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Gründung der Eidgenossenschaft: Ungereimtheiten

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Gründung der Eidgenossenschaft: Ungereimtheiten

Beitrag von Der Theurg » 02.08.2008, 16:45

So sehr ich auch die verborgenen geistig-seelischen Grundlagen der Schweiz, welche zweifelsohne bis mindestens in die Bronzezeit zurückreichen, bewundere (Diesbezüglich wurden jüngst abermals entscheidende Entdeckungen in der Innerschweiz gemacht, welche umnittelbar mit den Externsteinen zusammenhängen!), so bleiben dennoch etliche Ungereimtheiten zur Gründung der mittelalterlichen Eidgenossenschaft ungeklärt im Raume stehen:

1. Warum wird stets verschwiegen, dass Bern und Freiburg bereits 1243 eine burgundische Eidgenossenschaft gegründet hatten?

2. Warum bilden die Reichunmittelbarkeitserklärungen, welche 1231 von König Heinrich (VII.) von Hohenstaufen für Uri sowie 1240 von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen bei Faenza für Schwyz ausgestellt wurden, welche sehr wohl in den staufischen Reichsinteressen lagen, für die Gründung der Eidgenossenschaft die Grundlage?

3. Warum handelte es sich bei den mutmasslichen Gründern der Eidgenossenschaft ausschliesslich um vom König eingesetzte (!) Landammänner, adelige Ritter und Ministerialen, namentlich (für 1291 belegte Namen!) für Schwyz: Werner von Seewen, Konrad ab Iberg, Rudolf von Stauffach und Konrad Hunn; für Uri: Ritter Arnold der Meier von Silenen, Konrad der Meier aus Erstfelden, Burkhard der alte Ammann sowie mit Freiherr Werner von Attinghausen, der das Siegel von Uri verwahrte, sogar ein hochadeliger Kronvasall?

4. Warum wurde der angeblich zu Anfang August des Jahres 1291 verfasste sogenannte zweite Bundesbrief einige wenige Wochen nach dem Ableben König Rudolfs I. von Habsburg (15. Juli 1291) aufgesetzt, bei dem es sich vermutlich obendrein um eine Erneuerung des Landfriedens von 1252 handelt, der noch 1759 gesichtet worden sein soll?

5. Warum wird König Rudolf I. von Habsburg, der während seiner Regierung 1273 bis 1291 die deutschen Reichskleinodien auf der Kyburg bei Winterthur verwahrte, in sämtlichen mittelalterlichen Quellen und sogar in den Volkssagen als gut, humorvoll, hilfreich, leutselig und volksverbunden dargestellt?

6. Wie kann es sich bei dem sogenannten Richterartikel des Bundesbriefs um ein "Unabhängigkeitsbesteben" handeln, wenn König Rudolf I. von Habsburg höchstselbst einige Monate zuvor, nämlich am 19. Februar 1291 der Talschaft Schwyz in einem Brief zugesichert hat, dass kein Unfreier und kein Fremder über sie Richter sein dürfe?

7. Warum heisst es im Bundesbrief von 1291: "Die Hörigen seien ihren Herren weiterhin untertan..."?

8. Warum heisst es im Abkommen zwischen Uri, Schwyz und Zürich vom 16. Oktober 1291, dass "alles wieder so sein soll wie zu König Rudolfs Zeiten"?

9. Warum stellten sich die Eidgenossen während des Morgartenkriegs 1315 auf die Seite des Kaisers Ludwig I. des Bayern aus dem Hause derer von Wittelsbach, gleichwohl jener den Waldstätten keinerlei Unterstützung bieten konnte?

10. Warum geht das Schweizerkreuz auf das sogenannte "Heilig Rych" zurück, welches bis ins späte 14. Jahrhundert eines der wichtigsten Insignien des Heiligen Römischen Reiches war, welches auch "Viertes Reich" genannt wurde?

11. Warum sandte noch 1556 (57 Jahre nach dem Schwabenkrieg!) die eidgenössische Tagsatzung den Glarner Humanisten Aegidius Tschudi zur Bestätigung der alten Reichsunmittelbarkeitsurkunden nach Augsburg zur Kaiserkrönung Ferdinands I.?

12. Wie kann ein unabhängiger Staat gegründet worden sein, wenn in der mittelalterlichen Ökumene bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert in Europa überhaupt kein Bewusstsein für Nationalstaaten existierte, da der Nationalismus ein modernistisches, anti-traditionales, links-humanistisches Konstrukt der Aufklärung ist?

