Null Ahnung habe ich von der ungarischen Schwermetall-Szene.
Eine Bildungslücke?
Ich weiss es nicht.
Überhaupt werde ich daran nur erinnert, weil mir mit "Szelek" von Dalriada der Langspieler einer offenbar gestandenen ungarischen Folk Metal-Kapelle vorliegt.

Und dass man in Ungarn unter Folk Metal nicht unbedingt dasselbe versteht, wie in den weitesten Teilen dieser Erde, erschliesst sich mir im Laufe dieser Scheibe.
Jede Menge glattpoliertes Songmaterial findet sich auf "Szelek", angesiedelt zwischen urwüchsigem Folk Metal, Power Metal und Speed Metal.
Aus jeder Pore des Albums dringt Professionalität - nichts wird dem Zufall überlassen.
Die Kompositionen sind ausgereift und mitreissend und besitzen zumeist Ohrwurmcharakter.
Wuchtige Gitarrenläufe, griffiges Riffing, packende Soli - die Verschmelzung mit dezenter heimischer Folklore - männlicher Gesang, weiblicher Gesang, ungarische Texte.
Es mag komisch klingen, aber ich fühle mich gefangen in einem stilistischen Käfig zwischen Nightwish, Stratovarius, Negura Bunget und weiteren Metal-Ikonen, ohne jedoch eine wirklich treffende Zuordnung finden zu können.
Und anstatt mir allzu intensiv den Kopf über die Schubladen-Thematik zu zerbrechen, lausche ich entspannt dem so garnicht ins Klischee passen wollenden Folk Metal von Dalriada und empfinde dabei tiefstes Wohlwollen.
Die Produktion ist exzellent, das Songwriting ein Volltreffer.

Alle Anhänger gutwilliger Heavy Metal-Musik hören hier bitte mal rein.
"Szelek" ist ein echt starkes Album voller offensichtlicher Höhepunkte und würde sich ein Major-Label einschalten, wären Dalriada binnen kürzester Zeit ganz oben.
Wie wär's, Markus Staiger?

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Nail Records

Veröffentlichung

4/2009

Format

CD

Land

Genre

Folk Metal