Hinter dem klischeehaften Namen Winternight und dem ebenso klischeehaften Albumtitel "Pestilenz" verbirgt sich, wie nicht anders zu erwarten, mindestens ebenso klischeebehafteter Black Metal, aber das muss ja nichts schlimmes sein.

Hinter dem Namen Winternight stehen die beiden Herren Goatruler und Grimald, ersterer zuständig für das Schlagwerk und letzterer zuständig für sämtliche anderen Instrumente inklusive Gesang, die beiden Herren können schon Zeit in anderen Bands vorweisen, wovon wohl Vargsang die bekannteste sein dürfte, wo der Herr Goatruler ebenfalls das Schlagwerk maltretiert, das lässt doch schonmal hoffen.
Eigentlich sollte "Pestilenz" eine Split mit der Band Todgeweiht werden, aber daraus wurde nichts, da der Part von Todgeweiht nicht rechtzeitig zum Presstermin fertig war, also wird deren Pestilenz-Album wohl etwas später herauskommen, dies, zusammen mit dem Fakt, dass Booklet und Cover aussehen, wie etwas, dass der 12-jährige Cousin eines der Musiker im Computerkurs in der Schule gemacht hat, lies mich zuerst einmal stutzen, aber es hat nun mal nicht jeder einen super Medien-Gestalter im Freundeskreis und muss vielleicht selbst mal Hand anlegen und dann sieht das Ergebnis halt amateurhaft aus. Doch zum Glück sagt das ja nur bestenfalls begrenzt etwas über die Qualität der Musik aus.

Und die ist vollkommen in Ordnung. Offensichtlich haben die beiden Protagonisten sehr viel Mid-90er Black Metal aus norwegischen Gefilden zu sich genommen, denn genau danach klingt das zu grossen Teilen und das ist schon mal in Ordnung. Hin und wieder driften Winternight dann auch mal in sphärische, folkloristische Gebiete ab, um sich ein wenig von der offensichtlichen Vorlage zu lösen, aber das ist in Ordnung so, nicht unbedingt immer mein Fall, aber es gibt ja genug Leute, die so etwas mögen und es ist nicht so penetrant, dass mir der paganistische Brechreiz hochkommt. Vor allem da das Album sowohl musikalisch als auch technisch äusserst solide komponiert und aufgenommen wurde, kann ich mich wirklich nicht beschweren, da tummeln sich im so genannten Underground wesentlich schlechtere Gruppierungen.

Underground ist hier wohl das Stichwort, dieses Album ist kein Werk, dass viele Abnehmer finden wird, dafür ist es nicht Massenkompatibel genug und um sich wirklich durchzusetzen fehlt auch irgendwie der eigene Charakter, aber als Werk aus dem Untergrund für den Untergrund kann man es definitiv bezeichnen und als vollkommen okay abstempeln.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Obscure Abhorrence Productions

Veröffentlichung

7/2010

Format

CD

Land

Genre

Black Metal