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Deathmetal?

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king_of_spades
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Deathmetal?

Beitrag von king_of_spades » 01.01.2006, 20:11

ich bin natürlich für jede art der musik offen. wenn ich ein genre nicht mag, hat das seinen grund! ich hab mir über längere zeit die klassik-dm bands reingezogen. für mich ist da nix interessantes dabei. nix mystisches, atmospärisches, nachdenkliches. ich will jetzt natürlich keinen beleidigen, natürlich respektiere ich jeden, der dies genre bevorzugt, keine frage.

ich kenne viele typen, die mit dem alter von BM auf DM umgestiegen sind, da die mucke ihrer meinung nach mehr spass vermittelt. kann ich nicht nachvollziehen.

wie sieht es mit euch aus? was macht DM für euch interessnat/uninteressant?

Skullcrusher
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Beitrag von Skullcrusher » 01.01.2006, 20:45

ich hab früher auch mehr black metal gehört, jetzt höre ich schon deutlich mehr death metal. hauptgrund ist für mich die komplexität. mir wird musik, die "nur" mystisch und atmosphärisch ist, oft schnell langweilig, wenn man sie nach ein paar durchläufen schon in- und auswendig kennt. deshalb sind meine BM-faves auch die komplexeren bands wie emperor, enslaved, old mans child usw...

ich finde desweiteren viele Death Metal Bands sehr mystisch und atmosphärisch. edge of sanity, morbid angel, nile, nocturnus, dissection, opeth, ingurgitating oblivion etc. machen für mein empfinden sehr dunkle und stimmungsvolle musik.

ich finde die kombination dunkelheit und technischer anspruch wirklich berührender als die oft aufgesetzte maskerade vieler BM bands. für mich sind edge of sanity dunkler und geheimnisvoller als darkthrone...

recht gebe ich dir allenfalls bei bands wie cannibal corpse usw... das ist tatsächlich keine "ergreifende" musik, dafür krank und brutal und deshalb sehr energiegeladen. allgemein empfinde ich death metal häufig als druckvoller und mächtiger. BM hingegen ist mir oft etwas zu dünn, was den klang anbelangt...

und ja: death metal gesang im stil von dan swanö ist für mich ebenfalls dunkler und packender als gekeife und gekreische...

letztendlich gibt es aber wirklich in beiden genres bands, die ich absolut liebe. es sind momentan einfach mehr DM-sachen.

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Ragnar
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Beitrag von Ragnar » 01.01.2006, 20:46

geht mir grösstenteils gleich. bei dm bleibt atmosphäre/mystik und all das, was bm ausmacht, auf der strecke liegen. dm ist halt mehr auf technik, geschwindigkeit, aggressivität, aber auch groove. keine musik, die einen beschäftigt oder berührt.

klar ist dies ja nur im allgemeinen der fall. es gibt für mich persönlich einige ausnahmen, die mir gefallen.

vitar remains haben dir auch nicht zugesagt? ich finde, die haben noch geile songs. hör dir mal das album dechristianize an, falls du das nicht schon getan hast.

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Beitrag von Lubomir » 01.01.2006, 20:55

deathmetal bietet halt sehr viele bands die auch nicht unbedingt ähnlich tönen. opeth, fleshcrawl und nile find ich sehr geil. aber höre beides etwa gleich oft.

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Re: Deathmetal?

