Fabelwesen! - Seite 8 - Schwermetall

Fabelwesen!

Satanismus, Christentum, keltische und nordische Religionen sowie die zugehörigen Mythologien!

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Graf von Hindenloch
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Re: Fabelwesen!

Beitrag von Graf von Hindenloch » 08.06.2021, 13:48

DER BIERMOLCH...

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Bereits im 16. Jahrhundert gab es den Aberglauben, ein Brauer würde mehr Bier verkaufen, wenn er den Galgenstrick und den abgetrennten Daumen, oder nach einem Text aus dem Jahr 1713 das „membrum virile“ ( :lol: ), eines Gehängten in das Fass lege. Noch Heinrich Heine erwähnte in seinen 1855 vollendeten Memoiren die „Hexenkunst“, dass der an einem Faden in das Fass gehängte abgeschnittene Finger eines Gehenkten das Bier vermehren und wohlschmeckender machen würde.

Die Beschaffung der für diese Praktiken benötigten Körperteile war bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts durch die in der Öffentlichkeit praktizierten Hinrichtungen mit anschließendem manchmal längeren Hängenlassen der Leiche möglich.

1873 musste sich dann in Ravensburg ein Braumeister in der Zeitung gegen die Beschuldigung verteidigen, einen Biermolch zu halten.

Die Wasseralfinger Schlegelbrauerei braute Erzählungen zufolge bis zum Ersten Weltkrieg mit Hilfe von Biermolchen.

Laut Michael Buck handelt es sich bei den Legenden über das sagenhafte Tier um einen Aberglauben schwäbischer Bauern, wonach der Biermolch „von schlechten Brauern im Lagerfass gehalten wird, alles Bier sauft, wieder von sich gibt und durch sein Gift berauschend macht. Bei diesem Geschäft wird der Molch 7–9 Pfund schwer“. Das vorrangige Ziel des Einsatzes eines Biermolches sei es gewesen, den Verkauf des Bieres zu beeinflussen, womit der Molch zu den zahlreichen Zaubern gehört, mittels derer Bier vor Hexerei bewahrt oder wohlschmeckender erhalten werden sollte.

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von Dr.Gonzo » 23.06.2021, 13:35

Die Gonz'sche Hosenschlange

Bei der Gonz'schen Hosenschlange handelt es sich um ein Uraltes und mystisches Wesen, dessen vermeidliche Existenz in der Folklore Mitteleuropas seit Äonen überliefert wird. Es soll sich dabei um ein bis zu mehreren duzend Metern grosses, Wurm oder Schlangenartiges Fabelwesen handeln.
Das Wesen soll grösstenteils Menschen Meiden und nur getrieben von seiner Erlösungsbedürftigkeit, einsame Frauen in der Nacht heimsuchen.

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Ein Weiblicher Homo sapiens mit einem Miniaturnachbau einer Gonz'schen Hosenschlange

Gonz'sch Hosenschlagen wurden besonders wegen ihrer besonderen Heilkräfte geschätzt. Sitzt auf ihm eine Kranke, so stellt das Wesen zunächst fest, ob Heilung überhaupt möglich ist. Sollte das Wesen den Tod vorhersehen, so wendet es seinen Kopf und schaut die Kranke nicht mehr an. Wenn aber eine Heilung herbeigeführt werden kann, so schaut der Wurm der Erkrankten ins Gesicht und sondert aus dessen Kopfspitze ein heilendes Elixier ab. Sobald das Gesicht der Patientin mit dem Elixier bedeckt ist, verschwinden alle Krankheitserscheinungen sofort und diese Frauen gelten als von jeglichem Leiden geheilt.

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von Graf von Hindenloch » 23.06.2021, 15:30

Na ja... jeder muss ja in irgendwas gut sein... :roll:

Aber nun zurück zum Thema:

DER WRUKOLAKAS

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Der Ausdruck Wrykólakas bezeichnet im griechischen und salentinischen Volksglauben einen Vampir. Ursprünglich slawischer Herkunft bezeichnete er einen Werwolf.

