Das olle Nazipack

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Imperial Warcry
Halbgott
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Fritz Weitzel (eigentlich Friedrich Philipp Weitzel, * 27. April 1904 in Frankfurt am Main; † 19. Juni 1940 in Düsseldorf) war ein deutscher Politiker (NSDAP), Polizeipräsident und SS-Obergruppenführer.
Am 12. Mai 1932 war Weitzel an einem tätlichen Angriff auf den Journalisten Helmuth Klotz im Restaurant des Reichstages beteiligt. Weitzel wurde zusammen mit drei weiteren NSDAP-Abgeordneten für 30 Tage aus dem Parlament ausgeschlossen; die Sitzung musste abgebrochen werden, da sich die Ausgeschlossenen weigerten, das Plenum zu verlassen. Am 14. Mai wurde Weitzel wie auch die NSDAP-Abgeordneten Wilhelm Ferdinand Stegmann und Edmund Heines vom Schnellschöffengericht Berlin-Mitte zu drei Monaten Gefängnis wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung und tätlicher Beleidigung verurteilt.
Weitzel beteiligte sich auch persönlich an Verhören und Folterungen in der Phase der „Machtergreifung“, wie dies beispielsweise von Wolfgang Langhoff in seinem Buch Die Moorsoldaten geschildert wird. Die in der lokalen Geschichtsschreibung bekannte "Razzia von Gerresheim" am 5. Mai 1933 ging auf Weitzels Initiative zurück: Im Arbeiterquartier kam es zu äußerst brutalen Übergriffen durch Polizei, SS und SA; zahlreiche KPD-Mitglieder und Sozialdemokraten wurden gefangen genommen und öffentlich verhöhnt. Ab 1935/1936 bezog Weitzel eindeutige Stellung gegen den Katholizismus. Er verbot als Polizeipräsident Prozessionen und öffentliches Auftreten kirchlicher Gruppen in der Stadt und veröffentlichte eine Hetzschrift gegen katholische Priester und Ordensleute in der Phase der Sittlichkeitsprozesse gegen Ordensangehörige und Priester im Nationalsozialismus.

Ab 1938 wurde er von seinem Duzfreund Heinrich Himmler zum Höheren SS- und Polizeiführer „West“ (HSSPF) mit Sitz in Düsseldorf ernannt und hatte damit zeitweilig Zugriff auf über 200.000 Mann Polizei, SS und Sipo. Nach der Besetzung Norwegens durch deutsche Truppen wurde Weitzel im April 1940 HSSPF „Nord“ mit Sitz in Oslo. Sein Nachfolger als HSSPF West wurde der SS-Gruppenführer Theodor Berkelmann. Weitzel starb bei einem Luftangriff auf Düsseldorf, als er sich auf Heimaturlaub befand: In der Nähe des Martin-Luther-Platzes wurde der stark alkoholisierte Weitzel von einer Granate getroffen, nachdem er unvorsichtigerweise aus seinem Dienstwagen ausgestiegen war. Das Begräbnis in Düsseldorf war ein nationalsozialistisch inszenierter Trauerakt, an dem auch der Chef der Ordnungspolizei SS-Obergruppenführer Kurt Daluege, der rheinische Oberpräsident Josef Terboven und NSDAP-Gauleiter Friedrich Karl Florian teilnahmen. Die SS-Standarte 20 (Düsseldorf) erhielt schon zwei Tage nach Weitzels Tod, am 21. Juni 1940, durch Führerbefehl den Ehrennamen SS-Standarte Fritz Weitzel. Weitzels Nachfolger als Polizeipräsident wurde sein Stellvertreter August Korreng, sein Nachfolger als HSSPF Nord wurde Wilhelm Redieß, der ebenfalls in Düsseldorf Dienst in der 20. SS-Standarte getan hatte.
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Graf von Hirilorn
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Heinrich Josef Reiser war ein deutscher SS-Offizier sowie Mitarbeiter der Geheimen Staatspolizei und des SD. Von 1950 an war er Geheimdienstmitarbeiter der Organisation Gehlen und des daraus entstandenen Bundesnachrichtendienstes.
1931 wurde Reiser Mitglied der SS (SS-Nr. 21.844) und am 1. Februar 1932 der NSDAP (Mitgliedsnr. 887.100). Aus der Kirche trat er aus.Am 20. September 1933 wurde er als arbeitsloser SS-Mann der Politischen Polizei, der späteren Gestapo, in Stuttgart als Hilfspolizist zugeteilt. Damit begann Reisers „eigentliche Karriere“, so der Historiker Michael Stolle, da „er es rechtzeitig verstanden hatte, im krisengeschüttelten Deutschland auf das richtige Pferd zu setzen“
Ab Mitte 1943 bis 1945 war Reiser Leiter des Sonderkommissariats Reiser, mit dem er gegen eine Widerstandsorganisation von sowjetischen Zwangsarbeitern vorging. Dabei kam es zu „brutalsten Folterungen“und „Sonderbehandlungen“, also der Ermordung von Zwangsarbeitern. Kurz vor Kriegsende war er noch wenige Monate in einer Volksgrenadier-Division, mit der er 1945 in französische Kriegsgefangenschaft geriet.
Direkt nach seiner Freilassung wurde Reiser Anfang April 1950 von Alfred Benzinger für die Organisation Gehlen (OG) angeworben (als V-2629, Decknamen Hans Reiher, Hans Roesner, Hugo Reger, Hugo Hoss, Hans Reichardt). Nach Außen hin trat er als Industriekaufmann und Elektriker auf. Innerhalb der OG war Reiser bei der Karlsruher Generalvertretung L beschäftigt. Zunächst Ermittler, wurde er später stellvertretender Leiter einer Zweigstelle und leitete ab Februar 1957 eine eigene Ermittlergruppe in Stuttgart
Er findet auch (versteckte) Erwähnung beim norwegischen Neonazi Varg Vikernes, in dessen Musikstück "Han som reiste"
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Bernard Gui
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Johann von Leers, auch Johann-Jakob von Leers (* 25. Januar 1902 in Vietlübbe, Mecklenburg[1]; † 5. März 1965 in Kairo; mit zahlreichen Pseudonymen nach 1945) war ein deutscher NS-Publizist und Jurist.
Von 1926 bis 1928 arbeitete er im Auswärtigen Amt, als Kulturattaché für den Fernen Osten, wo er damit begann, sich intensiv mit der „Judenfrage“ zu beschäftigen. Die Menschheit müsse vor der „Versklavung durch die Juden“ gerettet werden. Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst kehrte Leers auf das stark verschuldete Familiengut Vietlübbe zurück, konnte aber dessen Konkurs und Verlust, für den er „die Juden“ verantwortlich machte, nicht verhindern.
1930 bis 1931 war von Leers in der SA. 1932/33 war er Bundesschulungsleiter des NSDStB.[4] Im April 1933 führte er eine deutsche Delegation an, die an einer Konferenz des International Students Service an der Universität Leiden teilnahm. Kurz vor Schluss der Konferenz ließ der Rektor Johan Huizinga ihn zu sich rufen und stellte ihn zur Rede, da er eine antisemitische Broschüre von Leers zu Gesicht bekommen hatte, unter dem Titel Forderung der Stunde: Juden raus! Hierin wurde behauptet, dass Ritualmorde von Juden an Christenkindern auch zu jener Zeit eine Gefahr darstellten. Als Leers sich zu diesem Werk bekannte, sich aber herausredete, dass es eine ohne sein Wissen wiederaufgelegte Version sei, bat ihn der Rektor abzureisen und beendete das Gespräch, ohne Leers zum Abschied noch die Hand zu reichen.
Für seine antichristlichen Aktivitäten erhielt Leers Schutz von Rudolf Heß und Wilhelm Frick, traf aber auf die Gegnerschaft seines früheren Förderers Goebbels, der derzeit keinen Machtkampf mit den Kirchen wünschte. In der Folge befand sich Leers im gleichen ideologischen Lager mit Alfred Rosenberg und dem Bauernminister Walther Darré. Im Projekt „Koranstellen, die sich auf den Führer beziehen sollen“, als dem vorhergesagten Messias, 1943 angesiedelt im RSHA, Forschungsstelle Orient, kam es zu weiteren dokumentierten Kontakten zwischen Leers und Himmler
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gehörte er im Oktober 1933 zu den 88 Unterzeichnern des Gelöbnisses treuester Gefolgschaft zu Adolf Hitler.[13] Von 1933 bis 1945 war von Leers Autor zahlreicher NS-Propagandaschriften, darunter Juden sehen dich an (1933), Blut und Rasse in der Gesetzgebung (1936), Rassen, Völker und Volkstümer (1939) und als Übersetzer von Babylon unter Davidsternen und Zuchthausstreifen. Amerikanische Jugend von heute von Luigi Olivero (dt. 1944; aus dem Italienischen – Runge, Berlin).