Beitrag von Högdahl » 01.01.2006, 21:04

king_of_spades hat geschrieben: wie sieht es mit euch aus? was macht DM für euch interessnat/uninteressant?
Death Metal ist erwachsener.
Die größte Schwachstelle des Black Metals, ist die Tatsache, dass dieser Musikstil durch die plakativ misanthropischen, nationalistischen Texte eine Menge präpubertäres Pack anlockt. Die kaufen sich dann Unmengen von CD's von Gruppen, deren Name sie mal irgendwo im Internet aufgeschnappt haben, hören ein/zwei Lieder und wollen überall mitreden, weil sie tatsächlich der Meinung sind Ahnung zu haben. Dieses Pack hat weder wahres Interesse an der Musik, noch an dem Lebensstil, sondern sind verzweifelte Versager, die im wahren Leben nichts auf die Reihe bekommen. Brechen Ausbildungen ab, lassen sich von Ausländern zusammenschlagen, etc.. Na klar, da kommt Black Metal ganz Recht. Man kann sich als gewollter Außenseiter zu erkennen geben und kann mit anderen gleichgeschalteten Weichbacken übder die bösen Ausländer herziehen. Die Black Metal Szene ist nicht mehr als ein Magnet, welches die ganzen Versager anzieht.
Ich kenne durch diverese Nebentätigkeiten eine Menge Black Metaller, die allerdings viel reifer und um einiges älter sind, als der Durchschnitt hier. Und die sind dann doch aus einem anderen Holz geschnitzt. Ganz ehrlich, mir tut es für sie leid, dass ihre Szene von solchen Kackbratzen unterwandert wird.

Aber Thema ist ja Death Metal. Die Tatsache allein, dass Death Metal schon immer unpolitisch war (bis auf ein paar schlechte Ausnahmen) hat dazu geführt, dass sich solche lustigen Sachen wie Misanthropie und Nationalismus nie in der Szene durchsetzen konnten, nicht ansatzweise.
Ich verbinde Death Metal beispielsweise mit latenter Brutalität, Alkohol und einer Menge Spass an der Sache. Ich habe allerdings auch ein Berufsleben und trenne das ganz klar.
Mir gefallen gefällt einiges im Black Metal Bereich, allerdings auch eher Sachen die Anspruch haben. Enthroned, Unlord, Dark Funeral, Wurdulak beispielsweise. Es ist letztendlich Geschmackssache, doch meiner Meinung nach sind NILE einfach unübertreffbar. Die Atmosphäre, das künstlerische Geschick, der Anspruch, die Brutalität...eine Wucht.

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Beitrag von nadir » 01.01.2006, 21:51

Ich höre hin und wieder DM.

An DM gefällt mir die unheilsschwangere Komponente (antike Kulturen, Lovecraft, Blair Witch Project, um mal salopp ein paar Konnotationen in den Raum zu werfen), die mir bei vielen BM-Werken fehlt. Darkthrone's A blaze, Belmez, vielleicht noch frühe Destroyer 666 kommen mir spontan in den Sinn.

DM kann da mmn. mit mehr Formationen aufwarten. Morbid Angel und davon Beeinflusste, frühe Sepultura, Aeternus, Nile, Runemagick, um die wenigen, mir bekannten Bands mit einleitend erwähnter Qualität aufzuzählen.

zwei Fragen:
1. Kennt jemand von Konzept und Atmosphäre her ein BM-Äquivalent zu Nile?
2. Ähnliche Bands wie Aeternus?

Midi
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Beitrag von Midi » 01.01.2006, 21:55

Ragnar hat geschrieben: bei dm bleibt atmosphäre/mystik und all das, was bm ausmacht, auf der strecke liegen. dm ist halt mehr auf technik, geschwindigkeit, aggressivität, aber auch groove. keine musik, die einen beschäftigt oder berührt.
Ja das sehe ich exakt genauso. Aber man muss sich ja auch nicht für eines der genres entscheiden, wieso auch (ausser man ist so ein truer Vollspast und nur scharf auf den Titel BM`ler)?

Von der Szenenseite her bevorzuge ich klar DM (unpolitisch und ohne Ideologie) während dort BM gar nicht erst in Frage kommt. Wenn auch das nichts heissen soll, schlussendlich gehts um die Musik und beim Drumherum ist das spezifisch von Band zu Band zu beurteilen.

