Mit einem zarten Intro wird eine Scheibe eingeleitet, die gar nicht so zart ist. Zumindest von den Gitarren her nicht. Die spielen durchwegs fette, tiefe Riffs und sind auf dem Album eigentlich das Langweiligste. Gitarrenfetischisten können also getrost diese Kritik hier überspringen, denn die kommen nur sehr selten auf ihre Kosten.

Dafür aber wurden die Stücke orchestral sehr gut in Szene gesetzt, wenn auch alles aus der Dose zu kommen scheint. Also Synthie Fans können schon mal ihre Lauscher spitzen. Genauso spielt man hier mit Chören und mehrstimmigem Gesang. Und wenn wir schon beim Gesang sind, das ist natürlich der Mittelpunkt der Songs. Gabriella versteht sich genauso auf festeren – aber trotzdem schönen – Frontgesang, wie auf hohe Tonlagen aus dem Hintergrund, die gerne als zweite Stimme eingewoben werden.

Vom Feeling her bin ich mir aber nicht ganz sicher, was die Ungarn da rüber bringen wollen. Ein wenig Erhabenheit, ein wenig Power und manchmal auch Melancholie und Spannung erzeugen die Melodiebögen in Zusammenhang mit dem Gesang. Aber kein Gefühl wird so richtig ausgeprägt, sondern eher nur angekratzt. Und das ist auch das grosse Manko der Debut-CD. Die Lieder sind allesamt nicht schlecht, bleiben aber immer auf dem gleichen Niveau und können sich bei weitem nicht mit Genregrössen messen.

Aber das soll für die Band jetzt keine vernichtende Kritik, sondern ein Ansporn dafür sein, dass sie bei der nächsten Scheibe etwas mehr Gefühl mit rein bringen. Das einzige Stück, das noch etwas hervor sticht, ist "Where Statues Cry". Dieses fängt wirklich melancholisch an und wirkt dafür dann umso kraftvoller, wenn es richtig los geht.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Dark Balance

Veröffentlichung

7/2009

Format

CD

Land

Genre

Gothic Metal