Nach dem griechischen Volksglauben führte ein frevelhafter Lebenswandel, die Exkommunikation, der Abfall vom orthodoxen Glauben, die Bestattung in ungeweihter Erde, besonders aber der Verzehr von Fleisch eines vom Werwolf gerissenen Schafes dazu, dass ein Mensch nach seinem Tod zum Wrykólakas wird. Nach bestimmten Vorstellungen verwandelte sich auch ein getöteter Werwolf in einen mächtigen Vampir, der dabei die Fangzähne, behaarten Handflächen und die glühenden Augen des Werwolfs übernimmt. Der Wrykólakas klopfte nachts an die Haustür und rief die Bewohner beim Namen. Wenn er beim ersten Mal keine Antwort bekam, ging er vorbei, ohne Schaden anzurichten. Daher antwortete man in bestimmten Gebieten erst beim zweiten Mal auf Klopfen oder Rufen. Opfer des Wrykólakas wurden selbst zu Vampiren. Da ein solcher Blutsauger immer mächtiger wurde, wenn er ungehindert seinem Treiben nachgehen konnte, musste dem verdächtigen Leichnam so schnell wie möglich der Garaus gemacht werden. Traditionelle Methoden waren das allseits bekannte Pfählen, Enthaupten, Ausreißen des Herzens mit anschließendem Aufkochen in Essig und das Verbrennen des Leichnams. Dabei wurden auch die von ihm befallenen Opfer wieder vom Fluch der untoten Existenz befreit.

Im griechisch-orthodoxen Ritus war es üblich, nach 40 Tagen das Grab eines Verstorbenen zu öffnen und im Beisein des Priesters zu überprüfen, ob die Verwesung so weit fortgeschritten war, dass mit einer Rückkehr des Toten als Vampir nicht mehr zu rechnen war. Schien die Verwesung jedoch nicht eingesetzt zu haben, galt der Leichnam nach allgemeiner Überzeugung als vom Teufel besessen und musste daher vernichtet werden. Als unverweslich galt jeder Tote, der nicht erlöst werden konnte. Es wird häufig berichtet, dass die orthodoxe Kirche diesen Volksglauben ausgenutzt habe, um die Gläubigen vom Übertritt zum Islam abzuhalten. Die Furcht, nicht erlöst werden zu können, beherrschte die Menschen auf dem Balkan.

Die merkwürdige Begriffsverwirrung ist bedingt durch die Übernahme des slawischen Wortes "vurkudlak", das übersetzt "Wolfspelz" bedeutet und auch bei den Serben, Makedoniern und Bulgaren inzwischen die Bedeutung von "Vampir" angenommen hat, zuweilen aber auch den Werwolf bezeichnet. Hintergrund ist der europaweit verbreitete Volksglaube, dass ein Mensch, der zu Lebzeiten andere in Gestalt eines Werwolfs schädigte, unerkannt blieb und nicht bestraft wurde, nach seinem Tod als Vampir wiederkehren oder als Nachzehrer aus dem Grab heraus die Lebenden schädigen werde, wenn nicht entsprechende Maßnahmen zum Bannen oder Vernichten des Unholds ergriffen wurden. Das ursprüngliche griechische Wort für Werwolf lautete "kallikántsaros", während der häufig in der Literatur gefundene Begriff "lykanthropos" (wörtlich: "Wolfsmensch") nur in der Gelehrtensprache, etwa bei den Medizinern, vorkam. Ein urgriechischer Begriff für Vampir, der aus der Zeit vor der Übernahme des slawischen Wortes datiert, ist nicht bekannt, was zu der Annahme geführt hat, die Griechen hätten den Vampirglauben erst durch den Kontakt mit den einwandernden Slawen angenommen. Bislang brachten alle Versuche, die unterschiedlichen Wurzeln des griechischen Vampirglaubens zu ermitteln, keine befriedigenden Erfolge. Es ist jedenfalls nicht gesichert, dass andere blutsaugende Wesen, die uns aus der antiken Mythologie bekannt sind, als Vorläufer der Vampire zu sehen sind, denn es handelt sich bei ihnen um Dämonen (Lamien oder Empusen) und nicht um wiederkehrende Tote, also menschliche Wesen. Sie haben daher einen anders gelagerten mythischen Hintergrund, auch wenn einige der ihnen zugeschriebenen Eigenschaften mit denen der Vampire verschmolzen sind.

