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Islamische Sufi-Mystik und Derwische

Satanismus, Christentum, keltische und nordische Religionen sowie die zugehörigen Mythologien!

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Beitrag von Der Theurg » 30.01.2012, 22:09

Falsch. Es gilt das Unterscheidungsprinzip nach den neuplatonischen Hypostasenstufen. Das Exoterische, also das äusserlich Sichtbare, steht für überhaupt nichts.

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Beitrag von exorientelux » 30.01.2012, 22:12

Nun, es steht doch für etwas. Das Selbstbild einer Weltreligion.

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Beitrag von Der Theurg » 30.01.2012, 22:16

Auf Selbstbilder, gleich welcher Art, braucht man niemals einzugehen, da sie nicht aussagekräftig sind. Was zählt, ist der Bezug zum Absoluten, also jenseits von Raum und Zeit.

Da spielt es keine Rolle, ob die mehrheitlichen Massen irgendeiner Religion irregeleitet sind und selber nicht verstehen, worum es in ihrem Glauben eigentlich gehen sollte, oder nicht.

Nur die ursprüngliche metaphysische IDEE dahinter zählt.


Die Verfälschungen und Missverständnisse sind ein Zeichen der Zeit.

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Beitrag von exorientelux » 30.01.2012, 22:21

Du verrennst dich da im Schönreden einer faschistischen Ideologie. Allerdings ist dieser Faschismus nicht für den Menschen.

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Beitrag von Der Theurg » 30.01.2012, 22:31

Was daran faschistisch sein soll, dass ich mit philosophischer Hilfe aus grauester Vorzeit versuche, Heiden, Juden, Christen, Hindus, Schintos, Schamanen und andere miteinander gleichberechtigt auszusöhnen, ist mir schleierhaft.

"Faschistisch" ganz sicher nicht, aber eines stimmt: in diesem modernen Zeitalter, welches von blindem Hass und von Zwietracht und intellektueller Oberflächlichkeit beherrscht wird, ist es zumindest tatsächlich reaktionär, sich um Frieden und gegenseitiges Verständnis auf höchster spiritueller, ganzheitlicher Ebene einzusetzen. Sofern man "reaktionär" mit "jenseits von Raum und Zeit" übersetzt.

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Beitrag von Der Theurg » 30.01.2012, 22:42

Um es mit dem Alchimisten Jakob Böhme (1575-1624) zu sagen:

"Wahrlich es ist nur ein Gott: wenn aber die Decke von deinen Augen gethan wird, dass du ihn siehest und erkennest, so wirst du auch alle deine Brüder sehen und erkennen; es seyen gleich Christen, Juden, Türken oder Heiden. Oder meinst du, dass Gott nur der Christen Gott sey? Leben doch die Heiden auch in Gott: Wer recht thut, ist ihm angenehm."

"Es ist die grösste Thorheit in Babel, dass der Teufel hat die Welt um die Religion zanckende gemacht, dass sie um selbstgemachte Meinung zancken, um die Buchstaben; da doch in keiner Meinung das Reich GOttes stehet, sondern in Kraft und der Liebe."


Ausserdem sollten wir uns frei machen von SÄMTLICHEN Ideologien. Täglich sollte man sich reflexiv selbst hinterfragen, ob man nicht wieder unbewusst irgendeiner neuen Ideologie anhaftet, und wenn ja, dann sollte man sich sofort - so gut es geht - innerlich frei davon machen!

Aber letzten Endes darf dieser stetige Kampf in einem selbst gegen sämtliche Ideologien nicht zu einer Art von neuer Ideologie verkommen! Hier ist Gegenwärtigkeitsbewusstsein sowie die innere Ausrichtung auf das Absolute jenseits von Raum und Zeit gefragt.

(Jegliche Anhaftung an Räumlichem und Zeitlichem bedeutet letztlich ja eine sinnlose Reduktion auf das Formlose und Abstrakte.)


Übrigens geht es keineswegs um eine synkretistische Vermischung verschiedener Traditionen auf der exoterischen Ebene! Wer diese Ausführungen hier als ein Aufruf zum Synkretismus versteht, hat noch nicht begriffen, um was es wirklich geht: Allein um den esoterischen Kern, das Herz!

Die verschiedenen äusseren Religionen sollen ihre verschiedenen Dogmen behalten. Diese interessieren uns nicht.

Eigentlich ist dieser anti-synkretistische und anti-ideologische Weg wirklich am besten durch das neuplatonische Hypostasenmodell (welches letzten Endes ebenfalls relativ ist) anschaulich zu machen.

