Hinter der Ein-Mann-Band Crom steckt Walter Grosse. Er bediente früher bei der Black Metal-Formation Dark Fortress die E-Gitarre. Bereits drei Jahre später hielt er es dort nicht mehr aus und wandelt seither auf Solopfaden. Nach einigen Demos und einer EP wurde mit "Vengeance" das erste vollständige Album produziert. Grosse will mit diesem Epik-Werk das Erbe von Bathory’s Quorthon antreten, welcher mit seinen legendären Veröffentlichungen schon viele Bands grundlegend beeinflusste.

Fans der harten, brutalen Schiene werden sich bei den Klängen von Vengeance fluchtartig in ihre dunklen Katakomben verziehen. Crom spielen melodiösen Heavy Metal, den sie mit etwas Viking Metal aufpeppen. Epik spielt dabei die führende Rolle, das Album "Vengeance" erinnert stark an True Metal-Bands wie Hammerfall oder Manowar.

Mit der Akustikgitarre und dem wohlklingenden Chorgesang zaubern Songs wie "Crom" oder "A Life Unbearable" eine verträumte Klangwelt aus den Boxen. Vergleiche mit früheren Blind Guardian-Songs sind hier durchaus angebracht. Auch die schnelleren Songs wie "Unchain the Hero" oder der Opener "Wings of Fire" entwickeln bereits beim erstmaligen Anhören angenehmen Ohrwurmcharakter. Klasse Gitarrensoli im Midtempo-Bereich und der klangvolle Gesang von Herrn Grosse bieten ein wohliges Wechselbad an Eindrücken.

Die Produktion vermag mich nicht zu überzeugen, zu blechern und scheppernd ertönt das Schlagzeug, einzelne Gitarrensoli wurden ebenfalls nur dürftig abgemischt. Auch der ansonsten zu gefallende Gesang wirkt stellenweise zu dünn aufgetragen. Hier ist noch einiges verbesserungswürdig.

Der ganz grosse Wurf ist mit dieser Veröffentlichung aufgrund der fehlenden Eigenständigkeit nicht gelungen. Crom kann (noch) nicht an die Klasse von Bathory heranreichen. Trotzdem empfehle ich allen True Metal-Fans, sie sollen "Vengeance" mal antesten.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Pure Steel Records

Veröffentlichung

10/2008

Format

CD

Land

Genre

Metal