All diese Fragen lassen sich beantworten, wenn man meine kühne These zu Rate zieht: Die mittelalterlichen Innerschweizer Eidgenossen waren offenbar ghibellinisch gesinnt...

Noch weiter ging vorgestern der Tages-Anzeiger mit einem bemerkenswerten Artikel über ein neues Buch. Zwar war mir schon vor 20 Jahren bekannt, dass für die Schlacht am Morgarten zeitgenössische Belege fehlen und in jenem Gelände mittels Minensuchgeräten nichts gefunden wurde... Aber eine derartige Sezierung einer legendären Schlacht hätte auch ich nicht erwartet...


RÜTLISCHWUR UND BÖSE VÖGTE - ALLES EINE ERFINDUNG

Die Eidgenossenschaft wurde nicht 1291 gegründet. Was damals in der Innerschweiz wirklich geschah, schildert der Historiker Roger Sablonier in seinem neuen Buch.

Von Barbara Vonarburg

Der Bundesbrief, auf Anfang des Monats August 1291 datiert, ist die Gründungsurkunde der Eidgenossenschaft. Das glauben nach wie vor viele. Dass diese Ansicht überholt ist, belegt Roger Sablonier in seinem Buch «Gründungszeit ohne Eidgenossen». Der emeritierte Geschichtsprofessor der Universität Zürich ist ein ausgewiesener Kenner der Innerschweiz und ihrer Geschichte.

Der Inhalt des Bundesbriefes sei wenig spektakulär, schreibt Sablonier. «Von Freiheit, Widerstand und Gründung ist in der Urkunde nicht die Rede.» Ein wesentlicher Teil befasst sich dagegen mit dem Vorgehen bei Totschlag, Raub, Brandstiftung oder Ungehorsam. Generell geht es um Vereinbarungen zur inneren Friedenssicherung und nicht um Zeugnisse eines Volkswillens. Auch Personen würden keine genannt, sagt der Historiker. Die heimliche Beschwörung auf dem Rütli durch die «Drei Eidgenossen» sei eine viel spätere Zutat.

War es 1291 oder 1309?

Vielleicht stimmen nicht einmal die Urkantone, die wir in der Schule gelernt haben. Neben Uri und Schwyz könnte statt Unterwalden das Urserntal gemeint sein. Und vermutlich ist auch die Jahreszahl 1291 falsch. Zwar stammt die Urkunde mit grosser Wahrscheinlichkeit aus der Zeit um 1300. Das zeigte die naturwissenschaftliche Datierung im Jubiläumsjahr 1991. Mit Hilfe eines Teilchenbeschleunigers bestimmte die ETH Zürich damals die Konzentration des radioaktiven Kohlenstoffs C-14 in einer kleinen Pergamentprobe. Diese Radiokarbonmethode gibt aber nur Zeitfenster von einigen Jahrzehnten an, in denen ein Dokument mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit entstanden ist. Eine aufs Jahr genaue Datierung ist nicht möglich. Verschiedene «Merkwürdigkeiten» sprechen laut Sablonier dafür, dass der Brief nicht 1291 verfasst wurde.

* Der Text ist aus mindestens zwei verschiedenen Teilen zusammengesetzt. Dafür muss es Vorlagen gegeben haben, die aber bis heute nicht gefunden wurden. In späteren Briefen wird der scheinbar so wichtige Bund von 1291 nicht erwähnt.

* Die Datierung auf «Anfang des Monats August» ist ungewöhnlich vage. Andere Urkunden aus der Zeit um 1300 sind auf den Tag genau datiert.

* Die Schrift ist gekonnt und enthält viele Abkürzungen; dafür gibt es in der Region keine Parallelen. Das Latein ist ziemlich verworren, einiges könnte aus dem Deutschen rückübersetzt worden sein.

* Die Siegel hängen in einer falschen Reihenfolge am Pergament: Zuerst kam das Siegel von Schwyz, das aber verloren ging. Erst danach folgt das Urner Siegel. Dabei wird Uri im Text zuerst erwähnt.

Das Dokument, das heute im Bundesbriefmuseum in Schwyz aufbewahrt wird, könnte ein Rechtfertigungsstück mit symbolischer Bedeutung sein, vermutet Sablonier. Es stamme am ehesten aus dem Jahr 1309, einem Schlüsseljahr.

