Kommentar zu John Wray - Unter Wölfen
Moderatoren: Schlaf, Morgenstern, Schwermetall Forumsmoderatoren
- Morgenstern
- Gott

- Beiträge: 10692
- Registriert: 01.10.2003, 01:44
- Wohnort: Mount Pilatus
- Kontaktdaten:
Re: Kommentar zu John Wray - Unter Wölfen
Danke dir! Ich beginne mal mit Horowitz.
- Graf von Hirilorn
- Engel
- Beiträge: 45060
- Registriert: 19.09.2006, 13:46
- Wohnort: Hammock
Re: Kommentar zu John Wray - Unter Wölfen
(nickt anerkennend)
- Morgenstern
- Gott

- Beiträge: 10692
- Registriert: 01.10.2003, 01:44
- Wohnort: Mount Pilatus
- Kontaktdaten:
Re: Kommentar zu John Wray - Unter Wölfen
Nun, ich habe mich mit "The Origins of Woke" beschäftigt...
The Origins of Woke von Richard Hanania ist ein anregendes und provokantes Buch, das eine klare These geradezu tendenziös verfolgt und viele Debatten über die Entwicklung progressiver Ideologien in den USA anstösst.
Problematisch ist jedoch seine häufig exemplarische Argumentationsweise. Immer wieder werden einzelne Fälle oder historische Episoden herangezogen, um weitreichende Schlussfolgerungen über gesellschaftliche Entwicklungen zu ziehen. Eine solche Verallgemeinerung widerspricht grundlegenden wissenschaftlichen Standards, die Repräsentativität, systematische Evidenz und die Prüfung alternativer Erklärungen verlangen. Einzelne Beispiele können Hypothesen illustrieren, sie ersetzen aber keine belastbare empirische Begründung.
Gerade deshalb bleibt das Buch ambivalent: Es ist als Denkanstoss und politische Intervention lesenswert, überzeugt jedoch dort am wenigsten, wo es den Anspruch erhebt, umfassende sozialwissenschaftliche Erklärungen zu liefern. Seine Stärke liegt in der Schärfe der Analyse und der Originalität der Fragestellungen – seine Schwäche in einer mitunter selektiven Evidenzbasis.
The Origins of Woke von Richard Hanania ist ein anregendes und provokantes Buch, das eine klare These geradezu tendenziös verfolgt und viele Debatten über die Entwicklung progressiver Ideologien in den USA anstösst.
Problematisch ist jedoch seine häufig exemplarische Argumentationsweise. Immer wieder werden einzelne Fälle oder historische Episoden herangezogen, um weitreichende Schlussfolgerungen über gesellschaftliche Entwicklungen zu ziehen. Eine solche Verallgemeinerung widerspricht grundlegenden wissenschaftlichen Standards, die Repräsentativität, systematische Evidenz und die Prüfung alternativer Erklärungen verlangen. Einzelne Beispiele können Hypothesen illustrieren, sie ersetzen aber keine belastbare empirische Begründung.
Gerade deshalb bleibt das Buch ambivalent: Es ist als Denkanstoss und politische Intervention lesenswert, überzeugt jedoch dort am wenigsten, wo es den Anspruch erhebt, umfassende sozialwissenschaftliche Erklärungen zu liefern. Seine Stärke liegt in der Schärfe der Analyse und der Originalität der Fragestellungen – seine Schwäche in einer mitunter selektiven Evidenzbasis.