Aber es ist eigentlich viel einfacher, als es sich hier vielleicht anhören mag. Um sich von der ganzen räumlichen und zeitlichen Anhaftung freizumachen, also auch vom herrschenden Zeitgeist, braucht es anscheinend paradoxerweise "ebenbürtige", scheinbar "komplexe" Gedankengänge. Am Ende muss man aber erkennen, dass das alles eben überhaupt nicht komplex ist, ganz im Gegenteil!
Man macht sich ganz einfach FREI von allem!
Es ist der demütige Versuch, innerlich ins Sattya-Yuga zurückzukehren.
(Ohne innere Demut läuft letzten Endes gar nichts.)

Und "neu" ist das alles auch nicht. Ich kaue hier lediglich durch, was seit Aberjahrtausenden zahllose andere Religionsphilosophen in allen Kulturen bereits durchgekaut haben. Ich bringe hier keinen einzigen neuen Gedanken.


Ein älterer Herr sagte mir einmal mitten in einer Stadt neben einer dichtbefahrenen Strasse:
"Das Paradies? Wir sind ja hier und jetzt schon im Paradies! Man muss nur die Augen aufmachen und den Blick für die verborgene Realität schärfen!"

Er meinte wirklich das himmlische, das göttliche Paradies, in welchem wir alle uns schon befänden! Vielleicht genügt wirklich nur ein winzig kleiner Bewusstseinswandel, hinweg vom ideologisch verblendeten modernen Menschen, der sich mit seiner eigenen falschen "Maske" identifiziert, und wir erkennen dann kristallklar hier und jetzt das Paradies in uns und um uns herum?


Mehr davon vielleicht ein andermal, sofern jemand Interesse daran haben sollte. Vielleicht ist ja irgendjemand nun sogar so weit von diesen Themen angeregt, dass er/sie es wagen will, sich - entgegen dem Zeitgeist - mit dem eigenen Inneren und der wirklichen Realität auseinanderzusetzen.

Ansonsten soll es damit belassen sein.

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Beitrag von Inversus » 31.01.2012, 09:01

exorientelux, verbringen Sie mal weniger Zeit auf www.pi-news.net.

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Beitrag von exorientelux » 31.01.2012, 19:02

Keine Ratschläge von Idioten bitte.

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Beitrag von Nargash » 02.02.2012, 03:54

Werter Ju-Hu,

ich kann mir sicherlich sehr gut vorstellen, wie es sein muss, in einem Forum wie diesem, Religionen aus philosophischer Sichtweise zu betrachten, diese den dementsprechenden Beitragslesern und Diskussionsbeteiligten verständlicher zu machen und Licht in eventuell(!) falsche Sichtweisen und unbeleuchtete Gedankengänge zu bringen.

Ohne jegliche Ironie vermag ich zu sagen, dass mir das Lesen des bisher von Dir Geschriebenen Freude bereitet und dass ich all dies schon mit einem gewissen Interesse verfolge.

Die Philosophie als solche scheint mir (wenn auch nur in einer für mich laienhaften Anwendung) eine gute Sache zu sein, mit Hilfe derer man vielleicht eher in der Lage zu sein vermag, sich die richtigen Fragen zu komplexen Themen stellen zu können, anstatt sich durch ein Übermaß an irreführenden Informationen in einer sich ständig anzweifelnden gedanklichen Sackgasse zu bewegen und das Vorankommen seiner selbst und seiner Gedanken damit zu blockieren.



Dennoch möchte ich gern dazu folgendes loswerden.

So gut und auch intellektuell relativ hoch angesiedelt Dein Wissen auch sein mag: Sich vorrangig darauf zu konzentrieren die Grundideen einer Religion zu erkennen und zu verstehen, sowie auf aktuelle Geschehnisse einen Bezug darüber herzustellen, das erscheint mir nicht immer der sinnvollste Weg in der Bewertung jener aktuellen Themen.

(Ich denke jetzt einfach mal laut und gebe mich der üblichen simplen Spepsis hin.)

" Sicherlich kann man die Geschehnisse, die Menschen und deren Religion, im Falle eines Konfliktes, von oben betrachten und sagen: IM GRUNDE sind beide Völker ja ganz lieb und friedvoll und EIGENTLICH sind beide Religionen total klasse und beinhalten NUR gute Dinge. Naja... EVENTUELL gibt es da ein paar KLEINE ABWEICHUNGEN. Aber WENN sich die Menschen an das Gute in ihrem Glauben und in ihrer selbst erinnern, DANN finden sie ihren Frieden und leben wieder in Harmonie zusammen. (...)

