Obiges Logo beschränkt sich in der sogenannten Szene schwermetallener Klangkunst nicht auf einfache "Kenntnis". So hat jeder selbiges zumindest schon mal in T-Shirt Form bei Anlässen sehen dürfen, zu welchen jene Subkulturler zusammenkommen, die im Volksmund und teilweise auch selbstbezeichnend als Metalheads bekannt sind.

Es sei im Folgenden nebensächlich, woher dieses Logo nun ursprünglich stammen mag (zugegebenermaßen weiß ich es noch nicht einmal - EMP vielleicht?). Interessant ist vielleicht noch der Aspekt, dass sich wohl irgendjemand diesen Spruch, diesen Einstellungsleitfaden, zu Nutze machte um damit kommerziell noch etwas herauszuschlagen. Wobei es auch nur eine Vermutung meinerseits bleibt, dass die Einstellung in der Szene schon lange existierte, bevor sie verdinglicht in Form des Shirts nicht nur ideologisch sondern auch pervertiert materiell besitzbar wurde. So denke ich, dass es sich bei Shirts mit obiger Aufschrift oder Fußmatten ("Anti Hip Hop Area", tatsächlich erhältlich bei EMP) nur um Substrate einer überwiegenden, wenn auch nicht totalen Einstellung der Szene handelt.
Nun, was bedeutet diese schier häufige Frequenz, in der das Auge des Beobachters auf diese warenförmigen Einstellungssubstrate trifft? Dass der Wunsch des Zurschaustellers besteht, seine Einstellung nach außen zu tragen. Möglich? Möglich. Was bedeutet das aber ferner?
Das der Ursprung dieser Einstellung in einer dualistischen Denkweise zu verorten ist. Namentlich dem Verhältnis des eigenen Musikgeschmacks zu einem solchen, der vermeintlich das absolute Gegenteil vom Eigenen ist. Nicht selten werden Einstellungsfragen betreffend des Musikgeschmacks mit stark wertenden Antworten versehen, die im Kern darauf hinauszielen, die entsprechend als andersartig empfundene Musik als "geschmacklos" oder "peinlich" zu bezeichnen - "Wie kann man so eine Scheiße nur hören?" - Metal als Teilsystem der Kultur ist binär codiert. Die den Stil umfassende Subkultur der Metalheads funktioniert nach dem Prinzip Metal - Nicht-Metal und verarbeitet alle Resonanzen, die aus dem "weißen Rauschen" der Umwelt aufgeschnappt werden, nach diesem Prinzip. Alle Resonanz, die als Nicht-Metal verarbeitet werden kann, wird dabei oftmals mit der oben erwähnten Radikalität als unzulässig gekennzeichnet. Sowohl selbstreferentiell (innerhalb des Systems; innerhalb der Szene) wie auch als an die Umwelt gerichtete Kommunikation. In jedem Fall handelt es sich also um interaktive Prozesse des Absteckens der Systemgrenzen durch den Akteur. Schön und gut.

Aber was genau macht das beschrieben System aus? Wo liegen seine Charakteristika, die es von anderen Subkulturen eindeutig unterscheidbare machen? Ich möchte der Antwort hier ein wenig aus dem Weg gehen, da ich mich zumindest in diesem Punkte scheue, relativierende Behauptungen aufzustellen. Es soll also reichen, zu behaupten, dass jeder Metalhead bei der an ihn gerichteten Frage nach den Qualitäten seiner Szene vergleichbare Antworten geben würde. Vielleicht Zusammenhalt? Die gemeinsame, bedingungslose Liebe zur Musik? Prinzipielle Antibürgerlichkeit? Wie gesagt, diese Qualitäten lassen sich hier nicht einfach herunterbrechen.

Unabhängig vom Inhalt der Szeneeigenschaften möchte ich mich im weiteren Verlauf nur auf jene eingangs erwähnte berufen - das ab und an vorkommende Gebahren diverser Metalheads, "ihre" Musik qualitativ über jedwede andere, parallel existierende zu stellen. Parallel! Ein wichtiges Wort.

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Es ist doch ganz einfach: Lasst den Scheiss und konzentriert euch darauf, mit euren Bands vernünftige Alben zu machen. Und denkt daran: Metalfans sind die letzten, die sich noch Tonträger kaufen werden. Verarscht sie also nicht.

