Die schwedischen Schwarzmetaller von Elimi verarbeiten auf ihrem Zweitling "Asylum" hörbar den Freitod ihres Bassisten Verrot, der kurz nach der Veröffentlichung des Debuts "Summoned From Ashes" aus dem Leben schied und eine Lücke hinterliess, die inzwischen zumindest logistisch von Gitarrist Maturz geschlossen worden ist, der sich neben dem Sechssaiter nun auch den Tieftöner umschnallt.
Qualitativ zeigt man sich im Vergleich zum Erstling weiter gereift und präsentiert ein halbes Dutzend herber Black-Metal-Kompositionen, die sich auf Ursprünglichkeit, Atmosphäre und blanke Melancholie stützen.
Gleich der Opener "Withered With Time" zieht dem Konsumenten die Hose aus und lässt eisige Winde durch die Bude wehen - alles ergibt sich dem Kreischgesang, den eingängigen Melodien, der hilfegebenden Eigenheit.
Leicht gebremst und ohne überflüssige Worte, dafür aber keinen Deut einfallslos sondern extrem individuell bohrt sich "Don't Speak" in die Hirnwindungen, gefolgt von "Like Sulphur", einem gewaltigen Energiebolzen.
"Revenge" bietet anfänglich den kompletten Stilbruch hin zur drohenden Behäbigkeit, ehe man sich besinnt und das Kapitel in fast thrashigem Geballer aufblühen und letztlich doch in getragener Ruhe abebben lässt.
Keine Experimente dieser Art birgt "A Light", das beliebigste Stück der Platte, dem ich ausser den prägenden, harten Breaks nur wenig Begeisterung entreissen kann.
Würdig beschlossen wird "Asylum" von "Alive, Dead", der stilistischen Schnittstelle von Leben und Tod und wohl dem Bindeglied zum nächsten Album.

Ohne den heissen Brei beanspruchen zu wollen, stelle ich fest, dass Elimi schon mit Langspieler Numero Zwei ein Muss für jeden Black-Metal-Süchtigen darstellen und gehört werden müssen.
Hier paart sich puristische Grundstimmung mit den Höhepunkten einfacher Mittel - weshalb bringen das andere Bands nicht zustande?
"Asylum" braucht der Mensch!

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Eerie Art Records

Veröffentlichung

6/2010

Format

CD

Land

Genre

Black Metal