Man erinnert an diese oder jene Glaubensgrundsätze und an die vielen wundervollen Dinge, welche schon in grauer Vergangeheit geschaffen wurden und an den einstigen geistigen und materiellen Wohlstand. Man zitiert längst verstorbene Gelehrte und Heilige und untermauert damit das ganze Glaubenssystem von damals. Man redet von Frieden auf der Welt und das in jedem Menschen ein guter Kern vorhanden ist, welcher sich bei starkem Glauben an sich, an die Liebe und die guten Grundsätze seiner Religion wieder zum alten Glanze hervorhebt und neu erstrahlt.

Doch dann sieht man auf die Straße oder schaltet den Fernseher an und sieht Blut, Mord, Gewalt, Betrug, Verrat, Verblendung und allerlei sonstigen Kram. (...) "



Versteh mich bitte nicht verkehrt. Mir liegt nichts daran die von Dir geschrieben Dinge ins Negative zu ziehen und anderen madig zu machen, denn vom Grundsatz her kann ich Dir sicher bei einigen Dingen zustimmen.
Dies sind einfach nur ein paar Gedanken, die mir während des Lesens Deiner Beiträge in den Sinn kamen.

Ich behaupte nicht, Du würdest hier und da falsch liegen und dass, im Gegensatz dazu, meine Äußerungen auch nur im Ansatz irgendeiner Wahrheit unterliegen würden. Vielleicht liege ich damit auch völlig daneben und bin auch nur einer von vielen, die den inneren Kampf um die freien Gedanken schon lange verloren haben, die im Kampf gegen Verblendungen und Irreführungen gefallen sind und die ihre ganze Kraft im Streit um Trugschlüsse und Unwahrheiten verschwenden.

Die dunkle Seite der Macht kann sehr verführerisch sein und eine starke Faszination ausüben. :tuefel 2:

Wie auch immer. Man kann sich auch schnell im Pro/Contra-Spiel verrennen und den Blick fürs Wesentliche verlieren, wenn man versucht zu tief in die Materie einzudringen. Dabei sei aber erstmal dahingestellt was "das Wesentliche" überhaupt ist.

Dennoch kommen mir seltsamerweise u.a. die oben angeschnittenen Punkte gelegentlich mal in den Sinn, wenn ich Leute über Religionen und die Wo kommen wir eigentlich her?-Frage philosophieren höre.
Auch sehr amüsant für mich ist, wenn ich jemanden auf WARUM-Fragen, zwecks diversen grausamen Menschentaten, den Satz Gottes Wege sind unergründlich! sagen höre und dies in dem Moment das mehr oder weniger einzige Argument ist, welches er zur Verbindung mit dem Gottesplan herausbringt. Aber naja... Lassen wir das mal lieber damit sein.

Kleine Menschen, kleine Geister, k(l)eine Meinungen...




@Inversus
Wie wäre es denn damit, wenn DU lieber mal weniger Zeit auf www.schwermetall.ch verbringst ??

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Beitrag von Nargash » 02.02.2012, 04:04

Nur mal so am Rande. Ist mir eben erst aufgefallen: :)
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Beitrag von Der Theurg » 03.02.2012, 19:12

Vielen herzlichen Dank, Nargash, für die Überlegungen und Einwände.

Zunächst einmal: Schon wieder Werbung für Muslimas? Uiuiui, das wär wohl was für mich... :P

Ausserdem besitze ich seit vielen Jahren keinen Fernseher mehr, so dass ich nicht länger unter zumindest diesem Einfluss stehe.

(Nachrichten kenne ich bestenfalls aus den Zeitungen - oder oft überhaupt nicht mehr. In gewisser Weise bin ich stolz darauf, oftmals NICHT mit "Aktuellem" informiert zu sein - und völlig "uninformiert" sozusagen "ausserhalb" zu stehen. Ich halte mich diesbezüglich an Nicolás Gómez Dávila:
"'Aktualität' bezeichnet den Gipfel des Unbedeutenden.")


Ferner muss vielleicht mal grundsätzlich festhalten werden, was ich bisher offenbar zu wenig eindeutig getan habe, dass ich hier von einer qualitativ gänzlich anderen Form des Islams spreche. Darum auch der Titel "Islamische Sufi-MYSTIK und Derwische" - und nicht "Hurra, wir finden den 08/15-Islam der einfachen, uneingeweihten Massenmenschen toll".