Die in mittelgroßer Auflage produzierten Werke versuchten „das Weltjudentum“ zum Erbfeind und den Nazi-Mann zum Eros“ zu stilisieren. In Die Verbrechernatur der Juden schreibt er: „Judentum ist biologische Erbkriminalität, religiöser Synkretismus mit einem starken Anteil von Dämonenglauben. Wer gegen das Judentum kämpft, der ‚tut das Werk des Herrn‘ und kämpft einen Gotteskampf.“[
1950 floh er weiter über Hamburg nach Buenos Aires, wo er im deutschen Dürer-Verlag in Buenos Aires gemeinsam mit Dieter Vollmer als Verlagslektor wirkte; hier war er für das Buchprogramm und die Herausgabe der Zeitschrift Der Weg für die nazi-deutsche Minderheit in Argentinien mitverantwortlich, in der er bis 1955 weiter den Hass gegen die „Judentyrannei“ predigte.
1955 ließ von Leers sich in al-Maʿādī bei Kairo in Ägypten nieder (er wurde vom Mufti Mohammed Amin al-Husseini in Kairo persönlich begrüßt) und konvertierte 1957 vom Christentum zum Islam, wonach er sich Omar Amin von Leers[16] nannte. Der Islam war für ihn von jetzt an bis zum Tod „der einzige Retter der Menschheit“. Während seiner Zeit in Ägypten lernte er auch Ahmed Huber, einen vom Protestantismus zum Islam konvertierten Bankmanager und Journalisten aus der Schweiz, kennen.
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Imperial Warcry
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Karl Jäger wurde am 20. September 1888 im schweizerischen Schaffhausen geboren. Im Alter von drei Jahren kam er nach Waldkirch im Breisgau, wohin sein Vater als Musikschullehrer und Dirigent der Stadtmusik berufen worden war. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und erhielt mehrere Auszeichnungen. Im Jahr 1923 gründete er die Ortsgruppe Waldkirch-Breisgau der NSDAP (Mitgliedsnr. 30.988 laut Lebenslauf). Nach 1933 zählte er daher als „alter Kämpfer“ und wegen dieser Aktivitäten erhielt er nach eigener Aussage den Spitznamen „Waldkircher Hitler“. Jäger, der gelernter Orchestrionmacher war, wurde Mitinhaber und technischer Leiter der Orchestrionfabrik Weber in Waldkirch. Als das Unternehmen im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1931 in Konkurs ging, wurde Jäger arbeitslos. Er weigerte sich nach eigener Aussage, von der von ihm verachteten Weimarer Republik Arbeitslosenunterstützung zu beziehen. In den Jahren der Arbeitslosigkeit zehrte er sein ganzes Vermögen auf. In dieselbe Zeit fiel auch die Trennung von seiner Frau Emma; die Ehe wurde allerdings erst im Jahre 1940 geschieden. 1932 wurde er in die SS (SS-Nr. 62.823) aufgenommen. In der SS machte er bald Karriere.
Seit dem 23. September 1941 war er Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD für das Generalkommissariat Litauen mit Dienstsitz in Kaunas. Seine Dienststelle bestand einschließlich der Dolmetscher aus 141 Personen, die durch litauische Hilfspolizei unterstützt wurden. Bekannt wurde er durch den sogenannten Jäger-Bericht vom 1. Dezember 1941, in dem er detailliert die Zahl der getöteten Juden, Roma und Geisteskranken aufzählte und mit der Gesamtsumme von 137.346 konstatierte:

„Ich kann heute feststellen, dass das Ziel, das Judenproblem für Litauen zu lösen, vom EK. 3 erreicht worden ist. In Litauen gibt es keine Juden mehr, ausser den Arbeitsjuden incl. ihrer Familien.

Das sind

in Schaulen ca. 4.500
in Kauen " 15.000
in Wilna " 15.000.

