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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 11:47

Ich stelle das alles hier rein, weil es thematisch hieher gehört:
Graf von Hindenloch hat geschrieben:Bild

Wie sehr habe ich diesen Film schon im Vorfeld gehasst... Wie sehr habe ich gewusst und verkündet, dass er nur scheisse werden kann...

Und wieder einmal hat sich meine Unfehlbarkeit erwiesen: Er ist gut. Er ist nicht realistisch und versucht es nicht zu sein. Er macht nur eine unterhaltsame Story aus einigen Ereignissen, die sich so oder ganz anders, mal abgespielt haben...

Er ist etwa so dokumentarisch wie "Hitler - Rise of Evil" oder "Ed Wood". Und genauso klasse. Susi, ich glaube, du wirst diesen Film lieben...

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 11:47

Dr.Gonzo hat geschrieben:Ach, gibt es den nun endlich Online?
Werde ich mir wohl in dem Fall auch noch zu Gemüte führen. Obschon, wenn etwas mit der "Aufstieg des Bösen" verglichen wird, ich mir das eigentlich nicht mehr antun möchte. Aber Stimmt, auch der Cast ist ja in beiden fällen ähnlich grauenhaft...

Und wie wurde das da nun mit der Musik gelöst?
Hat man einfach andere (käufliche) BM Trottel gefunden und hofft nun, dass das niemandem auffällt?

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 11:47

Imperial Warcry hat geschrieben:Also ich habe so ca. 15min auf dem IPhone reingeschaut, und ich glaube nicht, dass ich dem ganzen irgendwas positives abgewinnen kann.

Ich meine, erster Satz "My country Norway, a deeply religious country"....schon da löschts mir ab. Ja, genau, Norwegen ist wie der Jemen.

Mal schauen, ob ich am Abend den Rest schaffe.

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 11:48

Graf von Hindenloch hat geschrieben:lol@Bimpa...

und@Gonzo: Das mit der Musik wurde recht gut gelöst. Man hat die (wenigen gezeigten) Songs neu einspielen lassen und so abgeändert dass wohl niemand eine Plagiatsklage einreichen kann. Aber sie klingen erstaunlich authentisch, bis hin zur Prod.

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 11:48

Ich habe mir mehr als skeptisch den Trailer angetan und habe trotz einigem darin enthaltenen Kitsch vor, mir den Film irgendwie zu beschaffen oder sonstwie anzuschauen; obwohl - oder gerade weil - ich selber ein Veteran der ganz frühen 90er Jahre bin. Da sammelt man halt noch Jahrzehnte später Berichte von Zeitzeugen, Zeitungsartikel, Bücher und alles, was es darüber gibt. Und halt auch phantasievolle filmische Umsetzungen.

@Imperial Warcry: Norwegen IST für europäische Verhältnisse tatsächlich tiefreligiös. Kein einziger seriöser Ethnologe stellt dies in Abrede. Die ganze norwegische Gesellschaft ist bis zum heutigen Tage ganz tief geprägt von einem lutheranisch-evangelischen Puritanismus, der extrem fade und humorlos daherkommt und beinahe an Bibelfundamentalismus grenzt. In Sachen Spiritualität wird dort alles andere zwar gesetzlich geduldet, faktisch in der Gesellschaft jedoch gar nicht. Es gilt als wahrscheinlich, dass dieser Hintergrund ein Mitauslöser für die geistig verworrenen Black Metal-Taten der frühen 90er Jahre sowie für den frühen Viking Metal waren.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 11:52

Und ich wollte Bimpa noch sagen, dass man sich Filme nicht auf dem Iphone anschaut...

PS: Du hast Post, Der Theurg...

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 12:00

Merci. :)

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 12:03

Im Geist von 1993...

(wo ich noch nicht mal ein BM-Shirt hatte)

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Beitrag von Imperial Warcry » 25.02.2019, 12:48

Graf von Hindenloch hat geschrieben:Und ich wollte Bimpa noch sagen, dass man sich Filme nicht auf dem Iphone anschaut..
Du hast mir den LINK aber dorthin geschickt...

Und Theurg: Unter "tiefreligiös" verstehe ich in Europa eher Länder wie Italien oder Griechenland. Aber ich war ja noch nie in Norwegen, von dem her.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 12:50

Ja, ich dachte du würdest ihn dann auf deinen PC transferieren... Zur Not sogar abtippen... Aber da habe ich ntrl. die Fowlheit unterschätzt...