Die Innerschweiz gehörte in jener Zeit zum Reichsverband, in dem die deutschen Könige und Kaiser eine übergeordnete Ordnungsgewalt beanspruchten. Vor Ort spielten jedoch der regionale Adel und die Klöster eine viel bedeutendere Rolle. Vor allem die Herrschaft Rapperswil hatte in Schwyz und Uri lange Zeit eine dominierende Stellung, um 1300 war diese aber am Zerfallen. Habsburg dagegen befand sich damals im schweizerischen Mittelland im Aufbau einer Landesherrschaft. In der Innerschweiz gab es allerdings viel weniger habsburgischen Besitz als früher angenommen. Die Habsburger waren also keineswegs die grossen Unterdrücker in der Innerschweiz. Die bösen Vögte seien ebenfalls eine Erfindung, sagt Sablonier.

Erbstreit und Seekrieg

1309 gab es verschiedene, politische Auseinandersetzungen. Der Tod der Gräfin Elisabeth von Rapperswil löste ein Gerangel um ihre Erbschaft aus. Ein Jahr zuvor war der deutsche König Albrecht, ein Habsburger, bei Windisch ermordet worden. Darauf wählten die Kurfürsten neu König Heinrich VII., einen Luxemburger, zum König. Am Surenen und im Einsiedler Gebiet brachen Grenzkonflikte aus und auf dem Vierwaldstättersee ein «Seekrieg», bei dem es wahrscheinlich um Zölle, den freien Zugang zum Gotthardtransit und vielleicht um die Sicherheit von Händlern und Transportgütern ging.

Bei diesen Auseinandersetzungen spielte ein Adliger eine wichtige Rolle, von dem wir in der Schule kaum etwas gehört haben: Graf Werner von Homberg, der etwa 1283 geborene Sohn von Elisabeth von Rapperswil. Er sei eine aussergewöhnliche Figur dieser Zeit gewesen, ein bedeutender Söldnerführer und oberster Befehlshaber des Königs in der Lombardei, sagt Sablonier. Werner von Homberg beanspruchte das Erbe der Herrschaft Rapperswil und trat als Gegner der habsburgischen Herzöge auf. Als 1309 König Heinrich VII. eine königliche Landvogtei Waldstätte errichtete, setzte er Werner von Homberg als Reichsvogt ein.

Wahrscheinlich ist der Bundesbrief im Vorfeld der Errichtung dieser Reichsvogtei verfasst worden, vermutet der Experte. Vielleicht mussten die Waldstätte damit ihre Friedensfähigkeit und Verlässlichkeit als Vertragspartner unter Beweis stellen. Oder man wollte damit gegenüber dem neu gewählten, landesfremden König Heinrich VII. auf Sonderrechte aus habsburgischer Zeit hinweisen. Das würde die Jahreszahl 1291 erklären. Denn Mitte Juli 1291 war Rudolf von Habsburg gestorben, ein Eckdatum für die Zeitgenossen, das ihnen sicher in Erinnerung geblieben war. Der erste Bundesbrief passt laut Sablonier jedenfalls viel besser zu 1309 als 1291.

Siegel gefälscht

Dass ein Dokument in der damaligen Zeit zurückdatiert wurde, war nichts Ungewöhnliches. «Früher hatte man ein anderes Verhältnis zum Original», sagt der Historiker. Es ging vor allem darum, Ansprüche schriftlich festzuhalten. In symbolischer Absicht ein Schriftstück vorweisen zu können, war oftmals wichtiger als dessen genauer materieller Inhalt. Sah eine Urkunde nicht mehr schön aus, schrieb man sie neu. Dabei wurde manchmal auch der Inhalt korrigiert, zum Beispiel ursprüngliche Bündnispartner weggestrichen oder ersetzt. Oft wurden Siegel umgehängt oder gefälscht.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts, das vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt wurde, wählte der Historiker rund 50 Dokumente aus der Zeit um 1300 für eine Altersbestimmung mit der Radiokarbonmethode aus, darunter einen zweiten Bundesbrief, den sogenannten Morgartenbrief von 1315. Als das Institut für Teilchenphysik der ETH Zürich das Alter dieses Dokuments analysierte, erlebten die Fachleute eine handfeste Überraschung.