Diese Arbeitsjuden incl. ihrer Familien wollte ich ebenfalls umlegen, was mir jedoch scharfe Kampfansage der Zivilverwaltung (dem Reichskommissar) und der Wehrmacht eintrug und das Verbot auslöste: Diese Juden und ihre Familien dürfen nicht erschossen werden! Das Ziel, Litauen judenfrei zu machen, konnte nur erreicht werden durch die Aufstellung eines Rollkommandos mit ausgesuchten Männern unter der Führung des SS-Obersturmführers Hamann, der sich meine Ziele voll und ganz aneignete und es verstand, die Zusammenarbeit mit den litauischen Partisanen und den zuständigen zivilen Stellen zu gewährleisten.“

Sein Einsatz für die SS und die Ziele des Nationalsozialismus und den dazugehörigen Massenmord an den Juden wurde von seinen Vorgesetzten lobend gewürdigt. So erhielt er vom Reichsführer-SS Heinrich Himmler 1937/38 den Totenkopfring der SS und später den Ehrendegen des Reichsführers-SS. Von Hitler wurde ihm das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse und 1. Klasse mit Schwertern verliehen.
Nach Kriegsende arbeitete Jäger offen, ohne seinen Namen zu verschleiern, als Landarbeiter in Wiesenbach bei Heidelberg. Später lebte er bis zu seiner Verhaftung auf dem Kümmelbacher Hof bei Neckargemünd. Gesucht wurde er von amerikanischen Fahndungsbehörden schon 1948 wegen Mordes. Aber erst im April 1959 konnte er identifiziert und verhaftet werden. Vor Gericht wurde Jäger jedoch nicht gestellt, da er sich während der Untersuchungshaft im Gefängnis Hohenasperg am 22. Juni 1959 erhängte.
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Graf von Hirilorn
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Gunter d’Alquen war ein nationalsozialistischer Journalist. Er trat schon mit 17 Jahren in die NSDAP ein und wurde später Mitglied der SS. Er stieg bis zum Dienstgrad eines SS-Standartenführers auf und war anfänglich Redakteur des Völkischen Beobachters. Ab 1935 trat er als Herausgeber der SS-Zeitschrift Das Schwarze Korps in Erscheinung.
Als Sprachrohr des Nationalsozialismus und Stimme der SS in der deutschen Presse griff d’Alquens Zeitschrift besonders Intellektuelle, Studenten, Freimaurer, bestimmte Wissenschaftler, aufsässige Geschäftsleute, Schwarzhändler, Kleriker und andere Vertreter der deutschen Gesellschaft an, die Himmlers Zorn erregt hatten. Mit seinem notorischen Antisemitismus sah sich das Schwarze Korps während des Zweiten Weltkrieges als moralische Instanz Deutschlands.
D’Alquen wurde ab September 1939 ein prominenter Kriegsberichterstatter der SS und zum Ende des Krieges von Himmler als Leiter der Propagandatruppe der Waffen-SS eingesetzt, die auf Grund ihrer herausragenden Leistungen für das Regime den Ehrennamen SS-Standarte Kurt Eggers erhielt.
Nach 1945 wurde d'Alquen, der bis zu seinem Tod jede Kenntnis der nationalsozialistischen Menschenvernichtung vor 1945 bestritt, in einem Spruchkammerverfahren zu einer zehnjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.
Er wurde für schuldig befunden, im NS-Staat eine bedeutende Rolle bei der Kriegspropaganda, Hetze gegen Kirchen, Juden und das Ausland gespielt und zum Mord aufgerufen zu haben. Nach weiteren Ermittlungen über d’Alquens Einkünfte aus dieser Tätigkeit wurde er im Januar 1958 zu einer weiteren Geldstrafe von 28.000 DM verurteilt.
Ende der 1950er Jahre wurde Gunter d’Alquen Gesellschafter der Weberei Krall und Roth in Mönchengladbach.
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Imperial Warcry
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Franz Murer (* 24. Januar 1912 in St. Georgen ob Murau; † 5. Januar 1994 in Gaishorn am See) war ein österreichischer SS-Führer. Er war einer der Hauptverantwortlichen für die Vernichtung der Juden in Vilnius und unter den Opfern als der „Schlächter von Vilnius“ bekannt.
Murer war der Sohn eines Landwirts. 1938, nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich, wurde Murer

[...]

Stellvertreter des Gebietskommissars Hans Hingst „zuständig für jüdische Angelegenheiten“. Vilnius, einst als „Jerusalem des Nordens“ bekannt, hatte eine jüdische Bevölkerung von 80.000 Personen, die während Murers „Zuständigkeit“ auf 600 sank. Er war für seinen Sadismus bekannt, da er es genoss, seine Opfer zu verhöhnen.
"Wenn Muhrer ins Ghetto kam und die jüdischen Werkstätten besuchte, befahl er allen Arbeitern, sich auf den Boden zu legen und wie Hunde zu bellen. Ende Dezember 1941 kam ein Befehl im Ghetto heraus, der den jüdischen Frauen verbot, ein Kind auszutragen. Muhrer kam in das Spital in der Straße Nr. 6 und sagte den jüdischen Ärzten, daß ein Befehl aus Berlin gekommen sei, der besagte, daß jüdische Frauen nicht mehr gebären dürften, und wenn die Deutschen erführen, daß eine Frau einem Kinde das Leben geschenkt hat, würde das Kind vernichtet werden. Sie sah, wie ein Deutscher das Kind hielt und ihm etwas unter die Nase schmierte. Sodann warf er das Kind auf das Bett und lachte. Als meine Frau das Kind vom Bett aufnahm, hatte es bereits schwarze Lippen."
Murer wurde eher zufällig 1947 festgenommen und es wurden Ermittlungen beim Landesgericht für Strafsachen Graz wegen seiner Tätigkeit als Gebietskommissar der Stadt Wilna vorgenommen. Murer gab in seinen Einvernahmen an, mit dem Ghetto und den Judenangelegenheiten niemals etwas zu tun gehabt zu haben. Murer wurde im März 1948 gemäß der Moskauer Deklaration, nach der nationalsozialistische Verbrecher am Ort ihrer Verbrechen anzuklagen seien, an die Sowjetunion überstellt, weil Vilnius inzwischen zur Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik gehörte. In Vilnius wurde er am 25. Oktober 1948 wegen der persönlichen Selektion von Juden (wobei er über 5000 in den Tod geschickt haben soll) und wegen der Erschießung von zwei Jüdinnen vom litauischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

1955 wurde Murer entsprechend den Vorgaben des Staatsvertrages an Österreich übergeben. Von der österreichischen Justiz wurde Murer nicht weiter verfolgt. Erst 1962 kam es nach juristischer Intervention von Simon Wiesenthal zu einer neuerlichen Verhaftung und einem Prozess in Graz, der am 19. Juni 1963 mit einem Freispruch endete, was von einem Teil der österreichischen Öffentlichkeit bejubelt wurde. Der Prozessverlauf schlug zu einem Tribunal gegen die überlebenden Opfer um, Beobachter berichteten, dass „die Söhne des Angeklagten jüdische Zeugen verhöhnten“. Im Prozess sagten prominente Fürsprecher, unter anderen solche der ÖVP, zu seinen Gunsten aus. Die Nichtigkeitsbeschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Freispruch wurde schließlich 1974 vom Landgericht Graz endgültig abgelehnt, das Verfahren eingestellt.

Franz Murer lebte bis an sein Lebensende in Gaishorn am See, Bezirk Liezen. Murer war zuletzt Bezirksbauernvertreter der ÖVP.