:lol:

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 13:29

Imperial Warcry: Ja, natürlich ist das byzantinisch-orthodoxe Christentum in Griechenland äusserlich sehr auffällig, wie auch der Katholizismus in Italien oder vielleicht mehr noch in Spanien und Polen.

Es ist ja gerade das Merkmal der reformierten und evangelischen christlichen Richtungen, also des Lutheranismus', Zwinglianismus' und Calvinismus' sowie aller daraus resultierender puritanischer Spielarten, äusserlich eben gerade NICHT aufzufallen: kein Weihrauch, keine Heiligenbilder, nicht einmal irgendein kleines Jesus-Bildchen, keine Statuen, keine Messen, keine Rituale, keine Sakramente (ausser der Taufe, aber die wird dort nicht als "Sakrament" bezeichnet)... Und beispielsweise im zürcherischen Zwinglianismus nicht einmal Altäre in den restlos schmuck- und trostlosen, leeren Kirchen.

Dafür haben die Puritaner eine Vorliebe für eher graue, möglichst knopflose Kleider sowie für einen extrem sittenstrengen, biederen, lebensunlustigen Lebenswandel OHNE Fasnacht (Karneval) und solche bunten Dinge. Lachen und tanzen gilt bei Puritanern als verpönt. Und Norwegen gilt als das extremste Land des Puritanismus' nach spezifisch LUTHERANISCHER Ausprägung.

Als in den späten 70er Jahren Monthy Python's "Das Leben des Brian" erschien, fiel dieser Film glaubs in Norwegen der Zensur zum Opfer und durfte dort nicht in den Kinos gezeigt werden. Daraufhin wurde er im benachbarten Schweden, wo der Lutheranismus als ein bisschen lockerer gilt, mit dem Spruch beworben: "Dieser Film ist so lustig, dass er in Norwegen verboten ist!" Die Schweden necken die Norweger anscheinend schon seit langem öfters in diese Richtung.
Zuletzt geändert von Der Theurg am 25.02.2019, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Imperial Warcry » 25.02.2019, 13:30

Ok, 20min drinnen und ich bin schon sehr am Anschlag.

1. Euronymous hat nicht geraucht
2. Die Introduction von Vikernes lief garantiert nicht so ab
3. Grössere Ansammlungen von sexwilligen, attraktiven Groupies gab es zu dieser Zeit im BM sicher nicht.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 13:34

Graf von Hindenloch hat geschrieben:Er ist nicht realistisch und versucht es nicht zu sein. Er macht nur eine unterhaltsame Story aus einigen Ereignissen, die sich so oder ganz anders, mal abgespielt haben...

Er ist etwa so dokumentarisch wie "Hitler - Rise of Evil" oder "Ed Wood".
Es macht absolut keinen Sinn, in einem Unterhaltungsfilm, der lose auf realen Ereignissen basiert, eine echte Dokumentation zu suchen...

Und es macht auch keinen Sinn, den Film schon während dem Schauen zu bewerten. Schau ihn erstmal in Ruhe.

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Beitrag von Imperial Warcry » 25.02.2019, 13:44

Naja, dann soll sich der Film auch nicht damit rühmen, auf "what actually happened" zu basieren, dann können die Leute da grad so gut Sören oder Migrosbutcher heissen und müssen auch keine Blasphemy-Shirts tragen.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 13:48

Da steht "Truth, Lies and what actually happened"...

Wie ich schon oben geschrieben habe... Hitlerfilm, usw...

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Beitrag von Imperial Warcry » 25.02.2019, 14:08

Ja, ich gebe ihm dann schon eine faire Chance....

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 14:17

:D

(supersusit)

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 19:36

So, ich habe den Film "Lords of Chaos" nun ganz gesehen! Fazit: Als Szene-Zeitzeuge, der ich bin, nicht nur als Beobachter, sondern auch vom damaligen Lifestyle her (seit 1990 komplett besessener Metal-Maniac, anfänglich noch Thrasher, jedoch von 1991 bis '93 langhaariger satanistisch-pagan-okkult-heidnischer Death Metaller / Proto-Black Metaller, seinerzeit allabendlich in Wäldern, Kellern, Beizen und im Kerzenschein unterwegs), muss ich bekennen:

Ich bin begeistert vom Film! :D

An vielen Stellen des Films habe ich das Gefühl, als ob eine Kamera UNS damals gefilmt und meine eigene Jugend festgehalten hätte! Manches ist zwar ein bisschen übertrieben dargestellt, und von Groupies haben wir vor der Mitte der 90er eher nur geträumt.