Ich mag also Zeugs aus beiden Sparten. Bloss werde ich nie BM verkörpern, da ich einfach nur hinter einem kleinen Teil des BMs stehe (welcher nicht die von mir gehassten Klischees verkörpert).

Fazit:Musikalisch sowie inhaltlich gibt es in beiden Sparten interessantes. Szenemässig/Selbstdefinitonszeugs kommt BM aber nicht in Frage.

Und live ist DM einfach geiler :teufel 6:

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Beitrag von tanzmetall » 01.01.2006, 22:08

ja, live ist DM bestimmt geiler, finde ich auch.

ich höre eher DM als BM, aber ich fühle mich keiner der beiden Musikrichtungen wirklich "zugehörig", im Sinne von Szenezugehörigkeit oder so.
leider gibts in der Schweiz keine richtige Doom-Szene... :) aber das kommt ja vielleicht noch...

ich kann einfach nicht viel mit (BM)-Bands anfangen, die politisch sehr klar rechts einzuordnen sind, und auch nicht mit denen, bei welchen das äussere (corpse-painting etc.) wichtiger scheint als die musik (wirkt in meinen augen eher lächerlich)....
ich mag aber auch nicht alles beim DM... stehe eher auf das old school-zeugs...
am DM gefällt mir auch das unpolitische, und die natürlichkeit (nichts aufgesetztes, so auf die Bühne gehen wie man auch im alltag rumläuft)

was mir am DM generell mehr zusagt, ist auch der Gesang. das gekreische im BM ist mir meist doch etwas zu nervig mit der zeit..... :wink:

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Beitrag von Eiswalzer » 03.01.2006, 13:42

nadir hat geschrieben:zwei Fragen:
1. Kennt jemand von Konzept und Atmosphäre her ein BM-Äquivalent zu Nile?
Probiers mal mit Melechesch. Die mixen BM mit orientalischen Elementen. Und sind im Gegensatz zu Nile keine nerdigen Texaner, die ihr wissen aus Internetsiten über ägyptische Mythologie beziehen :ugly: (nix gegen Nile, ich find die geil!)

@Thema:

Tanzmetall, du sprichst mir aus der Seele! :sauf:

Ich hab mehr Death im Regal, irgendwie sagt mir dieser Stil zum Hören mehr zu. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass ich nicht generell lieber DM höre - Mit vielen DM Bands, speziell aus dem Highspeedpornsplatterbereich kann ich nix anfangen. Ich hör eher alten Schweden-DM und ausgewählte Amibands wie Possessed oder Death. Warum ich allerdings Deathmetal vorziehe kann ich mir nicht rational erklären.

Was man aber nur im BM findet, sind die viel zitierten Pseudointellektos, die kaum ihr Instrument stimmen können, aber total musical misanthropic holocaust betreiben und unglaublich tiefgründige Texte schreiben, und das schon mit 17 -wow! - Die gehen mir tierisch auf die Eier! Solche Poserpussies findet man im DM eher selten bis gar nicht. Von den Pickelvisagen mit Frauenkomplexen, die frauenfeindlichen Splattergrind spielen, weil sie von ihren Klassenkameradinnen immer nen Korb kriegen natürlich mal abgesehen :ugly:

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Beitrag von nadir » 03.01.2006, 17:19

Eiswalzer hat geschrieben: Probiers mal mit Melechesch. Die mixen BM mit orientalischen Elementen. Und sind im Gegensatz zu Nile keine nerdigen Texaner, die ihr wissen aus Internetsiten über ägyptische Mythologie beziehen :ugly: (nix gegen Nile, ich find die geil!)
Ich danke, werden gleich demnächst mal zu Gemüte geführt.

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Re: Deathmetal?