Überfall auf Herzog

Der Brief ist auf den 9. Dezember 1315 datiert. Kurz zuvor soll die Schlacht am Morgarten stattgefunden haben. Dabei besiegten angeblich die tapferen Eidgenossen den hochmütigen habsburgischen Herzog Leopold und seine Heerschar mit Steinen, Baumstämmen und Hellebarden. Es gibt aber weder Urkunden noch Augenzeugenberichte, in denen das Geschehen am Ägerisee explizit erwähnt wäre, und bisher hat man auch keine Spuren im Gelände gefunden.

Es gab damals aber durchaus Anlass zu einem Konflikt zwischen Habsburg und Homberg. Und es könnte sein, dass Schwyzer Söldner im Dienste von Werner von Homberg den habsburgischen Herzog mit seinem Gefolge auf dem Weg nach Einsiedeln bei Morgarten überfallen und in die Flucht geschlagen haben, spekuliert Sablonier.

Der Morgartenbrief dokumentiert, wie sich danach in Brunnen die drei Talschaften Uri, Schwyz und Unterwalden zu einem Bündnis zusammenschlossen, das gegenseitige Hilfe und Friedenswahrung verspricht. Offensichtlich ging der Anstoss dazuvon Schwyz aus. Angst vor der habsburgischen Rache nach dem Überfall auf Herzog Leopold könnte ein Anlass dafür gewesen sein. Zudem führte die Kontrolle über den Verkehr auf dem Vierwaldstättersee wie 1309 zu Auseinandersetzungen mit dem habsburgischen Luzern.

Der Morgartenbrief existiert in mehreren zeitgenössischen und späteren Abschriften. Als Original galt das Dokument, das in Schwyz überliefert wurde. Während der Bundesbrief von 1291 schon früher als mögliche Fälschung angesehen wurde, zweifelte bisher niemand an der Echtheit des Morgartenbriefs, auch Sablonier nicht. Doch die Radiokarbonuntersuchung zeigte, dass das vermeintliche Original höchstwahrscheinlich erst nach 1320 und vermutlich sogar erst nach 1390 entstanden ist.

Im Gegensatz zum Bundesbrief ist Sablonier aber überzeugt, dass das ursprüngliche Datum stimmt und eine nicht überlieferte Fassung 1315 geschrieben wurde. Dafür würden die damaligen politischen Umstände sprechen. Wenigstens etwas Gelerntes würde dann bleiben.

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Beitrag von Graf von Hindenloch » 02.08.2008, 17:03

Na, dass Nationalmythen, bzw. Mythen allgemein, nie auf den tatsächlichen Gegebenheiten basieren, sondern einfach Stilisierungen sind, ist ja nichts neues. Dennoch ein interessanter Text. Ich werde ihn bei Gelegenheit mal ganz durchlesen...

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Beitrag von Von Horffburg » 02.08.2008, 17:08

Zum Glück bin ich weder im Geiste noch im Blute je ein Eidgenosse gewesen, also nehme ich eine derartige Zerschlagung eines Gründungsmärchens mit Gleichmut entgegen.

Ju-Hu hat geschrieben:Die mittelalterlichen Innerschweizer Eidgenossen waren offenbar ghibellinisch gesinnt...
Na, in dem Fall: Ein Raketli für den Kaiser!

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Beitrag von marinetti » 02.08.2008, 20:27

Na, in dem Fall: Ein Raketli für den Kaiser!
zündet auch eins an... aber nur für den Kaiser....

Mr. X

Beitrag von Mr. X » 03.08.2008, 01:43

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Re: Gründung der Eidgenossenschaft: Ungereimtheiten

Beitrag von Herr Wolf » 03.08.2008, 12:07

Ju-Hu hat geschrieben:All diese Fragen lassen sich beantworten, wenn man meine kühne These zu Rate zieht: Die mittelalterlichen Innerschweizer Eidgenossen waren offenbar ghibellinisch gesinnt...
Das hätten Sie wohl gerne. Doch waren die Eidgenossen bestimmt alles andere als kaisertreu.

*schlägt mit Bauernwaffen aus Okinawa auf den degenerierten Adel ein*

@ Ju-Hu: Einzelne Zitate aus Zeitungsartikeln darf man verwenden. Nicht erlaubt ist jedoch das Zitieren des ganzen Artikels, und zwar aus Copyright-Gründen.

