" anhört.

Wenn man hingegen wirklich ganz unvoreingenommen und ganz wissenschaftlich vorgehen und sich anhand arithmetischer Gleichungen rein an die mathematischen Wahrscheinlichkeiten halten würde, dann sähe jeder, dass diese Märchen von der Ursuppe und der Selbstorganisation der Materie im Bereiche des Unmöglichen liegen würden.

Und alle Erklärungsmodelle zur weiteren Entwicklung nach der Evolutionstheorie sind genauso unwahrscheinlich wie unbewiesen, um nicht zu sagen: bei genauerem Hinblick völlig lächerlich und absurd.

(Ich kann gerne zahllose, wirklich bücherweise ZAHLLOSE detailierte Beispiele anführen, um die Unmöglichkeit und die damit verbundene Absurdität der ganzen Evolutionstheorie zu untermauern.)

Aber es soll ja auch Leute geben, welche an das Fliegende Spaghettimonster glauben, und so glauben einige eben an die völlig unbewiesene, mathematisch unmöglich erscheinende Evolutionstheorie.
Das Schlimme ist bloss, wenn man beginnt, diesen Glauben zu verabsolutieren und ideologisieren (was ja tatsächlich gemacht wird), und wenn man die ganz weitere Wissenschaft auf dieses höchst unwahrscheinliche, spekulative Glaubenskonstrukt aufbaut.

Ein Märchen, welches von Millionen "intelligenten" Wissenschaftlern hundert Jahre lang weltweit mantra-artig wiederholt und lauthals herumposaunt wird, wird davon auch nicht wahrer.

Und zur "Widerlegung" der Existenz Gottes, taugt die Evolutionstheorie schon gar nicht.

Julius Evola hat bereits alles gesagt, was es zur Evolutionstheorie zu sagen gibt:

"Die Evolutionisten glauben sich 'positiv' an die Tatsachen zu halten. Sie merken nicht, dass die Tatsachen an sich stumm sind, dass dieselben Tatsachen, verschieden gedeutet, für völlig verschiedene Thesen Zeugnisse ablegen. So war es möglich, dass jemand, der alle für die Evolutionstheorie vorgebrachten Zeugnisse berücksichtigte, gezeigt hat, dass diese Beweise letztlich auch die Gegenthese unterstützen könnten, die in mehr als einer Hinsicht der traditionalen Lehre entspricht... (u.a. E. Dacqué, E. Marconi, D. Dewar)"
(Aus: "Revolte gegen die moderne Welt")

(Zur traditionalen Involutionstheorie allgemein: siehe u.a. Julius Evola oder Armin Risi.)

Letztlich bleiben die Materialisten nur schon einen einzigen kleinen Beweis für die Richtigkeit ihres Glaubens schuldig:
Es müsste für die heutige Wissenschaft doch eine Leichtigkeit sein, die Zellstrukturen und Baustoffe eines einfachen Getreidekörnchens zu analysieren - und anschliessend im Labor von Grund auf eine synthetische Kopie herzustellen (nicht klonen!), welche anschliessend keimfähig wäre wie ein natürliches (oder auch geklontes) Getreidekorn.
Das ist der Wissenschaft aber bisher noch nie gelungen!
Warum?

Die Antwort:
Weil kein Leben im synthetisch hergestellten Getreidekorn ist!

Es gelang der Wissenschaft bisher noch niemals, irgendein Leben im Labor synthetisch herzustellen!
Zumindest diese Tatsache müsste doch zu denken geben.

Wie man sieht, handelt es sich beim Atheismus aufgrund seiner verabsolutierten Ideolgie, welche angeblich auf "rein sachlicher, wissenschaftlicher" Grundlage basiert, in Wirklichkeit jedoch von jeder wirklich sachlichen Wissenschaftlichkeit weit entfernt ist, um ein ideologisches und sogar dogmatisches Glaubenssystem, welches aus all den beschriebenen Gründen zweifelsohne als irrational einzustufen ist.