Es besteht in JEDER Religion ein hierarchischer Unterschied zwischen der Exoterik, also der äusseren Religion mit den Dogmen und einer Theologie für die Massen, und der inneren Lehre der Philosophen, Asketen, Eremiten und Weisheitssucher. Man hat sich heutzutage darauf geeinigt, diese verborgene Esoterik, die NICHT für die Massen der normalen Gläubigen gedacht ist, einheitlich als Mystik zu bezeichnen; ferner (mit einem anderen Bedeutungsgehalt) als Metaphysik.

Die Lehrsätze aus der Mystik der meisten "verschiedenen" Religionen, welche stets nur von einzelnen Gottessuchern und -sucherinnen aufgestellt, aber niemals von den "offiziellen" theologischen Gremien verabschiedet wurden, ähneln sich in erschreckender Weise, so dass etliche Sätze von heidnischen, islamischen, christlichen, vedisch-hinduistischen und anderen Mystikern praktisch austauschbar sind! Die meisten Mystiker waren sich dessen zu allen Zeiten sogar bewusst, weswegen sie nach Möglichkeit innige, herzensoffene Freundschaften zu den Mystikern und Gottessuchern anderer Religionen pflegten.


Einige hierarchische Unterschiede zwischen Exoterik und Esoterik innerhalb einer jeden Religion:

Exoterik: Massenglauben, Dogmen, monistische Theologie, Verabsolutierungen von relativen Teilwahrheiten, eng gesteckte Religions- und Heilsziele, kein wirkliches Transzendenz-Bewusstsein.

Esoterik: individuell (d.h. im wörtlichen Sinne "atomos": unteilbar mit der Ganzheit), den Dogmen enthoben, keine Theologie (sondern höchstens eine Art von "Theosophie" im Sinne von Jakob Böhme [NICHT Blavatsky!!!], Meditation, Kontemplation, Gottesliebe, Demut, Erkenntnis von Transzendenz und Immanenz sowie der "Einheit in der Vielheit und der Vielheit in der Einheit" (wie der alte vedische Lehrspruch lautet); aber der Mystiker ANERKENNT die Exoterik und die Dogmen für die Massen, weil er darin verborgene Schlüssel zur Wahrheit erblickt, die für die normalen Gläubigen NICHT ersichtlich sind.

Diese Unterschiede gelten selbstverständlich auch für das germanische Altheidentum und das zumeist von jenem völlig verschiedenen Neuheidentum.

(Heidnische Exoterik: "Heil Wotan!" und "Odin statt Jesus!" herumbrüllen und dabei das Met-Horn schwingen, sowie bestenfalls niedere schamanistische Praktiken. Und auf der anderen Seite höhere philosophische heidnische Esoterik, welche den Rahmen hier sprengen würde; nur so viel: es geht häufig sehr stark in Richtung jüdische Kabbala, welche bekanntlich äusserst komplex ist.)


Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, welche zumindest auf Teilgebieten ihres Lebens als echte Mystiker gelten, aber andererseits einen unversöhnlichen Hass gegen eine andere Religion predigten, wie z.B. im 12. Jahrhundert der heilige Bernhard de Clairvaux gegen den Islam, weil der Islam nicht Gottes Dreifaltigkeit anerkennt und darum eine arianische "Ketzerei" sei.

(Auf der anderen Seite ist aus genau dem gleichen Grunde seit über tausend Jahren aus islamischer Sicht das Christentum eine "Ketzerei", da die Dreifaltigkeit die polytheistische Verehrung von drei verschiedenen Göttern beinhalte.
Wer hat nun recht? Der echte Mystiker sagt: "Beide!" - und hat damit die Theologen beider Seiten gegen sich, welche keine Nerven haben, sich die philosophischen Erörterungen des Mystikers anzuhören.)