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Beitrag von marinetti » 03.08.2008, 13:45

1442: Zürich und Friedrich III. gegen die Eidgenossen.
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Er lebe hoch unser Held der Bürgermeister Stüssi!

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Das waren noch Zeiten...

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Beitrag von Herr Wolf » 03.08.2008, 17:58

marinetti hat geschrieben:1442: Zürich und Friedrich III. gegen die Eidgenossen.
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Die Zürcher waren ja auch nie richtige Eidgenossen, sondern immer der treulose Abschaum der Eidgenossenschaft.

:twisted:

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Beitrag von marinetti » 03.08.2008, 18:07

Eidgenossen sind die Zürcher tatsächlich nicht aber ehrlos?
Wenn die Eidgenossen den guten Stüssi - Gott sei seiner Seele gnädig - nur bezwingen können in dem sie sich linkisch unter die Brücke schleichen und ihn von unten erstechen müssen dann fragt sich wirklich wer hier infam ist. Bäurisches Pöbelpack :-)

Na nicht so ernst gemeint... Aber es ist nunmal wirklich nicht ganz so, dass unsere Habsburger-Verbindungen nur schlecht gewesen seien. Ich meine man denke da z.b. auch an das aargauische Muri und dessen Kloster.

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Beitrag von Der Theurg » 04.08.2008, 17:35

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Beitrag von marinetti » 04.08.2008, 17:40

Rot ist mein Banner, rot das Kleid,
Blutrot das Herz und treu dem Eid,
Den es hat zugeschworen.
Die Trommel wirbelte durchs Schloss:
Wach auf, wach auf, o Eidgenoss,
Paris steht vor den Toren.
Die Königin am Fenster stand:
Hab' ich denn keine Seel' im Land,
Die treu zu mir wollt' stehen?
Frau Königin, vielgute Nacht!
Der rote Schweizer hält die Wacht,
Kein Leid soll Euch geschehen!

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Beitrag von Der Theurg » 06.11.2008, 14:50

Nun habe ich doch noch damit angefangen dieses äusserst aufschlussreiche neue Buch zur frühen Geschichte der schweizerischen Eidgenossenschaft zu lesen:

Roger Sablonier
"Gründungszeit ohne Eidgenossen - Politik und Gesellschaft in der Innerschweiz um 1300"

hier + jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2008
ISBN: 978-3-03919-085-0

Der Autor, der anscheinend einen Lehrstuhl an der Universität von Zürich inne hat, erläutert streng wissenschaftlich nach dem neuesten Stand der Quellenforschung die politische, soziale und ökonomische Situation der mittelalterlichen Innerschweiz um das 1300, wobei er als erster Historiker NICHT von der Entstehung der späteren Eidgenossenschaft ausgeht (für welche in der Tat die historische Belege aus jener Epoche fehlen), sondern völlig losgelöst von sämtlichen politischen Ideologien und gesellschaftlichen Prämissen der Moderne sowie den Mythenüberlagerungen der vergangenen Jahrhunderte, die Situation in den späteren Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden um 1300 nach den nüchternen und sachlichen Fakten analysiert und präsentiert, wobei er erstmals auch andere Alpenregionen zum Vergleich heranzieht, im Besonderen den engen Konnex zum Schweizer Mittelland.

Dabei zeigt sich ganz klar, dass um 1300 kein Mensch in der heutigen Innerschweiz die Idee hegte, einen unabhängigen Staat zu schaffen (was unter den Umständen des Mittelalters auch gar nicht möglich gewesen wäre!). Die schweizerische Eidgenossenschaft begann sich vielmehr erst um 1500 langsam als eigenständiges Gebilde herauszubilden (langsam!).

Die Geschichte der Eidgenossenschaft, wie sie seit dem 19. Jahrhundert in den Schulbüchern gelehrt wurde, bestand nicht nur aus Mythenüberlagerungen und Wunschbildern, mit denen eine Vergangenheit idealisiert wurde, die es in dieser Form niemals gegeben hat, um den modernen Schweizer Bundesstaat nach dem Sonderbundskrieg von 1847 mit neuem Sinngehalt und Eintracht zu erfüllen, sondern auch aus Zerrbildern der modernen Aufklärung, des Humanismus' und des linken Nationalismus'.