*alles selber gewusst

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von vampyr supersusi » 23.06.2021, 23:51

Das ist ja totaler Wahnsinn, Graf *wusste das alles überhaupt nicht*! Ich muss jetzt nur versuchen, mir diesen griechisch-slawischen Namen zu merken, aber das war gerade auf jdF total spannend zu lesen!
:D

Dann ist dieser Mythos wahrscheinlich auch der Ursprung, von der Verbindung zwischen Vampiren und Werwölfen (über die mir bis jetzt noch niemand eine so genaue Auskunft geben konnte). Mega.
:teufel 6:



Und LOOOL@Hosenschlange, Gonzo *hat sich eben davor auf jdf noch halb krank gelacht*. :lol:


(ich hab auch wieder was in Arbeit, wird aber noch nicht fertig heute Nacht)

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von Graf von Hindenloch » 24.06.2021, 13:10

vampyr supersusi hat geschrieben:
23.06.2021, 23:51
(ich hab auch wieder was in Arbeit, wird aber noch nicht fertig heute Nacht)
Ja, es ist immer eine saumässige Arbeit, nicht...?

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von vampyr supersusi » 24.06.2021, 16:15

Ach nein, Arbeit eigentlich nicht (weil dazu macht es viel zu viel Spass :Engel: ). Aber es braucht auf jdF Zeit, das stimmt und man muss auf jdF auch INSPIRIERT dazu sein in dem Moment (ohne Inspiration werden meine Texte sonst immer so grässlich, dass das wahrscheinlich kein Mensch freiwillig lesen würde).

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von Graf von Hindenloch » 29.06.2021, 11:53

DER LINDWURM VON LAMBTON...

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Der Lindwurm von Lambton (engl. Lambton Worm) ist eine Volkssage aus Nordostengland. Sie handelt von einem Lindwurm, der das Dorf Lambton in der damaligen Grafschaft Durham heimsuchte. Die Sage ist eine der bekanntesten und detailreichsten britischen Drachensagen und wird in zahlreichen Märchenbüchern, einer Oper, einem Film und einem Volkslied behandelt. Auffallend im Vergleich zu anderen Drachensagen Großbritanniens sind die starken religiösen Elemente dieser Erzählung.

Die Sage erzählt von dem jungen John Lambton, Sohn des Herrn von Lambton. Dieser angelt, entgegen dem Sabbatgebot, an einem Sonntag am Wear. Da er dabei kein Glück hat, beginnt er, lauthals zu fluchen, worauf er eine seltsame, wurmartige und ekelerregende Kreatur fängt. Verwirrt ob seines Fanges ist John unschlüssig, was er mit dem Wesen tun soll. Obwohl ihm ein alter Mann rät, den Wurm zu behalten, kann sich der Junge aufgrund der Hässlichkeit seines Fangs nicht dazu überwinden und wirft ihn stattdessen in den Dorfbrunnen.

Während der junge Lambton das Ereignis über die Jahre vergisst, wächst der Wurm im Brunnen zu einem Lindwurm heran, bis er eines Tages den Brunnen verlässt und auf einer Insel im Wear (in anderen Versionen auf einem Hügel am Ufer) Unterschlupf findet, wo er tagsüber haust. Nachts verlässt die Kreatur die Insel jedoch, um die Milch der Kühe zu stehlen, Schafe zu fressen und Frauen und Mädchen zu jagen. Daraufhin erinnert sich der junge Herr von Lambton seiner Tat und versucht, diese auf einem Kreuzzug im Heiligen Land abzubüßen. Der Lindwurm wächst jedoch weiter und wütet auf den Ländereien. Schließlich bedroht er gar die Burg Lambton, wo sich der alte Herr von Lambton und die Burgbewohner nur dadurch zu helfen wissen, dass sie dem Lindwurm jede Nacht die Milch von neun Kühen anbieten, um ihn zu besänftigen. Zwar versuchen zahlreiche Ritter und Drachentöter, das Untier zu erschlagen, haben jedoch allesamt keinen Erfolg, da sich abgeschlagene Körperteile stets aufs Neue zusammenfügen.