Mein Ansatzpunkt zur Deutung der (vielschichtigen) inneren Lehre des Islams liegt bei Plotin und der neuplatonischen Lehre von der Emanation und der Involution, welche besagt, dass die ewige, aber formlose Materie sich vom Bewusstsein ableitet - und nicht umgekehrt, wie das die modernen Wissenschaftler nach ihren Glaubenssätzen unbewiesenermassen immer behaupten, sowie der neuplatonischen Lehre von den Hypostasenstufen, deren wichtigsten (aber nicht die einzigen) folgende sind:

Psyche (= die Seele)
Nous (= die Überseele, falsch mit "Geist" übersetzt, obwohl damit keineswegs die mentale Ebene gemeint ist)
Hen (der Eine, der sich selbst in der Ekstasis transzendiert und deshalb nicht identisch mit der Einheit der Vielheit ist)

Diese entsprechen den vedischen Sanskrit-Begriffen:

Atma (= die Seele)
Paramatma (= die Überseele)
Brahma (= der nonduale und energetische Advaita-Aspekt Gottes, aber noch nicht identisch mit Gott als Immanenz, nämlich Vishnu, und Gott als individuelle Transzendenz)

Diese Hypostasenstufen finden sich auch INNERHALB eines jeden Menschen, was alle Mystiker zu allen Zeiten betonten.


Grausame Menschentaten und überhaupt das Böse an sich, gleichgültig ob menschlichen oder nichtmenschlichen Ursprungs, ist selbstverständlich NICHT zu begründen mit jener hohlen Flosker von wegen "Gottes Wege sind unergründlich", wie das Theologen schulterzuckend zu tun pflegen.

Mystiker sind in der Regel eben KEINE Theologen (abgesehen von dem kompromisslosesten Jahrtausend-Philosophen Meister Eckhart) und haben deshalb sehr wohl klare Antworten auf die Frage nach dem Ursprung des Bösen. Ich habe schon mehrfach in diesem Forum, sogar in diesem Faden, den neuplatonischen Standpunkt nach Plotin dargelegt, aber ich tue es nochmals. Die Formel des Ursrpungs des Bösen (mit Ergänzung nach meinen heutigen Erkenntnissen) lautet:

Das Böse ist die Matrix der Materia auf der äussersten Hypostasenstufe, hervorgerufen durch die Identifikation mit dem relativen Ego.

So einfach soll es mit ALLEM Bösen in der Welt (und in einem selbst) sein?
- So einfach IST es!

Der neuplatonische Philosoph Boethius formulierte es in seinem Buch "Trost der Philosophie" ("Philosophiae consolatio") ganz radikal. Er hatte ja auch allen Grund dazu. Boethius war ein spätantiker, hochgebildeter und reicher Römer aus dem Senatorenstand, jedoch NACH dem Untergang des Weströmischen Reiches während der ostgotischen Herrschaft in Italien. Durch politische Verleumdungen geriet er bei König Theoderich dem Grossen in Ungnade, wurde in den Kerker gesteckt, an eine Halsfessel gekettet und schrieb den "Trost der Philosophie", ehe er um 524 hingerichtet wurde.

Dieses Werk steht noch auf höchstem antiken griechisch-römischen Bildungsstand und besticht durch die kristallklaren Gedankengänge und Worte, aufgelockert durch selbstgedichtetet Verse. Anstatt sich in dieser ausweglosen Situation im Kerker der Verbitterung hinzugegeben und dem Hass und Groll auf seine Denunzianten zu frönen, lernt Boethius im Zwiegespräch mit der Göttin Philosophia ähnliche Erkenntnisse, wie sie sich unabhängig davon teilweise in einigen vedischen Büchern (z.B. in der Bhagavad-Gita) und in den Erkenntnissen islamischer Sufi-Meister finden.

Durch lange Erörterungen kommt Boethius zum Schluss, dass das, wonach unbewusst alle streben, die Glückseligkeit ist, deren Merkmal die Selbstgenügsamkeit und dadurch wahre Macht ist, und welche identisch mit dem Guten und damit mit dem Besten ist, nämlich mit Gott .

Das Böse hingegen ist für Boethius ein "Nichts", da er dem Bösen jegliches Sein abspricht. Wer sich nämlich von seinem naturgegebenen Streben nach Glückseligkeit = das Gute = Gott lossage, habe sich von seinem eigenen Sein losgesagt, weswegen der Bösewicht auf Erden nur noch ein wandelnder Schatten in einem menschlichen Körper ist. (Damit hat Boethius um 800 Jahre teilweise bereits Dante vorweggenommen.)
Während derjenige, der nach wahrer Glückseligkeit strebt, diese auf jeden Fall auch erlangt, erlangt der Bösewicht am Ende zur Strafe nur seine eigene Nichtsnutzigkeit.
(Siehe dazu meinen uralten Karma-Faden in diesem Forum.)

So viel zum Bösen.