Doch mit diesen Irrtümern und Geschichtsverdrehungen, die streng historisch nicht länger haltbar sind, wird in Sabloniers Buch ein für allemal aufgeräumt, wobei er sehr behutsam vorgeht und sich sogar für den Fortbestand der Mythen um die Gründung der mittelalterlichen Eidgenossenschaft ausspricht, selbst wenn diesen Mythen eine soziale oder politische Vorbildfunktion zukommen soll. - Nur sollen Mythen eben von den kalten historischen Tatsachen getrennt betrachtet werden, und hier spielt Sablonier, der es dumpf sogar zu ahnen scheint, ungewollt den Monarchisten und Ghibellinen in die Arme...

Es wird beispielsweise auf die Tatsache hingewiesen, dass die Grafen und späteren Herzöge von Habsburg aus dem Aargau um 1300 praktisch keine oder nur sehr geringe, kaum nachweisbare Besitzungen oder Vogteirechte in der Innerschweiz inne hatten! Demzufolge können die Habsburger auch keine grossen "Unterdrücker" gewesen sein.

Hinzu kommt, dass nach meinen Erkennnissen die Innerschweizer vor der Renaissance nur schon aus dem Grunde keinen Aufstand gegen den Adel ganz allgemein geprobt haben können, da die Aristokratie von den mittelalterlichen Menschen als "göttliche Ordnung" und deswegen letztlich als kosmische Ordung empfunden wurde (Hier zeigt sich schon wieder die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Hierarchie: "Vorherrschaft des Heiligen"!). Eine Erhebung wider dem Adel wäre demzufolge als reine Gotteslästerung wahrgenommen worden: Frevler, die sich an der kosmischen Ordnung und einer höheren Metaphysik vergehen.


Bei der Einführung zu seiner Analyse bezüglich des Adels in der Innerschweiz um 1300 schreibt Sablonier beispielsweise:

"Den Wandel im Adel bei einer Beschäftigung mit politischen Entwicklungen in der Innerschweiz um 1300 zu thematisieren, ist ungewohnt: Adel und Adelsherrschaft erscheinen geradezu als Gegenstück zu der von den Eidgenossen, den "Bauern" und erfolgreichen "Adelsfeinden", angestrebten oder bereits verwirklichten kommunalen Freiheit. In den meisten älteren Darstellungen zur Frühzeit der Eidgenossenschaft existiert das Thema Adel demzufolge gar nicht. Oder höchstens stark klischeehaft: Adelsherrschaft wird als herrschaftliche Willkür und Zwang von oben gesehen, gegen die sich Freiheitsstreben und Solidarität unter Gleichen, ja sogar demokratische Volksherrschaft in bäuerlichen Kommunen durchgesetzt hätten. Schliesslich passt die unter anderen Voraussetzungen im 15./16. Jahrhundert entstandene Befreiungstradition vorzüglich zu Leit- und Wertvorstellungen des 19. Jahrhunderts, zumindest in den Köpfen jener Zeitgenossen, welche die Überwindung feudaler Herrschaftsverhältnisse durch den Volksstaat als zentrale Errungenschaft sahen. Das Thema ist deshalb in populären Darstellungen durch nationalpädagogische Wertvorstellungen stark ideologiebelastet. Das hat sich auch auf die Historiografie ausgewirkt.

Das populäre Klischee von der "Vertreibung des Adels" ist kaum je hinterfragt worden. Selbst die gelegentlich vertretene Option einer Mitwirkung des Adels bei der Gründung der Eidgenossenschaft wurde ins verdächtige Reservat einer fundamentalkonservativen oder gar demokratiefeindlichen Geschichtsschreibung abgedrängt (sic!). Die Analyse mittelalterlicher Herrschaftsphänomene mit pauschaler Feudalismuskritik und einer politisch-sozialen Sprache des 19. Jahrhunderts zu vermengen, ist eine fast schon typische schweizergeschichtliche Horizontverengung. Jedenfalls blieb eine vertiefte Erforschung der Adelsherrschaft für die Region Innerschweiz um 1300/1350 lange Zeit praktisch völlig aus."


Übrigens harre ich noch immer der Beantwortung meiner zwölf obenangeführten Fragen. Keine einzige konnte mir bisher auch nur ansatzweise beantwortet werden.

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Beitrag von Der Theurg » 23.07.2009, 14:18

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind... oder der 1. August.

Noch immer harre ich verzweifelt der Beantwortung meiner zwölf simplen Fragen, die ich (grammatikalisch leicht korrigiert) hier nochmals aufstelle:


1. Warum wird stets verschwiegen, dass Bern und Freiburg bereits 1243 eine burgundische Eidgenossenschaft gegründet hatten?