So wütet der Lindwurm von Lambton sieben Jahre lang in der Umgebung von Washington, bis der junge Herr von Lambton vom Kreuzzug zurückkehrt und seine Heimat verwüstet und verlassen vorfindet. Er begibt sich zur Burg, wo er seinen Vater um Vergebung bittet. Dieser vergibt ihm, mahnt ihn jedoch, das von ihm heraufbeschworene Unheil zu beenden, und schickt ihn zu diesem Zweck zu einer Hexe. Diese weist ihn an, eine stachelbewehrte Rüstung anzulegen und dem Lindwurm so gegenüberzutreten, und verspricht ihm, er werde siegreich sein. Gleichzeitig mahnt sie ihn, als Opfer das erste Wesen zu erschlagen, dem er nach seinem Kampf mit dem Ungeheuer begegnet, sonst würde ihn ihr Fluch ereilen und für neun Generationen würde keiner der Herren von Lambton eines friedlichen Todes sterben. Der junge Lambton schwört dies und vereinbart mit den Burgbewohnern, auf sein Signal hin seinen Jagdhund zum Tor hinauszuschicken, wenn er zurückkehrt.

Anschließend begibt er sich in der Stachelrüstung auf die Insel im Wear und tritt dem Lindwurm entgegen. Dieser versucht ihn mit seinem Leib zu erdrücken, wodurch sich die Stacheln der Rüstung in sein Fleisch bohren. Das so geschwächte Ungetüm kann der junge Lambton mit seinem Schwert in zwei Teile schlagen und so töten, dass der Fluss die Körperteile hinwegträgt, ohne dass diese sich zusammenfügen können. Anschließend watet er zurück an Land und bläst sein Horn als Signal. Sein Vater vergisst jedoch vor Freude die Abmachung und eilt ihm als erster entgegen. Da es der junge Lambton nicht übers Herz bringt, seinen Vater zu töten, erschlägt er zwar den Hund, wird aber trotzdem vom Fluch ereilt, ebenso wie die nächsten acht Herren von Lambton. Als letzter betroffener Nachfahr des Drachentöters wird üblicherweise Henry Lambton, Esq., Mitglied des britischen Parlaments genannt, der 1761 ums Leben kam.

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(da kein tatsächliches Bild gefunden wurde, wurde hier ein Typähnliches verw.)

Das Alter der Sage lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Vor ihrer Verbreitung in gedruckten Fassungen seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Erzählung mündlich überliefert. Daher lässt sich nicht belegen, wie lange die Sage vor den ersten Druckfassungen tradiert wurde. Im Gegensatz zu der häufig vorgebrachten Behauptung, die Geschichte sei über die Jahrhunderte im Wesentlichen unverändert überliefert worden, geht Jacqueline Simpson davon aus, dass die Geschichte über einen längeren Zeitraum mit immer neuen Ergänzungen angereichert und ausgebaut wurde. Der Kern der Sage, der Drachenkampf, stamme womöglich noch aus dem Mittelalter oder der Tudor-Ära, während sie den Fluch für eine deutlich jüngere Ergänzung hält. Leander Petzoldt datiert den Lindwurm von Lambton dagegen eher vorsichtig in das 18./19. Jahrhundert.

Der historische Kern der Geschichte ist ebenfalls unklar. Moses Aaron Richardson äußert eine ältere These, wonach in der Erzählung vom grausamen Drachen das Ereignis einer feindlichen Invasion symbolisch verarbeitet wurde. Vor ihm brachten schon C. Sharpe und W. Hutchinson diese Theorie vor – letzterer mit unverhohlener Skepsis. Ebenfalls ungewiss ist der Zeitraum, in dem die Sage spielt. Die Erwähnung der Kreuzzüge und einige modernere Elemente der Sage sprechen für das 13. oder 14. Jahrhundert. Der historische John Lambton, Ritter des Johanniterordens, lebte im 15. Jahrhundert. Da die mündliche Tradition bei der Überlieferung oft Ungenauigkeiten aufweist, spricht Moses Aaron Richardson von einem früheren Datum der Ereignisse. Gleichzeitig behauptet Richardson, dass die Lords of Lambton tatsächlich für neun Generationen eines gewaltsamen Todes starben, wohingegen John Timbs dem widerspricht.