Wie unterscheidet sich nun aber die esoterische von der exoterischen Sichtweise im Islam?
Ein kleines Beispiel soll das (neben den bereits gegebenen) illustrieren:

Das islamische Glaubensbekenntnis, die Shahádah, deren erste Hälfte häufig auch als Dhikr benützt wird (Dhikr [arabisch] = Mantra, Japa-Yoga; z.B. für den Tasbih = Gebetskranz / islamischer Rosenkranz), lautet bekanntlich:

"Lá iláha illa 'Lláh / Mohammadun Rasúlu 'Lláh"

Das ist ziemlich schwer wörtlich zu übersetzen.
Ich selber würde es so sagen:
"Keine (anbetungswürdige) Gottheit (gibt es), sondern nur Gott; Mohammed ist der Gesandte Gottes."

Nicht nur die meisten Muslime, sondern auch die meisten Nicht-Muslime verstehen das ganz plump wortwörtlich im Sinne von: "Es gibt keinen Götzen neben Gott; und Mohammed ist sein Gesandter."


Der hohe eingeweihte Sufi-Meister Frithjof Schuon sagt dazu aber ganz etwas anderes, bzw. nicht etwas wirklich anderes, sondern wesentlich tiefschürfender:

"Der erste Teil der Bezeugung, welcher verneinend ist ("Es gibt keine Gottheit...") bezieht sich auf die Welt, welche sie auf das Nichts zurückführt, indem sie ihr alles Positive nimmt; der zweite, welcher bejahend ist ("...ausser Gott, Allah"), bezieht sich auf die absolute Wirklichkeit oder das Sein. Das Wort "Gottheit" (ilah) könnte man durch irgendein Wort ersetzen, das einen bejahenden Begriff enthält [...]

Anders gefasst, ist die Shahádah das Nebeneinanderstellen der Verneinung lá iláha (keine Gottheit), und diese Gegenüberstellung ist verbunden durch ein Wort, dessen erste Hälfte, die bejahend ist, sich unmittelbar auf Allah bezieht, und dessen zweite Hälfte, die verneinend ist, mittelbar auf die "Nichtwirklichkeit". Folglich gibt es in der Mitte der Shahádah gleichsam ein umgekehrtes Bild der Beziehung, die sie ausdrückt, und diese Umkehrung ist die Wahrheit, wonach die Welt die ihrer Stufe eigene Wirklichkeit besitzt, denn von der göttlichen Ursache kann nichts abgetrennt werden.

[...] Die Basmalah ist der "herabkommende" Strahl, und die Shahádah ist sein Inhalt, das waagrechte Bild, welches in der Welt die Wahrheit Gottes widerspiegelt; in der zweiten Shahádah (Muhammadun Rasúlu 'Lláh) spiegelt sich dieser senkrechte Strahl selbst wieder, die Projektion der Botschaft wird zu einem Teil der Botschaft.

[...] Wie die Basmalah, so hebt auch die zweite Shahádah die Verneinung auf, welche durch die erste Shahádah ausgesagt ist, die ihre "ausgleichende Dimension" oder ihre "Berichtigung" bereits in sich trägt, nämlich, symbolisch gesprochen, in dem Wort illá, aus dem das Mohammadun Rasúlu 'Lláh hervorgeht."

(Anm. von Ju-Hu: Mohammed gilt im Islam nicht nur als die historische Persönlichkeit im frühen 7. Jahrhundert, sondern symbolisch als "das Beste" in jedem einzelnen Mann und in jeder einzelnen Frau hier und jetzt, sozusagen als der gottesbewusste Anteil an der Überseele, der aber niemals um Segen angerufen wird, sondern stets vom Menschen aus gesegnet wird: "Mohammed, Gott sei seiner Seele gnädig.")

Die andere allerwichtigte Formel im Islam, die Anfangsworte des Korans, auch Basmalah genannt, lauten:
"Bismilláh Ar-Rahmám Ar-Rahím", bzw. "Bismilláh Ir-Rahmán Ir-Rahím", was bedeutet:
"Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen, des Allerbarmers".
(Das sind bereits drei der 99 Namen Allahs für den Tasbih...)

