An dieser Stelle sei schon mal ein "WUNDERBAR!" vorweggestellt.

Was folgt ist Verwirrung, denn im Netz fand ich zwei unterschiedliche Daten der Bandgründung (1999/2005). Zwischen den Zeilen gelesen, komme ich zu der Vermutung: "1999 ist das wahre Gründungsjahr, aber 2005 fand sich erst der Stil, den sie jetzt verfolgen. Das leite ich davon ab, dass sie auf ihrer MySpace Seite ihre ersten drei Demos nicht in der Diskographie aufführen und das vierte Demo "New Prologue" betitelt wurde."

Das Cover lässt, dank des Minimalismus, den Betrachter gedanklich abschweifen. Die Musik unterstützt diese Wirkung eindringlich. Passend befassen sich die Texte mit nachvollziehbar emotionalen und persönlichen Themen. Hier beginnt die 40 minütige Reise, von deren Gefühle und Eindrücken man ein ganzes Menschenleben zehren kann!

Der Opener "The Clown" ertönt im Intro mit einer kranken Kinderleier, die ich sofort mit "Wind-Up Toy" von Alice Cooper in Verbindung bringe. Mit einem Mal kratzt sich die Gitarre ins Geschehen und mit dem Hinzustossen der restlichen Truppe ballert ein Thrash/ Melodic Death Metal Bastard der Güteklasse A los. Alle elf Titel bestechen durch eine höchst melodische aber nicht langweilige Gitarrenarbeit, regelmässigen Tempowechseln und spärlich eingesetzten Synthies und Samples präsentiert in einem grossartigem Soundgewand. Der beste Vergleich zu Lapsus sind In Flames mit einem Schuss Nme.Mine, wegen der Rockallüren. Und obwohl ich den alten wie neuen IF gerne lausche, muss ich feststellen, dass Lapsus die besseren "neuen" IF sind. Sie setzen überall noch einen drauf, ob beispielsweise im Finden von unverbrauchten Melodien oder der Fähigkeit des Sängers sein Organ in jede erdenkliche Ton- und Härtelage zu versetzen. In "Transition" grunzt er so tief und mächtig, wie es bis dahin nicht abzusehen war. "True Believer" startet mit kurzem Groove, schwengt dann aber sofort in einen At The Gates Hommage-Part um, wird moshig melodiös, gesanglich sagenhaft böse und verzweifelt und hat im Refrain einen starken Mitgröhlfaktor. Ehrlich gesagt haben den die meisten Refrains und sogar einige Strophen. Es bleibt wie beschrieben spannend und ergreifend, doch "Insomnia" ist mit seinen 1:51 min die Krönung schlechthin. Die cleanen einleitenden Gitarren und die stampfende, weil eine unsagbar schwere Bürde tragend wirkende, Fortführung übertrifft "The Chosen Pessimist" von IF oder die verblichenen Mournful (Emocore) in Atmosphäre und Emotionalität.
Um zum Ende zu kommen, gibt es auf diesem Album noch einen Hidden-Track, der den Putz von der Decke regnen lässt.

Fazit: Das beste, allgemein gesprochen, Melodic Death Metal Album, dass sich jemals in meine Gehörgänge gebohrt hat. Gut Ding hat Weile und so ist es nach "11" Jahren ein überragendes Debut-Album geworden. Die Einflüsse aus Thrash und Rock lockern so gekonnt auf, dass Vergleiche mit den Grössen der Szene möglich sind ohne Persönlichkeit zu verlieren.

Albuminfo

Punkte

 

5/5

Label

Eigenproduktion

Veröffentlichung

3/2010

Format

CD

Land

Genre

Death Metal