Incantation veröffentlichten mit "Primordial Domination" ihr zehntes Studioalbum. Beinahe zeitgleich gibt es aber auch den Re-Release von der Debut Scheibe "Onward to Golgotha" zu erstehen und das mit einer Bonus DVD auf der gleich drei Konzerte in mieser Qualität verewigt wurden, was daran liegt, dass es von VHS-Kassetten überspielt wurde. Alle Fans der Band werden und sollten des Umfangs wegen zugreifen. Mir als Schreiber bietet das natürlich die einzigartige Möglichkeit den Fortschritt der Band zu eruieren und hier in einer Kritik gegenüberzustellen, wobei ich die Punktezahl sowie die Spielzeit nur für "Primordial Domination" angegeben habe. Dazu möchte ich noch betonen, dass es sich hierbei um zwei extra Scheiben handelt, die getrennt voneinander zu kaufen sind und nicht um ein Box-Set.

Was einem als erstes ins Ohr sticht, ist natürlich der Sound. Auf der 92er Scheibe bekommt man eine sehr dumpfe und tiefe Aufnahme serviert. Höhen wurden fast zur Gänze rausgenommen. Sogar die Quietscher klingen dumpf. Auf der neuen Kreation von Incantation gibt es dagegen ein ziemlich grosses Klangspektrum, was einen schon fast glasklaren Sound zur Folge hat. Auf "Onward to Golgotha" leiden darunter hauptsächlich die Gitarrenparts. Denn eines machte die Band damals genauso wie jetzt aus: viele Melodien auf den Sechsaitern. Egal in welcher Geschwindigkeit oder Höhenlage, ob fette Bangerriffs, oder Slayer-ähnliche Soli, Langeweile lässt man hier erst gar nicht aufkommen. Auf jeden Fall kann keiner sagen, dass die Amis in irgendeiner Weise nachlassen. Ok, Knüppeleien gab es früher etwas mehr. Direkte "In-die-Fresse" Lieder sind allerdings immer noch vorhanden.

Ebenfalls stark verbessert hat sich neben der Produktion der Sänger. Wie bei den meisten Truppen wurde er abwechslungsreicher. Waren anno dazumal noch ausschliesslich sehr tiefe Growls zu vernehmen, die obendrein noch viel zu laut waren, so sind auf "Primordial Domination" schon etliche Keiffer und ähnliches zu hören, was die Musik an den richtigen Stellen aggressiver erscheinen lässt beziehungsweise die vorhandene Aggression unterstreicht. Bestes Beispiel hierfür wäre wohl das träge "The Stench Of Crucifixion", welches des Gesanges wegen an Deicide erinnert. Das heisst jetzt nicht, dass der Gesang früher Scheisse war, er war einfach 08/15 Death Metal-Gegrowle. Passend, jedoch einfach gehalten.

Rein musikalisch gesehen hat sich natürlich auch einiges getan. Die erwähnten Melodien waren zwar früher schon vorhanden, nur scheint die Kombo jetzt viel besser damit umgehen zu können. Damals wurde des öfteren ein atmosphärischer Part aufgebaut, nur um dann nach einem kompletten Bruch in eine Knüppelorgie überzugehen. Auf der neuen Scheibe haben sie nicht so viel Material verschwendet. Riffs wurden aufgebaut, ausgebaut und im richtigen Moment nachvollziehbar übergeleitet. Das hat auf der einen Seite zwar zur Folge, dass es nicht mehr so viele Überraschungen gibt, andererseits lässt sich die jüngere Veröffentlichung dadurch viel besser anhören.

Fazit: Beide Alben sind geil, nur scheint es, als hätten Incantation auf ihrem zehnten Studioalbum das perfektioniert, was sie auf ihrem Debut begonnen haben.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Listenable Records

Veröffentlichung

11/2006

Format

CD

Land

Genre

Death Metal