Denn letztlich hängt immer alles von der persönlichen Perspektive des Einzelnen ab, bzw. vom freien Willen - und davon, was zu sehen, zu erkennen und zu wissen man bereit ist.

Darum ist die empirische Wissenschaft teilweise untereinander zerstritten, denn etliche "bewiesene" Theorien aus dem Labor lassen sich anhand gegenteiliger Theorien, welche ebenfalls im Labor "bewiesen" wurden, widerlegen.

Was lernen wir daraus? Mit Verstandeskraft allein lässt sich kaum irgendetwas beweisen, auch wenn es durchaus rein intellektuelle Gottesbeweise gibt, wie z.B. die Monadentheorie, welche auch schon im Labor streng wissenschaftlich "bewiesen" wurde. (Auch wenn ich jetzt daran nicht anknüpfen möchte.)

(Übrigens ist wissenschaftlicher Empirismus in sich selbst sinnlos, da die Physik ja selbst sagt, dass alles relativ sei, also räumlichen und zeitlichen Schwankungen unterworfen, was aus metaphysicher Sicht für den Bereich der Dualität sicherlich stimmt.)


Aber wie kommt es, dass Atheisten stets behaupten, sie würden keinen Gott sehen, während die Mystiker zu allen Zeiten, gleich ob islamische, christliche, jüdische oder hinduistische, immer sagten, sie könnten Gott immer und überall und in allem erkennen und sehen?

Anscheinend ist Gott also für die einen Menschen nicht sichtbar (und als Schlussfolgerung nicht existent), für andere hingegen ist Gott überall sichtbar.
Es ist also eine Sache des freien Willens und der persönlichen Haltung!

Einem Menschen, der Gott nicht sehen kann, wird man wohl niemals dazu bringen, Gott sehen zu lernen, weil er innerlich nicht WILL, also nicht bereit dazu ist; das heisst, wenn er es vorzieht, freiwillig "blind" zu bleiben und sich auf seine relative Verstandeskraft zu reduzieren.
(Man nennt diese Haltung philosophisch deswegen auch Reduktionismus.)

Und hier muss man klar unterscheiden, dass das, was ich als "solare Herzenserkenntnis" bezeichne, welche hierarchisch der mentalen Verstandesebene übergeordnet ist (Hierarchie = "Vorherrschaft des Heiligen"), nicht mit einer "lunaren" Gefühlsdusselei verwechselt wird.

Es geht letztlich wirklich nur um die eine Frage: Was ist absolut, und was ist relativ?

Diese Frage kann man letztlich nicht mit dem Verstand beantworten, da alle Gedanken relativ sind - und deshalb nur relative Teilwahrheiten erfassen können. Man kann den Verstand lediglich dazu gebrauchen, sich dem Wesen des Absoluten anzunähern, weswegen das Absolute letztlich immer das "Grosse Geheimnis" bleiben wird, wie es beispielsweise von den Sioux genannt wird.

Wenn man zunächst theoretisch davon ausgeht, dass es zahllose relative Wahrheiten gibt, aber nur eine einzige transzendentale absolute Wahrheit, kann man durch Vergleiche sämtlicher traditionaler mystischer und metaphysischer Philosophien aller Religionen aus allen Zeiten und allen Kulturen, auch aus den altheidnischen Religionen, letztlich immerhin zu dem verstandesmässig fassbaren - und auch durch Exerzitien individuell überprüfbaren - Schluss kommen, dass das Absolute die in sich selbst ruhende, unfassbare Transzendenz jenseits von Raum und Zeit ist, welche sich auch überall in der Immanenz erkennen lässt (wobei Immanenz nicht unbedingt in der Transzendenz vorzufinden ist), deren ewiges Wesen offenbar reinste, bedingungslose Liebe ist, aber auch der Ursprung allen Lebens sowie Licht und Gnade.

Da das Absolute absolut ist, gesteht es seiner individuellen Teilwesen (untrennbare Seelen) einen absoluten freien Willen zu, der dazu befähigt, wissentlich oder auch unbewusst Fehler zu begehen.

