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Beitrag von Imperial Warcry » 26.02.2019, 14:16

Wir sind einfach nicht normal... :|

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 26.02.2019, 14:25

Wir wären nicht hier, wenn wir normal wären...

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Beitrag von Imperial Warcry » 26.02.2019, 16:08

Wir sollten unseren Hass evt. besser wieder auf bspw. finnische Bam Margeras mit Schnabeltasslis richten...

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Beitrag von Der Theurg » 26.02.2019, 17:30

Hochgeschätzter Imperial Warcry, bezüglich Telephone habe ich geschrieben:
Seinerzeit waren vorwiegend noch die guten, alten Wählscheibentelephone mit entsprechendem Geklingel im Einsatz.
Man beachte, dass ich geschrieben habe: "VORWIEGEND"! Nicht "ausschliesslich"! Wie sagst Du immer so schön: "Lesen bildet."

Ich erinnere mich sehr wohl, dass die ersten Tastentelephone, die von der Form her noch aussahen wie die klobigen Wählscheibentelephone, bereits um 1984 herum auftauchten (oder vielleicht sogar schon wesentlich früher).

Und in der ersten Jahreshälfte 1993, also noch zu Euronymous' Lebzeiten, kamen die ersten Funkstationstelephone fürs Festnetz auf und sogar die allerersten Riesenhandys mit Antenne (Natel C) von Nokia für 2000 bis 3000 Franken, obwohl noch Jahre später nicht einmal Business-Leute so etwas besassen.

Der Film wäre für meinen Geschmack einfach eine Spur glaubwürdiger rübergekommen, wenn zumindest irgendwo einmal ein Wählscheibentelephon aufgetaucht wäre.


Als Historienfilm ist "Lords of Chaos" sehr gut gemacht. Sämtliche Römerfilme, die es jemals gab, sind von der Ausstattung, den Kulissen, den Kostümen und den Bauwerken her oder bezüglich sonstiger Ungereimtheiten wesentlich schlechter recherchiert und umgesetzt, aber da beklagt sich komischerweise keiner darüber. Mir ist überhaupt kein einziger Historienfilm bekannt, der wirklich authentisch rüberkommt, auch nicht solche mit WW2-Themen. "Casino" ist mir komplett unbekannt, tut mir leid.

Wie man sich nur darüber so echauffieren kann, dass die falsche Version von "Outbreak of evil" verwendet wurde, das löst bei mir nur Kopfkratzen aus... Mir ist kein einziger anderer Film bekannt, in welchem überhaupt irgendeine Version dieses Liedes zu hören ist! Doch anstatt sich darüber zu freuen, einfach nur über solche lächerlichen Details herumnörgeln...

Viel schwerer wiegt, dass MAYHEM bis zum Selbstmord von Dead im April 1991 sich selbst als "Death Metal" bezeichneten! Die Person Dead selber galt als "Verkörperung" des Death Metals! Aber auch dieser kleine Fauxpas des Films regt mich keinen einzigen Millimeter auf.


Den wichtigsten Pluspunkt dieses Films habe ich bereits erwähnt, und ich hätte ihn ganz fett und gross schreiben sollen:
An vielen Stellen des Films habe ich das Gefühl, als ob eine Kamera UNS damals gefilmt und meine eigene Jugend festgehalten hätte!
Manches ist zwar ein bisschen übertrieben dargestellt, und von Groupies haben wir vor der Mitte der 90er eher nur geträumt.
Da kann ich doch nix dafür, wenn "Lords of Chaos" mir - und anscheinend auch dem werten Grafen von Hindenloch - ein Backflash in unsere selige Jugendzeit bereitet.

Wenn ich das nächste Mal im Jahre 1990 leben sollte - und dann auch noch zwischen lauter Thrashern - dann werde ich dafür sicherheitshalber im voraus um Verzeihung bitten, damit 29 Jahre später ein werter Imperial Warcry nicht allzu böse auf mich sein wird.


