Das Pariser Quartett hat sich mit der EP "Land Of Tears" (1998) die Tore als Vorband für diverse Grössen wie Immortal, Cradle of Filth oder Anathena geöffnet. 1999 wurde ihr erstes Album "No Love Lost" eingespielt. Der Grosse Wechsel folgte dann im Jahre 2000. Bei "Unisex" entfernte sich Lycosia vom Metal früherer Tage in Richtung Glam und Gothic. Für den dritten Silberteller, mit neuen Bandmitgliedern, entschloss sich die Band auf einer noch kommerzielleren Schiene zu fahren.

Wer denkt, mit The Rasmus sei langsam der Höhepunkt mit verkitschtem Trendy-Goth-Teeny-Pop erreicht, hat noch nie etwas von Lycosia gehört.

Geschickt vermischen die Franzosen Gothic und Glam n’ Roll mit Darkwave und Elektropop. Nervende Beats sind ebenso vertreten wie interessante asiatische Folklore. Ihr Glam-Goth-Deluxe mit 80er Jahre Touch ist noch kiloweise mit Lack und Glitter überzogen. Praktisch nach jedem Stück ein Stilbruch und die neugemixten Bonustracks hätte man sich sowieso schenken können. Der Sänger wandelt zwischen peinlichem, nicht akzentfreiem Englisch und nicht mal so schlechtem, rockigem Gesang - der an so manche Post-Grunge Band erinnert. Irgendwie gelingt es Lycosia, dieses Durcheinander auf einen Silberling zu vereinen und dem Zuhörer ihre Vision vom Nachtleben in Paris zu übermitteln.

Ab dem 27. September soll die Scheibe in den Läden zum Verkauf bereit stehen. Ob es zum gewünschten kommerziellen Erfolg führt, bleibt abzuwarten, aber schon jetzt hab ich Wahnvorstellungen, dass Lycosia Poster standardmässig die Wände pubertierender Mädchen schänden.

Albuminfo

Punkte

 

2/5

Label

Araknid Records / Équilibre Music

Veröffentlichung

9/2004

Format

CD

Land

Genre

Gothic