Ein Sohn Murers ist der 1941 geborene FPÖ-Politiker und ehemalige Staatssekretär und Nationalratsabgeordnete Gerulf Murer. 1989 kündigte er an, neutrale Historiker aus Deutschland würden mit einem von ihnen verfassten Buch die Unschuld seines Vaters Franz Murer beweisen.
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Graf von Hirilorn
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Joachim „Jochen“ Peiper war erst Adjutant Himmlers und nach Kriegsbeginn hochdekorierter Standartenführer der Waffen-SS. Er war für Kriegsverbrechen seiner Einheit in Italien und Belgien als Regimentskommandeur verantwortlich
Nach dem Besuch der Goethe-Oberrealschule entschied sich Peiper als 17-Jähriger für eine militärische Laufbahn. Im Frühjahr 1933 trat er in die Hitlerjugend ein; im Oktober 1933 wurde er Mitglied der Schutzstaffel (SS).
1934 beantragte Peiper die SS-Offizieranwärterschaft. Er wurde in die SS-Junkerschule in Braunschweig aufgenommen. Am 20. April 1936 zum Zugführer und SS-Untersturmführer ernannt, verpflichtete er sich zur Leibstandarte Adolf Hitler, einer der ersten größeren Militäreinheiten der SS und damit eine der Kerneinheiten der späteren Waffen-SS. Am 1. März 1938 trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnr. 5.508.134). 1938 wurde Peiper in den persönlichen Stab Himmlers aufgenommen und 1939 zum ersten Adjutanten befördert.
Ab 1939 wurde Peiper in der Leibstandarte Adolf Hitler eingesetzt, die später in der Waffen-SS als 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte Adolf Hitler“ aufging. Peiper wurde nach Kriegsausbruch im Jahre 1939 im Polenfeldzug Kompaniechef. Im Russlandkrieg war er zunächst an der Ostfront eingesetzt und im September 1943 in Piemont. Hier war Peipers Einheit am Kriegsverbrechen von Boves beteiligt. Während der Ardennenoffensive kommandierte er eine Kampfgruppe der überschweren Königstiger. Auch hier war seine Einheit an Kriegsverbrechen beteiligt, nämlich am Massaker von Malmedy. Peiper trug die „volle Verantwortung für das Massaker“, da er seinen Untergebenen die Direktive erteilt hatte, dass beim Vormarsch Kriegsgefangene kein Hindernis darstellen dürften und so deren Erschießung sanktionierte.
Im Westfeldzug erwarb er das Eiserne Kreuz beider Klassen; am 9. März 1943 wurde er mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Für die Führung des SS-Panzer-Regiments 1 erhielt er am 27. Januar 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Am 11. Januar 1945 erhielt er die Schwerter zum Eichenlaub.
Im Juli 1946 wurde Peiper im Malmedy-Prozess wegen dieser Vorgänge zusammen mit 42 weiteren Soldaten als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt. Der Oberbefehlshaber der US-amerikanischen Streitkräfte in Europa, Thomas T. Handy, begnadigte Peiper am 31. Januar 1951 zu lebenslanger Haft.
Nach der vorzeitigen Entlassung aus dem Kriegsverbrechergefängnis Landsberg 1956 arbeitete Peiper ab 1957 für Porsche, wurde jedoch später auf Druck des Betriebsrats entlassen. Eine vorübergehende Beschäftigung bei VW führte ebenfalls zu Protesten aus der Belegschaft. Zuletzt arbeitete er als Personalchef des Stuttgarter Motorbuch Verlags, ehe er in den 1960er Jahren nach Frankreich zog. Dort blieb er als Lektor und – unter dem Pseudonym Richard Buschmann – als Übersetzer von Militärbüchern für den Motorbuch Verlag tätig.
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Branstock
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Helmut Knochen (* 14. März 1910 in Magdeburg; † 4. April 2003 in Offenbach am Main) war ein deutscher Anglist und SS-Führer, der bis zum SS-Standartenführer aufstieg. Knochen war in Paris der Befehlshaber der Sicherheitspolizei (BdS) für das besetzte Frankreich.
Ab Juni 1940 war Knochen Beauftragter des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD in Paris, wo er mit einigen Mitarbeitern gegen Juden und Kommunisten vorging. Zwei Jahre später wurde er zum Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Frankreich befördert und bekleidete diesen Posten bis zum September 1944. Zusammen mit seinem Vorgesetzten, dem Höheren SS- und Polizeiführer Carl Oberg, und seinem Stellvertreter, KdS (Kommandeur der Sicherheitspolizei) Kurt Lischka, setzte er in Paris die Deportationen französischer und ausländischer Juden in deutsche Vernichtungslager durch. Nach der Befreiung Frankreichs durch die Alliierten gehörte Knochen zur Leibstandarte SS Adolf Hitler.
Im Juni 1946 wurde er durch ein britisches Militärgericht in Wuppertal wegen Mordes an gefangenen britischen Piloten in den Vogesen im Rahmen der Fliegerprozesse zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde jedoch nicht vollstreckt, stattdessen erfolgte am 1. Juli 1947 die Auslieferung an Frankreich. Dort wurde er am 10. Oktober 1954 durch ein französisches Militärtribunal in Paris ebenfalls zum Tode verurteilt. 1958 wurde das Urteil in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt, im Dezember 1962 erfolgte die Freilassung aus französischer Haft. Besonders der Präsident der pfälzischen Landeskirche Hans Stempel hatte sich für die inhaftierten Kriegsverbrecher eingesetzt, die in der deutschen Öffentlichkeit als „Kriegsgefangene“ bezeichnet wurden. Gegen Knochen wurde in der Folge kein Prozess mehr durchgeführt.
Zurück in Deutschland wohnte Knochen zunächst in Baden-Baden, später in Hahnenklee bei Clausthal-Zellerfeld. Aus seiner ersten Ehe ging ein Sohn hervor. Ab 1963 lebte er in Offenbach am Main. Helmut Knochen war als Versicherungsvertreter tätig und heiratete 1982 ein zweites Mal. Knochen wurde Mitglied der Stillen Hilfe, einer Organisation, die sich hauptsächlich für inhaftierte NS-Täter einsetzte. Wegen Meineids wurde er 1968 angeklagt, weil er vor dem Landgericht Offenburg als Zeuge ausgesagt hatte, dass er von dem Judenmord nichts gewusst habe. Knochen ging danach anders vor und schob Amnesie vor, da er das „schmerzhafte Geschehen verdrängt hätte“. Im Prozess gegen Modest Graf von Korff, KdS von Chalons-sur-Marne, wurde er 1987 schließlich zu einem „unerreichbaren Beweismittel“, als er zwar vier Stunden täglich Golf spielen, aber aus gesundheitlichen Gründen als Zeuge nicht vorgeladen werden konnte. Auch hier ging es um die Frage, ob die Kommandeure der Sicherheitspolizei gewusst hatten, dass die Deportierten in Auschwitz-Birkenau vergast wurden. Auch Ministerialrat Korff wurde mangels Beweisen freigesprochen.