Bei der Geschichte vom Lindwurm von Lambton handelt es sich um eine sogenannte Familiensage, die dem Geschlecht derer von Lambton, den späteren Earls of Durham, einen mythologischen Hintergrund verleiht. Gleichzeitig weicht die Geschichte aber auch vom Muster klassischer Familiensagen ab: Während diese zumeist die Gründung des jeweiligen Geschlechts aufgrund von sagenhaften Ereignissen erzählen und den Ahnvater mythisch überhöhen, lassen sich diese Elemente im Lambton Worm nicht finden. Der junge Lambton wird weder als besonders tugendhaft noch als Gründer des Geschlechts beschrieben. Auch die Tötung des Drachen erscheint angesichts der Verantwortung John Lambtons für das Unheil nicht als große Heldentat, sondern bringt noch einen Fluch mit sich. Zudem war das Geschlecht derer von Lambton bereits vor dem Handlungszeitraum der Sage eine angesehene Familie, deren Stellung nicht durch die Tötung eines Drachen begründet werden konnte.

Im Kontext der Sage wird meist auch eine handschriftliche Ahnentafel erwähnt, welche im Besitz der Familie Middleton in Offerton sei. Hier fände sich der eigentümliche Eintrag: "Johan Lambeton that slewe ye Worme was Knight of Rhoodes and Lord of Lambton and Wod Apilton efter the dethe of fower brothers sans esshewe masle." (dt. "John Lambton, der den Drachen erschlug, war Ritter von Rhodos und Herr von Lambton und Wood Appleton nach dem Tod von vier Brüdern ohne männliche Nachkommen.") Dieser historische John Lambton wird als Ritter von Rhodos, also als Johanniter bezeichnet; er lebte in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Ein anderer Ritter des Johanniterordens, der gut 100 Jahre vor John lebte, war Dieudonné de Gozon. Auch von ihm wird erzählt, dass er einen Drachen bezwang. Ob die Legende um Dieudonné de Gozon der Ausgangspunkt für die Sage von Lambton ist, muss nach heutiger Quellenlage allerdings Spekulation bleiben.

Eine andere Perspektive vertritt John A. Boyle. Er vergleicht John Lambton und andere historische Personen, von denen ein Sieg über einen Drachen oder eine Schlange erzählt wird, mit mythischen Drachentötern: Das babylonische Enûma elîsch einerseits berichtet, wie Marduk die schlangen- oder drachengestaltige Wassergöttin Tiamat besiegt und aus ihrem Körper die Welt erschafft. Im indischen Rigveda andererseits findet sich die Erzählung von Indra, er erschlägt den Vṛtra (auch "Ahi") und befreit dadurch das Element des Wassers, das der Schlangendrache zuvor gefangen hielt. Im Hinblick auf die Legende von Lambton folgert Boyle: "in bisecting the Worm Sir John is re-enacting the rôles both of Marduk and of Indra; he is at once a demiurge and a rain-god."

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The Lambton Worm ist geographisch sehr genau verortet. Das Dorf Lambton ist auch heute noch erhalten, zudem wurden im Lauf der Zeit vielen Schauplätzen konkrete landschaftliche Objekte zugeordnet. Teilweise sind diese Orte heute noch erhalten, einige existieren heute jedoch nicht mehr oder lediglich in einer anderen Form.

Der Hügel bzw. die Insel, auf der der Lindwurm von Lambton Unterschlupf suchte, wurde von der ansässigen Bevölkerung entweder im Penshaw Hill südlich des Wear oder, öfter, im nahe gelegenen Worm Hill bei Fatfield gesehen, einem von Menschenhand aufgeschütteten 153 m hohen Hügel nördlich des Flusses.