Aber das Absolute wäre auch nicht absolut, wenn es nicht auch zumindest zu einem Teil eine relative Dualität umfassen würde, in welcher es seinen individuellen Wesensteilen, welche ihrerseits qualitativ, aber nicht quantitativ eins mit dem Absoluten sind, einen absoluten freien Willen zugesteht, der dazu befähigt, wissentlich oder auch unbewusst Fehler zu begehen; wobei das Absolute selbst das höchste allumfassende Individuum ist, in welchem sich die Geschöpfe wie Bakterien oder Zellen frei bewegen.
Einheit in der Vielheit, doch gleichzeitig Vielheit in der Einheit.

Den im Absoluten durch anhaltende Emanation erschaffenen Teilbreich der relativen Dualität zeichnet sich durch Zeitlichkeit (und Vergänglichkeit!) und Räumlichkeit aus, wobei es den individuellen (d.h. von der Transzendenz "unteilbaren"!) Seelen selbst überlassen ist, inwiefern sie sich mit der relativen Dualität identifizieren, wobei das Relative ebenfalls eine Form von Realität darstellt, wie auch die transzendentale Realität.
Nur die irrtümliche Identifikation mit der relativen Dualität, also mit der scheinbaren zeitlichen und räumlichen Gebundenheit sowie dem Gefühl der "Getrenntheit", bedeutet "Maya" (Sanskrit für Illusion), - und nicht, dass das Relative insgesamt von grundauf eine Täuschung sei.

Doch als Konsequenz für unsere Identifikation mit der relativen Dualität haben wir "teuer" zu bezahlen, da wir hier (und auch nach dem relativen "Tode" im relativen sogenannten "Jenseits") uns mit Gottes "gnadenlosen" Gesetzen der Kausalität und der Resonanz, mit dem sogenannten Karma, herumzuplagen haben.
Das ist mit "Gottes Zorn" im heiligen Koran gemeint! Die "Hölle" bereiten wir uns selbst durch unser eigenes Karma.

Aber nicht nur in der biblischen Karma-Lehre, sondern auch im nordisch-germanischen Heidentum ist deshalb oft von "Schuld" die Rede. Die Norne Skuld knüpft die Schicksalsfäden für unsere karmische Schuld, die wir mit all unseren Gedanken, Gefühlen und Taten unentwegt begehen, für welche wir jedoch kausal in der Zukunft zu haften haben, bis sie "gesühnt" und transzendiert ist.


Hier beginnen die tausend verschiedenen Wege der Mystik, bei der es um Selbsterkenntnis geht, und damit letztlich gleichzeitig um Gotteserkenntnis.
"Gnóthi sauton", also "Erkenne dich selbst", war am Giebel des heidnischen Apollon-Tempels zu Delphi der genauso scheinbar "simple" wie entscheidende Hinweis, das Göttliche und Absolute in sich selbst (und auch ausserhalb) zu suchen.

Das geht nur durch die Unterscheidung zwischen dem Absoluten und dem Relativen. Dabei stellt der Verstand, der wie die Gefühle dem relativen Bereich der Dualität angehört, unentwegt Stolperfallen. Täglich wird man mit Ideologien konfrontiert, in welchen scheinbar die Welt und der ganze Kosmos plausibel erklärt werden -, seien es nun religiöse, politische, kulturelle, wirtschaftliche oder wissenschaftliche Ideologien, welche also immer nur der relativen Dualität entsprechen.

Doch hinterher zieht man los, um alle anderen Menschen, welche nicht an dieselbe "logische" Ideologie und scheinbare "Wahrheit" glauben, oder noch schlimmer: diejenigen "feindlichen" Menschen, welche sich sogar dazu "erdreisten", die gegenteilige Ideologie zu vertreten, umzubringen.

Wer hat Recht? - All diejenigen, die sich allein auf den Verstand berufen oder gar auf verabsolutierte Ideologien, haben ganz sicher NICHT Recht.
Das unergründlichen Wesen des Absoluten kann nicht durch ein menschliches Gehirn verabsolutiert werden!