Obige Worte stammen von meinem Kollegen Shadowthrone, der sich in seinem offenen Brief an Nuclear Blast (NB) über die vermeintlich sinnfreien Weihnachtsveröffentlichungen betagter Bands, die beim Liebhaber metallener Ohrpenetrationen Freude unterm Weihnachtsbaum und bei NB talerförmige Freude auf dem Firmenkonto verursachen, erbost.

Ich möchte im Folgenden etwas näher auf die obigen Worte eingehen, beziehungsweise vielmehr auf die Annahme, die dahinter steckt und der ich in der sogenannten Metalszene immer wieder begegne. Ich mag mich mit der Fortführung dieser Annahme; der Herleitung und Vertiefung dieses Gedankens möglicherweise etwas aus dem Fenster lehnen, aber es sei angemerkt dass ich hier durchaus Meinung kundgebe und mich auf subjektive Empfundungen stütze, die ich Tag ein Tag aus in jener Subkultur mache, die hier nun in einem sehr kurzen Abriss auf ihr Verhältnis zur Kulturindustrie abgeklopft werden soll.

Also. Was für ein Selbstverständnis der Metalszene liegt hier vor? Der durchschnittliche Metalfan reflektiert seine Konsumtätigkeiten. Er kauft solche Waren nicht, die er als offensichtliche pure Geldmache entlarvt. Was ist denn Geldmache? Jeder kennt die üblichen Diskussionen, ob eine Band nun "Kommerz" sei, wenn ihre Alben bei Media Markt oder Saturn erhältlich sind. Möglicherweise geht es dabei dann gar nicht nur um die schiere Erhältlichkeit der Medien, sondern darum, dass sie zwischen anderen Bands stehen, die wirklich Kommerz sind! Namentlich alles, was nicht komplett in den schwermetallenen Geschmacksrahmen fällt oder noch etwas weiter über den Tellerrand hinausgeht, als es genehm ist. Stehen beinharte Metallscheiben nicht häufig dort, wo ein Schild den Konsumenten darauf aufmerksam macht, dass er grad die Angebote der Kategorie "Alternative/Indie" Musik betrachtet? Oder gar "Hard and Heavy"?

Wichtig ist, trotz aller folgender Kritik, jedoch eines - genauso wie (ein wichtiges Wortduo!) andere Szenen ist die Fangemeinde des Metal keinesfalls als heterogen zu verstehen. Es gibt die Einen, aber es gibt auch die Anderen. Genauso wie (da ist es wieder!) im Pop, im Hip Hop, im Jazz, unterscheiden sich die Konsumenten in ihren Einstellungen zur jeweiligen Musik, damit verbunden dem Maß, in dem sie ihr Konsumverhalten und die Szene reflektieren, ihr Verhältnis zur Fanszene usw.

 


Vorl. Anmrk.:
- Konsument: Das ist ALLEN Szenen gemeinsam, trotz der Heterogenität. Es bleibt aber übergreifend nur wenigen vorenthalten, sich ihrer Situation als solcher bewusst sind.
- Die Verteidigungshaltung des Konsumenten; des Szenenangehörigen in Momenten des kritischen Angriffs auf Metal ist in vielen Fällen ähnlich: Alles andere ist Mainstream, Metaltexte sind nicht langweilig (1-2 Beispiele), Metal ist nicht nur Geknüppel, Metal hat nichts mit Bildung zu tun (beim Unterschichtenvorwurf -> meist Gegenbeispiele á la "ich kenne genug Leute, die..."). Die meisten Argumente sind absolut invalid. Sie lassen sich auf JEDE andere Musikrichtung und Szene exakt genauso anwenden. Allein die Entstehungsgeschichte des Metal mag ihn hervorheben.

 

Nun stellt sich die Frage, wie Geschmack konstituiert ist und was die Kulturindustrie damit zu tun hat. Dafür möchte ich ein paar tote Herren zu Wort kommen lassen.

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Ich kann es nicht mehr lesen.
Ob im Mailorder des Vertrauens, in Infomails oder wo auch immer, "Die Hard" entwickelt sich zu einer subkulturellen Seuche, die mit all dem offerierten Scheiss aus Togo( … to-go!) verwandt zu sein scheint oder zumindest einem ähnlichen geistigen Schluckauf entspringt!