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Zwischen Wear und Worm Hill liegt der Brunnen, in dem der Lindwurm angeblich wuchs. Der steinerne Brunnen verfügte früher über ein Dach sowie einen eisernen Schöpfeimer und stand zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Ruf, ein Wunschbrunnen zu sein. Zu dieser Zeit fanden dort die Mitsommernachtsfeiern der Gegend statt.

Die Burg Lambton Hall der Sage ist nicht zu verwechseln mit dem heutigen Lambton Castle im County Durham. Letzteres wurde erst um 1800 erbaut, während die alte Burg bereits 1787 nicht mehr stand. Sie befand sich ursprünglich auf der rechten Seite des Wear, gegenüber dem neuen Anwesen. Auf Lambton Castle existiert eine Statue des John Lambton als Drachentöter, der in Stachelrüstung den Lindwurm erschlägt. Auch ein Stück „Drachenhaut“ soll hier früher aufbewahrt worden sein, ebenso wie der steinerne Trog, aus dem der Lindwurm die Kuhmilch trank.

Die Dorfkapelle, in der John Lambton nach der Sage seinen Eid schwor, existiert heute nicht mehr. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts war sie nur noch als Ruine erhalten. Sie soll eine Statue eines Mannes enthalten haben, der sich aus Fesseln befreit. Diese Statue wurde von der Bevölkerung mit dem Drachentöter aus der Sage assoziiert, obgleich sich dafür kein Hinweis an der Statue selbst oder in der Kirche fand

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Die Geschichte vom Lambton-Lindwurm war eine der beliebtesten Sagen in der Gegend von Durham. Robert Surtees (1779–1834), Historiker der Region, gab sie 1809 in einem Brief an seinen Freund Sir Walter Scott wieder. Einige Jahre später band er sie in den zweiten Teil seiner mehrbändigen Geschichte des Countys Durham ein. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde die Sage auch überregional äußerst populär. Unterschiedliche mündliche Traditionen wurden abgeglichen und kombiniert, und die Geschichte wurde in zahlreiche Märchen- und Sagensammlungen aufgenommen. Seitdem wurde die Erzählung vielfach adaptiert.

1867 schuf C. M. Leumane auf Basis der Erzählung ein Volkslied namens The Lambton Worm, das die Geschichte im Mackem-Dialekt des nordöstlichen Englands schildert und in Großbritannien weite Verbreitung fand. Dieses Lied ist heute das bekannteste über den Lindwurm, es finden sich aber bereits früher Gedichte, die den Stoff behandeln.
Robert Sherlaw Johnson als Komponist und Anne Ridler als Librettistin veröffentlichten 1978 die Oper The Lambton Worm. Der Horrorautor Bram Stoker verwendete einige Elemente der Legende in seinem Buch The Lair of the White Worm von 1911, das später als Der Biss der Schlangenfrau verfilmt wurde. In Thomas Pynchons Roman Mason & Dixon nimmt die Nacherzählung der Sage durch die Hauptfigur Jeremiah Dixon ein ganzes Kapitel ein. Auch in Comics wurde die Erzählung adaptiert. So schildert Jeff Smith in Rose, dem Prolog zur Bone-Reihe, einen ähnlichen Kampf mit einem Drachen. In Bryan Talbots Graphic Novel Alice in Sunderland wird die Sage vom Lindwurm, neben anderen Erzählungen aus dem Nordosten Englands, ebenfalls wiedergegeben.