Das Absolute, jenseits von Raum und Zeit, war nämlich schon immer und wird immer sein - und zwar JETZT.
Für das Absolute, für die transzendentale Realität, findet die fernste Vergangenheit und die fernste Zukunft genau JETZT statt. Dieses paradoxe Mysterium wird sich dem menschlichen Verstande immer entziehen.

Deshalb geht es in weltweit allen mystischen Philosophien um die Loslösung vom falschen, vom relativen Ego.
Das Ego ist die illusorische Identifikation mit dem Verstand, mit den Gefühlen, mit der Vergangenheit, mit der Zukunft, mit räumlicher und zeitlicher Gebundenheit jedweder Art.
Die älteste Bedeutung des lateinischen Wortes "persona" ist bezeichnenderweise "Maske". Die irrtümliche Identifikation mit dem Ego macht den Menschen erst zu einer "Person", zu einer Maske!

Es schmerzt dem eigenen Ego, sich von ALLEM zu trennen, was es ein Leben lang (und auch schon in den vorherigen Inkarnationen) gelernt hat zu glauben, was man sei - oder was man nicht sei.

Der mittelalterliche Philosoph Meister Eckhart erfand für diesen Weg, sich von seinem Ego zu lösen (was den meisten modernen Menschen unvorstellbar oder gar unsinnig erscheinen mag), das deutsche Wort "Entwerdung": Durch die meditative und kontemplative Entwerdung wird man nicht länger, sondern man will ja sein Werden loswerden!

Das ist der Grund, weshalb ich selbst während ich hier schreibe ziemlich aufpassen muss, dass ich mich nicht in eine Form von Ideologie zu verrenne - oder gar eine neue Ideologie zu erschaffe.
Denn es geht genau um das Gegenteil: den Kopf frei zu machen von ALLEN Ideologien!


Der grosse Neuplatoniker Plotin erklärte den Ursprung des Bösen folgendermassen: Das Böse sei die Matrix der Materia auf der untersten Hypostasenstufe, welche letztlich durch das eigene falsche Ego hervorgerufen wird.
Das bedeutet im Klartext: Wir sind - aus radikalster mystischer Sichweise - für alles Böse in dieser Welt selbst verantwortlich!

Schon mancher Weise sagte zu Recht: Wer die Welt zum Guten hin verändern möchte, sollte bei sich selbst beginnen.

Heute glaube ich: Diese scheinbar einfache Weisheit, ist sogar unsere einzige Möglichkeit, die Welt wirklich zu verändern!

Und so ist auch die islamische Sufi-Mystik ein INNERER Weg, bei welchem das Äussere kaum eine wirkliche Rolle spielt, - ganz im Gegensatz zum exoterischen "normalen" Islam, besonders bei jenem der modernen Fundamentalisten, bei denen das Äussere, die Form, das "Gesetz", alles zählt, aber nicht das Innere, was aber deren freier Wille ist.

Unterscheidung zwischen dem Absoluten und dem Relativen, Loslösung vom falschen Ego, Selbsterkenntnis, Gotteserkenntnis jenseits von Raum und Zeit: das sind die Schlüssel, welche zu einem hellwachen, klaren und frohen Bewusstsein im HIER und JETZT führen.

Sogar während der Ausübung von Tätigkeiten und beim Werk stets in sich selbst heiter und stoisch gelassen ruhend, - selbst dann noch, wenn die Welt in einer kataklyptischen Apokalypse einem um die Ohren herum in die Luft fliegt!
Der gottesbewusste Mystiker lässt sich in hellwacher und kristallklarer Gelassenheit von so etwas Relativem wie einem Weltuntergang nicht aus der Ruhe bringen!

