No Colours waren mir bis dato ausschiesslich durch den Vertrieb tiefschwarzen Metals bekannt, demgemäss müsste es sich bei Diabolic Force -unter Berücksichtigung des Bandnames und der Liedtitel- um eine Truppe handeln, die in etwa so klingt, wie es Bathory bis `87 getan hat. Wenn der Silberling schon auf den Klischee-kompatiblen Namen "Old School Attack" getauft wurde, dann scheint diese Folgerung nur logisch. Allen offensichtlichen Indizien zum Trotze, erwartet den bereitwilligen Hörer eine (kleine) Überraschung: No Colours veröffentlichen mit Diabolic Force eine astreine Thrash Scheibe (möchte da jemand expandieren?).

Aus Black Metal wird Thrash Metal, aber Old School bleibt Old School, daran kann absolute kein Zweifel bestehen. Würde diese Orientierung in der sprichwörtlichen alten Schule gelehrt werden, so wären die drei Brasilianer Musterschüler. Schon mit ihren klangvollen Pseudonymen wie Bestialkiller und Whipstriker, beweisen die Thrasher, dass sie das Genre-ABC begriffen haben. Selbstredend ist die musikalische Ausgeburt dieser Truppe, sehr extravagant und innovativ geraten... mindestens so extravagant und innovativ, wie ein im Logo integriertes Pentagramm. Jedenfalls verstehet sich das Trio darauf, bereits reichlich ausgelutschte musikalische Grundsätze, achtbar solide umzusetzen. Die neun vertretenen Nummern sind nicht neu. Diese Veröffentlichung ist im Prinzip nur eine Materialsammlung, zweier, zuvor schon verfügbar gemachter Demos: Da wäre erstens, die gut 20-minütige "Old School Attack" aus dem Jahre `03. Sehr geradliniger, technisch simpler, aber gut ausgeloteter Thrash Metal der Marke Venom/Sodom poltert hier aus den Boxen. Dank der völligen Abwesenheiten markanter Eigenheiten, ist mit dieser Feststellung schon alles gesagt. Darauf folgen fünf Stücke aus dem Proberaum, die unter dem Banner "Prisoner Of Wickedness" geeint wurden. Musikalisch hat sich das Trio selbstverständlich nicht weiter entwickelt. Es wurde nur qualitativ abgebaut, beispielsweise klingt der Gesang um einiges zahnloser und banaler, ausserdem scheint eine gehörige Portion Spitzfindigkeit für den richtigen Moment verloren gegangen zu sein.

Letzten Endes hinterlässt "Old School Attack" einen zwielichtigen Eindruck. Der vergleichsweise starke Einstieg wird durch einen laschen Abgang relativiert, was in der Endsumme zu einem Null-Ergebnis führt. Die Scheibe ist weder grausam, noch sonderlich attraktiv. Sie ist einfach da, zumindest so lange, bis sie in der Flut der Veröffentlichungen untergeht.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

No Colours Records

Veröffentlichung

11/2007

Format

CD

Land

Genre

Thrash Metal