Was die Darstellung der damaligen Ereignisse in Norwegen betrifft: Okay, das alles mag phantasievoll ausgeschmückt sein, teilweise etwas verändert oder zumindest einfach nur eine filmische Interpretation.

Aber besonders eindrücklich sind die vielen absolut authentischen Details: die T-Shirts, Plattencover sind allesamt glaubwürdig recherchiert. Varg Vikernes trägt während eines Grossteils des Film dasselbe BATHORY-Shirt, welches ich selber seit Jahresanfang 1993 andauernd trug, nämlich "Twilight of the Gods" (allerdings mit einem anderen Rückenaufdruck).

Im Helvete sieht man zwischen lauter wohlbekannten Metal-Platten (auch Thrash oder sogar Heavy wie ANGEL WITCH oder MERCYFUL FATE) einmal sogar das Cover von DEAD CAN DANCE "The Serpent's Egg". Später hört man sogar eine Passage daraus (gleichwohl Varg und Snorre in Wahrheit während ihrer Fahrt in der Mordnacht glaubs ein anderes Album von DEAD CAN DANCE im Auto laufen liessen).

Einmal wird im Keller des Helvete ein Stück von der ersten CATHEDRAL abgespielt. Vielleicht mag dies ein bisschen unglaubwürdig erscheinen. Umso häufiger drehte sich dieses Album damals jedoch in MEINEM CD-Player!

Bereits zu Beginn des Films wird bei der ersten Probe, die hier von MAYHEM zu hören ist, eine Passage aus einem Demo-Tape von HELLHAMMER gecovert.

Rory Culkin als ich-erzählender Euronymous gleicht jenem tatsächlich ein bisschen, zumindest nach einer raren, echten Filmaufnahme, auf welcher Øystein Aarseth ganz kurz (ungeschminkt) in die Kamera blickte. Allerdings hätte man bei Rory Culkin in jenen Szenen, in denen er Corpsepaint trägt, die Mundwinkel ein bisschen mehr zu einem "Lätsch" schminken sollen.


Aber was soll's. Alle Black Metaller, die erst NACH 1993 dazugestossen sind, werden sich fürchterlich über diesen Film aufregen, ihn als kitschig befinden und ihren langgehegten Mythos zerstört sehen. Ich hingegen bade in diesem herrlichen Jungbrunnen, der mich wieder in die ganz frühen 90er zurückführt!

[21*1] [342] [08*8]

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 25.02.2019, 19:45

Ganz genau so ist es...

:sauf: :sauf: :bier: [8*8] [8*8]

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Beitrag von Der Theurg » 25.02.2019, 20:10

Einfach des Todes affengeil, dieser Backflash!

Es hat keiner jemals behauptet, dass damals irgendetwas "elitär" gewesen sein soll. Es waren spätpubertäre, geistig verwirrte Chaoten. Jung, laut, wild, unanständig, verkommen! Dabei hat der wahre Euronymous laut Augenzeugen niemals Alkohol konsumiert (auch wenn er auf einigen Fotos provokativ mit Bierflasche posierte).

Der neue Pseudo-Black-Metal-Kult, der erst NACH 1993 erfunden wurde, ist damit hoffentlich endlich zerstört. Pech für alle "Ideologen"! Long live Rock 'n' Roll!

:banger:

*stösst gleich nochmals mit dem Grafen auf den WAHREN Black Metal an, der in diesem Film verherrlicht wird*

[342]


P.S.: Der gröbste Schnitzer, der mir auffällt, sind die Telephone. Seinerzeit waren vorwiegend noch die guten, alten Wählscheibentelephone mit entsprechendem Geklingel im Einsatz. Aber da ich von Kindheit an mit all den groben Ausstattungsfehlern so ziemlich ALLER Römerfilme aufgewachsen bin, die mich als Geschichtsnerd immer genervt haben, bin ich bei solchen kleinen filmischen Mängeln in Sachen Reenactment abgehärtet und sehe drüber hinweg.

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