Frithjof Schuon sagt dazu:

"Die göttlichen Namen Rahmán und Rahím, beide abgeleitet von Rahmah, "Barmherzigkeit, Erbarmen", bedeuten die Gott innewohnende Barmherzigkeit (der erste) und Sein äusseres Erbarmen (der zweite). Der erste weist folglich auf eine unendliche Eigenschaft hin und der zweite auf eine unbegrenzte Manifestation dieser Eigenschaft. Man könnte auch jeweils so übersetzen: "Schöpfer aus Liebe" und "Erretter aus Erbarmen" oder, indem man ein Hadith zum Vorbild nimmt, sie folgendermassen erläutern: Er-Rahmán ist der Erschaffer der Welt, insofern, als er von vorherein ein für allemal die Lebensvoraussetzungen auf Erden bereitet hat, und Er-Rahím ist der Retter der Menschen, insofern, als er der Welt die Glückseligkeit des Jenseits gewährt oder insofern er hier auf Erden dazu die Keime anlegt oder die Wohltaten austeilt.

In den Namen Rahmán und Rahím steht die göttliche Barmherzigkeit dem menschlichen Unvermögen gegenüber, in dem Sinne, dass das Bewusstsein unseres Unvermögens zusammen mit dem Vertrauen das sittliche Gefäss ist, welches die Barmherzigkeit empfängt, Der Name Rahmán ist wie der lichte Himmel und der Name Rahím wie ein warmer Strahl, der vom Himmel kommt und den Menschen belebt."


Ich hoffe, dass mit dem Missverständnis, ich würde hier den normalen 08/15-Islam propagieren oder einen "Synkretismus" mit ihm anstreben, ein für allemal aufgeräumt ist!

Anscheinend muss ich noch einmal wiederholen, dass in vielen islamischen Ländern die Sufis und Derwische (Es gibt Tausende völlig verschiedene Sufi-Traditionen und -Orden!) als "Ketzer" verfolgt werden. In Saudi-Arabien darf man nicht einmal das Wort "Sufismus" aussprechen, da man andernfalls offenbar die Todesstrafe riskiert!

Aber auch etliche Mystiker aus anderen Religionen wurden diffamiert und verfolgt. Meister Eckhart, der ja schliesslich Magister der Theologie und Dominikaner war, verschwand beim zweiten Inquisitionsprozess gegen ihn selbst spurlos auf dem Weg zum päpstlichen Schiedsgericht nach Avignon. Danach war er offenbar tot. Die Umstände sind völlig unbekannt. Mehrere Sätze aus seinen Büchern wurden verboten, z.B. der aus dem Kontext gerissene typische Satz eines in Wahrheit demütigen Mystikers: "Ich bin Gott."
Ein Jahr später veröffentlichte der Papst eine Bulle, in der es anscheinend auf Lateinisch heisst, dass "es einen Magister der Theologie aus deutschen Landen gegeben hat, Eckhart des Namens, der mehr Wissen wollte, als man soll."

Auch der einfache Schuhmacher Jakob Böhme wurde Jahrhunderte später von den Obrigkeiten der evangelischen Kirche von Görlitz auf das Übelste diffamiert, mit einem Publikationsverbot belegt, seine Bücher eingezogen und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Böhme wurde noch auf seinem Sterbebett von den Vetretern der evangelischen Kirche quasi "zu Tode" verhört.

Das Tragische ist, dass sich all diese Mystiker NIEMALS gegen ihre eigene Religion stellten oder sie auch nur anzweifelten.
Warum?

Weil Mystiker in ihrer jeweiligen Religion MEHR aufgehen: inniger, leidenschaftlicher, lebhafter als normale Gläubige, und dadurch auf den Urgrund, bzw. Ungrund vorstossen!
Damit stossen Mystiker bei den Mitmenschen jedoch auf Unverständnis, können ihrerseits aber nichts Schlechtes an den äusseren Glaubensdogmen finden, da sie die Symbolik der äusseren Dogmen nicht von der theologischen, sondern von der individuellen philosophischen Erkenntnis des Mystikers aus beurteilen.

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Beitrag von 13 » 04.02.2012, 20:09

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Beitrag von Der Theurg » 04.02.2012, 20:36

:lol:

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Beitrag von Schlaf » 05.02.2012, 11:55

Ju-Hu, aus Gründen eines persönlichen Interesses würde ich Sie nach eingehendem Studium ihres jüngsten Beitrags hier fragen, wo oder ob Sie einen Unterschied zwischen den Begriffen und der Praxis der Exoterik und der Spiritualität sehen?

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort!

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Beitrag von Der Theurg » 05.02.2012, 16:27

Auch wenn ich den Begriff "Spiritualität" zuweilen selbst gebrauche, so handelt es sich dabei zugebenermassen lediglich um einen weit dehnbaren und ausgelutschten Begriff für sämtliche Dinge, die die Mystik oder die Metaphysik betreffen.