Und letztendlich:
Der neue Pseudo-Black-Metal-Kult, der erst NACH 1993 erfunden wurde, ist damit hoffentlich endlich zerstört. Pech für alle "Ideologen"! Long live Rock 'n' Roll!
Mir geht es seit einem Vierteljahrhundert um nichts anderes, als den angeblichen "Black-Metal-Kult" gezielt zu zerstören! Genau DAS haben der Graf von Hindenloch und meine Wenigkeit all die Jahre hindurch immer gemeint, wenn wir beinahe schon mantra-mässig herunterleierten, dass damals der ganze Zeitgeist ein völlig anderer war und das bezüglich Black Metal überhaupt ALLES ganz anders war, als die jungen Black Metaller heutzutage glauben. Dabei ging es zumindest mir immer nur darum, den Black-Metal-Kult ersatzlos komplett zu ruinieren und zu zerstören! Nix da "elitär"! Nix da "ideologisch"!

Black Metal war eine ANTI-ELITÄRE und ANTI-IDEOLOGISCHE Pubertätserscheinung einiger komplett entarteter Rotznasen, wobei diese Pubertätserscheinung ausschliesslich in einer Zeit funktionieren und gedeihen konnte, als es noch kein Internet, keine Handys (im allgemeinen Gebrauch) und keine Smartphones gab, und dies vorrangig in einem schönen Lande wie Norwegen, dessen Kultur und Gesellschaft ganz extrem von christlich-lutheranisch-puritanischen Frömmlern geprägt ist, die oberflächlich betrachtet im Strassenbild komplett unsichtbar sind. (Eigentlich sollte der Unterschied zwischen evangelisch-reformiertem Protestantismus, der nach aussen hin bildlos, rituallos und unsichtbar erscheint, und Katholizismus allgemein bekannt sein... Und der Protestantismus ist keineswegs "easier" und "harmloser", bloss weil man ihn nicht sieht!)


Der Film "Lords of Chaos" ist also ausschliesslich für den Grafen von Hindenloch und für meine Wenigkeit gemacht, damit wir beide uns confabulierend zu unseren (separaten) Jugenderinnerungen aufgeilen können! Ich unterstütze es hingegen, dass ALLE ANDEREN diesen Film abgrundtief HASSEN sollen und müssen!

Damit haben wir jetzt hoffentlich wieder den Frieden und Eintracht hergestellt.

Hochgeschätzter Imperial Warcry:
:knuddel:
Zuletzt geändert von Der Theurg am 26.02.2019, 21:36, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Imperial Warcry » 26.02.2019, 18:22

Ok, das redundante, selbstherrliche Geschreibe über deinen Seebach-Mikrokosmos hatten wir nun zu Genüge. Auch du gehst kein Gramm auf meine Kritik ein, also lassen wir das.

Es gibt über praktisch jeden grösseren Krieg des 20. Jhd mehrere, zeitnahe und von Veteranen approvede Kriegsfilme: Im Westen nichts Neues, Der längste Tag und Platoon mal nur so als Bsp. Dass die Filmtechnik nicht so weit war wie heute kann man diesen Werken nicht vorwerfen.

Wenn ich ein Backlash nach 1993 will, schaue ich mir lieber nochmals 666 At Callin Death an, denn so war das damals. Aber jedem das seinige....

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 26.02.2019, 18:33

Imperial Warcry hat geschrieben:Wir sollten unseren Hass evt. besser wieder auf bspw. finnische Bam Margeras mit Schnabeltasslis richten...
Dafür. Ich für meinen Teil habe mich vom Film nun genug infantilisieren lassen...

Nachher AO...

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Beitrag von Der Theurg » 26.02.2019, 19:06

Mit Verlaub, mein Geschreibsel ist nicht minder selbstherrlich, als das Deinige... :roll:
Zumal meine Distanziertheit und Selbstironie eigentlich erkennbar sein sollten.

