Die seit zehn Jahren musizierenden sächsischen Dark Tribe spielen auf "Archaic Visions" rauen, sehr düster und verzweifelt angelegten BM. Was die Instrumentierung nicht liefert, setzt spätestens der Gesang oben drauf.
Hochgeschwindigkeitssüchtel werden hier auf kalten Entzug gesetzt, da die Melancholie und der Schwermut hier durch die schleppenden und tragenden Takte potenziert werden.
Was ich nicht verstehe ist der Sound, denn dieser ist verflucht dünn und kraftlos, und hier von Transparenz zu sprechen würde den Begriff, zumindest zum Teil, ad absurdum führen. Komischerweise sind die Samples ihrer älteren Stücke, die man von der Homepage herunterladen kann, deutlich besser produziert. Sollte dieser Sound also bewusst gewählt worden sein und nicht durch andere Umstände erklärt werden können, kann ich nur sagen, 2011 bedeutet schlechter Sound nicht BM und umgekehrt auch nicht, dies sollte eigentlich ein Relikt aus den Tagen sein, als es im geldlich und somit produktionstechnisch weniger betuchtem Underground wirklich noch nicht besser ging.

Nach dem einleitenden Intro folgen mit "When Fear Turns Into Hate" und "Children Of Forgotten Times" zwei der besten und schwermütigsten Lieder des Silberlings. Die vierte Nummer startet zwar etwas flotter, ist dafür aber unsäglich langweilig. Das sie auch schnellere Takte stilvoll einsetzten können beweisen sie erst mit "The Wrath Of Our Tribe", welches stetig zwischen düsteren Bass- und Schlagzeug-Parts und harschen, teils fast rockigen Ausbrüchen wechselt. Neben sowohl noch guten und schlechten Nummern, ist "Denn Wir sind nicht Mensch" eine Erwähnung wert, da es zum Einen eines der längsten Stücke ist und gerade durch die Beschwörenden Chöre gen Ende sehr intensiv ist, überrascht zum anderen das Riffing zu Beginn, da es Ähnlichkeiten zu den Anfangstagen des Emocore erkennen lässt.

Fazit: "Archaic Visions" ist ein passables BM Album. Durch eine bessere Produktion und etwas mehr Variation hätte es ein echter Hammer werden können. Doch wem der Sound relativ egal ist und wer eh nicht genug vom Schwarzmetall kriegen kann, der dürfte hier gut aufgehoben sein.

Albuminfo

Punkte

 

3/5

Label

Black Hate Productions

Veröffentlichung

5/2011

Format

CD

Land

Genre

Black Metal