Beitrag von wolfsklang » 03.01.2006, 17:41

Amras hat geschrieben:
Death Metal ist erwachsener.
Die größte Schwachstelle des Black Metals, ist die Tatsache, dass dieser Musikstil durch die plakativ misanthropischen, nationalistischen Texte eine Menge präpubertäres Pack anlockt. Die kaufen sich dann Unmengen von CD's von Gruppen, deren Name sie mal irgendwo im Internet aufgeschnappt haben, hören ein/zwei Lieder und wollen überall mitreden, weil sie tatsächlich der Meinung sind Ahnung zu haben. Dieses Pack hat weder wahres Interesse an der Musik, noch an dem Lebensstil, sondern sind verzweifelte Versager, die im wahren Leben nichts auf die Reihe bekommen. Brechen Ausbildungen ab, lassen sich von Ausländern zusammenschlagen, etc.. Na klar, da kommt Black Metal ganz Recht. Man kann sich als gewollter Außenseiter zu erkennen geben und kann mit anderen gleichgeschalteten Weichbacken übder die bösen Ausländer herziehen. Die Black Metal Szene ist nicht mehr als ein Magnet, welches die ganzen Versager anzieht.
Ich kenne durch diverese Nebentätigkeiten eine Menge Black Metaller, die allerdings viel reifer und um einiges älter sind, als der Durchschnitt hier. Und die sind dann doch aus einem anderen Holz geschnitzt. Ganz ehrlich, mir tut es für sie leid, dass ihre Szene von solchen Kackbratzen unterwandert wird.
Du bist ja wirklich ein ganz lustiger!
Deine Aussagen treffen auf nicht nur auf Black Metal Szene sondern wiederspiegeln ein Teil der DM Szene! Man findet genauso bemitleidenswerte Kreaturen im DM wie auch im BM!
Ausserdem kenn ich relativ viele intelligente Black Metaller und die haben nicht ihre Ausbildung abgebrochen.....Das sind dann doch eher die dauernd bessoffenen Death Metaller.....
Und es gibt wohl viele Death Metaller die den Death Metal nur wegen der Agressivität hören und keines Wegs wegen der Technik oder wegen der Atmosphäre!


In Punkto Atmosphärische Death Metal kann ich nur sagen es gibt ihn!
Beispielsweise Morbid Angel, Hellhammer, Celtic Frost sind schon sehr Atmosphärisch.
Und wer den Schweden Death Metal nicht Atmosphärisch findet, der hat echt nen Schaden!

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Beitrag von Ragnar » 03.01.2006, 17:53

ich finde death metal live meistens recht langweilig. cannibal corspe zb tönen bei jedem lied, an jedem gig immer gleich. gleiche musik, gleiche stücke, gleiche sprüche...

die ersten fünf minuten sind jeweils witzig, da sie einfach ne ungluabliche power rüberbringen, aber dann, naja...

da gefallen mir bands wie naglfar einfach besser. die waren live wirklich grossartig. eine unglaubliche atmosphäre. oder satyricon, so eine atmosphäre, da kann death metal einfach nur träumen. aber es ist klar, dass vor allem im black metal untergrund sehr viel schrott rum ist, die live einfach nicht tauglich sind. ahja forgotten tomb hat mich auch sehr posotiv überrascht live.

wenn live death metal, dann kataklysm, deicide, vital remains, vader und natürlich obituary.

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king_of_spades
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Beitrag von king_of_spades » 04.01.2006, 15:38

@all: danke fürdie ausführlichen erläuterungen! hat mir sehr weitergeholfen!

gibt es auch leute die den DM aus welchen gründen auch immer prinzipiell ablehen?

was mich noch stört, ist die amerikanisierung des genres. vielleicht bin ich auch zu pingelig was das anbelangt..
:D

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Beitrag von nadir » 04.01.2006, 15:50

Naja, aber DM fand doch seinen Ursprung in den USA..und auch der Höhepunkt des DM wurde vor allem von US-Bands mitgestaltet, wenn ich mich nicht irre.
Von da her finde ich den Begriff Amerikanisierung von DM ein bisschen fehl am Platz.

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