Mir ist bewusst, dass ich mir mit dieser Rezi nicht nur Freunde machen werde, aber man kann es drehen und wenden, wie man will: Ich finde diesen Scherben absolut einschläfernd. Dass im Doom Rock / Metal die Gratwanderung zwischen gewollter Monotonie und öder Langeweile nicht immer ganz einfach ist, wird beim Konsum von "The Garden Of Unearthly Delights" deutlich. Die unsäglichen Stoner Rock-Einflüsse und die entsprechend fragwürdige Produktion peppen die Sache auch nicht wirklich auf.

Ich kenne die älteren Werke von Cathedral ehrlich gesagt zu wenig, um hier einen fundierten Vergleich ziehen zu können, aber diese pseudo-psychedelischen Anleihen waren früher meines Wissens nicht so stark. Von Doom Metal kann hier sowieso keine Rede sein, dafür sind Songs und Produktion viel zu rockig und dreckig. Obwohl ich die doomigen Klänge immer mehr für mich entdecke, gibt mir Cathedral nichts. Die übermächtigen Black Sabbath, die als offensichtlichen Einfluss genannt werden müssen, haben viele der Riffs schon vorweggenommen. Mich stört aber nicht die Anbiederung an Sabbath, sondern die Kombination mit hippieskem Wüstenrock. Mir haben sich da einfach zu viele Längen eingeschlichen, als dass mich das Gebotene noch irgendwie ansprechen könnte. Das 26-minütige (!) "The Garden" ist mit seinem beeindruckenden Ideenreichtum und den progressiven Parts noch die beste Nummer, auch wenn ein solches Songmonster nur sehr schwer zu verdauen ist.

Das Artwork von Dave Patchett ist zwar einmal mehr sehr bizarr ausgefallen, gehört aber auch nicht zu seinen besten Werken (besucht bei Gelegenheit mal www.davepatchett.com). Immerhin ist die Aufmachung um einiges origineller als der Inhalt.

Cathedral machen ihre Sache wahrscheinlich schon gut, nur zielt dieses Werk so ziemlich an meinem Geschmack vorbei. Wer psychedelisch gefärbten, nach exzessivem Konsum von Halluzinogenen klingenden Stoner Doom Rock / Metal mit vielen abgedrehten und langatmigen Passagen mag, wird seine Freude an diesem Album haben. Ich liege demnächst unter dem Computertisch, weil mich das Sandmännchen ruft.

Albuminfo

Punkte

 

2/5

Label

Nuclear Blast

Veröffentlichung

10/2005

Format

CD

Land

Genre

Doom Metal