Deine "Kritik" an "Lord of Chaos" habe ich aufmerksam gelesen und zur Kenntnis genommen, aber sie ist allein Deine Sichtweise, die für mich keinerlei Relevanz aufweist. Sind denn unterschiedliche Betrachtungsweisen und Meinungen nun so schlimm?


Allerdings muss man sich tatsächlich fragen, für WEN (ausser für den Grafen von Hindenloch und für mich) denn nun dieser Film eigentlich gemacht ist. Für Normalos und Popper aus der Disco ist er mit Sicherheit zu heavy und zu szenespezifisch geraten - und für Metaller zu ---> siehe Imperial Warcrys Kritik. Okay, was soll's? Jonas Åkerlund wird sich trösten können, wenn immerhin zwei Personen Gefallen an diesem ansonsten gefloppten Streifen finden.


Ja, es gibt einige nette Kriegsfilme, aber ob die alle wirklich bis ins Detail authentisch sind, wenn man den strengen Massstab, den Du an "Lords of Chaos" anlegst, genauso bei allen anderen Filmen anwendet?

Vor allem "Platoon", sehr gut, ja, keine Frage. Mir gefällt auch seit ich 14 war "Die Brücke von Arnheim" ausgezeichnet, aber mittlerweile sind mir etliche historische Ungenauigkeiten und Fehler daraus bekannt. Und Veteranen beider Seiten gaben zu Protokoll, dass die Gefechte etwa zehnmal heftiger zu und her gingen, als im Film dargestellt.

In Wahrheit kann man gar keinen wirklich zu hundert Prozent "authentischen" Film drehen. Und gerade bei einer Thematik wie "Lord of Chaos" ist es kristallklar, dass die meisten Kenner der Materie davon enttäuscht sein werden. Ich halt nicht. Vielleicht setze ich die Messlatte viel tiefer und bin mit wenig sehr glücklich.

Schliesslich mag ich auch die meisten der bekannteren Römerfilme seit den 50er Jahren, obwohl so ziemlich alles an denen kreuzfalsch ist. Ein bisschen Fantasy darf sein, wo liegt das Problem? Kein Grund, persönlich zu werden!

Immerhin verstehen wir uns bei "666 - At Calling Death"! :)


Weisst Du, was mich in der ersten Hälfte der 90er massiv geärgert hat? Dass ich nicht zehn Jahre zuvor, während der ersten Hälfte der 80er in der Metal-Szene dabei gewesen war! - Heute hingegen denke ich: Sch**ss drauf, wahrscheinlich war es besser so! Jedem seine Zeit! Und in der Metal-Realität des Alltags waren die erste Hälfte der 90er keineswegs "glorios": Alles wurde dominiert von Grunge, Alternative Rock, Crossover, Hardcore... Ich habe mich glaubs schon damals in meine eigene Phantasiewelt geflüchtet.

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Beitrag von Imperial Warcry » 26.02.2019, 19:28

Ok, Jungs, Reallife-Zitat meiner besseren Hälfte soeben: "Du redest die ganze Zeit von diesem doofen Film!"

Ich höre ja auf. Frieden sei mit euch. Bis morgen!

:knuddel:

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 26.02.2019, 19:31

Ja, Peace out Bro...

Es gibt Wichtigeres im Leben...

:D

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Beitrag von Der Theurg » 26.02.2019, 19:32

Ich steige drauf ein, meine lieben Brüder im Geiste! :)

Friede!

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 26.02.2019, 19:34

Endlich können wir weiterficken...

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Beitrag von Der Theurg » 26.02.2019, 19:35

:ugly 3: :ugly 3: :ugly 3:

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 26.02.2019, 19:38

Imperial Warcry hat geschrieben:Reallife-Zitat meiner besseren Hälfte soeben: "Du redest die ganze Zeit von diesem doofen Film!"


