Mmhh, Gothic Metal, und zwar der Richtige. Erinnert sich noch jemand, wir schrieben 1995-1998 und es hagelte Alben wie "Icon", "Black Vanity", "Diva", "Under the Moonspell", "Theli" und "The Angel and the dark River". Das war Gothic Metal. Nicht das Geträller, das ein paar Jahre später den Untergang des Genres einleitete. Man merkte dem Gothic Metal noch an, dass er aus dem Death Metal kam, er hatte noch Energie, war aber trotzdem Todtraurig und melancholisch jedoch nicht kitschig. Das waren noch Zeiten. Hach.

Und jetzt kommen da ein paar Portugiesen von den Azoren und machen unter der sengenden Sonne des bekannten Hochs einfach mal wieder Gothic Metal. Schöne, schnörkellose Rocksongs mit ganz dezentem und sporadischem Synthesizereinsatz und einer deftigen Produktion, in etwa mit Heavenwoods Debut vergleichbar.

Der Gesang ist passend Death Metal lastig, an notwendigen Passagen auch mal clean und das hört sich dann an, wie Cryptic Carnage auf ihrem Abschlusswerk. Ansonsten hört sich der Gesang in etwa so an, wie wenn Christian Anderle von Ancient Ceremony seinen Gesang zweimal eingesungen und anschliessend eine Spur tiefer gepitcht hätte. Um Verwirrungen vorzubeugen: Hier singt nicht Christian, es hört sich nur so an. Auf Dauer ist diese Zweistufigkeit jedoch leider etwas ermüdend und wenig Innovativ. Was am Anfang noch recht fett kommt, wird schnell flach und ausgelutscht.

Songschreiberisch machen Anomally auch keine grossen Verrenkungen, dadurch ist "Once in Hell" zwar sehr eingängig, der Preis dafür ist aber, dass das Album schon bald keine Überraschungen mehr bietet. Auch die knappe Spielzeit sorgt nicht gerade für Unmengen an Überraschungen.

Alles in Allem ist "Once in Hell" eine schöne Rückbesinnung in alte Zeiten, hat aber auf Dauer zu wenig zu geben. Und das scheint wohl auch der Fluch dieses Genres zu sein.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Eigenproduktion

Veröffentlichung

2/2009

Format

CD

Land

Genre

Death Metal