Darf ich vorstellen: farsot. 1999 gegründet hat der Fünfer ein Flair für seltsame Wort-Zahlkombinationen entwickelt. Nicht nur die Pseudonyme (3818.w, Pi:1T5r, v.03/170, 10.XIXt und R215k) sind befremdend, sondern auch die zweite Demo der Deutschen hat mit "042103freitod" einen seltsamen Namen gekriegt. Meine Interpretation dazu: freitod steht für den Anteil der musikalischen Bestandteile, die ich als rauen und ursprünglichen Black Metal bezeichnen würde. Die Zahlenkombination hingegen steht für den interessanten Anteil an progressiveren Einflüssen, die aus einer an sich normalen Black Metal Scheibe etwas Besonderes machen.

Ein Blick auf die Songliste verrät: Dem Intro wurde keinerlei Beachtung geschenkt. Doch es ist weit von dem entfernt, was man unter den Tisch kehren sollte. Dramatisch, morbid und beklemmend dürfte nicht nur ebengenanntes Intro ziemlich gut umschreiben, sondern auch repräsentativ für die ganze Scheibe sein. Auch andere Prädikate wie roh, durchdacht, aber auch melancholisch sind bei "042103freitod" nicht unangebracht. Hört sich an wie ein ziemliches durcheinander, doch Farsot wissen was sie tun und kombinieren die natürliche Rohheit gekonnt mit stellenweise sehr melodischen und sauberen Gitarrenklängen. Dadurch wird eine trostlose Stimmung erzeugt, die durch raren, aber gezielt eingesetzten Kreisch- und Grunzgesang gelegentlich in blanke Suizidalität kippt. Auch der letzte Song, der sich nach drei Schwarzmetall-Stücken einreiht, wurde in der Tracklist unterschlagen. Ruhe und Morbidität nehmen hier noch einmal überhand bevor sich die Gitarrenklänge in einem Rauschen verlieren…

Keiner wird glauben, dass die Scheibe im eigenen Bandraum eingespielt wurde. Denn die Produktion ist zwar harsch, aber äusserst passend und damit konvenabel zu dem liebevoll gestalteten Drumherum. "042103freitod" ist wahrlich eine vielschichtige Eigenproduktion, wie sie im Buche steht.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Eigenproduktion

Veröffentlichung

5/2004

Format

CD

Land

Genre

Black Metal