2. Warum bilden die Reichsunmittelbarkeitserklärungen, welche 1231 von König Heinrich (VII.) von Hohenstaufen für Uri sowie 1240 von Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen bei Faenza für Schwyz ausgestellt wurden (und welche sehr wohl in den staufischen Reichsinteressen lagen), für die Gründung der Eidgenossenschaft die Grundlage?

3. Warum handelte es sich bei den mutmasslichen Gründern der Eidgenossenschaft ausschliesslich um vom König eingesetzte (!) Landammänner, adelige Ritter und Ministerialen, namentlich (für das Jahr 1291 belegte Namen!) für Schwyz: Werner von Seewen, Konrad ab Iberg, Rudolf von Stauffach und Konrad Hunn; für Uri: Ritter Arnold der Meier von Silenen, Konrad der Meier aus Erstfelden, Burkhard der alte Ammann sowie mit Freiherr Werner von Attinghausen, der das Siegel von Uri verwahrte, sogar ein hochadeliger Kronvasall?

4. Warum wurde der angeblich zu Anfang August des Jahres 1291 verfasste sogenannte zweite Bundesbrief einige wenige Wochen nach dem Ableben König Rudolfs I. von Habsburg (15. Juli 1291) aufgesetzt, bei dem es sich vermutlich obendrein nur um eine Erneuerung des Landfriedens von 1252 handelt, der noch 1759 gesichtet worden sein soll?

5. Warum wird König Rudolf I. von Habsburg, der während seiner Regierung 1273 bis 1291 die deutschen Reichskleinodien auf der Kyburg bei Winterthur verwahrte, in sämtlichen mittelalterlichen Quellen und sogar in den Volkssagen als gut, humorvoll, hilfreich, leutselig und volksverbunden dargestellt?

6. Wie kann es sich bei dem sogenannten Richterartikel des Bundesbriefes um ein "Unabhängigkeitsbesteben" handeln, wenn König Rudolf I. von Habsburg höchstselbst einige Monate zuvor, nämlich am 19. Februar 1291 der Talschaft Schwyz in einem Brief zugesichert hat, dass kein Unfreier und kein Fremder über sie Richter sein dürfe?

7. Warum heisst es im Bundesbrief von 1291: "Die Hörigen seien ihren Herren weiterhin untertan..."?

8. Warum heisst es im Abkommen zwischen Uri, Schwyz und Zürich vom 16. Oktober 1291, dass "alles wieder so sein soll wie zu König Rudolfs Zeiten"?

9. Warum stellten sich die Eidgenossen während des Morgartenkriegs 1315 auf die Seite Kaiser Ludwigs IV. des Bayern aus dem Hause derer von Wittelsbach, gleichwohl jener den Waldstätten keinerlei Unterstützung bieten konnte?

10. Warum geht das Schweizerkreuz auf das sogenannte "Heilig Rych" zurück, welches bis ins späte 14. Jahrhundert eines der wichtigsten Insignien des Heiligen Römischen Reiches war, welches auch "Viertes Reich" genannt wurde?

11. Warum sandte noch 1556 (57 Jahre nach dem Schwabenkrieg!) die eidgenössische Tagsatzung den Glarner Humanisten Aegidius Tschudi zur Bestätigung der alten Reichsunmittelbarkeitsurkunden nach Augsburg zur Kaiserkrönung Ferdinands I.?

12. Wie kann ein unabhängiger Staat gegründet worden sein, wenn in der mittelalterlichen Ökumene bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert in Europa überhaupt kein Bewusstsein für Nationalstaaten existierte, da der Nationalismus ein modernistisches, anti-traditionales, links-humanistisches Konstrukt der Aufklärung ist?

Decebala
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Beitrag von Decebala » 23.07.2009, 18:42

:roll: :roll:

1) keine burgundische eidgenossenschaft, es waren zähringer, das es damals schon burgunder gab ist ein mythos wenn du mir nicht glaubst kannst du meinen prof fragen

2) weil nur leute die eh schon frei sind nach mehr freiheit streben, das war schon immer so, im postkommunismus weiss niemand was mit seiner freihet anzufangen

3,4,5) ooooooh das beweist natürlich alles :roll:

zum rest sag ich glaubs lieber nichts, ich habe heute meine gnädigen tage, nur soviel, reichsunmittelbarkeit gabs immer schon, die leute wollen immer zum oberhorst gehören, das besagt gar nichts, aber das hrr gibts schon lange nicht mehr, also leb mal in der gegenwart, du machst mir sonst sorgen

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Beitrag von Von Horffburg » 23.07.2009, 18:43

(stammt direkt von Atlantis, braucht diesen Eidgenossenschaftsquatsch nicht)

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Beitrag von Ge » 23.07.2009, 18:44

ahahaha :lol: das wird ja immer besser!

