Wenn Schwermut eure Seele trübt, wenn Angst eure Brust verengt und ihr nicht mehr weiter wisst, wenn ihr den Drang verspürt euren Schmerz zu zelebrieren und ihr euch tief hinab in die beklemmende Schwärze eures Innern tragen lassen wollt, dann wird sie euch helfen, die "Stille": Nocte Obducta sind zurück.

Viel ruhiger als gewohnt geht es bei Nocte Obducta nun zu und her, dies verrät schon der Titel des mittlerweile bereits fünften Albums der Deutschen. Geblieben ist die ausgeprägte Theatralik und die metapherreichen lyrischen Kompositionen: Bilder von idyllischer Natur und Fantasie tragen wesentlich zu der geheimnisvollen und melancholischen Stimmung bei, die Nocte Obducta erschaffen.

Der andere Teil, der die Stimmung noch weiter dramatisiert, sind faszinierende Klänge und Melodien, die bei den ersten zwei Songs "die Schwäne im Moor" und "Töchter des Mondes" sehr ruhig, dafür umso emotionsgeladener gestaltet sind. Kaum etwas von Black Metal ist geblieben, es ist viel mehr düsterer Metal mit einigen gotischen Einflüssen, das die vier kreativen Köpfe entworfen haben. Sie können aber auch anders: Neben sauberem Flüstergesang, gewinnt Gekreische und auch leichtes Grunzen im zweiten Teil des Silberlings an Bedeutung. "Der Regen" und "Vorbei" sind dann auch instrumental heftiger: Melodische Death Metal Einflüsse und die Wurzeln der Band (Black Metal) werden deutlicher. Trotz einzelnen Knüppelpassagen bleibt aber auch hier die emotionsgeschwängerte Stimmung erhalten.

Insgesamt ist "Stille" ein wunderbares und ungemein spannendes Opus, das allerdings etwas kurz geraten ist. So ist das Spektakel nach etwas mehr als einer halben Stunde bereits wieder vorüber. Dennoch reicht diese halbe Stunde Nocte Obducta, um den Lauschenden in ihren Bann zu ziehen. Sie reicht auch, um folgenden Hinweis zu rechtfertigen: Suizidale Menschen horchen der "Stille" bitte auf eigene Gefahr...

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Supreme Chaos Records

Veröffentlichung

9/2003

Format

CD

Land

Genre

Dark Metal