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Hagel
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Odilo Lothar Ludwig Globocnik,[1] eingedeutscht Globotschnig(g), Spitzname Globus[2] (* 21. April 1904 in Triest; † 31. Mai 1945 in Paternion, Kärnten) war ein österreichischer Nationalsozialist, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei.
Rudolf Höß hat geschrieben:„Die Juden wollte er, soweit er sie nicht zur Arbeit brauchte, sofort an Ort und Stelle vernichten, ihr Eigentum in große Sammellager schaffen und für die SS auswerten. Er erzählte das in gemütlichem Plauderton in seinem Wiener Dialekt in der Nacht am Kamin, als wenn es sich um die harmlosesten Geschichten handelte [...] Während ich mich mit Eichmann immer herumschlug, um die Judentransporte nach Auschwitz abzubremsen, konnte Globocnik nicht genug bekommen, denn er wollte unbedingt mit seinen Vernichtungen und seinen erfaßten Werten an der Spitze stehen.“
Maximilian von Herff hat geschrieben:„Vollnatur mit all ihren großen Licht- und Schattenseiten. Wenig auf das Äußerliche gebend, fanatisch von der Aufgabe besessen, sich bis ins Letzte für sie einsetzend ohne Rücksicht auf Gesundheit oder äußerlichen Dank. Einer der besten und stärksten Pioniere im G.G. Verantwortungsbewußt, selbstbewußt, mutig, Tatsachenmensch. Sein Draufgängertum läßt ihn oft die gegebenen Grenzen sprengen und die ihm innerhalb des Ordens gezogenen Grenzen vergessen, jedoch nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern vielmehr aus Besessenheit um der Sache willen. Der Erfolg spricht unbedingt für ihn.“
Am Morgen des 31. Mai 1945 wurde die Gruppe Rainer/Globocnik von einem britischen Kommando festgenommen und nach Paternion gebracht. Nach seinem ersten Verhör vergiftete sich Globocnik dort gegen 11.30 Uhr mit Zyankali. Sein Leichnam wurde am Nachmittag seines Todestages an der Drau anonym verscharrt
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Otto Förschner war ein deutscher SS-Sturmbannführer und Lagerkommandant des KZ Dora-Mittelbau.
Er verpflichtete sich 1922 für zwölf Jahre bei der Reichswehr und trat im März 1934 nach der Beendigung seines Militärdienstes als SS-Mitglied der SS-Verfügungstruppe bei. Im Jahr 1937 wurde Förschner auch Mitglied der NSDAP. Vom 1. April 1934 bis 1. Dezember 1936 besuchte Förschner die SS-Junkerschule in Bad Tölz und war danach als SS-Führer in der III./SS-VT-Standarte „Germania“, zunächst in Wolterdingen und ab 31. Juli 1937 am neuen Bataillons-Standort in Radolfzell, wo er als Kompaniechef der 12. Kompanie bis 1. April 1938 stationiert blieb. Danach erfolgte ein Wechsel zur 12. Kompanie der SS-VT-Standarte „Der Führer“
Zu Beginn des Angriffs auf Polen am 1. September 1939 und bis zum 1. Juli 1940 gehörte Förschner zur 4. Kompanie der Leibstandarte SS Adolf Hitler. Im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges nahm Förschner mit der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ der Waffen-SS ab 22. Juni 1941 beim Angriff auf die Sowjetunion teil.
Nach einer Kriegsverletzung wurde Förschner im Frühjahr 1942 als Führer des SS-Wachsturmbanns in das KZ Buchenwald versetzt. Ab September 1943 fungierte er als Kommandoführer im Buchenwalder Außenlager Dora und als Geschäftsführer sowie ab Anfang Oktober 1943 als Betriebsführer der Mittelwerk GmbH, einer Tarnfirma für die V-Waffen-Produktion.
Ab Oktober 1944 wurde Förschner zum Lagerkommandanten des nun eigenständigen KZ Mittelbau und blieb dies bis Ende Januar 1945. Sein Nachfolger auf diesem Posten wurde ab Anfang Februar 1945 Richard Baer.
Ab dem 1. Februar 1945 wurde Förschner als Lagerführer zu den Kauferinger Nebenlagern des KZ Dachau versetzt und war dort für die Arbeitskommandos und die Durchführung der Häftlingsevakuierung Ende April 1945 zuständig. Noch Ende April 1945 wurde Förschner durch Angehörige der US-Armee festgenommen.
Förschner wurde am 13. Dezember 1945 mit fünfunddreißig weiteren Mitangeklagten durch das US-amerikanische Militärgericht zum Tod durch den Strang verurteilt. Beim Urteil wurden als individuelle Exzesstaten bei Förschner die Misshandlung von Häftlingen, die Leitung von Strafvollstreckungen sowie das Totschlagen eines Häftlings mit einem Eisenrohr berücksichtigt.
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Heinrich Homann (* 6. März 1911 in Bremerhaven; † 4. Mai 1994)
Als Sohn eines Reedereidirektors studierte Homann nach dem Abitur ab 1929 Rechtswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Georg-August-Universität Göttingen und der Universität Hamburg. Er wurde Mitglied der Corps Thuringia Jena (1930) und Brunsviga Göttingen. Einen regulären Studienabschluss erlangte er nicht.
Er trat 1933 in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei und 1934 als Berufssoldat in die Reichswehr. In die Wehrmacht übernommen, wurde er 1937 Leutnant und später Major. Im Zweiten Weltkrieg geriet er 1943 als Abteilungskommandeur des Artillerieregiments 83 in der Schlacht um Stalingrad in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Er trat dem Bund Deutscher Offiziere bei und besuchte die Zentrale Antifa-Schule in Krasnogorsk. Er gehörte zu den Gründern des Nationalkomitees Freies Deutschland.
Homann kehrte 1948 nach Deutschland zurück und trat der neu gegründeten NDPD bei, die ehemalige Wehrmachtsoffiziere und NSDAP-Mitglieder an die DDR und ihr politisch-ideologisches System binden sollte. Von 1952 bis 1967 war er stellvertretender Vorsitzender der NDPD. 1972 wurde er Vorsitzender der Partei.

