Anal Vomit melden sich nach drei Jahren mit einem neuen Album zurück - und lassen die Anden wackeln...

Nachwievor ist es nämlich kompromissloser Black Death Metal, den sich die drei Peruaner auf die Flagge geschrieben haben.
"Depravation" - so der Titel des aktuellen Langspielers - dient hörbar als Spiegel der bandinternen Entwicklungen, die, nachdem man sich vom Grindcore in die todesmetallische Richtung aufgemacht hat, in den letzten Jahren ins Stocken geraten sind.
Kenner der Truppe wissen, wovon ich rede - durch und durch starrsinnig holzen die Südamerikaner los, ohne Gefangene zu machen.
Vorwiegend der Schlagzeuger Destructor ist es, der dem Hörer mit heftigen Double-Bass-Gewittern zusetzt und den Kompositionen den nötigen Pfeffer verleiht.
Im Endeffekt ergeht es dem Schlagzeug aber auch nicht viel besser, als den anderen beiden zum Einsatz gebrachten Instrumenten und der Stimme - alles versumpft in einer dicken, zähen Masse aus undurchsichtigen Tonfolgen, deren Nachvollziehbarkeit durch eine halbwegs ordentliche Produktion sicherlich hätte gerettet werden können.
Man versteckt sich also leider hinter einem schweren Vorhang aus Störgeräuschen und wirft jegliche Transparenz über Bord.

Die Frage ist nur, ob Anal Vomit-Fans mit etwas anderem als unausgereiftem Stoff gerechnet haben?
Eigentlich muss man wissen, dass, wenn man sich eine Scheibe der Peruaner in die Plattenkiste holt, man sich auf soundtechnisch sehr dünnes Eis begibt.
Begnügt man sich also mit einigen wenigen knackigen Riffs und einer insgesamt recht feindseligen Grundstimmung und hat auch gegen ein gewaltiges Mass Chaos und Tumult nichts einzuwenden, wird man den drei Krawallmachern nicht böse sein und an "Depravation" Gefallen finden.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Displeased Records

Veröffentlichung

1/2008

Format

CD

Land

Genre

Black Metal