Mit "Reign Over Inferno" legt das polnische Death Metal Quintett Repossession seine Debüt-EP vor. Insgesamt sechs Todesrammler wurden auf diesem Tonträger verewigt. Fangen wir also an. Polen hat ja dank Bands wie Vader, Behemoth oder Decapitated eine relativ grosse Death Metal Tradition. Und an solchen Grössen der einheimischen Szene müssen sich Debütanten wie Repossession nun einmal messen lassen und ziehen dabei doch etwas den Kürzeren.

Warum? Nun, die Produktion entspricht zwar schon dem modernen Zeitgeist. Jedoch hapert es auf Dauer etwas an Brutalität, die mit dem Opener "Let's Fucking Die" noch grossspurig angekündigt wird. Bereits das folgende "Deaden" lässt viel mehr Melodien zu, so dass sich Vergleiche mit sogenannten Melodic Death Metal-Acts förmlich aufdrängen. Nun nichts gegen Melodic Death Metal, doch bei Repossession hat man die ganze Spielzeit über das Gefühl, dass man eigentlich brutalen Death Metal spielen will, der lediglich mit Melodien gewürzt werden soll. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. "Rain Over Inferno" enthält bereits so viele Melodien, dass es ganz klar zu Lasten der Brutalität geht.

Beim folgenden "Tasted" wird zudem das Tempo noch deutlich gedrosselt, so dass die Melodien die nur noch spärlich vorhandene Brutalität endgültig killen. Bevor ich nun missverstanden werde. Repossession haben mit "Reign Over Inferno" keinen schlechten Einstand vorgelegt. Nur könnten sie das Problem bekommen, genau zwischen den Fanlagern zu sitzen, da sie für Melodic Deather zu hart, für Oldschool Deather wiederum aber zu melodisch daher kommen.

Daran kann auch die vorletzte Nummer "Stray Soul" nichts ändern. Wieder wird der Fuss deutlich vom Gaspedal genommen. Man kombiniert Melodien mit Midtempoparts und tiefen Growls. Kommt ganz nett. Doch genau hier dürfte das Hauptproblem von Repossession liegen. Sie wollen Death Metal spielen. Tun dabei aber niemandem weh. Ich bin schon sehr gespannt wie die weitere Karriere der fünf Polen verlaufen wird.

In welche Richtung sie sich musikalisch in den nächsten Jahren entwickeln werden. Wird es noch mehr in Richtung Melodic Death Metal gehen oder wird es in Zukunft noch etwas brutaler zur Sache gehen? Diese Frage werden uns Repossession in hoffentlich naher Zukunft beantworten.

Diese Scheibe antesten sollten auf alle Fälle Fans, die auf melodischen Death Metal stehen, einem gewissen Anteil an Brutalität aber auch nicht abgeneigt sind.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Eigenproduktion

Veröffentlichung

8/2009

Format

CD

Land

Genre

Death Metal