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von vampyr supersusi » 08.07.2021, 13:00

Die Erdzwerge

Dvalin, Dvalinn oder Dwalin ist ihr Stammvater, und er ist der Sohn von Durin, dem Schlummernden (oder auch: dem Stillen), der der zweite Zwerg nach Modsognir war. Sein Name leitet sich ab von 'dvala', was neben 'verzögert' oder 'aufgehalten' auch 'trüben', 'wirbeln' 'stinken' oder 'Staub' bedeuten kann und ein Hinweis auf seine Herkunft aus der Erde ist, aus der er geschaffen wurde. Von ihm stammt die Gruppe von Erdzwergen ab, die durch das Gestein aus dem Inneren der Erde nach oben gestiegen sind. Dies ist in der Dvergatal, der Zwergenzählung der Völuspa näher beschrieben:
Zeit ist's, die Zwerge von Dwalins Zunft
Den Leuten zu leiten bis Lofar hinauf,
Die aus Gestein und Klüften strebten
Von Aurwangs Tiefen zum Erdenfeld.
'Lofar' bedeutet auch 'Handfläche' oder 'Fläche', in dem Fall 'Oberfläche' (und ist daher nicht ein weiterer Zwergenname, wie manche vermuten).

'Aurwang' oder altnordisch 'Aurvangar' bedeutet 'die unteren Felder', also ist es ein anderer Name für die Nidavellir von Svartalfheim, von denen die Zwerge stammen.

Man weiss über Erdzwerge, dass sie Ordnung mögen, und deswegen im Garten zum Beispiel Unrat beseitigen. Oder auch im Haus, nach alten Volkssagen, die über Heinzelmännchen berichten. Das hat etwas zu tun mit der wichtigsten von ihren Aufgaben:
Fialar und Frosti, Finnar und Ginnar,
Heri, Höggstari, Hliodolf, Moin.
So lange Menschen leben auf Erden,
Wird zu Lofar hinauf ihr Geschlecht geleitet.
Der Mensch macht Feuer. Und damit dieses nicht ausser Kontrolle gerät, gibt es die Zwerge, und die von Dvalins Zunft müssen daher auch uns dabei beobachten. Und korrigieren, deswegen räumen sie auf, zum Beispiel, um das Feuer nicht falsch zu füttern.
In der Natur erfüllen sie ja eine ähnliche Aufgabe, das geht aus der Alwissmal hervor.

In der deutschen Übersetzung der Alwissmal heisst es:
Sonne sagen Menschen, Gestirn die Seligen,
Zwerge Zwergs Überlisterin,
Lichtauge Joten, Alfen Glanzkreiß,
Allklar der Asen Freunde.
Da ist in der Übersetzung irgendwie ein Teil verloren gegangen, weil in der altnordischen Version heisst es:
Sol heitir meþ monnom,
enn svnna meþ goþom,
kalla dvergar Dvalins lęica,
eyglo iotnar,
alfar fagra hvel,
alscír asa synir.
Ich würde 'leica' jetzt von 'leikr' ableiten, was in dem Fall 'hüpfen', 'Spiel' oder 'Tanz' bedeutet. Die Zwerge nennen die Sonne also 'Dvalins Tänzerin', oder 'Dvalins Gespielin', weil sie das Feuer durch Wärme und Trockenheit schüren kann. Und Dvalin spielt oder tanzt mit ihr, bzw. mit ihren Strahlen, um wiederum das Feuer zu kontrollieren. Vielleicht wird deshalb der Skaldenmet, ein besonderer Honigwein, nach dessen Genuss ein jeder sehr gut dichten und singen kann, in der Skaldendichtung manchmal auch als 'Dvalins Getränk' bezeichnet.

Die Havamal berichtet noch, dass Dvalin die Zwerge die Runenkunde lehrte:
Runen wirst du finden und deutbare Stäbe,
[…]
und die hohen Ratenden schufen
und der Hropt den Ratenden ritzte.

Odin bei den Asen,
aber bei den Alben Dainn
Dwalinn bei den Zwergen,
Alswid bei den Riesen,
ich selbst ritzte einige.
'Hropt' bedeutet 'Ruf', in dem Fall der Ruf von der Quelle, von der die Ratenden, also die Wanen, ihre Kenntnisse erhielten, und an die anderen Wesen weitergaben.
Und Alswid bedeutet 'der Allweise', also Ymir, der der Yggdrasil innewohnt und dadurch Zugang zu der in der Quelle verborgenen Runenmagie besitzt (siehe ggf. hierzu meinen vorherigen Beitrag: Die weisesten der Riesen).