Genau für sowas ist es gut, eine Frau zu haben...

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Beitrag von Imperial Warcry » 27.02.2019, 08:11

:lol: :lol: :lol:

*hat (wie immer) Mitleid mit Euronymous*

Ich trenne das grad als eigenen Thread ab. Evt. noch Säuberung später.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 27.02.2019, 08:34

Danke...

Und danke auch an alle anderen, die den War of Uralten zu diesem sakrosankten Thema nur aus der Distanz beobachtet haben, ohne sich einzumischen...

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Beitrag von Der Theurg » 27.02.2019, 11:16

Okay. :)

Also, ich habe mir gestern Abend "Lords of Chaos" noch einmal angeschaut. Dabei muss ich gestehen, dass man mir halt anmerkt, dass ich ziemlich genau zwanzig Jahre lang mich nur sehr marginal mit Metal-Musik identifiziert habe, wenn überhaupt. (Meine Schwerpunkte lagen in jener Zeit bei Klassik, Romantik und Spätromantik.) Deswegen bringe ich die nötige DISTANZIERTHEIT und Abgeklärtheit zu diesem Film mit.

Imperial Warcry, den ich wirklich kollegial sehr hochschätze, darf seine abweichenden Ansichten dazu haben, was überhaupt kein Problem für mich darstellt. Die Welt wäre langweilig, wenn alle die gleiche Meinung hätten! Aber ein kleiner Vergleich zu anderen Historienfilmen zeigt:

Bei "Cleopatra" mit Liz Taylor und Richard Burton entspricht - neben zahlreichen anderen Unstimmigkeiten - die Frisur nicht ansatzweise derjenigen der echten letzten Königin von Ägypten, welche in Wahrheit stets eine Aphrodite-Frisur im griechischen Stil mit Dutt trug. Kein einziger Darsteller von Gaius Iulius Caesar in jedwelchem Film hat auch nur ansatzweise irgendeine äussere Ähnlichkeit mit dem echten Caesar (dessen zweiter Nachname überdies nach dem heutigen Forschungsstand ungefähr "kaisar" ausgesprochen wurde).

Bei "Gladiator" mit Russell Crowe entspricht nun wirklich rein gar überhaupt nichts dem historischen und archäologischem Forschungsstand, nicht einmal ansatzweise die Gladiatorenkämpfe. Ausserdem ist das Drehbuch krumm und schief, so dass die ganze Handlung eigentlich überhaupt nicht funktioniert. Ein Grossteil davon wurde überdies von dem älteren Film "Der Untergang des Römischen Reiches" geklaut.

Bei "Ludwig II." von Luchino Visconti (1972) mit Helmut Berger und Romy Schneider entspricht das Treppenhaus, in welchem Richard Wagner sein "Siegfried-Idyll" privat für Cosima uraufführen liess, nicht dem echtem Treppenhaus, welches in Wahrheit noch heute existiert, aber sehr viel enger ist als das im Film gezeigte.

"Die Brücke von Arnheim" gilt neben "Platoon" als einer der herausragendsten Kriegsfilme der Filmgeschichte. Warum jedoch in einer Szene die Waffen-SS eine ungedeckte Offensive in schwarzer Ausgehuniform durchführt, bleibt eines der Mysterien des Filmemacher. Ausserdem hatte der Schauspieler Maximilian Schell nicht ansatzweise irgendeine Ähnlichkeit mit dem von ihm dargestellten SS-Obergruppenführer Wilhelm Bittrich.

Geht jetzt wegen all dieser falschen Details in Filmen die Welt unter? - Ein zu hundert Prozent authentischer Film ist sowieso komplett unmöglich, da ein Schauspieler am originalen Schauplatz zur originalen Zeit die originale Haltung des Darzustellenden einnehmen müsste.