Statt Exoterik meinten Sie wohl eher Esoterik. Im Integralen Traditionalismus wird unter Esoterik von jeher etwas gänzlich anderes verstanden, als es im heutigen Sprachgebrauche und Verständnisse allgemein üblich ist, nämlich um den qualitativen, hierarchischen Unterschied zwischen Exoterik (äussere Lehre) und Esoterik (innere Lehre) kennzuzeichnen.

Dieser hierarchische Unterschied zwischen Exoterik und Esoterik war anscheinend auch Friedrich Nietzsche (der KEIN Atheist war!) bekannt; wenn ich mich recht entsinne, wohl in "Jenseits von Gut und Böse".

Die Anhänger-Scharen der Exoterik, die sich niemals selbst bewusst sind, dass sie dieser Kategorie angehören, würden die innere Lehre, also die Esoterik, niemals verstehen und haben dafür bestenfalls auch nur Kopfschütteln übrig. Jedoch darf der Mystiker oder Metaphysiker keinesfalls die Massen der Exoterik dafür verurteilen, sondern muss sich in Duldsamkeit und Nachsicht üben.


Ich bedauere ausserordentlich, dass es mich juckt, abermals dazu passende Aphorismen von Nicolás Gómez Dávila vom hehren Bäumelein der Reaktion herunterzuschütteln:

"Jene, die jegliche Metaphysik verschmähen, beherbergen insgeheim die allerplumpeste."

"Es genügt, eine Wahrheit zu äussern, um einen Dummkopf zum Lachen zu bringen."


Wobei sich Gómez Dávila viel schöner im spanischen Original liest.
Hier noch andere Aphorismen von ihm, die bei mir grad herumschwirren:

"No hay victoria espiritual que no sea necesario ganar cada día nuevamente."

"El alma que asciende hacia la perfección suele evacuar las bajas tierras conquistadas, donde se instalan diablillos subalternos que la ridiculizan y la empuercan."

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Beitrag von Troglodytron » 05.02.2012, 17:20

Schlaf hat geschrieben:aus Gründen eines persönlichen Interesses
Was für andere Gründe könnte man denn sonst haben?

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Beitrag von exorientelux » 05.02.2012, 19:15

Andere Gründe?

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Beitrag von Embalmed » 07.02.2012, 23:44

Der ehrenwerte Herr Ansgisel von Tannenburg täte besser daran eine neue CD zu machen anstatt hier allerlei Habakuk zu verBild

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Beitrag von Imperial Warcry » 08.02.2012, 10:44

:lol: :!:

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Beitrag von Eldain » 08.02.2012, 13:22

Ju-Hu hat geschrieben:...
Wenn der verborgene Schlüssel zur Wahrheit in den Dogmen für die Massen liegt, dann definiert sich die Wahrheit also über die soziale Interaktion in der Gesellschaft, welche diese Dogmen erschaffen hat und anerkennt. Wahr ist also, was die Masse für wahr hält?

Anderenorts wurde gesagt, dass sich die Erkenntnisse verschiedener Mystiker sich in erschreckender Weise ähneln. Das ist ein Indiz dafür, dass, egal aus welcher Gesellschaft, die Quintessenz der Erkenntnis, die aus den Dogmen extrahiert werden können, dieselben sind. Ist also die Schnittmenge aller Erkenntnisse DIE Wahrheit? Verändert sich die Wahrheit, wenn Dogmen zerfallen?

Der Mystiker meint in allem nur die „tiefere“ Bedeutung zu sehen, verunreinigt durch eigene Erkenntnisse. Die Kritik und die Zweifel eines Beobachters zweiter Ordnung werden also durch die bisherigen philosophischen Erkenntnisse des Mystikers gefiltert (wie es der menschlichen Wahrnehmung eigen ist. Nur erhebt der Mystiker den Anspruch auf die alleinige und allgemeingültige Urteilsfähigkeit). Keine Kritik und kein Zweifel zuzulassen heisst aber Stillstand und festgefahrene Schemata. Die strikte Trennung von Exo- und Esoterik, das heisst das Abheben des Mystikers von der von ihm anonymisierten und standardisierten Masse der „normalen Gläubigen“ ist zu einfach und mag dort funktionieren, wo entsprechende Traditionen die Konformität der Masse erzwingen. Verloren ist der Mystiker, wo pluralistische Gesellschaftsformen verschiedene Dogmen zu verwischen beginnen. Was bleibt den Mystikern übrig, als sich in reaktionärer Weise an die Vergangenheit zu klammern?

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