Benighted kommen aus Frankreich, haben ihr im Januar in die Regale gelangtes Album aber im Kohlekeller Studio in Deutschland aufgenommen. Irgendwo zwischen Napalm Death, Aborted und Blood Red Throne anzusiedeln, frönen die umnachteten Franzosen dem brutalen Death Metal. Mit unverständlich röchelndem Grunzen, das unregelmässig von Kreisch-Attacken unterbrochen wird, zeigen sie ihre Einflüsse der erwähnten Niederländer, während Drum- und Gitarrenwerk an die norwegischen Vorbilder erinnern. "Identisick" klingt also verdächtig nach ,bereits gehört’, obwohl es sich um das erste Mal handelt. Nach acht Jahren seit der Bandgründung wäre etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit allerdings nicht gerade verkehrt.

Die Sechs bieten auf ihrem fünften Album dynamisches Hochgeschwindigkeits-Todesblei im Kombination mit einer guten Portion Groove der weniger kreativen Sorte, der trotz fehlender Eigenständigkeit produktionstechnisch wie auch qualitativ zu überzeugen weiss. Auch die hie und da enthaltenen Samples stehen nicht gerade für Einfallsreichtum. Interessant ist, dass Dew-Scented-Sänger Leif Jensen das Stück "Sex-addicted" mit seinem Organ bereichert. Kronos-Frontmann Kristof steuert seine Stimme dem Napalm Death-Cover "Suffer the Children" bei. Viel können die beiden allerdings nicht reissen, denn wirklich hängen bleiben tut das Album nicht. Textlich widmet man sich der Schizophrenie, Traumata und den Abgründen der menschlichen Psyche, wie der Blick in das nicht besonders liebevoll gestaltete Booklet verrät.

Kennt man einen, kennt man sie alle. Wem die bereits erwähnten Death Metal-Knüppler bekannt sind, der wird an "Identisick" Gefallen finden. Alle anderen sollten vorher ein Ohr riskieren. Von einem Kauf ist aber nicht abzuraten.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Adipocere Records

Veröffentlichung

3/2006

Format

CD

Land

Genre

Death Metal

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