Ein Symbol für das Vorhandensein der Erdzwerge, das noch sehr lange existiert hat, ist der bekannte deutsche Gartenzwerg gewesen. Das war eines der letzten Rudimente der alten germanischen Kultur, bei den normalen Leuten, aber seit den 1980er Jahren gilt dieser als konservativ und ist dadurch heute ebenfalls fast in Vergessenheit geraten. Weil man die Verbindung zum Ursprung und das Bewusstsein darüber verloren hat.

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Re: Fabelwesen!

Beitrag von Graf von Hindenloch » 15.07.2021, 16:00

DIE KAMPE...

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Kampe (griechisch Καμπή eigentlich „Krümmung“, hier: „Raupe“) ist in der griechischen Mythologie ein weibliches Ungeheuer, das auf Befehl des Kronos die Kyklopen und Hekatoncheiren im Tartaros bewachte. Als Zeus die Hilfe der Eingekerkerten im Kampf gegen die Titanen benötigte, erschlug er die Kampe.

Eine phantasievolle Beschreibung des Ungeheuers findet sich in den Dionysiaka des Nonnos von Panopolis:

Kampe,
dieses in vielen Gestalten sich windende Untier. Wohl tausend
fremdartig sich von den Schlangenfüßen kriechend zur Höhe
reckende Wesen entfachten den Kampf in wildem Gewimmel,
spritzten ihr Gift in die Weite. Rings um des Ungetüms Nacken
sproßten fünfzig verschiedene Köpfe reißender Bestien,
brüllten zum Teil mit Löwenhäuptern, vergleichbar dem grausen
Antlitz der Sphinx, der in Rätseln sprechenden Jungfrau; zum andern
Teile versprühten sie Schaumflocken unter den Hauern von Ebern,
ähnelten beinahe völlig dem Anblick der Skylla mit ihrer
Meute aus zahlreichen Köpfen wild kläffender Hunde: Des Untiers
Körper erschien in der Mitte als doppelgestaltiges Mädchen,
trug statt der Haare ein dichtes Geflecht giftsprühender Schlangen;
ihr hochragender Leib, von der Brust bis zum Ansatz der Schenkel
voller hart starrender Schuppen, glich den Meerungeheuern
täuschend; die Klauen an ihren weithin sich spreizenden Händen
waren gekrümmt, so scharf wie eine gebogene Sichel;
oben vom Nacken herunter über den riesigen Rücken
kroch, an den Hals des Mädchens geklammert, sich frei um sich selber
drehend, ein großer Skorpion mit eisgehärtetem Stachel.
Derart vielfältig gestaltet, wand die Kampe sich vorwärts,
konnte das Festland, die Lüfte, die Tiefe der Salzflut durchstreifen,
konnte mit einem düsteren Schwingenpaar aufwärts sich heben,
dabei Unwetter bringen und wilde Orkane erregen,
eine schwarzflüglige Tartarosnymphe; flackerndes Feuer
ließ aus den Augen hervor in die Weite Funken verstieben.

(Dionysiaka, 18. Gesang. Verse 237–263. Übersetzung von Dietrich Ebener. Aus dem Gedächtnis rezitiert von Graf von Hindenloch)

Es wurde vermutet, dass die von Nonnos beschriebene Kampe eine umgestaltete babylonische Tiamat sei. Vermutlich wurde Kampe mit der Echidna identifiziert, der sie jedenfalls von der Beschreibung her ähnelt. Ihr Aussehen ähnelt einem Zentauren, nur ist sie weiblich und sitzt auf einem Drachen und um ihre Beine winden sich Schlangen. Genau wie die Medusa besitzt sie Schlangenhaare und wie diese trägt sie einen Gürtel aus lebenden Tieren, der sich andauernd ändert.

Im Lexikon des Hesychios von Alexandria (K.614) wird bemerkt, dass der Dichter Epicharmos die Kampe als ketos, also als Seeungeheuer bezeichnet hat.

Nach Diodor wurde Kampe nicht von Zeus, sondern von Dionysos erschlagen.

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