1948 kam er als Mitarbeiter zur Landesregierung Mecklenburg. Er wurde Abgeordneter der Volkskammer (1949), Präsidiumsmitglied der Nationalen Front (DDR) (1957) und stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates der DDR (1960). 1964 gelang die Promotion A. Von 1960 bis 1986 amtierte er als stellvertretender Vorsitzender des Volkskammerausschusses für Nationale Verteidigung. Am 17. November 1989 wurde er aus dem Staatsrat abberufen und einen Monat später aus der Partei ausgeschlossen. In der DDR erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1969 die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold und 1986 den Karl-Marx-Orden.

Vor der Wende wollte oder konnte Homann keinen Kontakt zu seinen Corpsbrüdern halten. Nach der Wiedervereinigung wollte er sich wieder am Leben seiner Corps beteiligen; von Thuringia Jena wurde er aber 1992 dimittiert. Brunsviga leitete ein Ehrenverfahren ein, woraufhin er 1993 das Braunschweigerband niederlegte. Er wurde als „ausgeschieden“ gemeldet.
Furor
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Beitrag von Furor »

Theodor Steinmeyer
Theodor Steinmeyer war ein deutscher Psychiater während der Zeit des Nationalsozialismus.
Steinmeyer war Sohn eines Fabrikanten. Nach dem Medizinstudium an der Universität Erlangen promovierte er dort 1924 mit der Dissertation: Über die therapeutische Beeinflussung der Anaemia perniciosa, der Chlorose, der sekundären Anämien und der chronischen Leukämien zum Dr. med.. Anschließend war er als Allgemeinmediziner in Nürnberg tätig. Sein Beitritt zur NSDAP erfolgte 1929, zudem war er ab diesem Zeitpunkt SA-Standartenarzt.
--> Es gab diesen Rang weder 1929, noch 1939.
Ab 1939 leitete er die Heil- und Pflegeanstalt Marsberg und die Jugendpsychiatrie (St. Johannesstift) in Niedermarsberg in Personalunion. Ab dem 28. Februar 1940 war Steinmeyer als T4-Gutachter tätig.
Von März 1941 bis März 1943 war Steinmeyer in der Zentraldienststelle T4 in Berlin eingesetzt, wo er aus Heil- und Pflegeanstalten Patienten und im Rahmen der Aktion 14f13 nicht arbeitsfähige KZ-Häftlinge als Euthanasiefälle für die NS-Tötungsanstalten „selektierte“.
Zudem leitete Steinmeyer 1942 vertretungsweise die NS-Tötungsanstalt Bernburg, in der auch invalide KZ-Häftlinge ermordet wurden. Von Anfang Oktober 1942 bis zum Kriegsende leitete er die Landesheil- und Pflegeanstalt Pfafferode in Pfafferode bei Mühlhausen/Thüringen.
Nachdem Steinmeyer von Angehörigen der US-Army verhaftet wurde, beging er am 26. Mai 1945 Suizid im Gefängnis Mühlhausen.

--> Andere Quellen, glaubhaftere, geben hier statt Suizid Mord an.
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Imperial Warcry
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Beitrag von Imperial Warcry »

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Max Amann (* 24. November 1891 in München; † 30. März 1957 ebenda) war ein deutscher Politiker (NSDAP) und Publizist. Er zählte zu den frühesten Gefolgsleuten Adolf Hitlers.
Er gehörte der Thule-Gesellschaft an und übernahm als enger Vertrauter Hitlers bereits zum 1. August 1921 die Geschäftsführung der NSDAP, obwohl er erst am 1. Oktober 1921 in die Partei eintrat (Mitgliedsnr. 3). Im April 1922 übernahm er auch die Geschäfte des Parteiorgans Völkischer Beobachter und die Direktion des Franz-Eher-Verlags. Hitler ernannte ihn 1922 zum Reichsleiter für die Presse.
1923 nahm Amann am Hitlerputsch teil und verbüßte 4½ Monate Festungshaft in Landsberg. Seit 9. November 1924 saß er (bis April 1933) im Stadtrat von München. Im Sommer 1925 befanden sich Hitler und Amann am Obersalzberg in der Nähe des späteren Berghofes. Hitler diktierte den zweiten Teil von Mein Kampf, den Amann auf der Schreibmaschine schrieb. Ab 1925 baute Amann den Franz-Eher-Verlag zum Zentralverlag der NSDAP aus und formte daraus ein schlagkräftiges Presseimperium, das unter anderem den Völkischen Beobachter und das SS-Kampfblatt Das Schwarze Korps veröffentlichte. 1933 wurde Amann, der 1931 bei einem Jagdunfall den linken Arm verloren hatte, zudem für den Wahlkreis 24 (Oberbayern-Schwaben) in den Reichstag gewählt, dem er auch nach der Errichtung der NS-Diktatur bis zu deren Ende angehörte.
Amann galt als Hitlers Finanzberater und verwaltete die Tantiemen für dessen Werk Mein Kampf, das in einer Auflagenhöhe von über zehn Millionen Exemplaren im Eher-Verlag erschienen war. Amann war es auch, der Hitler überzeugt hatte, den Titel des Buches von Viereinhalb Jahre Kampf gegen Lüge, Dummheit und Feigheit in Mein Kampf zu ändern.
Am 30. Juni 1934 war Amann bei der Mordaktion gegen den homosexuellen SA-Gruppenführer Edmund Heines anwesend.