Aber immer langsam mit den jungen Pferden und noch mal einen Schritt zurück.
Das man den Kontakt zu den Fans halten möchte, OK.
Das man für die Sammler unter ihnen eine Auflage in niedriger Stückzahl produziert, sollte objektiv auch OK sein!
Mich persönlich freut es sogar sehr, da ich mich zu den Sammlern zähle.
Da ich dem Genuss von Musik und dem damit einhergehenden Konsum von Tonträgern bereits über zwei Dekaden fröne, sind mir Bezeichnungen wie limitiert, stark limitiert, streng limitiert oder ultra limitiert, oft noch in Verbindung mit Begriffen wie Sammleredition, gut bekannt.
Schon in meinem gerade auspubertierendem Hirn kamen mir diese Ausdifferenzierungen unsinnig bis kitschig vor. Natürlich immer mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf den jeweiligen Artikel und folgerichtig die Verkaufszahlen zu erhöhen.
Seit diesem Zeitpunkt begleitet mich die Frage:"Warum schreibt man nicht schlicht limitiert auf "so-und-so-viel"?"
Auf diese Weise könnte sich doch jede/r selbst ein Bild machen und je nach Bekanntheitsgrad der Band (in den meisten Fällen wissen die Hörer ja, ob die Band nun Stadien füllt und Alben in die Charts befördert oder froh ist, wenn sich 50 zahlende Gäste in einem AZ/JUZ einfinden, wovon drei später noch zum Merchandise-Stand wandern) entscheiden, wie dringlich ein rascher Erwerb angeraten ist.
Als ich das erste Mal auf eine "Die Hard"-Edition stiess, hatte ich ein seicht vom Wahn berührtes Grinsen im Gesicht, da mein Gehirn mir einen satirischen Comicstrip unter schob, der von einem gut gelaunten Bruce Willis, welcher mir mit zwei nach oben gereckten Daumen den Segen zum Kauf dieser Platte erteilte, dominiert wurde.
Parallel zur Filmreihe franchiste sich die "Die Hard"- Titulierung epidemisch fort und wird es wohl leider auch weiterhin tun.
Ich biss mir so lang auf die Zunge wie ich konnte. Bis zu jenem Moment vor einigen Tagen, als das Grinsen aus meinem Gesicht wich und der Wahn der überschäumenden Wut des Unverständnisses mich übermannte.
Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte war die Formulierung:"Für die Die-Hard Fans von...!"
Was um alles in der Welt soll das sein?
Entweder war hier die Rede von Fans einer Band, die sich dadurch auszeichnen, dass sie neben dem Hören von Musik nichts anderes tun als sich die "Stirb Langsam"-Quadrologie anzuschauen oder gar einem solch gearteten Club/Verein angehören oder es war nichts anderes als(WARNING EXPLICIT LYRICS!) geistiger Dünnschiss!
Denn das Wort Fan leitet sich, in unserer so Anglizismen verseuchten Sprache, von fanatisch (engl. fanatic) ab und bezeichnet somit die höchstmögliche positiv behaftete Ausrichtung eines Menschen auf einen "Star", "Film" oder "von-was-man-auch-immer-Fan-sein-kann".
Die Bezeichnung Fan kommt somit einem Superlativ gleich und diese sind verdammt noch mal nicht steigerbar und vor allem nicht durch so einen Scheiss wie ein "Die Hard"-Präfix!
Also schreibt was zu den Bands und deren Platten inklusive Stückzahl, aber hört auf irgendeinen Schmarn zu veranstalten, sinnfreie Worthülsen zu generieren, die nicht mehr auszudrücken als eine genaue Zahl es kann. Denn im allerschlimmsten aller kritisch beäugten Fälle, nennen wir es eine subkulturelle Dystopie, würde es letztlich nur eine weitere Aufspaltung vorantreiben, die doch eigentlich niemand wollen kann. Dann finden demnächst etwa Konzerte für Interessierte, Fans und von "euch" geschaffene "Die Hard"-Mutanten-Fans getrennt statt, damit die Band den jeweilig zugegen Seienden gerecht werden kann! Oder wo soll das hinführen?
Leute, wir reden hier über Subkultur (hier im speziellen Metal) und ihrer ihr eigenen Musikrichtung (im Bezug auf Schwermetall.ch natürlich vorrangig Black und Death Metal), die von Gleichgesinnten, welche ein Instrument beherrschen und es schaffen gemeinsam im Takt zu spielen, für Gleichgesinnte, die einfach nur zuhören und sich in dem dargebrachten wiederfinden wollen, gemacht wird!