Nun zu "Lords of Chaos", der wahrscheinlich ungefähr so nahe an die Wahrheit kommt, wie "The Doors" mit Val Kilmer aus dem Jahre 1991 über das Leben und Sterben von Jim Morrison, wo man sich ebenfalls so einige filmische Freiheiten und Interpretationen erlaubt hat, aber das Ergebnis nichtsdestotrotz von den meisten Filmfans des Jahres 1991 abgefeiert wurde.

Bei "Lords of Chaos" erstaunt den unvoreingenommenen Betrachter, dass der Regisseur Jonas Åkerlund nicht aus kommerziellen Erwägungen heraus einen wesentlich erfolgreicheren und "cooleren" Musikstil hineininterpretiert hat, z.B. irgendetwas in Richtung Nu Metal. Es wäre ja möglich gewesen, Euronymous & Co. so aussehen zu lassen, als ob deren Klänge bereits in Richtung der unsäglichen LIMP BIZKIT gegangen wären. Aber genau solche Verdrehungen wurden glücklicherweise vermieden!

Die überwiegende Anzahl der filmischen Details stimmt ebenfalls: Der Grieghallen-Produzent Pytten, der zweimal durch das Bild huscht, sieht so aus wie der richtige Pytten. Der Helvete-Laden sieht von aussen so aus wie der echte Helvete, sogar der Strassenname stimmt. (Ich frage mich ernsthaft, ob sie tatsächlich an der echten Location gedreht haben...)

Hingegen Varg Vikernes und Hellhammer dürfen sich persönlich unglücklich darüber fühlen, wie sie im Film dargestellt worden sind. Die beiden haben halt leider Pech gehabt, sorry. Doch wenn man alles aus der Perspektive eines freien "Fantasy"-Betrachters auf sich einwirken lässt, ist die Rolle des Varg Vikernes insgesamt nicht einmal allzu leidig gespielt.

Was an der ungefähren Rahmenhandlung von Bård "Faust" Eithuns Mord am Homosexuellen nicht stimmig sein sollte, können wohl nur Leute beantworten, die absolut detailversessen und besessen von dieser Thematik sind.

Zu Euronymous selber: Es gibt auch abweichende Dokus mit Aussagen von Zeitzeugen und engsten Jugendfreunden, die ein ganz anderes Bild von Øystein Aarseth als Privatperson zeichnen, welches den gängigen Klischees vollständig widerspricht.


Geneigte Leserinnen und Leser, für WEN ist "Lords of Chaos" nun eigentlich gemacht?

Falls Du Dich mit Black Metal ganz tief und ernsthaft identifizieren solltest, Deine Bude vollgekleistert mit MAYHEM und/oder BURZUM-Postern ist, Du absolut ALLES über die damalige norwegische Black Metal-Mafia weisst, jeden Fussabdruck von denen vergoldet und jeden Fingerabdruck eingerahmt hast - und falls es sich bei BLACK METAL an sich überhaupt um Dein heiliges (bzw. unheiliges) Goldenes Kalb handeln sollte, bei dem Du absolut keinen Spass verstehst, dann lass "Lords of Chaos" bleiben! Rühr' diesen Film bitte auf gar keinen Fall an! Du wirst Dich von A bis Z nur aufregen, hyperventilierend zusammenbrechen und man wird Dich in eine Intensivstation verfrachten und künstlich wiederbeleben müssen! FINGER WEG!!!

Falls Du hingegen ein distanzierter, entspannter und humorvoller Typ sein solltest, dem Black Metal scheissegal ist und der sich insgeheim sogar den Untergang allen Black Metals herbeiwünscht, heimlich dennoch allgemein alte Metal-Musik mag (angefangen mit MOTÖRHEAD, VENOM und BATHORY) und sich an einer verzerrenden, überdrehten, aber lustigen und unterhaltsamen kinematographischen Interpretation erfreuen kann, dann wird "Lords of Chaos" ein vergnüglicher KULTFILM für Dich sein!

Jedem seine Meinung, aber ich finde den Film SAUMÄSSIG GEIL!