Dazu bedarf es einer Kleinigkeit, welche alle alten Religionen kannten, auch das alte germanische Heidentum; etwas, das jedoch heute bei den modernen Menschen ganz und gar verpönt ist: Demut.
Nur durch das Üben tiefer, innerer Demut kann die Loslösung vom relativen Ego - und dadurch Selbsterkenntnis erlangt werden.
Darum heisst es gegenüber dem Absoluten nicht: "Mein Wille geschehe", sondern völlig zu Recht: "DEIN Wille geschehe!"
Das falsche Ego ordnet sich der transzendentalen Wahrheit unter. Und zwar JETZT, auf dass wir transzendentales Bewusstsein JETZT in diesem Augenblicke erlangen mögen!

Und ich bekenne mich selbst gleich in mehrfacher Hinsicht karmisch für schuldig, dass ich mit diesem Text - und mit diesem ganzen Faden überhaupt - leider in mehrfacher Hinsicht gegen das Gebot der Demut verstossen habe.


Die folgenden Verse hatten wir zwar schon einmal, aber es kann nicht schaden, sie noch einmal hier abschliessend anzufügen:


Die Welt ist wirklich; nur Wirkliches allein
Bringt Wirkliches hervor, Gott muss drum wirklich sein.

Die Welt ist Leben; nur Lebendiges allein
Kann Leben wirken, drum muss Gott lebendig sein.

Der Geist des Menschen denkt; nur Denkendes allein
Kann Denken schaffen, Gott muss also denkend sein.

Des Menschen Willen will; nur Wollendes allein
Kann Willen wirken, Gott muss selber wollend sein.


(Aus: Friedrich Rückert, "Die Weisheit des Brahmanen")



*kehrt zurück zur (squirting) Quelle :P*

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Beitrag von Isidor Meinhard » 28.08.2010, 08:12

In diesem Text steht zwar nichts, was Sie nicht schon anderorts bereits erwähnt haben, aber dennoch bietet er eine gute Zusammenfassung und macht, wie bei Ihnen eigentlich üblich, Spass zu lesen. Da Sie das Ding um 8:48 gepostet haben, würde ich gerne wissen, wann Sie denn heute etwa aufgestanden sind? :D

(stösst mit Ju-Hu an mit... Sie wissen schon...)

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Ge
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Beitrag von Ge » 28.08.2010, 11:26

oh mein gott ... hihihi ... es soll blos nicht aufhören!

juuuuhu! wären sie so freundlich auch die sache mit dem ersten papst und die bedeutung des umgedrehten kreuzes für katholiken einwerfen? :mrgreen:

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Beitrag von Der Theurg » 28.08.2010, 18:18

Aber das wissen doch schon alle ganz kleinen Black Metaller, dass sie mit ihren Petruskreuzen ihre tiefe schwarzkatholische Verbundenheit zum Vatikan zum Ausdruck bringen.

Kein Zweifel! Durch die Erfindung des Black Metals wurde die ganze Metal-Szene heimlich vom Opus Dei unterwandert!
Zuletzt geändert von Der Theurg am 01.09.2010, 10:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Dr. Acula » 28.08.2010, 18:24

Pfluddrig schisse!

Sohravardi
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Beitrag von Sohravardi » 31.08.2010, 14:53

Dem was Juhu schreibt ist ja alles mehr oder minder zuzustimmen, ich würde aber darauf acht geben, sich nicht zu sehr an Frithjof Schuon anzulegen, der das Bhakti-Element überbebwertet hat, und der sich weiterhin in mehr als einer Hinsicht von seinem "Lehrer" René Guénon abwandte...

In Sachen Transzendez macht Guénon eine klare Unterscheidung zwischen "mystique" und "réalisation métaphysique", erstere gehört zum Bereich des sentimentalen, letztere dem des initiatischen, also überrationalen und eben metaphysischen. Die Mystik wird vor allem durch Passivität ausgezeichnet, die wahre Initiation durch eine aktive Bewusstwerdung höherer Seinzustände... Der wahre Sufismus selbst kennt diese aktive Bewusstwerdung, und erreicht diese erst einmal durch die "Einweihung" als solche, also durch die Silsilah, welche den Beginn der "Arbeit" darstellt; der Rest muss durch einen "effort strictement personnel" erlangt werden; und der Susfismus bietet hierzu einige Unterstützungsmittel an, die diesen Prozess vereinfachen und beschleunigen können.