Für alle, die das nicht verstehen können/wollen:
Bereitet euch doch selber mal eine Portion Fugu zu, so schwierig kann das nicht sein, oder spielt einen ganzen Abend lang russisches Roulette und zeigt den anderen, das ihr auch ein würdevoller Verlierer sein könnt!
Aber bitte sterbt schnell!

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Sehr geehrtes Marketing Team von Nuclear Blast,

es ist leider eine unumstössliche Tatsache, dass wieder einmal das Geburtstagsfest des Christlichen Heilands bevorsteht. Und da man diesem aus verständlichen Gründen nichts schenken kann, beschenken wir stattdessen Menschen, die uns nahe stehen. Da diese Prozedur jedes Jahr stattfindet und sich der Schenkende oft fragt, was er denn am besten verschenkt, helft ihr uns mit guten Ideen und Produkten.

Was bei Major Labeln schon immer Unsitte war und worüber sich zu Recht jeder <b>echte</b> Künstler aufgeregt hat, sind lieblose Best-Of Alben gewesen, die pünktlich zu Weihnachten in den Regalen standen, um dem Nicht-Fan einen Überblick über das grandiose Schaffen von XYZ zu geben. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie dem Fan, der ja bereits alle Alben besitzt, ebenfalls das Geld aus der Tasche zieht, da dieser ja alle Veröffentlichungen seines Idols besitzen möchte.

Mag sein, dass Best Ofs genau dann gerechtfertigt sind, wenn eine Band bereits mehr als 10 Alben veröffentlicht und auch wirklich eine Handvoll Hits gemacht hat. Aber um diese geht es hier nicht.

Es geht um <b>Die Apokalyptischen Reiter</b> und die <b>Deathstars</b>. Beide Bands verfolge ich, seit diese Alben machen, im Falle der Die Apokalyptischen Reiter also schon eine ganze Weile. Von beiden Bands besitze ich als bekennender Fan alle Alben. Und als ich heute nichtsahnend durch den Mediamarkt schlenderte und mir die neue Machine Head CD genemigte, fiel mein Blick auf CDs von den beiden oben genannten Bands, die ich noch nicht kannte. Schnell war klar, warum nicht:

Das sind ja wohl die beschissensten Best Ofs, die ich jemals gesehen habe. Was soll die Schweinerei, von den Die Apokalyptischen Reitern eine CD ohne ein einzigen Bonustrack, ohne einen einzigen Remix, eine Neueinspielung, eine Liveversion oder sonstiges heraus zu bringen? Dazu noch im Digibook Format, schön edel aufgemacht. Und nebendran die Deathstars. Eine Band mit 3 (in Worten: DREI) Alben in gefühlten 15 Jahren. Wer braucht ein Best Of, wenn daneben drei Alben zum Midprice der gleichen Band stehen. Ach ja, ich vergass: Hier sollen immerhin zwei "Previously Unreleased" Stücke für den Kaufanreiz sorgen.

Ich bin kein Marketing-Mensch, aber hat euch schonmal jemand gesteckt, dass es inzwischen MP3s und einen grossen Online Store sowie Streaming Dienste gibt? Die Kundschaft für eure Geldmacherei ist dort zu finden. Man kann wirklich zu Amazon oder iTunes gehen und sich einzelne Lieder zu einer Best Of zusammenkaufen. Noch nicht gewusst?

Ach ja, ich erinnere mich, man muss ja auch Anwälte bezahlen, weil die Kunden die CDs, die ihr da teuer in die Läden stellt, gar nicht kaufen. Bei so einem Schrott kann ich es auch niemandem verdenken, der sich die beiden Extrasongs aus dem Internet lädt.

Es ist doch ganz einfach: Lasst den Scheiss und konzentriert euch darauf, mit euren Bands vernünftige Alben zu machen. Und denkt daran: Metalfans sind die letzten, die sich noch Tonträger kaufen werden. Verarscht sie also nicht.

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Ich muss jetzt endlich mal meine Meinung zum Problem der Musikbranche kund tun. Das lässt sich natürlich auch ziemlich genau auf die Filmindustrie und die Finanzkrise ummützen.