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Beitrag von Der Theurg » 23.07.2009, 19:10

Decebala hat geschrieben::roll: :roll:

1) keine burgundische eidgenossenschaft, es waren zähringer, das es damals schon burgunder gab ist ein mythos wenn du mir nicht glaubst kannst du meinen prof fragen

2) weil nur leute die eh schon frei sind nach mehr freiheit streben, das war schon immer so, im postkommunismus weiss niemand was mit seiner freihet anzufangen

3,4,5) ooooooh das beweist natürlich alles :roll:

zum rest sag ich glaubs lieber nichts, ich habe heute meine gnädigen tage, nur soviel, reichsunmittelbarkeit gabs immer schon, die leute wollen immer zum oberhorst gehören, das besagt gar nichts, aber das hrr gibts schon lange nicht mehr, also leb mal in der gegenwart, du machst mir sonst sorgen
Besten Dank, Goddess_Frigg, dass Sie sich immerhin die Mühe machen, sich meiner Fragen anzunehmen versuchen.

1) Natürlich waren es die Zärhinger, aber dieses Konstrukt wurde dennoch "burgundische Eidgenossenschaft" bezeichnet, und taucht unter dieser Bezeichnung zumindest in der Geschichtsbüchern auf.

So, Ihr "Super-Prof" behauptet also allen Ernstes entgegen sämtlicher gesicherter Quellen, dass die Burgunder, nach denen die Insel Bornholm in der Ostsee benannt sein soll, und die vom römischen Feldherrn Aëtius im 5. Jahrhunder in Savoyen angesiedelt wurden, wobei sich der Welfe Rudolf im Jahre 888 in Saint-Maurice (Wallis) zum König von Hochburgund krönen liess, und mit dem Tod des Herzog Karls des Kühnen auf dem Schlachtfeld von Nancy im Zuge der Brgunderkriege Anno 1477 niemals existiert hätten? Also manche "Verschwörungstheoretiker" sind einfach nur lächerlich, ganz besonders jene, die einen akademischen Titel tragen...

2) In der Antike und im Mittelalter wurde unter "Freiheit" nachweislich etwas ganz anderes verstanden als heute.

So, was beweisen meine Fragen Nr. 4, 5 und 6 denn?

Der kolumbianische Reaktionär Nicolás Gómez Dávila bezeichnete sich selbst (auf deutsch!) als "reichsunmittelbar", also gab es die Reichsunmittelbarkeit im 20. Jahrhundert zumindest noch in Bogotá.
(Vollständig: "Ich bin nur Herr eines winzigen Territoriums, aber ich bin reichsunmittelbar.")

Als Sakralfuturist pflege ich in einer wirklichen Gegenwart zu leben, welche die Modernisten und Postmodernisten in ihren kühnsten Albträumen nicht zu ersinnen wagen... 8)

Ich sorge mich vielmehr um IHRE schizophrene Seite, werte Frau Frigg... :roll:
Zuletzt geändert von Der Theurg am 23.07.2009, 19:17, insgesamt 2-mal geändert.

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Beitrag von Ge » 23.07.2009, 19:12

:roll: man juhu, such dir ein paar hobbies.

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Der Theurg
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Beitrag von Der Theurg » 23.07.2009, 19:17

Das hier IST mein Hobbie...

Seit meiner frühesten Kindheit... :?

Bei solchen Themen bin ich in meinem Element... :(

Bitte, Goddess, lassen Sie mich nicht hängen...
Versuchen Sie weiter wider meine Wenigkeit zu disputieren...
Solange Sie nicht persönlich werden: BITTE GEBEN SIE NICHT AUF!

:cry:

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Beitrag von Ge » 23.07.2009, 19:18

Decebala entwortet dir sicher gern so, dass du weiterschreiben kannst. Ich werde mir jetzt Kippen kaufen gehen.

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