Das Ziel dieser "Arbeit" ist Identifikation durch Erkenntnis; das niedere "Ego" wird nicht aufgelöst, sondern viel mehr sublimiert, das heißt in seine wahre Wirklichkeit zurückgeführt; dies mittels des transzendeten Intellekts, der ratio superior, wie man in der Scholastik sagen würde, oder der "buddhi", wie im Samkhya-Yoga, welches das Ich, konditionierter Seinzustand, mit dem Selbst, Quelle aller Seinszustände, verbindet.

Molla Sadra Shirazi, einer der größten Metaphysiker der schiitischen Gnosis, die eine Form der islamischen Gnosis außerhalb des Sufismus repräsentiert, dessen Werk uns durch den franzöischen Heidegger-Uebersetzer, Orientalisten und Gnostiker Henry Corbin zugänglich wurde, spricht von vier Reisen: Die erst führt von der Welt der Kreatürlichkeit zu Gott (die Erkenntnis aller Stufen des Seins von der materiellen bis zur übersinnlichen), die zweite Reise verläuft in Gott (die Erkenntnis der Essenz Gottes selber, also des nicht zu defnierenden Absoluten), die dritte ist das Pednant zur ersten, die Rückkehr zur Welt, aber nun mit Gott, in dem er das Mysterium der Kosmogonie kennenlernt, die vierte ist die Reise in der kreatürlichen Welt selbst mit Gott.

Hier werden die Etappen einer traditionalen Initiation dargelegt, die die Erkenntnis des Absoluten, aber auch die Rückkehr zur Welt kennt.

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Beitrag von Der Theurg » 04.09.2010, 10:51

Das sind alles in allem wirklich vortreffliche Anmerkungen und Überlegungen.

Nur kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen, was an Bhakti schlecht sein soll. Dieser Begriff aus dem Sanskrit wird zumeist nur sehr ungenau mit "Hingabe" übersetzt, wobei er in Wahrheit zugleich auch "Liebe zu Gott" bedeutet.

Durch aktive Hingabe im täglichen Leben schafft man kristallklares Bewusstsein für die Gegenwart, womit jegliche Art von Tätigkeit transzendiert, ein unmittelbarer Bezug zum Absoluten jenseits von Raum und Zeit geschaffen sowie das relative Ego von seiner Identifikation mit seiner Denksubstanz (Sanskrit: çitta) geläutert werden kann.

Daher scheint mir Bhakti bei näherer Betrachtung ein zutiefst aktiver und solarer Weg zu sein, der heutigentags auch noch eine ausserordentlich grosse heroische Herausforderung darstellt, da man auf diesem Wege die irrige archetypische Idee des falschen Egos, welches glaubt, durch Selbstaufgabe und durch den Ausbruch von der Anhaftung an die räumliche Form und die Zeit einem scheinbaren "Tod" zu verfallen, zu überwinden hat.

Es ist also genau das Ego, welches durch intellektuelle Überlegungen Bhakti sowie jeglichen Gegenwartsbezug als scheinbaren "Feind" betrachtet, weil das Ego glaubt, dass man nur durch "heroische" Verstandeskraft eine "siegreiche" Erlösung finden könne.
Das ist jedoch der grosse Irrtum, an welchem die Menschheit des Kali-Yugas leidet.

Bhakti kann unmittelbar zu transzendentaler Selbsterkenntnis, zur inneren Gnosis und Gotteserkenntnis, und zur Überwindung des Ego führen. Diese aktive Hingabe mit absolutem hellwachen Gegenwartsbezug ist eine von mehreren gültigen Deutungsebenen, welche meines Erachtens durch das Altarbild der Mithras-Mysterien dargestellt wird. Mithras wendet nicht zuletzt deshalb seinen Kopf immer ab, um sich nicht mit seinem falschen Ego zu identifizieren.