Witzigerweise sind es ja gerade die grossen Labels, die immer daherjammern um wie viel die Verkäufe zurück gegangen sind. Die kleinen machen 1000 Stück von einem Album, vielleicht noch 500 von einem halbwegs schicken Digipack, haben dabei Kosten von zwei Euro, wobei dann natürlich Arbeit und Werbung extra gerechnet werden muss. Wenn man dann zu sieht wie etliche Musiker, wenn auch selten in der Metal-Szene, gar nicht mehr wissen wo hin mit ihrer Kohle und wie sie sich selbst komplett kaputt machen, weil sie mit dem meist eben auch finanziellen Erfolg nicht umgehen können, dann frage ich mich, wo die die Kohle herbekommen, wenn doch die Verkäufe so zurück gehen. Wie eben auch bei den Filmen, die auf Grund illegaler Downloads immer weniger einbringen, aber trotzdem jeder Film den letzten um drei Millionen Euro an Ausgaben übertrumpfen muss, die Zuschauerzahlen mit jedem "guten" Film noch mal deutlich zunehmen, die DVD-Verkäufe in die Höhe schnellen, dann frage ich mich ebenfalls, wo liegen denn jetzt die Verluste wegen der Downloads? Wie auch bei der Musik sind die Filme meist schon vor Release oder zumindest kurz nach Kinostart im Netz und den meisten dienen sie nur zur Überbrückung. Die sehen sich den Film im Kino an und können es dann gar nicht erwarten bis der Streifen auf DVD im Laden steht und laden sich diesen deshalb zwischenzeitlich runter. Wer hätte denn früher geglaubt, dass so extrem viel Geld mit Unterhaltunsmedien zu machen ist, wo doch früher die Leute nicht einmal was zum Fressen hatten, geschweige denn geügend Schuhe, damit alle Kinder gleichzeitig raus konnten. Und die verdienen sich eine goldene Nasenscheidewand nach der anderen und trauen sich trotzdem noch rumzuheulen wie kleine Kinder, weil Leute etwas aus dem Netz saugen!

Scheissviel Geld für Scheissviel Werbung

Aber das erste Problem der "grossen" Labels ist ja schon einmal wo die überall ihre Werbung hinpappen und wie scheissviel Geld sie dafür ausgeben. Die Werbepreise und Kosten für einen CD-Beitrag in einem bekannten Magazin sind unverschämt, aber die Grossen könnens bezahlen. Auf die Kleinen wird geschissen. Klar kann man nicht alles über Mundpropaganda verbreiten, aber in Zeiten des Internets gibt es ja Werbung in Form von Informationsseiten, bei denen man nicht ewig viel Geld hin legt.

Ein teurer Produzent muss her

Natürlich muss als nächstes ein Produzent her, dem ein Privatjet bezahlt wird und der einen Haufen Kohle damit macht, dass er in alle Bands, die er betreut seinen Senf rein mischt und die persönliche Musik von einer handvoll Bandmitglieder, die mit verschiedenen Geschmäcker eh meist schon das Beste aus fünf Richtungen zusammensuchen, massentauglich macht, wobei sich dann die Bands alle auch noch immer ähnlicher werden. Als wäre die Ähnlichkeit nicht schon alleine wegen des meist eigenen Sounds der wirklich guten Studios nicht schon genug, die ja auch immer ausgebucht zu sein scheinen. Individualität geht dabei komplett flöten.

Labelbosse als Spitzenverdiener

Hinzu kommt natürlich, dass manche Labelbosse halt scheinbar den Hals nicht voll bekommen können, auch wenn eine eigene Insel mit allem drum und dran sicher eher die Ausnahme ist. Aber wenn man einmal sieht, wie viele Leute da mitmischen, bis die CD endlich mal auf den Markt kommt und was manche verdienen, dann weiss man auch warum man eigentlich 20 Euro für gewisse Alben bezahlt. Wenn man bedenkt, dass bei einer Auflage von was weiss ich wieviele 100.000 Stück der Preis kleiner sein müsste als bei den kleinen Bands mit einer Auflage von 1.000 Stück. Immerhin belaufen sich dann nicht nur die Kosten der CD-Pressung selbst, sondern auch vom Cover und allem, was irgendwie dran hängt, nur noch auf einen Bruchteil dessen, was man bei der kleinen Auflage bezahlt.

Musik nur noch digital?

