Damals im Jahre 1991 haben Samoth und Ihsahn Emperor gegründet, das ist den meisten bekannt. Dass die beiden aber im gleichen Jahr auch noch eine andere Band an den Start brachten dürfte für einige noch neu sein. Die Kapelle heisst Thou Shalt Suffer, wurde später von Ihsahn als Soloprojekt weitergeführt und konnte vor ein paar Jahren sogar bei Candlelight signieren. Mittlerweile macht Ihsahn mit Thou Shalt Suffer vor allem ziemlich verstörte klassische Musik. Davor wurden aber bereits ein Rehearsal, die rare EP "Open The Mysteries Of Your Creation", die damals bei einem mexikanischen Label raus kam, und das Demo "Into The Woods Of Belial” eingespielt. 1997 kamen diese drei Werke auf einer CD gebündelt auf den Markt und wurden jetzt noch einmal unter dem Titel "Into The Woods Of Belial” wiederveröffentlicht. Blick ihr noch durch?

Gut, denn nun gibt es noch ein paar Worte zu den Kompositionen von "Into The Woods Of Belial”: Auf jeden Fall könnt ihr von den namhaften Musiker, die die Songs eingespielt haben keine Rückschlüsse auf die technische Qualität der Lieder machen. Denn was es auf "Into The Woods Of Belial” zu hören gibt, ist vor allem eisiger, primitiver und roher Death Metal, der mit einer Atmosphäre daher kommt, wie wir sie von den frühen Darkthrone kennen. Damit wurde das Hauptstichwort schon gesagt: "Atmosphäre". Die technisch einfachen Songs leben gerade zu von dieser. Jedes einzelne Instrument trägt dazu bei, dass die Stimmung erhalten bleibt. Auch Ihsahn’s Gesang, der zwischen Geschrei und Gegrunze pendelt, tut das Seine. Trotz oder gerade wegen der Simplizität der Songstrukturen verbreitet die Scheibe – insbesondere die zwei Black Metal beeinflussten Stücke von der EP "Open The Mysteries Of Your Creation" – einen archaischen Charme, der zu gefallen weiss. Mit den raren Keyboardeinschüben, wird die Morbidität sogar noch gesteigert. Dennoch sind diese Keyboards sehr gewöhnungsbedürftig und wirken nicht selten etwas beziehungslos. Dafür kann Thou Shalt Suffer mit einem herrlichen Groove auftrumpfen. Da kommt fast schon etwas Nostalgie hoch.

Zu ungehobelter Musik, wie sie auf "Into The Woods Of Belial” zu hören ist, gehört natürlich auch eine harsche Produktion. Es versteht sich von selbst, dass mit einem Rehearsal, einer archaischen EP und einer Low-Budget Demo auf einer CD genau dies geboten wird. Die einen werden die Produktionsqualität als mager betrachten, ich halte sie aber für passend. Wer also die 1997er Version der Scheibe noch nicht hat und sich auch nicht alle Originale nicht leisten will, wird mit "Into The Woods Of Belial” nicht schlecht bedient. Allerdings dürft ihr technisch gesehen nicht allzu viel erwarten, darum rate ich, vorher einmal reinzuhorchen.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Nocturnal Art Productions

Veröffentlichung

5/2004

Format

CD

Land

Genre

Death Metal