Bassist Magnus Devo, welcher B. War ersetzt, und auch Sänger Mortuus, der anstelle von Legion das Micro ankeift, scheinen sich bewährt zu haben. Klar, live kann Legion seiner Bühnenaktivitäten wegen keiner ersetzen und auch auf der CD merkt man den Wechsel. Mortuus ist jedoch ein wirklich guter Sänger und scheint den früheren Vokalisten ganz gut "kopieren" zu können. Den Gesangsstil übernimmt er fast eins zu eins von seinem Vorgänger wenn auch die nötige Aggression etwas fehlt.

Eins muss ich gleich noch loswerden. Da hat zwar die Band sicher weniger Schuld, aber wenn ein Label mit solchen Mitteln Werbung macht, stösst es mir echt sauer auf. Unter "Selling Points" wurde auf dem Promoblatt, welches den meisten Scheiben für die Kritiker beigelegt wird, folgendes angegeben: "9th Album by from the only true black metal band still around". Abgesehen von der fragwürdigen Satzstellung (oder ist mein Englisch wirklich so schlecht, dass es nur mir komisch vorkommt) verstehe ich das als "einzig wahre Black Metal Band". Angesichts der haufenweise "wahren Black Metal Bands", die existieren und auch schon vor Marduk existierten, grenzt das an Blasphemie. Weiter steht da: "Percussion is done with real human skulls in the studio". Kann sein, glaube ich aber nicht, es ist auch herzlich wenig relevant. Aber wie bereits erwähnt, es handelt sich dabei nur um eine Verkaufsstrategie von Regain Records, wovon die Band möglicherweise nicht mal was weiss.

Nun aber endlich zur CD selbst, die dieses Mal im Endarker Studio von Devo Andersson aufgenommen sowie gemischt und von Peter in de Betou, der unter anderem schon für Dimmu Borgir, Meshuggah und Rammstein tätig war, endveredelt wurde. Meiner Meinung nach hätten sie im Abyss bleiben sollen. So viel schlechter als auf der "La Grande…" ist der Sound zwar nicht, ihm fehlt es allerdings etwas an Durchschlagskraft.

Musikalisch bleibt man seinem Motto treu. Knüppeln bis die Schwate kracht und zwischendurch werden mit Track drei ("Seven Angels, Seven Trumpets") und Track sechs ("Perish in Flames") zwei Midtempokracher und mit "Deathmarch" ein Instrumental auf dem Keyboard, welches sehr atmosphärisch klingt, eingeschoben. Die Gitarrenarbeit ist, wie für Marduk gewohnt, auf hohem Niveau und bietet hörenswerte Melodien in High Speed Tempo und mächtige Gitarrenriffs, welche von einem Gesang unterstützt werden, der demjenigen von Legion alles andere als unähnlich ist. Leider kann man aber mit "Plague Angel" nicht an Alben wie "Nightwing" und "La Grande Danse Macabre" anknüpfen. Irgendetwas fehlt bei den Liedern, womit sie zwar gut, aber nicht perfekt sind. Aber es ist ja das erste Album mit den zwei neuen Leuten und es werden hoffentlich noch mehrere Alben erscheinen, bei denen vielleicht das eine oder andere dabei ist, welches das Unmögliche möglich macht. Nämlich eines der älteren Alben zu toppen.

Albuminfo

Punkte

 

4/5

Label

Regain Records

Veröffentlichung

12/2004

Format

CD

Land

Genre

Black Metal