Und da kommen wir dann zum Horrorszenario. Weil man ja vom Label kein Umdenken verlangen kann, spricht man plötzlich immer mehr von digitalen Downloads zu kleinen Preisen - wobei man da meistens immer noch auf zehn bis zwölf Euro pro Scheibe kommt. Aber das ist eh klar, denn das Material der CD verursacht ja fast keine Kosten, der Rest ist es, der es ausmacht und daran wird ja nicht gespart. Wofür ich allerdings gerne mehr hinlege, sind schicke Aufmachungen, Bonus-CDs oder gar DVDs und ähnliche Schmankerl. Daran sollten sich Labels halten. Was ich allergings auch nicht gut heissen kann ist, wenn ich für eine fünffach-DVD einer Band hundert Euro hinlegen muss und diese gar nicht einzeln erhältlich sind. Für eine gute Doppel-DVD gebe ich dann aber gerne 25 Euro aus. Dann müssen aber Bild und Ton schon passen, zumindest beim Hauptteil. Was bringt mir zum Beispiel eine AC/DC Blu-Ray wenn sie das selbe scheiss Bild hat und den selben schlechten Ton wie die DVD. Das alte Ding ist halt nicht besser, aber dann als Blu-Ray noch mal die Leute abzocken die meinen Blu-Ray wäre besser, nur weil das Medium mehr Speicherplatz bietet, ist wieder genau das Vorgehen, mit dem sich einige einfach nur bereichern wollen.

Kopierschutzdilemma

Ich verstehe allerdings voll, dass man oft auf einen Kopierschutz zurück greift, oder Promos nur mit Voice Over aussendet. Immerhin ist es schon erschreckend, wie schnell so ziemlich alles im Netz zum Download bereit steht. Meistens ja schon lange vor dem Release-Datum. Und wie geht das? Natürlich muss irgend jemand von einem Magazin oder Webzine so "kollegial" sein und der Menschheit die Songs gratis zur Verfügung stellen. Allerdings will ich das auch nicht komplett verteufeln. Immerhin hat eine regelrechte Flut an Bands dafür gesorgt, dass man gar nicht mehr weiss, was man sich zuerst kaufen soll und dann reichen halt zwei Tracks auf Myspace nicht aus um zu entscheiden, für welche zwei oder drei Scheiben ich monatlich mein Geld ausgebe. Ich habe ja das Glück in der Nähe einen Metalstore zu haben, aber wirklich oft komme ich trotzdem nicht hin und viele haben die Möglichkeit gar nicht. Saturn und Media Markt führen halt nur Massentaugliches, von dem sie gleich hundert Stück absetzen können. Dafür sollte es eine Lösung geben. Eine ist natürlich das "Digital Rights Managment". Nach einer vorgegebenen Zeit oder einer gewissen Anzahl von Hördurchgängen ist die Datei einfach unbrauchbar. Wenn man das Album zwei mal komplett gehört hat, sollte man schon wissen, ob man dafür Geld ausgeben möchte oder nicht. Dann ginge auch die Schwemme zurück, weil wirklich Schlechtes auch nicht mehr verkauft wird. Wobei allerings Labels wieder viel wählerischer wären. Aber auch vor den Labels hat die Schwemme nicht Halt gemacht und somit kommen auf diesem Weg trotzdem ein Vielfaches der Bands zum Zug, die es vor 15 Jahren geschafft hätten. Aber um auf DRM zurück zu kommen, solche Massnahmen lassen sich auch immer umgehen, wenn man sich halbwegs auskennt und damit fällt auch diese Idee, zumindest im Moment, ins Wasser. Vielleicht schaffen es pfiffige Programmierer mal einen ordentlichen Code zu schreiben.

Zurück zum Trading?

Was würde aber dabei raus kommen, wenn man alles nur noch digital bekommt? Wer noch weiss, wie schwer früher Metal-Scheiben zu bekommen waren, der kennt die Antwort. Das Trading wird wieder die Oberhand gewinnen. Natürlich nicht mehr in Form von Tapes. Im Endeffekt hiesse das noch mehr illegale Downloads, denn dann bekommt man ja das Selbe wie wenn man bezahlen würde. Das wäre genau der falsche Weg.

Ein Ausweg in Sicht?

Tja, wenn es einen Ausweg gibt, dann nur in dem man den grossen Labels das Sparen beibringt um die Preise wieder runter zu bekommen, denn dann könnte man sich statt drei gleich vier Alben im Monat kaufen. Weiters müsste man die Schwemme stoppen. Konkurrenz belebt halt doch nicht immer den Markt, sondern kann ihn auch zum Einstürzen bringen. Aber wer bestimmt, wer seine Band aufgeben muss? So wird das wohl nicht funktionieren. Die Leute, die jährlich drei durchschnittliche - wenn nicht sogar richtig schlechte - CDs auf den Markt bringen, wird es immer geben und es werden immer Dumme darauf reinfallen.

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