Mir gefällt hingegen der Gedanke, dass das Ego nicht aufgelöst, sondern sublimiert und in die transzendentale Realität zurückgeführt werden soll. Ein ganz anderer Umgang mit dem Ego wurde bei den Katharern praktiziert, welche aggressiv die "Zerstörung" des eigenen Ego anstrebten. Ob diese zerstörerische Form in letzter Konsequenz wirklich erstrebenswert ist, wage ich jedoch aus verschiedenen Gründen zu bezweifeln.

Von den von Molla Sadra Shirazi, der mir bisher nicht bekannt war, formulierten "vier Reisen", erinnern die ersten drei an die von Plotin dargelegte neuplatonische Erkenntnis-Dialektik. Und die "vierte Reise" entspricht letztlich dem hermetischen Ziel, wie es u.a. auch von Julius Evola dargelegt wurde, welches ich als "Lohengrin-Prinzip" zu bezeichnen pflege: Das vollständig vom Ego geläuterte Urlicht der transzendentalen Gotteserkenntnis wird auf dem umgekehrten Weg durch alle Hypostasen-Stufen wieder in die Relativität und Immanenz gebracht.


Hier noch einige interessante Überlegungen von Meister Eckhart zur Umgehung der Gedankenfallen des Egos:

"Wir haben gelegentlich gesagt, dass der Mensch so leben sollte, dass er weder sich selber noch der Wahrheit noch Gott lebte. Jetzt aber sagen wir's anders und wollen weitergehend sagen: Der Mensch, der diese Armut haben soll, der muss so leben, dass er nicht einmal weiss, dass er weder sich selber noch der Wahrheit noch Gott lebe; er muss vielmehr so ledig sein alles Wissens, dass er nicht wisse noch erkenne noch empfinde, dass Gott in ihm lebt; mehr noch: er soll ledig sein alles Erkennens, das in ihm lebt. Denn, als der Mensch im ewigen Wesen Gottes stand, da lebte in ihm nicht ein anderes; vielmehr, was da lebte, das war er selber. So denn sagen wir, dass der Mensch so ledig sein soll seines eigenen Wissens, wie er's tat, als er nicht war, und er lasse Gott wirken, was er wolle, und der Mensch stehe ledig."


Und als heidnische Ergänzung Plotin:

"Der Eine selbst ist nichts und bedarf, um Er selbst zu sein, nicht der Totalität; sondern nimm alles andere weg, wenn du Jenen aussagen oder Seiner inne werden willst. Hast du nun alles weggenommen und nur Ihn selbst belassen, so suche nicht danach, was du Ihm beilegen könntest, sondern danach, ob du vielleicht etwas ncoh nicht von Ihm weggenommen hast in deinem Denken."


Vielleicht sind die Worte des hl. Bernhard de Clairvaux für manchen klarer:

"Was ist Gott? Er ist Länge, Breite, Höhe und Tiefe."

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Beitrag von marinetti » 09.09.2010, 13:32

Hier wiedermal der Beweis. Die Wurzeln des Metal liegen im Oströmischen Reich. Heil Dir Pantekrator! Heil Byzanz!

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Beitrag von Dr. Acula » 09.09.2010, 17:57


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Beitrag von marinetti » 09.09.2010, 18:53

Nein! *schiebt den byzantinischen Riegel dem Islam vor*

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Beitrag von Der Theurg » 10.12.2010, 17:55

Das Missverständnis - nicht nur mit dem Sanskrit-Begriff Bhakti, sondern auch mit dem deutschen Wort Hingabe -, scheint darin begründet zu sein, dass heutzutage darunter zumeist nur eine Form von "Unterwürfigkeit" verstanden wird.

Ich hingegen wende das Wort Hingabe immer nur im Sinne von "Gegenwärtigkeit" und "hellwache Aufmerksamkeit" an (hic et nunc), also mit einem unbedingten heroischen und solaren Bedeutungsgehalt.
Zuletzt geändert von Der Theurg am 11.12.2010, 17:46, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Dr. Acula » 10.12.2010, 18:01

Fakt ist, wer SO aussieht:

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kann gar nicht erleuchtet sein...

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