Eine Platte eines schottischen Labels hatte ich noch nicht, somit also eine Art Premiere für mich. Ebenfalls eine Premiere ist dieses Album für Death Du Jour, ist es doch das Debut-Album der Finnen. Positiv ist zunächst auch ein 12-seitiges Booklet zu bewerten, keine Selbstverständlichkeit bei dem ersten Longplayer. Zudem wartet es mit einer recht heftigen Kurzgeschichte in Fotoform auf. Mehr sei aber nicht verraten. Nun zur Musik.

Die spinnen die Finnen, denke ich mir beim jahrmarktmässigem Intro der Band, zumal danach sofort losgebolzt wird als gäbe es kein Morgen. Clever ist das Quartet auf jeden Fall, wird doch als drittes Stück das vergleichsweise langsame "embittering cicatricies" gewählt, was nach den ersten beiden Geschwindigkeitsexzessen hervorragend passt. Morbid Angel scheint den Gitarristen ein Begriff zu sein, allerdings bleibt es bei hörbaren Einflüssen, und artet nicht in dreisten Riffdiebstahl aus. Gerade in "weakmeat vortex" schimmert eine gewisse Floridaschlagseite durch. Ähnlich wie der dritte Song ist auch der sechste ("satire of caustic lunacy") wieder eine kurze Reise in gemässigtere Bahnen. Ansonsten beherrscht doch bisweilen zu oft nur die härter-schneller-besser-Maxime die Songs der Nordlichter (man höre sich "triangle gallows" an).

Ich frage mich vor allem was - auf dem Labelbegleitzettel noch grosspurig angekündigt - der experimentelle Genius auf der Platte sein soll. Natürlich beherrschen die Herren ihr Handwerk und schlecht sind die Nummern allesamt auch nicht, doch bleibt für einen derartig angekündigten Todesmetallhammer unterm Strich zu wenig. Will heissen, es bleibt einfach kein Song wirklich hängen. Somit beinhaltet "fragments of perdition" nur biedere Hausmannskost. Bestimmt nicht weniger, aber auch sicherlich nicht mehr als Durchschnitt.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Golden Lake Productions

Veröffentlichung

11/2004

Format

CD

Land

Genre

Death Metal