Die schon mehrfach totgeglaubten Sinister wollen es allem Anschein nach doch wieder wissen und präsentieren uns mit "Afterburner" ein ansprechendes Death Metal-Album ohne Tiefpunkte. Allerdings fehlen auch die Überflieger, was nicht gerade für eine Wiederauferstehung der Holländer spricht. Die alte Schule wird der Innovation ganz klar vorgezogen, und so prägen ausschliesslich bekannte Muster den Silberling, der problemlos eine Dekade früher hätte erscheinen können.

Die Umsetzung ist durchaus gelungen. Die Produktion ist ausgewogen und druckvoll ausgefallen, wenn auch der Lärmfaktor im Gitarrensound etwas weniger gross sein dürfte. Der räudige Frühneunziger-Death Metal-Groove zieht sich durch alle Lieder und weiss vor allem in den schleppenderen Passagen zu gefallen. Der ehemalige Schlagzeuger Aad fungiert mittlerweile als Sänger und macht als solcher einen ausgezeichneten Eindruck. Überhaupt sind die Herren handwerklich topfit.

Schade, wurde auf die Abwechslung nicht allzu grossen Wert gelegt. Mir hängt dieses Werk nach zwei Dritteln zum Hals heraus, weil die mitreissenden Momente einfach zu selten sind. Wer also auf donnernden Breitwand-Death Metal aus Holland abfährt, ist mit der neuen Gorefest deutlich besser bedient. Trotz allem ist "Afterburner" aber eine mehr als solide Scheibe, die mit Sicherheit die alten Sinister-Fans verzücken wird. Meiner Meinung nach war nämlich noch keine Sinister-Veröffentlichung so gut wie diese.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Nuclear Blast

Veröffentlichung

4/2006

Format

CD

Land

Genre

Death Metal