He made a fortune off Nazism; his income jumped from 108,000 RM IN 1934 to 3.8 million RM in 1942, although much of this was a paper fortune. However, as a party official, Amann lacked talent, being a poor speaker and debater. In addition, his handwriting was illegible, thus his Chief of Staff and deputy, Rolf Rienhardt, performed these duties for him. Poor handwriting can be attributed in part to the loss his left arm in an accident with a firearm while hunting with Franz Ritter von Epp on 4 September 1931. Arrested by Allied troops after the war, Amann was deemed a Hauptschuldiger (Prominent Guilty Party) and sentenced to ten years in a labour camp on 8 September 1948 but was released in 1953. Stripped of his property, pension rights and practically all of his fortune, he died in poverty on 30 March 1957, in Munich.
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Graf von Hirilorn
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Branimir Altgayer (links) war ein Offizier des Königreichs Jugoslawien und des Unabhängigen Staates Kroatien sowie deutscher „Volksgruppenführer“ in Kroatien während des Zweiten Weltkriegs.
Nach Abschluss der Kavallerie-Kadettenschule in Mährisch Weißkirchen, die er von 1912 bis 1915 besuchte, kämpfte er während des Ersten Weltkrieges als Offizier der österreichisch-ungarischen Armee in Russland, Rumänien und Italien. Am 24. August 1915 wurde er zum Leutnant, am 17. August 1917 zum Oberleutnant befördert.
Im Sommer 1928 unternahm Branimir Altgayer einen Vorstoß, eine deutschen Bauernverein zu gründen. Dieses Vorhaben konnte aber aufgrund des Beginns der Königsdiktatur 1929 nicht umgesetzt werden. Am 19. März 1934 war er Gründer und Vorsitzender der Esseger Ortsgruppe des Schwäbisch-Deutschen Kulturbundes (SDKB). Am 3. Dezember 1934 wurde er in den SDKB Bundesausschuss berufen. Branimir Altgayer vertrat im SDKB den am Nationalsozialismus orientierten Flügel.
Nach der Gründung des Unabhängigen Staates Kroatien (NDH) 1941 wurde er (nicht gewählter) deutscher „Volksgruppenführer“. Gewählt worden war Josef Meier, der durch Weisung der VoMi Kroatien verlassen musste.1942 wurde er als einer von zwei Vertretern der deutschen Volksgruppe (der andere war Ferdinand Gasteiger) zum Mitglied des Sabor ernannt. 1943 wurde er darüber hinaus Staatssekretär in der kroatischen Regierung und dort verantwortlich für die inneren Angelegenheiten der deutschen Volksgruppe. In dieser Funktion legalisierte er die Einsätze der Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft gegen Partisanen.
Ante Pavelić beförderte Altgayer zum Oberst in der kroatischen Armee und verlieh ihm den Rittertitel (vitez). Kurzzeitig diente er an der deutschen Ostfront.
Seit dem 12. November 1940 war Altgayer Mitglied der SS. Am 6. November 1941 wurde er von Heinrich Himmler zum SS-Hauptsturmführer und am 9. November 1943 zum SS-Sturmbannführer ernannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Altgayer von der britischen Besatzungsmacht mit anderen, gegen die ein Auslieferungsbegehren lief, im Lager Wolfsberg interniert und an Jugoslawien ausgeliefert. Er wurde vom Kreisgericht Zagreb am 21. Januar 1950 wegen „Verbrechen gegen Volk und Staat“ zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch reichte er vergeblich ein. Am 15. Mai 1950 wurde er durch Erschießen hingerichtet.
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Dr. Acula
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Beitrag von Dr. Acula »

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Werner Fassel was a guard at Mauthausen concentration camp. In 1970 he was convicted by a West German court in Hagen and sentenced to a term of six and a half years for the crimes he committed at the camp.
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Imperial Warcry
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Beitrag von Imperial Warcry »

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Fritz Rößler alias Dr. Franz Richter war ein deutscher Politiker. Der Nationalsozialist war seit 1949 unter falschem Namen Mitglied des Deutschen Bundestages der rechtsgerichteten DKP-DRP und der rechtsextremen SRP. 1952 wurde Rößler enttarnt.
1930 trat Rößler der NSDAP bei, 1935 wurde er Schulungsleiter der Gauschulungsburg Augustusburg, danach Gauhauptstellenleiter der NSDAP in Sachsen. 1945 war er in der Reichspropagandaleitung der NSDAP tätig.
Von 1945 bis 1952 gab Rößler folgende Personaldaten an: Dr. Franz Richter, geboren am 6. Juni 1911 im türkischen İzmir, Studium der Philologie in Prag, Studienrat im Sudetenland, 1940 bis 1945 Soldat.

Mit den gefälschten Personalangaben trat Rößler 1945 in den niedersächsischen Schuldienst ein, aus dem er nach rechtsextremistischen Äußerungen am 20. Mai 1949 wieder entlassen wurde.

Rößler war 1950 an der Zusammenführung von DKP-DRP und NDP zur Deutschen Reichspartei beteiligt. Er wurde Direktoriumsmitglied der neuen Partei, musste das Amt aber am 30. April wegen seiner Kontakte zur SRP-Führung niederlegen. Er wurde im September 1950 ausgeschlossen und wechselte zur SRP. Richter fiel im Bundestag durch seine aggressive Wortwahl auf. So wurde er am 10. Januar 1952 von Bundestagsvizepräsident Hermann Schäfer wegen unparlamentarischen Verhaltens für drei Sitzungstage ausgeschlossen. Er setzte sich bereits 1949 für eine Totalamnestie für NS-Verbrechen ein.

Im Mai 1951 beteiligte sich Rößler in Malmö an der Gründung der faschistischen Europäischen Sozialen Bewegung. Unter Führung des italienischen MSI beteiligten sich Organisationen aus Deutschland, Italien, Österreich, Schweden und der Schweiz.

Am 20. Februar 1952 wurde er enttarnt und während einer Bundestagssitzung festgenommen, nachdem seine Immunität aufgehoben worden war. Am 2. Mai 1952 wurde er wegen Urkundenfälschung und anderer Delikte zu 18 Monaten Haft verurteilt und verlor sein Abgeordnetenmandat mit Wirkung vom 21. Februar 1952.

Von 1953 bis 1957 trat Rößler auf internationalen rechtsextremistischen Kongressen auf. Er starb im Alter von 75 Jahren in Österreich.
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Graf von Hirilorn
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Beitrag von Graf von Hirilorn »

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Irma Grese war eine deutsche KZ-Aufseherin in den Konzentrationslagern Ravensbrück, Auschwitz-Birkenau sowie Bergen-Belsen.
Die Volksschule beendete Grese 1938 und absolvierte danach ein Landjahr beim Reichsarbeitsdienst. Anschließend fungierte sie nach einigen Gelegenheitsarbeiten für zwei Jahre als Schwesternhelferin in dem SS-Sanatorium Hohenlychen und bewarb sich in der Folgezeit mehrmals erfolglos um eine Ausbildung zur Krankenschwester. Nach der Beschäftigung in einem Molkereibetrieb in Fürstenberg wurde sie im Spätsommer 1942 Aufseherin im KZ Ravensbrück.
Im März 1943 wurde sie ins KZ Auschwitz-Birkenau II (Birkenau) versetzt.
Ab Mai 1944 war sie im Frauenlager in Auschwitz-Birkenau eingesetzt und beaufsichtigte zeitweise bis zu 30.000 weibliche Häftlinge. Ende 1944 unterstanden ihr zwei Blöcke mit männlichen Häftlingen im Stammlager.
Grese war eine der 44 Angeklagten im Bergen-Belsen-Prozess. Grese wurde in der Verhandlung vorgeworfen, alliierte Häftlinge misshandelt und Erschießungen angeordnet zu haben.
Ihre Brutalität, die ihr den Namen „Hyäne von Auschwitz“ einbrachte, wurde nicht nur durch Zeugenaussagen, sondern auch durch sie selbst bestätigt.
Grese, die auf „nicht schuldig“ plädiert hatte, wurde im Prozess wegen sowohl in Auschwitz als auch in Bergen-Belsen begangener Verbrechen am 17. November 1945 zum Tod durch den Strang verurteilt.
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vampyr supersusi
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Beitrag von vampyr supersusi »

