Kennt ihr das Gefühl der absolut faden Leere, die euch, trotz einer Unmenge Lärm, umgibt? Downlord kreieren exakt diese Leere, und zwar offensichtlich ungewollt. Es ist jedoch nicht ganz einfach, den Ursprung dieses Übels zu finden...

Dabei liess die Mitgliederliste von Downlord auf Grosses hoffen: Mit von Partie ist unter anderem der ehemalige Sänger von Bolt Thrower David Ingram, der bei den Engländern "Honour, Valour, Pride" eingegrunzt hat. Auch der vormalige Raffelmann von Sacrificial, Donovan Spenceley ist mit von der Partie. Neben dem Engländer und dem Amerikaner wird das Line-Up durch drei Dänen ergänzt, die bisher in mehr oder minder bekannten Truppen ihr Werk getan haben.

Die EP enthält die Stücke der beiden Demos der Kohorte, was erst auf den zweiten Blick oder besser das zweite Ohr auffällt. Denn für Demostücke kommen sie in ordentlichem Klanggewand daher. Erst bei näherem Hinhören offenbaren sich die Schwächen: Die Basstrommel ist viel zu sandig, die tiefen Gitarrenklänge wirken matschig und der Gesang tönt verwaschen. Die Produktion hat also viele Kanten glatt gebügelt und die Töne nivellieren, ohne dabei richtige Schleifarbeit geleistet zu haben.

Doch schon das Rohmaterial gab nicht allzu viel her. Es wirkt müde, die Strukturen hören sich an wie der tausendste Aufguss einer x-beliebigen Todesschleiftruppe. Ingram habe ich selten so schlaff gehört. Die quirlig-hohen Gitarrensoli zeugen zwar von technischer Raffinesse, lockern aber im Kontrast zum surrenden Beigemüse nur wenig auf. Die Stücke drehen ihre Runden, wie ein hundsgewöhnlicher Dackel, der mit seinem Herrchen im Hochtempo Gassi geht, und zwar ohne dass irgendetwas passiert.

So bleibt ein fahler Gesamteindruck, der die Frage nach dem Sinn einer Veröffentlichung von mittelprächtigen Demos in den Raum wirft. Hoffentlich hat das kommende Volllängealbum im Winter mehr zu bieten.

Albuminfo

Punkte

 

2/5

Label

Open Graves Records

Veröffentlichung

10/2006

Format

CD

Land

Genre

Death Metal