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Beitrag von Alois Krählich » 27.02.2019, 12:38

Habe den Film am Samstag gesehen und kam mit der Erwartung, den schlechtesten Streifen ever mit einer erlogenen Story zu schauen.

Nun ja - ich wurde ganz gut unterhalten. Die Schauspieler fand ich alle scheisse, ausser den der Dead gespielt hat.

Im Endeffekt kam es mir vor, als hätte man aus den bekannten Dokus einen Film gemacht. Ganz witzig fand ich, daß viele bekannte Fotos und deren Entstehung nachgestellt wurden. Ebenso kam es mir vor, als wäre an Originalen Orten (Helvete, Haus von Euro, Stubberud Farm, Grieghallen) gedreht worden. Das ganze bot dann doch eine gewisse nette Ergänzung zu den Dokus.

doof fand ich, daß euro auf einmal ein loudmouth goodguy war und varg ein tumber psycho. die dokus sagen da ja ganz klar was anderes. euros todesdrohungen an alles und jeden haben mir ebenfalls gefehlt. auch euros beteiligung am plan, die große Steinkathedrale (namen entfallen) zu sprengen war nun alleine bei varg - in den dokus wird ganz klar gesagt, daß euro das sicher versucht hätte, wäre er nicht umgebracht worden.

Die horror-einsprengsel fand ich komplett unnötig.

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Beitrag von Imperial Warcry » 27.02.2019, 12:52

@ Der Theurg:

Ja, der Vergleich mit dem Doors-Film ist treffend! Da kotzten sich ja auch diverse Zeitzeugen und Beteiligte über Oliver Stones Phantasie aus. Witzigerweise spielt Val Kilmers Sohn ja Dead in LoC. Aber der Doors-Film fing die 60/70er einiges besser ein als LoC die frühen 90er, einfach schon nur rein von der filmischen Ästhetik her. Ich will jetzt konstruktiv bleiben und nicht wieder stänkern, aber in LoC sieht man einmal eindeutig Statisten in 2010er Fashion rumlatschen. Das wäre Oliver Stone nid passiert.

Dass Vikernes hier in den Dreck gezogen wurde, fiel sogar meiner Freundin auf, die ja nur marginal Bezug zu dieser Szene hat. Als Film fand sie ihn "mittelmässig" und kann sich kaum vorstellen, dass Aussenseiter danach plötzlich BM cool finden.

Und ja, Hellhammer kommt sehr schlecht weg, aber ich mags ihm yngwie gönnen: Er, der sich im Nachgang in der Attention suhlen konnte und pseudokrasse Sprüche klopfte. Noch schlimmer traf es Snorre, aber immerhin konnte man dank diesem Charakter ein paar mal lachen, topp gespielt von Ochsenknecht-Junior.

Noch zu den Morden: Waren die wirklich dermassen brutal? Ich habe die Zahl Messerstiche nicht mehr im Kopf, aber ich fands ein bisschen Overkill.

Der Schwulenmorde bleibt so nebulös wie er auch in real war. Faust war doch einfach selber schwul, period.

Und ich werfe nochmals die Frage auf: Ist das Occultus, der sich eine von Varg als Pseudo-Nazi einfängt? Falls ja, dann kommt auch der sehr schlecht weg.

Noch interessant sind die "Thanks" hier, ganz unten:

https://www.imdb.com/title/tt4669296/fu ... cl_sm#cast

Der Typ von Watain, der von Ghost, Matt Sorum von GNR (wtf?) und Mem von Stein von Exumer! Was die wohl alle da contributeten...

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 27.02.2019, 14:51

Wahrscheinl. die Musik...

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Beitrag von Imperial Warcry » 27.02.2019, 14:55

Watain müssen auch überall dabei sein, sie sind ja auch die selbsternannten Nachlassverwalter Quorthons, nachdem man seine Familie belagert und füdligeküsst hat.

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