Ricardo Clement hat geschrieben:
Ihre Brutalität, die ihr den Namen „Hyäne von Auschwitz“ einbrachte, wurde nicht nur durch Zeugenaussagen, sondern auch durch sie selbst bestätigt.
Ja das sieht man auch am Gesichtsausdruck schon allein. Die Bestätigung war da gar nicht unbedingt notwendig.
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Graf von Hirilorn
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Beitrag von Graf von Hirilorn »

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Carl Ferdinand Reichsritter von Oberkamp war ein deutscher SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS.
Nach dem Krieg war Oberkamp Angehöriger des Bund Oberland und nahm 1923 am Hitlerputsch teil. Bereits ab 1922 verdingte er sich als Ski- und Tennislehrer sowie als Bergführer in Deutschland, Österreich und der Schweiz und blieb in diesem Bereich bis 1933 tätig. In diesem Jahr trat er in den RAD und die NSDAP (Mitgliedsnr. 1.928.904) ein und kam am 6. Mai 1934 zur SA. Als Oberleutnant kehrte er am 1. März 1935 in die Armee zurück und diente dort als Kompaniechef in verschiedenen Einheiten. Am 1. September 1935 erfolgte seine Beförderung zum Hauptmann, zeitgleich wurde er Chef der 8. Kompanie des Jägerregiments 63 und behielt diesen Posten bis Oktober 1936, als er zum Gebirgsjäger-Regiment 99 unter dem damaligen Oberst Eduard Dietl wechselte. Am 18. Januar 1937 wurde Oberkamp zum Major ernannt. Nach Teilnahme an mehreren Lehrgängen und Übungen kam er am 4. Oktober 1937 als Major i. G. zum Stab des Gebirgsjäger-Regiments 98 in Mittenwald. Nach Dienst bei der 27. Infanterie-Division nahm er 1938 am Anschluss Österreichs teil, wo er unter anderem als Stadtkommandant von Salzburg diente. Im Anschluss war er IIa (Divisionadjutant) bei der 3. Gebirgs-Division. Im selben Jahr trat er als SS-Sturmbannführer zur SS-Verfügungstruppe über, wo er als Taktiklehrer zur Junkerschule Bad Tölz kam. Als eben solcher wechselte er 1939 zur Junkerschule Braunschweig und erhielt am 1. Juni desselben Jahres ein Truppenkommando als er als Nachfolger von Jürgen Wagner den II. Sturmbann der Leibstandarte SS Adolf Hitler übernahm.
In dieser Funktion nahm er mit Beginn des Zweiten Weltkrieges am Überfall auf Polen teil und wechselte im April 1940 als Bataillonskommandeur zur SS-Verfügungsdivision mit welcher er am Westfeldzug teilnahm. Am 1. Juli 1940 wurde er zum SS-Obersturmbannführer befördert und wurde im Dezember des Jahres Kommandeur des Regiments „Germania“. Am 30. Januar 1941 wurde er SS-Standartenführer und nahm als solcher im Rahmen der SS-Division „Wiking“ am Einmarsch in Russland teil, wobei er am 1. Oktober 1941 zum SS-Oberführer ernannt wurde.
Im Juni 1942 wurde er nach Differenzen mit Divisionskommandeur Felix Steiner als Regimentskommandeur von Jürgen Wagner abgelöst und ins SS-Führungshauptamt versetzt, wo er bis April 1943 verschiedene Stellen als Inspektionschef bekleidete. Noch im selben Monat wurde er als SS-Brigadeführer zur 7. SS-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ versetzt, deren Kommandeur er im Juli, als Nachfolger von Artur Phleps, wurde. Auch unter seinem Kommando kam es zu etlichen Kriegsverbrechen durch die Division, bereits kurz nach seinem Dienstantritt am 12. Juli 1943 wurden im Dorf Košutica nahe Sokolac 40 Zivilisten von Angehörigen des SS-Gebirgs-Jäger-Regiments 1 erschossen. Nach Übergriffen gegenüber kroatischen Muslimen durch die Division kam es zwischen Oberkamp und Konstantin Kammerhofer, dem „Beauftragten des Reichsführers-SS beim Befehlshaber der Deutschen Truppen in Kroatien“ zu einer heftigen Auseinandersetzung, woraufhin Heinrich Himmler den SS-Obergruppenführer Artur Phleps, Kommandeur des V. SS-Freiwilligen-Gebirgskorps, mit der Untersuchung der Vorfälle beauftragte und ihn bat, den "wegen seiner schwierigen Art schon längst bekannten von Oberkamp ganz scharf an die Zügel zu nehmen".
Oberkamp ordnete später an, dass Kinder unter 14 Jahren und Frauen nur noch im Kampf oder standgerichtlich erschossen werden sollen.
Im weiteren Verlauf des Jahres war die Division unter anderem an der Entwaffnung italienischer Verbände sowie der Bekämpfung von Partisanen im Rahmen der „Operation Herbstgewitter“ beteiligt, wobei es fortwährend zu Erschießungen, Plünderungen und sonstigen Grausamkeiten
kam.
Bei Kriegsende geriet Oberkamp in amerikanische Gefangenschaft und wurde an Jugoslawien ausgeliefert, wo er von einem Militärtribunal aufgrund der unter seiner Verantwortung begangenen Verbrechen zum Tode verurteilt und am 4. Mai 1947 in Belgrad gehenkt wurde.
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Imperial Warcry
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Beitrag von Imperial Warcry »

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Johann Sanitzer wurde am 13. Oktober 1904 in Hundsheim, Bezirk Bruck an der Leitha, geboren. Seit 1931 war er Mitglied der NSDAP. 1934 nahm er am "Juliputsch" teil. Sanitzer wirkte an diversen illegalen Aktionen mit und wurde 1938 sofort der Gestapo zugeordnet, und zwar dem Referat "Reaktion, Legitimismus, Rechtsopposition". Ab Herbst 1938 war er Gruppenleiter und anschließend in diversen Bereichen überaus "erfolgreich" tätig. 1941 bis 1942 war Sanitzer Leiter der Außenstelle Sankt Pölten, leitete diverse Referate und 1945 Sonderkommandos. Er gilt als Schlüsselbeamter der Wiener Gestapo. Er war ehrgeizig, intelligent, rücksichtslos, außerordentlich geltungsbedürftig und strebte ständig nach Einfluss. Seine Einstellung erwartete er auch von Untergebenen, was für die Häftlinge verheerende Folgen hatte - Quälerei, Folter und Unmenschlichkeiten standen auf der Tagesordnung. Sanitzer erhielt diverse Auszeichnungen inklusive einer persönlichen Anerkennung durch Heinrich Himmler. 1949 wurde Sanitzer zu lebenslänglichem, schweren Kerker verurteilt und nach Moskau gebracht. Im Jahr 1955 kehrte er zurück und verstarb am 15. August 1957 in Salzburg.
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